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Ab wann wird ein nicht diagnostizierter Diabetes zur klagefähigen groben Fehldiagnose?

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    am 04.02.2023 00:18:33 | IP (Hash): 1805299773
    Meine Geschichte in Kurzform...
    Im Frühjahr 2020 wurde ich das erste Mal bei meinem Hausarzt vorstellig und verwies auf selbsterstellte Blutzuckerwerte über 150 nüchtern. Hierbei wurde mir versichert, dass alles kein Problem sei. Es regelt sich alles wieder von selbst ein und wenn ich (2017) einen HbA1c von 5,3 gehabt habe, dann kann ich gar keinen Diabetes haben. Alles läge in einer durchaus üblichen Schwankungsbreite...
    Ein dennoch durchgeführter Bluttest zum HbA1c erbrachte einen Wert von 8,5%.
    Es erfolgte keinerlei Kontaktierung meines Hausarztes aufgrund dieses Laborergebnisses.
    Meine Blutzuckerwerte stiegen allmählich weiter. Im Frühjahr 2021 HbA1c 10,5%. Wieder wurde ich selbstständig bei meinem Hausarzt vorstellig und zeigte ihm selbstgemessene regelmäßige Nüchternwerte von größer 250 und nach dem Essen von größer 300.
    Und wieder, ich solle mir keine Sorgen machen, es werde schon wieder...

    Im Frühjahr 2022 dann ein HbA1c-Wert von 11,2%...
    Nach diesem Wert habe ich dann doch einen Termin bei einem Diabetologen gemacht, der bei mir sofort eine Typisierungsuntersuchung durchgeführt, einen LADA-Diabetes-Typ-1 diagnostiziert und eine sofortige Insulin-Intervension veranlasst hat.

    Mein Hausarzt hat sich übrigens bis zum heutigen Tage noch nicht wieder bei mir gemeldet, obwohl ich sämtliche HbA1c-Untersuchungen als Teil seiner "Diabetes-Gruppe" als Präventionsmaßnahme seiner Praxis für Diabetespatienten durchlaufen habe...
    Offensichtlich hat er sich diese Werte entweder niemals vorlegen lassen oder nach der Vorlage einfach ignoriert?.

    Fazit:

    1. Ich habe mind. 2 Jahre mit einem unbehandeltem Diabetes-Vollbild leben müssen, obwohl als nun diagnostistizierter LADA-Patient explizit durch eine zeitnahe Insulintherapie meine Restfunktion vermutlich deutlich länger hätte erhalten werden können?!

    2. Wenn ich nicht selbst meinen Werten hintertelefoniert und deren Bedeutung hiernach nicht selbst nachrecherchiert hätte, würde ich heute noch mit allerhöchsten Blutzuckerwerten mit allen erdenklichen Begleiterscheinungen mein Leben wohl eher schlecht als recht fristen müssen, oder im schlimmsten Fall hätte ich selbiges bereits verloren?!

    Muss ich tolerieren, dass mein Hausarzt die Diagnosegrenze HbA1c von 6,5% nicht kennt oder ignoriert und es so mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu einer unnötigen weiteren Zerstörung meiner Restfunktion gekommen sein muss, weil ich 2 Jahre mit durchschnittlich 200 Blutzucker in Sorglosigkeit gehalten wurde???
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    LADA Typ I... (Medikation: morgens 12,5 mg Jardiance+13 IE Toujeo, abends 14 IE Toujeo)
    Wer die Sache ernst nimmt und grundsätzlich diszipliniert ist, den diszipliniert dieser Diabetes vermutlich weit mehr hin zur Gesundheit, als diese Krankheit dann noch vermag zu zerstören?!
    Bearbeitet von User am 06.02.2023 08:40:23. Grund: Ergänzung
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    am 04.02.2023 00:36:07 | IP (Hash): 515953372

    Da kannst du klagen so lange du lustig bist. Der Arzt wird eventuell mit den Schultern zucken.
    Wenn du dich mal mit deinem Diabetes beschäftigen würdest wäre dir klar, dass beim LADA
    die Zerstörung der restlichen Betazellen sehr langsam voranschreitet. Mit etwas Glück kann das noch 10 - 20 Jahre so weitergehen.
    Dass du weiterhin mit dem falschen Insulin durch die Gegend rennst und dir dieses Auspisser Medikament
    hast aufdrängen lassen ist dem Erfolg natürlich eher nicht dienlich. Ein paar Meinungen von 2 oder 3 anderen Diabetologen die sich mit LADA wirklich auskennen würde deinen Horizont erweitern. Aber egal wie oft ich das hier noch schreibe. Ich vermute die Devise lautet weiterhin kein Frühstück und Hauptsache vegan.
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    am 04.02.2023 00:42:14 | IP (Hash): 1805299773
    Ich liege nüchtern, wie auch vor den Mahlzeiten mittlerweile bei unter 100. Das wird beim nächsten Mal sicherlich einen HbA1c von deutlich unter 6 ergeben...
    Ich weiß nicht, warum ich damit nun so derart falsch liegen soll?

    Und wenn Du den Hausärzten bei meiner Verlaufsgeschichte ein ungestraftes Schulterzucken zugestehst, dann bist Du für mich ohnehin kein kompetenter Ratgeber...

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    Bearbeitet von User am 04.02.2023 09:20:23. Grund: Ergänzung
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    am 04.02.2023 08:01:28 | IP (Hash): 515953372
    Ich bin gespannt ob du für dieses hoffnungslose Unterfangen einen Rechtsanwalt findest,
    der dir dafür auch noch eine Rechnung schreibt. Der ist dann genauso kompetent wie die Ratgeber und dein Arzt, die das Aufteilen von Toujeo befürworten.
    Langfristig ist der Diabetiker für die meisten Ärzte mehr ein Geschäftsmodel als dass sie einem wirklich bestmöglich helfen wollen.


    Bearbeitet von User am 04.02.2023 08:03:14. Grund: RS
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    am 04.02.2023 09:18:08 | IP (Hash): 1805299773
    Wenn einem ein Verkäufer einen 10'er Bohrer verkauft, obwohl man einen 8'er verlangt und gebraucht hätte, würden sicherlich 10 von 10 Leute das falsche Produkt wieder zurücktragen?!
    Nur beim eigenen Körper scheinen falsche und falscheste Einschätzungen mit "...halt Pech gehabt" oder, "...naja, der hatte halt keine Ahnung" schöngefärbt und eventuelle negative Folgen eingepreist zu werden.


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    am 04.02.2023 09:36:49 | IP (Hash): 586039475
    Hallo Thomas,
    ich fürchte, deine Klage gegen den Hausarzt wir dich nur Geld und Nerven kosten, aber nicht das Ergebnis bringen, das du dir erhoffst. Es wird schon schwierig werden, den dir zugefügten Schaden nachzuweisen und zu bemessen.
    Nutz deine Energie besser für angenehme Dinge...

    @Candyman: Mit dem Aufteilen von Toujeo erreicht Thomas eine gleichmäßigeren Wirkverlauf als mit einer Injektion. Das Toujeo lässt nach 12 bis 18 Stunden schon deutlich nach, wenn man sich die Wirkkurve so ansieht. Das von dir bevorzugte Tresiba erreicht seine extrem gleichmäßige auf dem gleichen Weg, nur über einen längeren Zeitraum - wirkt bis zu 42 Stunden, wird aber etwa alle 24 Stunden gespritzt.
    Vorteil beim Aufteilen eines kürzer wirksamen Basalinsulins ist eine bessere Flexibilität - zum Beispiel, wenn der Bedarf tagsüber deutlich höher ist als nachts, oder umgekehrt, oder wenn ich z.B. für`s Wochende Pläne habe, die den Bedarf stark verändern. Anstelle von Jardiance würde ich allerdings auch ein Bolusinsulin zum Vermeiden von Blutzuckerspitzen bevorzugen.

    Jeder sollte seine Therapie so gestalten, wie es für ihn am besten ist. Ich glaube ehrlich gesagt nicht, das Frau Prof. Dr. H. - ich vermute, du bist bei ihr in Behandlung - alle Typ1er, LADAs, ... gleich behandelt.
    Bearbeitet von User am 04.02.2023 09:37:45. Grund: Korrektur
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    am 04.02.2023 10:18:00 | IP (Hash): 86612814
    Hallo Thomas,

    Du wirst sicher selbst googlen können, aber ich poste dennoch mal diesen Link:
    https://erste-hilfe-medizinrecht.de/arzt-verklagen-chancen/

    Hier wird z.B. ein ignorierter PSA-Wert als großer Behandlungsfehler gewertet.https://www.arzt-wirtschaft.de/recht/medizinrecht/der-abgeheftete-befund-organisationsfehler-als-grobe-behandlungsfehler/

    https://www.aerzteblatt.de/archiv/27262/Grober-Behandlungsfehler-Laborwerte-wurden-falsch-beurteilt

    Hier eine "übersehene" Leuämie: https://www.aerzteblatt.de/archiv/196367/Rechtsreport-Arzt-muss-Laborbefund-auswerten

    Und hier ganz speziell Diabetes: https://www.dr-rosenke.de/news/2017-03-01-fehlbehandlung-raum-muenster.html

    Eine Hauptschwierigkeit sehe ich darin, dass man einen Körperschaden durch einen länger unbehandelten Diabetes schlecht nachweisen kann und er eher hypothetisch ist.

    Wenn Du eine Rechtschutzversicherung hast, kannst Du Dich oftmals kostenlos beraten lassen.

    Ich denke, HbA1c-Werte von 7% werden von Hausärzten oftmals toleriert werden, manchmal auch 7,5%. Sie kennen die Grenze fü ihre "Metformin-Patienten" und gehen davon aus, dass sie dann hinreichend behandelt sind.

    Werte von 8,5% und mehr nicht als Alarmsignal wahrzunehmen, ist eigentlich nur mit kompletter Ahnungslosigkeit des Hausarztes zu erklären

    Bearbeitet von User am 04.02.2023 10:22:09. Grund: noch ein besserer Link
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    am 04.02.2023 10:27:56 | IP (Hash): 1805299773
    @Heike... Sehe ich alles im Prinzip auch so, da bin ich Realist, dennoch lassen Blutzuckerwerte in diesen Regionen eigentlich keinen Interpretationsspielraum mehr zu, so manches Röntgen- oder Ultraschallbild hingegen schon!
    Sprich, mit meinen ignorierten BZ-Werten hätte ich eigentlich vergleichsweise leichtes Spiel?.

    @Hape...Dein erstes Beispiel würde meinen Gedankengängen ja eigentlich Recht geben?! Das Gericht urteilte, dass ein Arzt in Auftrag gegebene Laborwerte auch zubeurteilen hat und gefälligst auch richtig!.
    Ja was auch sonst?! Völlig logisch! Welche Omi telefoniert schon ihren Blutwerten hinterher und recherchiert im Anschluß deren Bedeutung im Internet?. Das wär' ja noch schöner, wenn das Patientenpflicht wäre...
    Dein PSA-Beispiel ist höchst brisant anzusehen. Ich würde z. B. nahezu jedem Gesunden von einer PSA-Bestimmung abraten. Die Folgen von hierbei oft vorkommenden Überbehandlungen sind in diesem Bereich zum Teil katastrophal und irreversibel... Aber das nur nebenbei.

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    Bearbeitet von User am 04.02.2023 10:42:22. Grund: Ergänzung
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    am 04.02.2023 11:13:51 | IP (Hash): 1368237845
    Das Ding geht juristisch nicht zu klären, denn es gibt keinerlei als fest anerkannte Anhaltspunkte.

    Bei LADA sterben die Betas Typ 1 mäßig ab. Das geht beim einen im Zeitrahmen von nem Jahr, beim anderen in dem von 10 oder noch mehr Jahren. Was eine frühe - ab wann? - Behandlung an Verlängerung bringt, ist bislang nicht erforscht, geschweige denn erwiesen. Die gleiche Unsicherheit gilt auch für einen optimalen Zielrahmen. Und ich weiß auch von Menschen mit LADA, die die Zeit mit ihrer Restproduktion als viel mieser erlebt haben, als die anschließend ohne.

    Mit Diabetes ist doch die entscheidende Frage nicht, was gewesen wäre, wenn? Sondern, wie kommen wir beide für den Rest unseres Lebens am besten miteinander aus?

    Die Frage kann kein noch so guter Arzt beantworten. Die Antwort könnt Ihr nur zusammen finden, Dein engster Lebenspartner LADA und Du.
    Mein Diabetes hält mich jeden Tag dazu an, die Variabilität unseres BZ gezielt mit der Auswahl und Portionierung vom Essen, dem Einsatz von körperlicher Aktivität und für den dann noch fehlenden Rest mit Insulin auf den Rahmen zu begrenzen, den wir haben wollen. So "missbrauche" ich meinen Diabetes als super Gesundheits-Coach ;)

    Das ist synergetisches Zusammenspiel, das Energie für andere Aufgaben freisetzt, statt sie ärgerlich zu binden. - Und ein bisschen lästerhaft nach(=hinterher)-gefragt: Hättest Du dich auch so intensiv um Deinen nahezu gesunden BZ gekümmert, wenn der Hausarzt gleich bei der ersten Gelegenheit passend diagnostiziert hätte?

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    7/24 mit wenigen Ausnahmen zwischen 60 und 140 mg/dl in der Form der blauen Kurve ( https://www.bloodsugar101.com/what-is-a-normal-blood-sugar ) sind für mich optimal. Trotzdem will ich gern respektieren, wenn andere anders für sich entscheiden. Auf gutes Gelingen in 23!
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    am 04.02.2023 11:38:56 | IP (Hash): 86612814
    HeikeOV schrieb:

    ich fürchte, deine Klage gegen den Hausarzt wir dich nur Geld und Nerven kosten, aber nicht das Ergebnis bringen, das du dir erhoffst. Es wird schon schwierig werden, den dir zugefügten Schaden nachzuweisen und zu bemessen.
    Nutz deine Energie besser für angenehme Dinge...



    Dieser Ratschlag Heikes ist auch zu berücksichtigen.
    Du wirst regelmäßig Anwaltspost der Versicherung des Arztes kriegen, die so unverschämt ist und Falschbehauptungen enthält, (die Du nicht widerlegen kannst), dass du dich schwarz ärgerst.
    Jedenfallsl ist das meine Erfahrung mit der Juristerei (nicht Medizinbereich).