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HbA1c-Werte
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Nora
Rang: Gastam 02.07.2008 16:23:36
Hi!!
Hab mal ne Frage zum HbA1c. Und zwar ist mein letzter wieder sehr gut (5,6), obwohl ich einige hohe Werte (von 280 bis 400) hatte und das öfter (allerdings auch viele Hypos, aber darum gehts jetzt ja eigentlich nicht). Jetzt ist es ja aber so, dass diese Spitzen nicht mit in den HbA1c eingehen. Das verstehe ich irgendwie nicht.... wie lange muss denn ein Wert hoch sein, damit er nicht in den HbA1c-Wert eingeht? Und was ist jetzt z.B. mit nem 150er-Wert. Wenn der BZ sagen wir mal ne Stunde bei 150 ist, geht der Wert dann mit ein? Und welche Werte gelten als hoch? Das heißt ja theoretisch, dass wenn die Werte stark schwanken und z.B. immer mal wieder am Tag jeweils ein, zwei Stunden hohe Werte dabei sind, nur ein paar Stunden am Tag mit in den HbA1c eingehen?!?
Ich hoffe, ihr versteht, was ich meine. Würde mich über Antworten freuen!
Gruß, Nora -
Hajo Janse
Rang: Gastam 02.07.2008 17:06:52
Hallo,
BZ spitzen die nicht länger als 2-3 Stunden dauern gehen nicht in den HBa1C ein.
Allerdings sind diese spitzen laut mehrere Studien von Kardiologen auch schädlich.
LG
Hajo von Hajo Janse -
Jürgen
Rang: Gastam 02.07.2008 18:16:03
5,6 gelten per Definition als sehr gut für MmD (Menschen mit Diabetes), die ihren BZ selbst steuern müssen, weil ihre BZ-Automatik defekt ist. Für Menschen ohne Diabetes wäre bei 5,6 Zeit, mal nach auffälligen BZ-Verläufen z.B. nach dem Essen zu schauen, denn wirklich gesund ist 4,5 - 5,5 und da liegt 5,6 bei allen Bestimmungsungenauigkeiten deutlich am oberen und ungesunden Rand.
Aber noch viel wichtiger wäre für Dich, die BZ-Schwankungen zu begrenzen. Denn die scheinen wesentlich krankmachender, als ein insgesamt etwas höherer BZ-Durchschnitt. Bei einem gesunden Menschen überschreitet der BZ zu keiner Zeit nach keinem Essen 140 mg/dl und bewegt sich zwischen den Mahlzeiten meistens um 75-85.
Übrigens, das Stichwort in der Suche links fördert zutage, was wir hier alles schon zum Thema produziert haben ;-) von Jürgen -
dipa
Rang: Gastam 03.07.2008 00:56:22
Hallo Nora,
lt. Literatur erhöhen kurzzeitig erhöhte Blutzuckerwerte den HbA1c-Wert nur unwesentlich. Ich halte dies für fragwürdig.
Ich bin seit mehr als 3 Jahren ohne Insulin und Medis unter einem Tagesdurchschnitt von 120. Der HbA1c meistens über 6.
Erst seitdem ich die Spitzen konsequent bekämpfe bin ich klar unter 6, bei fast unverändertem Tagesdurchschnitt.
mfg dipa -
Nora
Rang: Gastam 03.07.2008 12:21:49
Hmm, danke schonmal!!
Was ich trotzdem nicht so ganz verstehe: was genau ist denn eine "BZ-Spitze"? Also wie hoch muss der Wert dafür sein? Ich meine: wenn ich jetzt zwei Stunden bei 130 bin, geht der Wert dann mit ein (oder auch nicht?) und wenn ich z.B. eine Stunde nach dem Essen bei 260 und zwei Stunden nach dem Essen bei 180 bin, dann nicht??? Oder ist das einfach noch nicht so genau untersucht?
Gruß, Nora -
Tom
Rang: Gastam 03.07.2008 13:05:26
Also, dass du den Super-HBA1C Wert auf Kosten der Hypos erzielt hast, ist ja nicht Sinn der Angelegenheit. Wie Jürgen bereits schrieb, ist es sicher wichtiger, die Schwankungen auszugleichen. Denn so ein auf und ab tut keinem Körper gut. von Tom -
Jürgen
Rang: Gastam 03.07.2008 16:23:30
Moin Nora,
Spitzen sind immer die höchsten Punkte, die der BZ nach dem Essen erreicht. Gesunde findest Du hier http://www.phlaunt.com/diabetes/16422495.php , wenn Du einmal von denen absiehst, die nüchtern über 90 starten, denn die gelten fortschrittlich nicht mehr als gesund, sondern als prädiabetisch.
Bisdann, Jürgen -
thomas2002
Rang: Gastam 04.07.2008 11:50:53
die bildung des hba1c ist eine chemische reaktion, die in mehreren schritten abläuft. sie ist erst nach 2-3h stabil. wenn der wert zu dieser zeit 180 ist, und zwischendurch 500, so gehen nur die 180 in den hba7c ein. von thomas2002 -
double
Rang: Gastam 06.07.2008 17:40:21
Meine Eltern z.B. haben mal eine Woche lang Blutzucker gemessen (sind nicht Diabetiker). Bei denen gabs auch mal einen 160er Wert nach dem Essen oder sogar 200. Nur kurz und einmalig. Aber es kam halt vor. Anderswo habe ich gesehen, dass ein junger Kerl 140 hatte nach dem Essen.
Überall steht etwas anderes was normaler Blutzucker ist. Hier mal 80-120, dort mal 70-90 und alles über 90 ist prädiabetisch.
Fällt recht schwer das einzuordnen und dann für seine Therapie vorallem. Und jeder mensch reagiert vom Körper her doch anders auf Blutzuckerwerte, die nicht so gut sind. Oder etwa nicht?
Ich bin gerade mal 20. Habe keine Lust mit 30 nur noch ein Bein zu haben...
von double -
Jürgen
Rang: Gastam 07.07.2008 22:01:25
moin double,
nicht nur Du erwartest Aussagen, die praktisch so heute noch nicht gemacht werden können. Denn die Erfahrung der Medizin mit verschiedenen BZ-Höhen ist absolut dünn und noch nicht einmal eine Generation alt. So wurden die Diagnose-Schwellen für Typ2 erst 1974-76 definiert und weltweit eingeführt. Dabei hat man sich u.a. an den Behandlungspraktiken für Typ1 orientiert, und die haben damals allgemein einmal am Tag Insulin gespritzt, erste auch schon zweimal und gaaanz selten schon 3mal und noch mehr.
Für die BZ-Beurteilung war man bis zum Ende der 80ger Jahre auch in Arztpraxen auf die morgentliche Nüchternprobe angewiesen. Denn Labors gab's nur in kranken Häusern. D.h. wenn der Nüchterzucker unter der DM-Diagnose-Schwelle lag, war der gesund und ebenso gesund mussten dann logisch auch alle Werte in den 24 Stunden davor gewesen sein.
Das Spiel mit dem Zielwert vor den Mahlzeiten kam erst lange nach der ersten Einführung der ICT. Messgeräte, wie wir sie heute kennen und selbst nutzen, gab es etwa ab Mitte der 80ger Jahre. Und Anfang der 90ger Jahre wurde unter Diabetologen hier in D noch eifrig gestritten, ob denn Betroffene auf ICT ihren BZ selbst messen dürfen sollten. Selbstverständlich ist das hier in D erst seit etwa 1995. Erst seit der Zeit wird bei den routinemäßigen Nüchternblutuntersuchungen auch bei Nichtdiabetikern der BZ mit bestimmt, und auf diese Weise hatten wir damals eine weitere große Welle Neudiabetiker gekriegt.
Noch heute gilt bei der Mehrzahl Der Diabetologen, dass der BZ zwischen den Mahlzeiten völlig egal ist, wenn er nur zu den Mahlzeiten immer wieder im Zielbereich landet. Als gesund nehmen sie im Zweifel auch für den Bereich zwischen den Mahlzeiten die Diagnose-Schwellen, und weil beim Zuckerwassertest DM erst ab 201 mg/dl 2 Stunden nach dem Input diagnostiziert wird, beurteilen die harten unter ihnen 2 Stunden nach jedem Essen 180 noch heute als völlig gesund.
Etwa seit der Jahrtausendwende mehren sich die medizinischen Fachstimmen, die sehr viel niedrigere Gesundwerte sehen und auch mit Diabetikern anstreben, und im Frühjahr 2002 definierte die American Diabetes Association erstmals den Prä-Diabetes. Denn die Typ2 Diagnoseschwellen hatten sich zwar als eindeutig viel zu hoch erwiesen, aber ihre Absenkung hätte weit mehr als doppelt so viele Menschen, wie bis dahin schon diagnostiziert, zu behandlungsbedürftigen Diabetikern ernannt, und so eine Ausweitung wäre nicht nur gesundheitspolitisch unbezahlbar gewesen, sondern auch gesellschaftlich nicht akzeptiert worden. Denn wie schon die Hälfte der neuen Typ2 hätte ja die weit überwiegende Mehrheit von den so neu ernannten Betroffenen absolut keine Beschwerden gehabt und nicht eingesehen, warum sie sich in irgend einer Weise anders als für sie bis dahin normal verhalten sollten.
Fachantrieb für den Fortschritt der allgemein immer mal wieder um ein Stückchen weiteren Absenkung der BZ-Ziele sind seit Jahren die Kardiologen, die schon mit dem Anstieg des HBA1c von 4,5 auf 5,5 einen erheblichen Anstieg der Herzkreislaufereignisse verbinden. Und vor (ich meine) 2 Jahren hat sogar ein Kardiologe auf einem Deutschen Diabetiker-Tag vorgeführt, wie ein Gefäß akut unter einer als allgemein noch völlig harmlos angesehenen BZ-Belastung von 160-180 mg/dl passiv und starr wird, während es bei gesundem BZ unter 100 aktiv elastisch an der Blutbeförderung teilnimmt.
Und erste Langzeitgruppenversuche in den USA mit kontinuierlicher BZ-Messung weisen aus, dass schon bei einem HBA1c um 6,5 im Durchschnitt über 10 von 24 Stunden mit einem BZ von 180 und mehr verbracht werden.
Mich hat persönlich am meisten die Lebensgeschichte des Dr. Richard Bernstein beeinflusst, der 1946 an Typ1 erkrankte, in der Folge bis Ende der 60ger Jahre so gut wie alle Folgekrankheiten entwickelte, die man so kriegen kann, dann eines der ersten BZ-Messgeräte in die Finger bekam und klinisch belegbare Verbesserungen seiner Gesundheit erzielt hat, seit er seinen BZ damit gezielt wirklich gesund steuert, also zwischen den Mahlzeiten um 80-85 und nach den Mahlzeiten allenfalls mal für ein paar Minuten an 120.
Im Prinzip hab ich das bei meiner Diagnose 1990/91 so ähnlich gesehen wie Du, nur halt mit mitte 40, aber ich hab von Geburt nur 1 Niere, und kurz danach hat mir ne Polio mein Fahrgestell behindert, also wenig, was ich dem DM noch so opfern könnte, ohne gleich wesentlich von meinem Leben abzugeben. Und dann der Dok kurz nach der Diagnose (muss zugeben, dass er's nicht freiwillig rausgelassen hat) mit der Aussage, dass DM halt progressiv sei und mein BZ und die Menge meiner Krankheiten halt zunehmen und meine Lebenszeit erheblich verkürzen würden. - Ok, jede Statistik bestätigt ihn mit der normalen Einstellung, aber darauf sind wir ja zum Glück nicht angenagelt :-)
Bisdann, Jürgen