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Diabetes Typ2 ganz frische Diagnose, bin überfordert
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am 19.12.2022 13:59:53 | IP (Hash): 1532968476
Tena70 schrieb:
Mein HA hat mir lediglich gesagt meine Zuckerwerte sind zu hoch, ich hätte Diabetes, hat mir Metformin aufgeschrieben und fertig. Termin beim Diabetologen habe ich erst am 06.01.
Ich habe absolut keinen Plan wie man mit der Diagnose umgeht. Wie kontrolliert man denn den Zuckerwert? Wie stellt man am besten die Ernährung um? Es gibt 1000 Fragen und ich hoffe ich finde hier Antworten.
Ach so, das Metformin habe ich noch nicht genommen. Ich möchte keine Medikamente nehmen. Also generell.
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Daß Dein Hausarzt Dich so abspeist, ist unglaublich.
Zunächst einmal gibt es zwei wichtige Werte bei der Diagnose.
Das ist der Nüchternblutzucker. Und das ist der Langzeitblutzuckerwert HbA1c. Diesen Wert solltest Du bei Deinem Hausarzt erfragen.
Zur Kontrolle des Blutzuckers gibt es preiswerte Geräte. Dazu gehört ein Fingerpiekser und Meßstreifen. Das ganze gibt es auch preiswert im Internet. Auf Dauer am teuersten sind die Meßstreifen, eine einzelne Messung kostet kaum unter 30 Cent und wird nicht von der Kasse bezahlt.
Bei Diabetes Typ 2 sind drei Dinge entscheidend: Ernährung, Bewegung, Körpergewicht
Ernährung: Man sollte alle süßen Zuckerhaltigen Produkte weitgehend meiden: Kuchen, gesüßte Getränke, Likör, Süßigkeiten, Schokolade etc. . Leider bestehen auch die vier Hauptnahrungsmittel aus Kohlenhydraten; Brot, Nudeln, Kartoffeln, Reis. Auch damit sollte man haushalten.
Gewichtsabnahme ist bekanntlich sehr schwierg. Aber in Sachen Bewegung gibt es eine gute Nachricht. Mit 52 und Übergewicht ist Spazierengehen schon Sport.
Dreimal täglich 15 Minuten nach dem Essen Spazierengehen bringt da schon echt viel. Zur Not bei schlechtem Wetter bringt schon 15 Minuten Auf- und Abgehen in der Wohnung was, ist jedenfalls viel besser als rumsitzen.
Ich an Deiner Stelle würde mir dringend ein Blutzuckermeßgerät zulegen, noch vor Weihnachten.
Lg
Hape
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am 19.12.2022 14:15:06 | IP (Hash): 1156027534
Hape schrieb:
Daß Dein Hausarzt Dich so abspeist, ist unglaublich.
Ich sehe das anders und denke, dass dein Hausarzt sehr verantwortungvoll gehandelt hat, indem er dich zu einem Diabetologen geschickt hat. Du hast ja zum Glück auch kurzfristig einen Termin bekommen.
Er kann mit Recht davon ausgehen, dass du beim Fachmann die besseren Informationen und Anregungen erhalten kannst. Gut ist, dass du sich selber zusätzlich schlau machen willst. Dadurch wirst du deinen Diabetes mit der Zeit immer besser verstehen lernen. Dass du nicht innerhalb von 3 Tagen ein Spezialist werden kannst, ist dabei vollkommen klar. Nimm dir etwas Zeit dafür - die Zeit hast du.
Beste Grüße, Rainer
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Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
Bearbeitet von User am 19.12.2022 14:17:07. Grund: BBCodes -
am 19.12.2022 14:51:22 | IP (Hash): 1532968476
Rainer schrieb:
Hape schrieb:
Daß Dein Hausarzt Dich so abspeist, ist unglaublich.
Ich sehe das anders und denke, dass dein Hausarzt sehr verantwortungvoll gehandelt hat, indem er dich zu einem Diabetologen geschickt hat. Du hast ja zum Glück auch kurzfristig einen Termin bekommen.
Kommt auf die gemessenen Werte an. Mit einem Hba1c von über 10%, oft mit BZ über 450mg% verknüpft, wäre es z.B. unverantwortich bis zum 6. Januar mit einer Therapie zu warten. Mit einem Hba1c von 7,5% hingegen wäre es vertretbar. Davon hängt auch ab, ob sofort mit Metformin begonnen werden sollte oder das eigenmächtige Weglassen durch die Threaderöffnerin bis zum 6. Januar vertretbar ist.
Liebe Grüße
Hape
Bearbeitet von User am 19.12.2022 15:37:21. Grund: Korrektur -
am 19.12.2022 15:43:25 | IP (Hash): 1532968476
Tena70 schrieb:
Daher habe ich meine Ernährung schon etwas umgestellt. Nur noch Vollkornprodukte bzw Haferbrot mit Saaten (komplett ohne Mehl), Wurst weggelassen. Als Belag esse ich oft Frischkäse und Gemüse (Gurke, Tomate), keine Zwischenmahlzeiten/Snacks mehr. Keinen Süßkram. Keinen Zucker im Tee. Usw. Kein Essen nach 18 Uhr.
Aber Tabletten will ich halt auch nicht nehmen müssen.
Wurst hat zwar viele Kalorien und eher ungünstige Fette, gehört aber zu den kohlenhydratfreien Lebensmitteln und schadet dem Diabetes nicht.
Lg Hape -
am 19.12.2022 18:09:22 | IP (Hash): 1544091572
Hi hape!
früher wurden die gesättigten Fettsäuren verteufelt. heute weiß man dass man vor ihnen keine Angst haben muss. wichtig ist es bei Transfetten aufzupassen die sich ua in chips, zb aber auch Donuts, Pommes frites aber eben auch in manchen Wurstsorten finden. das sind aber abgesehen von kohlenhydratarmen nahrungsquellen wie eben der wurst sowieso keine typischen Lebensmittel für diabetiker. eine restriktive transfettzufuhr gilt außerdem für alle, nicht nur diabetics.
Bearbeitet von User am 19.12.2022 18:14:37. Grund: H -
am 19.12.2022 20:20:23 | IP (Hash): 134705154
Hallo,
zuerst mal vielen Dank für eure vielen Beiträge.
Mein Hba1c Wert (das ist der Langzeitwert, richtig?) war bei 7,2. Wenn ich das richtig verstanden habe (Google) dann ist das zu hoch, aber noch nicht zu extrem hoch, richtig?
Natürlich ist mir klar, dass ich Medikamente nehmen MUSS unter Umständen. Aber so „Zack, ihr Zuckerwert ist zu hoch, sie haben Diabetes, nehmen sie Metformin“ - das geht mir irgendwie zu schnell. Ich hätte schon gerne eine genaue Aufklärung über die Werte, wie misst man den Zucker bzw. wie kann ich das zu Hause überprüfen, welche Werte sind ok, welche Ernährung ist ok, kann ich es erst mit Ernährungsumstellung und etwas Sport probieren usw usw usw.
Ihr habt mir ja schon gute Antworten gegeben. Beim Sport ist mein Problem, dass ich leider unter starker Arthrose leide. Knie kaputt, Fußwurzelarthrose, Arthrose in beiden Hüften, Arthrose und dadurch Schleimbeutelentzündungen in beiden Schultern und ein Bandscheibenvorfall in der LWS. Ich kann wirklich nur schwimmen/Aquasport machen, Fahrrad fahren und kleine Runden spazieren gehen. Und ja, ich weiß, ich muss Gewicht reduzieren, ganz wichtig.
Bisher hab ich immer überall gelesen Wurst, Käse usw wäre ungesund?
Ihr seht, ich muss offensichtlich verdammt viel lernen. 🙈
Erstmal bis hierhin, schönen Abend an alle.
Tena
Bearbeitet von User am 19.12.2022 20:22:34. Grund: Verbessert -
am 19.12.2022 20:49:31 | IP (Hash): 674082103
Tena70 schrieb:
Mein Hba1c Wert (das ist der Langzeitwert, richtig?) war bei 7,2. Wenn ich das richtig verstanden habe (Google) dann ist das zu hoch, aber noch nicht zu extrem hoch, richtig?)
Das sit beides richtig.
Ich verstehe ja, dass du dich von deinem HA nicht gut informiert fühlst. Die wichtigsten Informationen zu jemand rüber zu bringen, der bisher noch nichts von Diabetres gehört hat, ist aber nicht in 10 ... 15 Minuten getan. Wenn dein HA das versucht hätte, dann hätte er dich sehr wahrscheinlich erst mal nur stark verwirrt. So eine Kurzeinweisung kannst du auch nicht von deinem Diabetologen erwarten, der bietet dir hoffentlich ein mehrtägige Schulung an.
Nimm dir Zeit, alles über deinen Diabetes zu lernen und auszuprobieren, selbst wenn das mehrere Monate dauert - die Zeit hast du.
Alles Gute, Rainer
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Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
Bearbeitet von User am 19.12.2022 20:55:09. Grund: BBCodes -
am 19.12.2022 21:23:05 | IP (Hash): 242424616
https://www.bloodsugar101.com/what-is-a-normal-blood-sugar zeigt den normal gesunden Blutzucker=BZ Verlauf nach einem Frühstück mit reichlich KHs. Deiner sieht ganz ähnlich aus, nur insgesamt deutlich höher und mit ner größeren Variabilität=Abständen zwischen Talsohlen und Bergspitzen.
Wenn Du möglichst lange gesund mit Deinem Diabetes auskommen willst, ist diese Nomalkurve Dein Ziel und hier ein super bewährtes Rezept für den Weg dahin https://www.bloodsugar101.com/_files/ugd/32a606_db20057cf9b5496ea94c7d7d2d6f0cde.pdf
Grundlage für alles, was Du in Deiner eigenen Verantwortung erreichen willst, ist das Wissen, wann Dein BZ unter welchen Voraussetzungen wie hoch ist. Deswegen geht am Selbermessen kein Weg vorbei. Und die Teststreifen kosten echtes Geld. Zu Lasten der kranken Kassen verordnet werden sie zuverlässig nur bei kompletten Insulin-Behandlungen. Ansonsten mit Glück ab und zu mal eine Packung mit 50 Stück mit irgend einer Sonderbegründung. Aber was sind schon 50 Stück, wenn Du nach der Anleitung oben rausfinden willst, wie Dein Blutzucker auf welches Futter reagiert? Wenn Du keine andere Quelle anzapfen kannst, wirst Du also um Ebay nicht rumkommen.
Wenn Englisch einigermaßen geht und für schwierigere Stellen der Google Übersetzer, ist bloodsugar101 eine super gute Quelle für alles über und um den Diabetes Typ 2.
Raier hat zwar Recht, dass ne Schulung gut wäre, aber ich weiß von keiner mit dem Ziel vom BZ im gesunden Bereich. Alle Schulungen, von denen ich weiß, passen auf HbA1c um 7 :(
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Es gibt keine organisch oder physiologisch erkennbaren Anfangspunkte. Deswegen sind Prädiabetes und vor allem Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert. -
am 19.12.2022 21:25:00 | IP (Hash): 1532968476
Tena70 schrieb:
Mein Hba1c Wert (das ist der Langzeitwert, richtig?) war bei 7,2. Wenn ich das richtig verstanden habe (Google) dann ist das zu hoch, aber noch nicht zu extrem hoch, richtig?
Das ist eine wichtige Information. 7,2 ist noch im Rahmen und insofern ein Abwarten bis zum Termin beim Diabetologen vertretbar.
schrieb:
Ihr habt mir ja schon gute Antworten gegeben. Beim Sport ist mein Problem, dass ich leider unter starker Arthrose leide. Knie kaputt, Fußwurzelarthrose, Arthrose in beiden Hüften, Arthrose und dadurch Schleimbeutelentzündungen in beiden Schultern und ein Bandscheibenvorfall in der LWS. Ich kann wirklich nur schwimmen/Aquasport machen, Fahrrad fahren und kleine Runden spazieren gehen. Und ja, ich weiß, ich muss Gewicht reduzieren, ganz wichtig.
Wenn schnelles Spazierengehen keine Option ist, Radfahren aber ginge: Dann ist ein Ergometerrad für daheim sinnvoll. Radfahren draußen macht man ja doch nicht, oder allenfalls bei schönem Wetter. Außerdem ist natürlich ein Ebike eine Möglichkeit, die Angst vor Steigungen zu vermeiden. Als Untrainierter kommt man ja sonst bei jedem Hügelchen außer Atem.
Bewegung ist das A und O. Und wenig, aber regelmäßig, ist besser als nichts.
Als Buch wäre vielleicht: https://www.amazon.de/gp/product/3830483104/ref=dbs_a_def_rwt_bibl_vppi_i10 eine Option. Da steht zwar auch einiges paramedzinisches Zeugs drin, aber insgesamt steht es auf dem Boden des Schulmedizin.
p.s.: da gibt es wohl eine neue Auflage, die ich aufgrund des Titels eher nicht empfehlen würde
Bearbeitet von User am 19.12.2022 21:27:28. Grund: Ergänzung -
am 19.12.2022 22:11:12 | IP (Hash): 134705154
Ich fahre tatsächlich oft Rad, ich wohne im Norden in einer Gegend, wo man sehr viel Rad fährt. Und Steigungen - sowas gibt es hier nicht. 😂
Ich hab es nur schleifen lassen. Vor Corona bin ich auch einmal wöchentlich zum Aquasport gegangen. Das findet leider immer noch nicht wieder statt. Aber mit diesem blöden Covid ist alles irgendwie eingeschlafen. Weniger Rad gefahren. Generell viel (!!) mehr nur rumgesessen. Kein Schwimmen, kein Aquasport usw. Kennt ihr ja bestimmt auch alle. Das muss jetzt wieder besser werden.
Ich habe gerade die Wii und das Balance Board mal wieder entstaubt. Das ist zwar kein richtiger Sport, aber Bewegung isses in jedem Fall, 30 min ordentlich geschwitzt hab ich auch. Also 30 min nicht auf dem Sofa gesessen. 😬
Ja, ihr habt Recht. Ich bin ungeduldig und möchte am liebsten alles direkt in 5 min wissen. 🙈
Nach den Teststreifen schaue ich mal.