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Warum Langzeit Basal nicht teilen oder vielleicht doch?
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am 04.10.2022 21:12:15 | IP (Hash): 651400376
Ich leg mal vor: Ich teile mein Lantus und komme mit 7 IE morgens und abends über den Tag deutlich messbar besser aus, als mit 14 IE morgens oder abends oder zu irgendeiner anderen Zeit.
Was könnte dennoch gegen so eine Aufteilung sprechen?
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Es gibt keine organisch oder physiologisch erkennbaren Anfangspunkte. Deswegen sind Prädiabetes und vor allem Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert. -
am 04.10.2022 21:40:29 | IP (Hash): 1870401873
Diese Möglichkeit habe ich auch schon mal überdacht, bin dann aber über den Zeitraum gestolpert.
Die Wirksamkeit von Lantus beträgt bekanntlich 24 Stunden, und dort sehe ich das Problem.
Wenn man damit ganz frisch anfängt hat man morgens seine 12 Einheiten gespritzt, die dann 24 Stunden halten, Am Abend, also 12 Stunden später spritzt man nochmal die selbe Dosis oben trauf.
Diese hält dann ebenfalls 24 Stunden.
Das ergibt dann zusammen 24 Einheiten. Spritzt man dann wieder morgens 12 IE dann addieren sich diese
wieder mit der Abendspritze. So bleiben es immer zusammen 24 IE.
Macht man zwischendurch eine Pause fängt das ganze Spiel von vorne an. Es bleiben nur am Anfang 12 IE.
So sehe ich es, ein Vorteil für die Aufteilung sehe ich daher nicht, lasse ich aber gerne eines besseren belehren.
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am 04.10.2022 22:30:00 | IP (Hash): 651400376
Meine Erfahrung hat gezeigt, dass 14 Einheiten Lantus bei mir aufgeteilt auf morgens und abends anders wirken, als ungeteilt am Stück.
Morgens 14 IE gespritzt machte einen deutlich höheren Morgen BZ, als ich haben wollte. Wenn ich das mit mehr IE Lantus auszugleichen versucht habe, hatte ich schon ab Mittag weniger BZ, als ich eigentlich haben wollte, noch deutlicher dann gegen Abend.
Musste also mehr essen, als ich eigentlich wollte, und hatte trotzdem dann am nächsten Morgen immer noch einen höheren BZ, als ich haben wollte.
Abends 14 IE für einen guten Morgen BZ gespritzt, machte in jedem Fall am nächsten Abend mehr BZ als gewollt, auch hier wieder gegen Ende der 24 Stunden. Und auch hier zwischendurch sehr viel weniger BZ als gewollt für mehr essen.
Also hab ich aufgeteilt und damit einen super ebenmäßig ausgeglichenen BZ Verlauf über 24 von 24 Stunden :)
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Es gibt keine organisch oder physiologisch erkennbaren Anfangspunkte. Deswegen sind Prädiabetes und vor allem Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert. -
am 04.10.2022 22:38:05 | IP (Hash): 705993429
Ich meine solch' eine Teilung für mich positiv ungefähr so erklären zu können...
Wer z. B. 24 oder 25 IE benötigt, benötigt nicht sofort die Wirkung von den gesamten 25 IE, sondern er benötigt vielleicht 10 IE, aber diese 10 gleichmäßig, möglichst über den ganzen Tag konstant anliegend.
Man spritzt nun also für die konstant benötigten 10 IE 25 IE, damit die Wirkung von 10 IE ziemlich bald eintreten und die Wirkung von 10 IE möglichst lange anhalten kann!
Die 25 IE also auf einmal gespritzt werden vermutlich im Körper einen Wirkbogen beschreiben. Das heißt nun also, man wird mit 25 IE einen gehörigen Teil des Tages "überversorgt" , am Ende hin, vermutlich über einige Stunden aber eben nicht unerheblich lang auch unterversorgt sein.
Offensichtlich hält Toujeo die nötige Wirkstärke nicht volle 24h, zumindest bei mir nicht...?.
Dies war bei mir augenscheinlich morgens zwischen 07.00 - 11.00 Uhr der Fall, als die Wirkung der Vortagesdosis langsam zu Ende zu gehen schien, die Wirkung der neuen Dosis aber noch nicht eingesetzt hat.
Das ganze Dilemma wird durch eine Teilung nun abgemildert bzw. gar völlig aufgehoben!
12 IE morgens bringen mir 12 Stunden lang einen ausreichend hohen Wirkbogen, der nach 12 h mit einer neuen Dosis i. H. v. 13 IE (abends) vermutlich gerade rechtzeitig von der Arbeit "abgelöst" wird.
Ich habe sozusagen einen neuen, frischen Staffelläufer im Rennen.
Im Umkehrschluß habe ich nun auch nicht mehr so gravierende Sinkflüge, weil ich mich nicht mit einem 25IE-Hulk herumschlagen , sondern nur einen 12IE-Stubentiger besänftigen muss. (...mal bissel verspielt ausgedrückt)
Besser kann ich's jetzt auch nicht erklären, aber seit der Teilung habe ich konstant anliegende Gesundwerte zw. 70 - 140, Glucosedurchschnitt 110, TIR: 100%.
Es ist derzeit auf alle Fälle der reine Wahnsinn, wie gut das funktioniert! (Ich weiß natürlich,...noch!)
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Wer die Sache ernst nimmt und grundsätzlich diszipliniert ist, den diszipliniert dieser Diabetes vermutlich weit mehr hin zur Gesundheit, als diese Krankheit dann noch vermag zu zerstören?!
Bearbeitet von User am 04.10.2022 23:03:06. Grund: Fehlerbeseitigung -
am 04.10.2022 23:29:49 | IP (Hash): 651400376
Candyman schrieb im anderen Fred:
Funktioniert, weil im Körper ein Depot aufgebaut wird, welches das Insulin
je nach Bedarf abgibt und somit auch gut mit den noch vorhandenen Betas harmoniert.
Depots für Insulin finden im Kreislauf statt. Eine Lagerstelle gibt es dafür nicht. Die Funktion ist auch bei allen Insulinen gleich.
Es entstehen 6er-Gruppen, Hexamere aus Insulin-Molekülen, die da wie gespeichert untätig schwimmen können, bis sie sich auflösen und in einzelne Insulinmoleküle zerfallen. Eine Auflösung nach Bedarf gibt es noch(!) nicht.
Vom Moment des einzelnen Insulinmoleküls im Blut hat das eine Halbwertzeit von 5 Minuten. Nach ner viertel Stunde ist von so einem 6er Pack an Insulinmolekülen weniger als die Wirkung von einem einzigen übrig.
Der Trick beim Basal liegt in dem möglichst gleichförmigen Zerfall der 6er Packs, und da scheint Degludec/Tresiba gegenüber Glargin/Toujeo/Lantus die Nase ein wenig vorn zu haben.
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Es gibt keine organisch oder physiologisch erkennbaren Anfangspunkte. Deswegen sind Prädiabetes und vor allem Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert. -
am 05.10.2022 00:40:01 | IP (Hash): 1830583378
hjt_Jürgen schrieb:
Eine Lagerstelle gibt es dafür nicht. Die Funktion ist auch bei allen Insulinen gleich.
Es entstehen 6er-Gruppen, Hexamere aus Insulin-Molekülen, die da wie gespeichert untätig schwimmen können, bis sie sich auflösen und in einzelne Insulinmoleküle zerfallen. Eine Auflösung nach Bedarf gibt es noch(!) nicht.
Vom Moment des einzelnen Insulinmoleküls im Blut hat das eine Halbwertzeit von 5 Minuten. Nach ner viertel Stunde ist von so einem 6er Pack an Insulinmolekülen weniger als die Wirkung von einem einzigen übrig.
Das stimmt so nur bedingt. Die Funktion ist nicht bei allen Basalinsulinen gleich.
Bei Insulin glardin (Lantus/Toujeo/Abasaglar) wirkt die Verzögerung an der Spritzstelle, wenn es versehetnlich ins Blut gespritzt wird, dann wirkt das Insulin wie ein Kurzzeitinsulin und kann dann zu schweren Unterzuckerungen führen.
Bei Insulin detemir (Levemir) hingegen gibt es eine Verzögerung im Blut.
Bei Insulin degludec (Tresiba) hat beide Wirkverzögerungen sowohl an der Spritzstelle wie auch im Blut.
Grundsätzlich zu der ganzen Diskussion, wichtig ist immer die Spritzmenge, je geringer die Dosis, desto kürzer wirkt i.d.R. auch das Langzeitinsulin. Bspw. 2 IE Basalinsulin wirken i.d.R. auch bei Toujeo oder Lantus keine 24 Stunden. Zudem ist die Wirkung auch individuell bei jedem verschieden.
Bei allen Basalinsulinen muss man unterscheiden zwischen Gesamtwirkzeit (die meist in den Herstellernangaben steht) und der Hauptwirkzeit, nach dem Spritzen braucht das Insulin eine Weile bis sich die Wirkung aufbaut und dann wirkt es vielleicht die Gesamtwirkzeit, fällt aber währenddessen je nach Basalinsulinart stark ab. Das kann man sich zu Nutzen machen, wenn man im Tagesverlauf mehr oder weniger Insulin benötigt oder aber schauen, dass im anderen Fall wenn das Insulin sehr gleichmäßig wirken soll.
Ich empfiele wirklich sich genau mal die einzelne Wirkkurven anzuschauen.
Bspw. hier
https://link.springer.com/article/10.1007/S15006-015-2977-6/figures/3
Vergleich Levemir, Lantus, NPH-Insulin, Tresiba (kein Toujeo)
oder hier
https://www.google.com/url?sa=i&url=https%3A%2F%2Fwww.tellmed.ch%2Finclude_php%2Fpreviewdoc.php%3Ffile_id%3D16026&psig=AOvVaw0xHGCpDloX5UXHTPH7Ig8B&ust=1665008574654000&source=images&cd=vfe&ved=2ahUKEwjgkLK2zsf6AhWVtKQKHVuMCwgQr4kDegUIARCBAQ
Dort auf Seite 2 die Grafiken: Rot ist immer Lantus und dann im Vergleich NPH-Insulin, Levemir, Toujeo und Tresiba.
Hier findet man zudem einen sehr guten Vergleich von Tresiba, Toujeo und Lantus.
https://insulinclub.de/core/index.php?attachment/2442-toujeo-tresiba-vergleich-jpg/
Die Dosis ist jeweils mit 0,4 IE pro kg Körpergewicht.
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am 05.10.2022 08:21:53 | IP (Hash): 705993429
Hallo July. Würde im Prinzip meine Erklärung bestätigen... Wenn 12 IE keine 24h Wirkzeit mit der benötigten Intensität liefern, dann tun es 25 IE grundsätzlich auch nicht. Dann ist man mit einer Teilung taktisch auf jeden Fall besser aufgestellt?!
Zudem geben mir (und Jürgen) die Meßwert nachweislich recht...
TIR: 100%...
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Wer die Sache ernst nimmt und grundsätzlich diszipliniert ist, den diszipliniert dieser Diabetes vermutlich weit mehr hin zur Gesundheit, als diese Krankheit dann noch vermag zu zerstören?!
Bearbeitet von User am 05.10.2022 08:23:47. Grund: Ergänzung -
am 05.10.2022 10:18:00 | IP (Hash): 2015249733
July95 schrieb:
Bei Insulin glardin (Lantus/Toujeo/Abasaglar) wirkt die Verzögerung an der Spritzstelle, wenn es versehetnlich ins Blut gespritzt wird, dann wirkt das Insulin wie ein Kurzzeitinsulin und kann dann zu schweren Unterzuckerungen führen.
Stimmt. Glargin muss an der Spritzstelle im Fell erst die Speicher-Hexamere bilden, die dann schön langsam zerfallen und die einzelnen Moleküle für ihre Arbeit in den Kreislauf lassen. Wenn das gute Zeug die Hexamere aus irgend einem Grund nicht bildet, wirkt es wie schneller Bolus!
Mein erstes "schönes" Lantus Low hat mir das Licht ausgemacht und mitten bei der Nacht den Notarzt zum Wecken bestellt. Ich hatte wie bis dahin üblich 36 IE direkt vor dem Schlafengehen gespritzt und alle Hypoanzeichen schlicht verpennt. Klar war die Überzeugung bei mir und den anschließenden 2 Tagen bei den Ärzten im kranken Haus, dass ich meine Pens verwechselt hatte, Bolus statt Basal gespritzt.
Beim zweiten mal einige Zeit später war mir allerdings dann völlig klar, dass mich da eine Sonderform der Glargin-Wirkung getroffen hatte. Davon hatte mir schon mal ein junger Mann mit Typ 1 erzählt. Und zwar konnte der die gezielt provozieren, indem er bis zu einer Stunde nach einem Bolus sein Lantus spritzte. Deswegen denke ich, dass Äderchen treffen nur eine der Optionen sein kann, mit der sich Lantus gut beschleunigen lässt.
Anyway, mein zweiter nächtlicher Bläckaut mit Wecken durch den Notarzt -, d.h. das Scheidungsangebot meiner Frau darauf für den weiteren Wiederholungsfall - hat mich praktisch zur Teilung meiner 36 IE Lantus gezwungen und dazu, die spätestens 1 Stunde vor dem Schlafengehen oder Autofahren oder…. zu spritzen, um eine Blitzwirkung rechtzeitig bemerken und auffressen zu können.
Zuletzt vor 8 Jahren vom 7. auf den 8. oder vom 8. auf den 9. Tag meiner Leberentfettung. Da hatte ich von einem auf den anderen Tag statt des bis dahin völlig normalen Basalbedarfs von 36 IE Lantus plus 4 IE Apidra Gupf für den Morgenanstieg nur noch Bedarf für ganze 10 IE Lantus. Übrigens praktisch ohne jeden nennenswerten Gewichtsverlust.
In der Folge hab ich dann noch in derselben Spur 25 kg abgeschmolzen - ohne jede weitere Verringerung meines Insulinbedarfs (soviel zur Insulinresistenz), und mit der anschließenden neuen Normalisierung meiner Futtergewohnheiten hat sich der Basalbedarf bei 12-14 IE Lantus eingestellt.
Und erst mit dem ist mir, wie beschrieben, dann aufgefallen, dass ich damit am Stück keine für mich ausreichend gleichmäßige Wirkung über 24 Stunden erreichen kann, aber eben mit der Aufteilung auf morgens und abends :)
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Es gibt keine organisch oder physiologisch erkennbaren Anfangspunkte. Deswegen sind Prädiabetes und vor allem Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.