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Werte steigen ca. 3-4 Stunden nach dem Essen unkontrolliert an.

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    am 06.02.2023 18:41:17 | IP (Hash): 2020894847
    Hallo,
    ich hab mich hier mal angemeldet, weil ich aktuell etwas ratlos bin und mein nächster Kontrolltermin beim Arzt noch eine Weile hin ist.

    Bin Ende letzten Jahres mit einer Ketoazidose im Krankenhaus gelandet und darf mich nun mit Typ-1 Diabetes herumschlagen, dass ganze lief dort auch ganz ordentlich und ich wurde mit einem FreeStyle Libre 3 Sensor im Arm nach Hause entlassen, wo sich zunächst die Werte auch einigermaßen normal verhielten, wenngleich ich mit den doch sehr hohen Blutzuckerspitzen (bis zu 340mg/dL) nach manchen Mahlzeiten recht unzufrieden war - ich weiß allerdings auch nicht so genau was da für einen Diabetiker als normal angesehen wird.

    Da sich Abbott und meine Krankenkasse ordentlich Zeit damit gelassen haben mir neue Sensoren zuzuschicken, musste ich dann erst einmal zwei Wochen manuell messen, was natürlich nur punktuelle Daten brachte, die aber trotz erheblicher Reduktion der Insulinmenge (da ich während dieser Zeit wieder angefangen habe zu arbeiten und bei den hohen Mengen aus dem Krankenhaus nach 4-5 Stunden eine Unterzuckerung drohte, bzw. man nach 6 Stunden oft schon Werte um die 50-60mg/dL hatte), an den gemessenen Zeitpunkten i.O. waren.

    Nun habe ich seit gut zwei Wochen wieder einen FreeStyle Libre 3 Sensor und kann das ganze etwas genauer verfolgen. Die überarbeiteten Faktoren (4 | 2 | 2,5) passen soweit meiner Meinung nach. Mein aktueller Durchschnitt liegt bei 154mg/dL auf 7 Tage, bzw. 163mg/dL auf 14 Tage. Der GMI entsprechend bei 7,0%, bzw. 7,2%. Ich komme in den Spitzen selten über 240mg/dL, allerdings steigt mein Blutzucker nach dem Essen zuverlässig um mindestens 100mg/dL an, was mich zugegebenermaßen etwas stört, zumal mein Diabetologe auf Nachfrage einen deutlich geringeren Anstieg als "normal" nannte. Spritze ich mehr droht allerdings der unweigerliche Absturz in die Unterzuckerung. 70% der Zeit bin ich zwischen 70-180mg/dL, 29% darüber.

    Die Problematik, dass mein Blutzucker bis zur Frühstückspause auf Arbeit unkontrolliert steigert, kann ich mittlerweile recht zuverlässig mit dem Spritzen von 6IE direkt nach dem Aufstehen unterbinden.

    Was allerdings aktuell recht seltsam ist, mein Blutzucker steigt ab ca. 21Uhr so unkontrolliert an wie morgens und lässt sich nur mit einer ähnlichen Menge (6-8IE) bändigen. Ich spritze mein Basalinsulin um ca. 23Uhr und mein Abendessen ist normalerweise zwischen 18-19Uhr, dementsprechend ist die Blutzuckerspitze schon vorüber und der Wert eigentlich bereits wieder im normalen Bereich. Das wäre jetzt nicht zu tragisch, aber nun habe ich aktuell etwas Urlaub - da dieser letztes Jahr aus oben genanntem Grund ins Wasser gefallen ist, und anstatt nach 4-5 Stunden noch eine leichte Senkung des Blutzuckers zu sehen, steigt dieser nach 3-4 Stunden schlicht wieder an.

    Beispiel: Ich habe heute um 13:30Uhr Mittag gegessen, hatte ca. 100mg/dl und habe 3,5BE mit 7IE gespritzt, ca. 14:30Uhr die Spitze bei 220-230mg/dL, bis 15Uhr war man wieder auf ca. 100mg/dL runter, bis ca. 16:30Uhr lief der BZ stabil bei 90-100mg/dL, soweit so gut. Dann fing das Elend wieder an zu steigen, ich hab 6IE drauf gehauen und er ging trotzdem bis ca. 160mg/dL hoch und läuft jetzt seit gut einer Stunde stabil etwas unter diesem Wert und wird da Erfahrungsgemäß nun auch 1-2 weitere Stunden bleiben, aber nicht gravierend abfallen, bevor das ganze Elend wieder anfängt unkontrolliert zu steigen, bzw. ich Abendbrot essen - würde allerdings gerne zukünftig auch ein paar Mahlzeiten aussetzen, da ich seit der Entlassung aus dem Krankenhaus 5kg zugenommen habe und das Hungergefühl bei sehr stark reduzierten Mahlzeiten deutlich schlimmer ist, als wenn man einfach längere Zeit nichts isst.

    Natürlich bin ich mir nicht sicher, inwieweit es möglich ist, dass man als Diabetiker einen stabilen Blutzuckerverlauf erreicht. Die Schulungen im Krankenhaus waren leider für den DAU - oder sollte ich DAD ("Dümmster anzunehmender Diabetiker") schreiben? Jedenfalls kam man sich schon minimal verarscht vor, wenn man 3BE x Faktor 3,5 vorrechnen sollte, und auch die Ernährungsberatung bezog sich auf Dinge über die man nach 5min googeln ausreichend informiert ist, bzw. die Empfehlung von fddb - was man auch schon kannt - wenn man die Nährwerte bestimmter Lebensmittel nicht kennt.

    Sei es wie es sei, ich hoffe hier hat vllt. jemand eine Idee was man machen könnte um den Blutzucker stabiler zu halten. Vor allem die Anstiege Stunden nach dem Essen ärgern mich, da man sie anders als die morgens bzw. abends nicht präventiv abfedern kann.

    Besten dank schon mal!
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    am 06.02.2023 20:08:39 | IP (Hash): 1328349578
    Was ich vor vielen Jahren von nem Arbeitskollegen mit Typ 1 gelernt hab:
    Der Bolus hat gepasst, wenn der BZ nach der Spitze um 1 Stunde nach dem Essen zu sinken beginnt und um 2 Stunden weiter wieder auf der Höhe ausläuft, auf der ich vor dem Essen gespritzt habe. Wenn er dann ohne Essen wieder ansteigt, gehe ich von zu wenig Basal aus und erhöhe die Dosis.
    Beispiel: Ich brauche aktuell morgens 6 und ne Stunde vor dem Schlafengehen 4 IE Lantus. Wenn ich abends wie Du einen deutlichen Anstieg beobachten würde, würde ich 7 statt der 6 IE spritzen und 2 Tage beobachten, und dann ggf. auf 8 erhöhen usw.
    Was ich außerdem von dem Kollegen gelernt hab: KHs nicht einfach nach den allgemeinen Angaben rechnen, sondern immer selbst austesten!

    Ne gute Gesamt-Info zu Typ 1 findest Du auf diabetesinfo.de

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    7/24 mit wenigen Ausnahmen zwischen 60 und 140 mg/dl in der Form der blauen Kurve ( https://www.bloodsugar101.com/what-is-a-normal-blood-sugar ) sind für mich optimal. Trotzdem will ich gern respektieren, wenn andere anders für sich entscheiden. Auf gutes Gelingen in 23!
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    am 06.02.2023 20:12:52 | IP (Hash): 588276640
    Sieht für mich nach einer unzureichenden Basalversorgung aus.
    Dein Basal-Pen ist in Ordnung? Ist die Insulinmenge plausibel, wenn du testweise ein paar Einheiten abgibst?
    Ist das Insulin in Ordnung? Ist der Pen/das Insulin eventuell mal eingefroren?

    Ansonsten brauchst Du wahrscheinlich mehr Basalinsulin. Aber da Du noch nicht solange dabei bist, solltest Du das unbedingt mit deinem Arzt, der Dia-Beratung besprechen. Kannst Du die eventuell anrufen?
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    am 06.02.2023 21:02:26 | IP (Hash): 78264840
    Hallo pgx,

    du könntest vielleicht mal einen Basalratentest machen. Ein gute Anleitung findes du z.B. hier:
    https://www.diabetesinfo.de/fortgeschrittene/therapie/basalinsulin/basaltest.html

    Wenn das Baslinsulin richtig passt, dann müsstest du theoretisch jede Mahlzeit weg lassen können, wenn dir so ist. Praktisch ergibt sich allerdings das Prüblem, dass der Basalbedarf nicht wirklich konstant ist, sondern je nach Uhrzeit unterschiedlich hoch ist. Mit einem über 24 Stunden relativ jonstan wirkendem Basalinsulin, was du wahrscheinlich spritzt, lässt sich das nur annäherhd darstellen. Der Baslratentest macht trotzdem Sinn.

    Alles Gute, Rainer

    ____
    Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
    Bearbeitet von User am 06.02.2023 21:03:09. Grund: BBCodes
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    am 06.02.2023 21:38:44 | IP (Hash): 2020894847
    Erstmal danke für die Antworten.

    Das mit dem Basalinsulin habe ich bzgl. der Abends stattfindenden Steigerung auch schon vermutet, bzw. war so dreist die Dosis in Eigenregie langsam zu steigern. Hat bis jetzt noch nichts gerettet, aber ich werde einfach mal gucken wie sich das entwickelt wenn man nach und nach 1-2 Einheiten Abasaglar mehr spritzt. Bzw. bei den laut Dr. Google veranschlagten 0,6-1IE pro kg Körpergewicht, frage ich mich sowieso was das Krankenhaus da getrieben hat mir nur 38 Einheiten zu verpassen.

    Was ich mir jetzt nicht erklären konnte, waren die Anstiege, welche ich die letzten Tage ein paar Stunden nach dem Mittag hatte. Wenn ich mir jetzt allerdings meine Verläufe unter dem Aspekt von zu wenig Basalinsulin nochmal angucke, kann es durchaus sein, dass mir dieses schon gegen 16-17Uhr ausgeht? Dies könnte dann aufgrund der Tatsache, dass ich bedingt durch meine Arbeitszeiten normalerweise später zu Mittag esse und dann mit der Wirkdauer des Humalog schon im Zeitfenster meines Abendessens bin, natürlich schlicht nicht aufgefallen sein. Bzw. hat es sich dann erst gegen 21Uhr geäußert.

    So ganz perfekt läuft der Spaß noch nicht, aber wenn ich mich nicht versehentlich weg spritze, habe ich ja noch ein paar Jahrzehnte um es vernünftig hin zu bekommen! :)

    Edit:

    @Rainer: Dieser Basalratentest klingt nett, aber wenn ich an Tag 1 damit um 5Uhr morgens anfange, muss dann das Basalinsulin den morgendlichen Anstieg meines Blutzuckers verhindern? Also ich habe die letzten Tage immer mit einer Dosis Humalog nachjustiert, da sonst bis zum Frühstück um 9Uhr mein Blutzucker schon bei mindestens 180mg/dL bzw. teilweise über 200mg/dL lag. Was wäre da "normal" wenn die Basalrate passt?
    Bearbeitet von User am 06.02.2023 21:51:26. Grund: Ergänzung
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    am 06.02.2023 22:04:58 | IP (Hash): 1328349578
    Bin mir sicher, dass Du noch viel wirst ausprobieren können ;)

    Ich hab praktisch die selbe Menge Lantus (der selbe Wirkstoff) gespritzt, regelmäßig direkt mit dem Schlafengehen, und mir damit 2mal den Notarzt eingeladen. "lantus lows” findest Du dazu im Netz von Gretchen Becker, einer alten Typ-2-Bloggerin.

    In der Selbsthilfe hab ich mal einen jungen Mann mit Typ 1 kennen gelernt, der die Lantus-Hyperfunktion damit auslösen konnte, dass er Basal und Bolus zu gleicher Zeit spritzte. Mit ner Stunde zwischen beiden Injektionen hatte er kein Problem.

    Ach so, Glargin-Hyperfunktion: Dann wirkt das Zeugs wie schnelles Bolus-Insulin!

    Ich hab meine Dosis dann von 1mal 40 auf 2mal 20 Einheiten morgens und abends aufgeteilt und spritze die abends um 1 Stunde vor dem Schlafengehen. Dann kann ich die 20 Einheiten noch auffressen, wenn sie hyperaktiv werden wollen ;)

    D.h. seit meiner Leberentfettung nach Taylor brauche ich nur noch sehr wenig Insulin, aber das Basal-Beispiel hatte ich oben ja schon geschrieben. Ach ja, und danach hatte ich auch keinen Morgenanstieg mehr, den ich damals immer mit 4 IE Apidra ausgeglichen hatte.

    Daumendrück für’s Ausprobieren!

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    Bearbeitet von User am 06.02.2023 22:16:30. Grund: .
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    am 06.02.2023 23:54:40 | IP (Hash): 550989257
    Was isst du denn morgens?
    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich morgens ein paar KE (ein Brötchen reicht) essen "muss", sonst kann ich mit dem Baluspen/Novo Rapid "manuelle Insulinpumpe" spielen wenn ich nicht will das er über 160+ steigt.
    Bearbeitet von User am 06.02.2023 23:57:53. Grund: .
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    am 07.02.2023 01:40:46 | IP (Hash): 2020894847
    Bis zum Notarzt hab ich es glücklicherweise dieses Jahr noch nicht geschafft, obwohl ich es schon vollbracht habe mich unter 40mg/dL zu spritzen... nicht so witzig.

    Einen Blutzuckerabfall in der Nacht hatte ich zwar auch schon, aber ich gehe einfach mal davon aus, dass ich da zu viel Humalog gespritzt habe, da die Multiplikatoren schlicht zu hoch waren nachdem man dann doch wieder etwas mehr Bewegung bekam als im Krankenhaus.

    @martin Ich esse i.d.R. erstmal nichts, also stehe um ca. 5Uhr auf und Frühstücke dann um 9, während mein Blutzucker fröhlich auf über 180mg/dL klettert, wenn ich nichts spritze. Würde gerne auf die Spritze verzichten, welche den Anstieg dämpft. In der Hinsicht spielt es dann aber keine wirkliche Rolle, ob ich etwas esse oder nicht. Wenngleich die 6IE ohne Nahrungszufuhr natürlich einen deutlich flacheren Verlauf ermöglichen, als wenn ich jetzt etwas essen würde.
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    am 07.02.2023 08:32:17 | IP (Hash): 1462021659
    pgx schrieb:
    Hallo,
    ich hab mich hier mal angemeldet, weil ich aktuell etwas ratlos bin und mein nächster Kontrolltermin beim Arzt noch eine Weile hin ist.

    Bin Ende letzten Jahres mit einer Ketoazidose im Krankenhaus gelandet und darf mich nun mit Typ-1 Diabetes herumschlagen, dass ganze lief dort auch ganz ordentlich und ich wurde mit einem FreeStyle Libre 3 Sensor im Arm nach Hause entlassen, wo sich zunächst die Werte auch einigermaßen normal verhielten, wenngleich ich mit den doch sehr hohen Blutzuckerspitzen (bis zu 340mg/dL) nach manchen Mahlzeiten recht unzufrieden war - ich weiß allerdings auch nicht so genau was da für einen Diabetiker als normal angesehen wird.

    Da sich Abbott und meine Krankenkasse ordentlich Zeit damit gelassen haben mir neue Sensoren zuzuschicken, musste ich dann erst einmal zwei Wochen manuell messen, was natürlich nur punktuelle Daten brachte, die aber trotz erheblicher Reduktion der Insulinmenge (da ich während dieser Zeit wieder angefangen habe zu arbeiten und bei den hohen Mengen aus dem Krankenhaus nach 4-5 Stunden eine Unterzuckerung drohte, bzw. man nach 6 Stunden oft schon Werte um die 50-60mg/dL hatte), an den gemessenen Zeitpunkten i.O. waren.

    Nun habe ich seit gut zwei Wochen wieder einen FreeStyle Libre 3 Sensor und kann das ganze etwas genauer verfolgen. Die überarbeiteten Faktoren (4 | 2 | 2,5) passen soweit meiner Meinung nach. Mein aktueller Durchschnitt liegt bei 154mg/dL auf 7 Tage, bzw. 163mg/dL auf 14 Tage. Der GMI entsprechend bei 7,0%, bzw. 7,2%. Ich komme in den Spitzen selten über 240mg/dL, allerdings steigt mein Blutzucker nach dem Essen zuverlässig um mindestens 100mg/dL an, was mich zugegebenermaßen etwas stört, zumal mein Diabetologe auf Nachfrage einen deutlich geringeren Anstieg als "normal" nannte. Spritze ich mehr droht allerdings der unweigerliche Absturz in die Unterzuckerung. 70% der Zeit bin ich zwischen 70-180mg/dL, 29% darüber.

    Die Problematik, dass mein Blutzucker bis zur Frühstückspause auf Arbeit unkontrolliert steigert, kann ich mittlerweile recht zuverlässig mit dem Spritzen von 6IE direkt nach dem Aufstehen unterbinden.

    Was allerdings aktuell recht seltsam ist, mein Blutzucker steigt ab ca. 21Uhr so unkontrolliert an wie morgens und lässt sich nur mit einer ähnlichen Menge (6-8IE) bändigen. Ich spritze mein Basalinsulin um ca. 23Uhr und mein Abendessen ist normalerweise zwischen 18-19Uhr, dementsprechend ist die Blutzuckerspitze schon vorüber und der Wert eigentlich bereits wieder im normalen Bereich. Das wäre jetzt nicht zu tragisch, aber nun habe ich aktuell etwas Urlaub - da dieser letztes Jahr aus oben genanntem Grund ins Wasser gefallen ist, und anstatt nach 4-5 Stunden noch eine leichte Senkung des Blutzuckers zu sehen, steigt dieser nach 3-4 Stunden schlicht wieder an.

    Beispiel: Ich habe heute um 13:30Uhr Mittag gegessen, hatte ca. 100mg/dl und habe 3,5BE mit 7IE gespritzt, ca. 14:30Uhr die Spitze bei 220-230mg/dL, bis 15Uhr war man wieder auf ca. 100mg/dL runter, bis ca. 16:30Uhr lief der BZ stabil bei 90-100mg/dL, soweit so gut. Dann fing das Elend wieder an zu steigen, ich hab 6IE drauf gehauen und er ging trotzdem bis ca. 160mg/dL hoch und läuft jetzt seit gut einer Stunde stabil etwas unter diesem Wert und wird da Erfahrungsgemäß nun auch 1-2 weitere Stunden bleiben, aber nicht gravierend abfallen, bevor das ganze Elend wieder anfängt unkontrolliert zu steigen, bzw. ich Abendbrot essen - würde allerdings gerne zukünftig auch ein paar Mahlzeiten aussetzen, da ich seit der Entlassung aus dem Krankenhaus 5kg zugenommen habe und das Hungergefühl bei sehr stark reduzierten Mahlzeiten deutlich schlimmer ist, als wenn man einfach längere Zeit nichts isst.

    Natürlich bin ich mir nicht sicher, inwieweit es möglich ist, dass man als Diabetiker einen stabilen Blutzuckerverlauf erreicht. Die Schulungen im Krankenhaus waren leider für den DAU - oder sollte ich DAD ("Dümmster anzunehmender Diabetiker") schreiben? Jedenfalls kam man sich schon minimal verarscht vor, wenn man 3BE x Faktor 3,5 vorrechnen sollte, und auch die Ernährungsberatung bezog sich auf Dinge über die man nach 5min googeln ausreichend informiert ist, bzw. die Empfehlung von fddb - was man auch schon kannt - wenn man die Nährwerte bestimmter Lebensmittel nicht kennt.

    Sei es wie es sei, ich hoffe hier hat vllt. jemand eine Idee was man machen könnte um den Blutzucker stabiler zu halten. Vor allem die Anstiege Stunden nach dem Essen ärgern mich, da man sie anders als die morgens bzw. abends nicht präventiv abfedern kann.

    Besten dank schon mal!



    Informiere dich mal über Dawn- und Dusk-Phänomen. Es klingt stark danach, als würde das bei dir vorliegen.

    Mit deinen hohen BZ Anstiegen, hälst du denn einen SEA ein? Wenn du nach ca. 3-4 Std (je nach Insulinmenge und -sorte) wieder am Ausgangswert angekommen bist, hat die Menge gepasst. Ist dazwischen aber ein starker Anstieg zu verzeichnen, liegt es meistens an einen fehlenden oder zu geringen SEA. Die KH kommen schneller im Blut an, als das Insulin wirkt. Spritzt du jetzt das Insulin etwas eher, dann kommt beides gleichzeitig an. Um wieviel genau du eher spritzen musst, kannst du leider nur ausprobieren. Ich habe bei 5min angefangen und dann immer um 5min verlängert, bis ich mit der Sensorkurve zufrieden war. Verschiedene Lebensmittel benötigen übrigens umterschiedliche SEA. Ich brauche ca. 10min bei Obst, 20min bei Nudeln, Karoffeln/Reis jedoch 30min. Fettreiches Essen zum Teil erst nach Essen (neg. SEA)
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    Mitglied seit: 06.02.2023
    am 07.02.2023 13:00:52 | IP (Hash): 2020894847
    Meine bisherigen Verläufe sind leider echt zu unterschiedlich um da jetzt definitiv ein Dawn- bzw. Dusk-Phänomen fest zu machen. Ersteres wegen recht unterschiedlicher Schlafenszeiten während Krankenhausaufenthalt + Krankschreibung, Schichtarbeit und jetzt halt Urlaub. Letzteres weil ich meine Essenszeiten, gerade wenn man nicht durch Arbeits- und Pausenzeiten eingeschränkt wird, noch mehr durcheinander geworfen sind.

    Werde das aber mal bei meinem Kontrolltermin ansprechen, sollte sich das anhand der Verläufe weiter so entwickeln. Wobei ich sagen muss, dass ich etwas verwundert bin, da sich die Kurve in der ersten Woche nach dem Krankenhausaufenthalt Nachts SOLANGE stabil gehalten hat, bis man morgens aufwachte - sobald ich aufstehe geht es aber unweigerlich nach oben und hört ohne Mahzeit (oder die aktuell von mir verwendeten 6IE nüchtern) auch nicht mehr auf zu steigen. Andererseits habe ich durchaus Tage, wo um ca. 3Uhr Nachts ein Tiefpunkt erreicht wird und es in den 1-2 Stunden danach wieder anzusteigen beginnt.

    Heute bspw. - auch wenn der Verlauf wunderschön flach ist, begann es ab ca. 4-5 Uhr wieder leicht zu steigen und erreichte bis ich um 9Uhr aufstand schon 173mg/dL, also ca. 50mg/dL mehr als womit ich von 0 bis 4Uhr sehr stabil unterwegs war. Jetzt frage ich mich natürlich, ob es eine Rolle spielt, wenn man Nachts wach wird? Man schleift sich ab und an schon schlaftrunken mitten in der Nacht zum Klo, wer kennt den berüchtigten Blick auf den Wecker und die Erleichterung noch 1-2 Stunden schlafen zu können nicht. Wäre natürlich suboptimal sollte dieses nicht geplante "aufwachen", an welches man sich oft nicht einmal erinnern kann, den Blutzucker steigen lassen.

    Was den SEA angeht bin ich aktuell auch noch etwas am herumprobieren. Im Krankenhaus hat man mir im Prinzip nur eine Tabelle mit Anweisungen für nötige Korrekturen hingeworfen, ergo 10min je 1IE um den Blutzucker um 40mg/dL vor dem Essen zu senken. Mittlerweile spritze ich aber generell mindestens 5-10min vor der Mahlzeit, was die Anstiege meistens auf unter 250mg/dL begrenzt. Gezielt auf bestimmte Lebensmittel abgestimmt ist das ganze aber natürlich (noch) nicht.

    Das mal beiseite gelassen, da man oben eine ggf. zu geringe Dosis Basalinsulin ansprach.
    Ich hab mich mal durch ein paar andere Themen hier gelesen, man ist ja Neugierig was es sonst noch so für lustige Probleme mit Diabetes gibt, und dabei das hier gelesen:

    "Mit dem Aufteilen von Toujeo erreicht Thomas eine gleichmäßigeren Wirkverlauf als mit einer Injektion. Das Toujeo lässt nach 12 bis 18 Stunden schon deutlich nach, wenn man sich die Wirkkurve so ansieht. Das von dir bevorzugte Tresiba erreicht seine extrem gleichmäßige auf dem gleichen Weg, nur über einen längeren Zeitraum - wirkt bis zu 42 Stunden, wird aber etwa alle 24 Stunden gespritzt."

    Ich verwende wie oben schon geschrieben Abasaglar, gibt es da einen ähnlichen Abfall nach 12-18 Stunden, bzw. kann man irgendwo die Wirkkurven verschiedener Insuline ansehen? Finde dazu gerade selber nichts, bzw. nur das es ein 24 Stunden-Insulin ist und was man da im Krankenhaus mitbekommen hat ist halt eher allgemein gehalten. Vielleicht würde ein wechsel bei mir bessere Ergebnisse erzielen, sollte sich das ganze nicht durch MEHR Basalinsulin in den Griff bekommen lassen?
    Bearbeitet von User am 07.02.2023 13:05:14. Grund: Ergänzung
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    am 07.02.2023 16:13:45 | IP (Hash): 1673599469
    z.B.
    https://www.diabetes-online.de/a/woran-wird-derzeit-geforscht-1814660

    Am Rand ist ein Bild mit dem Wirkverlauf von Lantus, Abasaglar.

    Edit: Hmmm, beim Toujeo hatte ich irgendwie nen anderen Wirkverlauf im Kopf...
    Bearbeitet von User am 07.02.2023 17:32:55. Grund: Korrektur
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    am 07.02.2023 16:57:47 | IP (Hash): 673744333
    @Heike
    Schon interessant zu lesen - von vor immerhin einigermaßen genau 6 Jahren ;)

    Generell
    spritzen wir alles Insulin via Unterhautfettgewebe in den venösen Teil vom Kreislauf, also den Rücklauf zur Leber. Erst in der Leber beginnt die Wirksamkeit und findet zum allergrößten Teil darin statt. Das Ergebnis dieser Auswirkungen geht von der Leber aus in den arteriellen Teil des Kreislaufs, also den Logistiker, der alle Zellen versorgt. Und wir messen dann wieder im venösen Teil, was davon noch am Finger oder per CGM wieder im Unterhautfettgewebe ankommt.

    Die Verzögerung für Langzeitinsuline ist der möglichst langsame und gleichförmige Zerfall der Speicher-Sechserpacks (Hexamere) in aktive Einzelmoleküle, die dann ins Blut auf den Weg in die Leber gelangen.
    Die Beschleunigung für Kurzzeitinsuline ist die möglichst schnelle Auflösung der gespritzten Speicher-Sechserpacks und die möglichst schnelle Entleerung des kleinen Spritzdepots in die Blutbahn.

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    am 07.02.2023 20:49:52 | IP (Hash): 2020894847
    Wenn Toujeo und Tresiba neuer und laut Artikel besser sind als Abasaglar, frage ich mich echt wieso man im Krankenhaus auf das "alte" Basalinsulin gesetzt wird. Ein paar Aspekte an dem Artikel mögen zwar veraltet sein, wie der Umstand, dass Tresiba nicht erstattungsfähig sei. Was ich jetzt mal basierend auf dem Umstand, dass mein Zimmergenosse auf der Diabetes-Station sich damit spritzte, anzweifeln möchte. Dennoch scheint der dargestellte Verlauf von Abasaglar ja nach guten 20 Stunden deutlich abzuflachen.

    Werde meinen Diabetologen beim nächsten mal dazu jedenfalls löchern, sollte sich das mit dem abendlichem Anstieg weiterhin so fortsetzen. Noch pendelt meine Kurve aber relativ stabil, vllt. reicht meine eigenmächtige Erhöhung der Dosis aus oder mir knallt das Ding nun einfach etwas später um die Ohren. Aktuell ist mein höchster Durchschnittswert innerhalb der letzten Woche zwischen 9 und 0Uhr bei ganzen 177mg/dL, alles andere liegt irgendwo zwischen 130-160mg/dL - was schon deutlich besser ist als zuvor, aber ich denke da wird man auch noch etwas runter kommen müssen.

    Edit:

    Hab mir mal gerade das hier durchgelesen und mir selbst die Antwort auf die Frage wieso im Krankenhaus Abasaglar verwendet wird gegeben:
    https://www.google.com/url?sa=i&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=&cad=rja&uact=8&ved=0CAMQw7AJahcKEwjIrKjcmoT9AhUAAAAAHQAAAAAQAg&url=https%3A%2F%2Fwww.tellmed.ch%2Finclude_php%2Fpreviewdoc.php%3Ffile_id%3D16010&psig=AOvVaw0PcfjGfTCJ9XuF2wZHeWB-&ust=1675885095736564

    "Die Vorteile der neusten langwirksamen Basalinsuline mit einer
    deutlich reduzierten Variabilität sind in Bezug auf Reduktion der
    Hypoglykämien, v. a. der nächtlichen unbestritten. Bei der klini-
    schen Anwendung wurde auch deutlich, dass tiefere HbA 1c Werte
    ohne mehr Hypoglykämien erzielt werden können, dies ist häu-
    fig auch mit einer geringeren Gewichtszunahme assoziiert, da
    nicht zusätzliche Kohlenhydrate eingenommen werden müssen,
    um Hypoglykämien zu korrigieren und Patienten mit Angst vor
    Hypoglykämien weniger essen müssen (defensive eating). Es gibt
    allerdings einige wenige Einschränkungen beim Gebrauch dieser
    Insuline:
    a) Hospitalisation: Hier wird eine sehr schnelle Titration angestrebt,
    so dass Toujeo® und Tresiba® nicht geeignet sind. In diesen Situa-
    tionen sollte Insulin Glargin (Lantus®, Abasaglar ® oder Detemir
    (Levemir®) verwendet werden."

    Werde da definitiv mal mit dem Arzt drüber reden, es werden zwar höhere kosten als Grund gegen die neueren Basalinsuline angeführt, aber die Krankenkasse darf ruhig bluten :)
    Bearbeitet von User am 07.02.2023 21:09:48. Grund: Ergänzung
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    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 07.02.2023 21:49:57 | IP (Hash): 673744333
    Ich lebe immer noch mit dem alten Lantus. Abasaglar ist zwar das gleiche, aber neuer ;)

    Wenn Du rausfinden willst, ob eine gleichförmigere Wirkung über 24 Stunden besser zu Deinem Diabetes und Dir passt, spritz doch einfach von Deiner nächsten Abasaglar Injektion nur die Hälfte und um 12 Stunden weiter wieder die Hälfte usw. Und wenn das dann einen ausgeglicheneren Verlauf macht, passt in der Folge statt des A auch ein Insulin, das man für die gleichförmige 24 Stundenwirkung nur 1mal in 24 Stunden zu spritzen braucht.

    Allerdings gibt es viele Betroffene mit sehr variablem Basalbedarf. Da ist einmal das Dawn-Phänomen, mit dem die Leber gegen Morgen zunehmend mehr Glukose ausgibt, als bis dahin. Und die meisten von uns haben irgendwo zwischen Mitternacht und 2 Uhr ihren geringsten Basalbedarf.
    Analog haben einige von uns ein Dusk-Phänomen, mit dem die Leber am späten Nachmittag in den Abend hinein auch wieder freigiebiger als bis dahin mit der Glukose spielt. Und schließlich haben manche gegen Mittag einen ähnlich geringen Basalbedarf wie in der Nacht.

    Das sind nur ein paar Beispiele, für deren guten Ausgleich die ärztliche Einstellung nicht reicht. Kann der Arzt auch nicht. Denn das kann man nur selbst beobachten und systematisch beobachtend ausgleichen und optimieren.
    Nachtrag: So wie Du das schon ganz toll mit Deinen 6 IE zum Bremsen vom Morgenanstieg machst!

    In so einer Zeitung - diabetes online ist auch eine - ist immer alles neue besser, denn damit verdienen die Hersteller das Geld für ihre Werbeausgaben in diesen Zeitungen ;)

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    7/24 mit wenigen Ausnahmen zwischen 60 und 140 mg/dl in der Form der blauen Kurve ( https://www.bloodsugar101.com/what-is-a-normal-blood-sugar ) sind für mich optimal. Trotzdem will ich gern respektieren, wenn andere anders für sich entscheiden.
    Bearbeitet von User am 07.02.2023 21:54:51. Grund: Nachtrag
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    am 07.02.2023 22:34:11 | IP (Hash): 2020894847
    Ich hab noch 2+ Monate bis zum nächsten Termin, dahingehend noch etwas Zeit selbst an meiner Einstellung herumzustochern bevor ich meinem Arzt mit diversen Fragen zu Leibe rücke. Trotz allem stört mich dieser Anstieg am Abend immens, da er nicht so erwartbar einsetzt wie am morgen und dementsprechend meine Reaktion (in Form dessen, dass ich da auch 6IE Humalog drauf knalle) i.d.R. zu spät erfolgt und sich der BZ erst bei über 180mg/dL wieder einfangen lässt. Jetzt hab ich gegen 9-9:30Uhr auf mein Smartphone gestarrt und darauf gewartet ob sich das Ding nach oben bewegt und war schon fast zufrieden damit, dass meine erhöhte Dosis Abasaglar vllt. ausreichend war, gucke ich jetzt drauf und bin bei 164mg/dL mit steigender Tendenz.

    Das ein anderes Basalinsulin nicht unbedingt der Weisheit letzter Schluss ist und die Pharmaindustrie auch nur Geld verdienen will, möchte ich an dieser Stelle gar nicht bestreiten, aber es wäre zumindest eine mögliche Stellschraube um das ganze in den Griff zu bekommen und es kann ja nicht schaden zumindest mal anzusprechen ob Toujeo nicht vllt. bessere Ergebnisse erzielen könnte.

    Den Gedanken das Basalinsulin aufzuteilen hatte ich auch schon, hielt ich im Alltag allerdings für recht unpraktikabel, da ich mir dann praktisch um 11Uhr eine Spritze ins Bein rammen müsste. Da ich allerdings aktuell frei habe, werde ich das aber einfach mal die nächsten paar Tage ausprobieren, anstatt stumpf die Dosis weiter zu erhöhen. Sollte sich das ganze dadurch wirklich besser einpendeln, würde das Mehrfache spritzen ja mithilfe eines anderen Basalinsulins wieder abgeschafft werden.
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    am 07.02.2023 23:07:56 | IP (Hash): 673744333
    Ich bin seit der 98 bei den INSULINERn und hab noch nie in ein Bein gespritzt. Nur in den Bauch, d.h, auch so weit links und rechts rum in die seitlichen Schwimmhilfen, wie ich mit einer Hand langen kann. Denn seit so um 15 Jahren spritze in direkt in die Pelle ohne irgend eine Falte zu bilden.

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    am 08.02.2023 07:43:40 | IP (Hash): 799797206
    pgx schrieb:
    Den Gedanken das Basalinsulin aufzuteilen hatte ich auch schon, hielt ich im Alltag allerdings für recht unpraktikabel, da ich mir dann praktisch um 11Uhr eine Spritze ins Bein rammen müsste.

    Hallo pgx,

    wenn es dir angenehmer ist, das Basalinsulin Uch inden Bauch zu spritzen, dann kannst du das ruhig so machen. Das Spritzen in den Oberschenkel hatte bie den älteren Verzögerunsinsulinen eventuell eine Bedeutung, bei Lantus und Abaslalglar ist das nicht mehr interessant. Außerdemkannst du dir ja eine Uhrzeit aussuchen, die früh und abends gut passt, z.B. 8.00 und 20,00 Uhr.

    Viel Erfolg, Rainer

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    Bearbeitet von User am 08.02.2023 07:44:01. Grund: BBCodes
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    am 08.02.2023 09:20:06 | IP (Hash): 2020894847
    An und für sich ist es kein Problem das Basalinsulin ins Bein zu spritzen, aber man "kann" die Nadel halt nicht einfach durch die Hose rammen und wo man steht und geht diese runter zu lassen, muss dann ja auch nicht sein. ;)

    Das mit dem aufteilen der Dosis war aber wohl nicht so zielführend, bzw. ist dafür wahrscheinlich zu gering, ab 5Uhr begann der Spaß wieder zu steigen, von ca. 100mg/dL auf 185mg/dL um 9Uhr. Jetzt weigert sich der Spaß natürlich runter zu gehen. Vllt. sollte ich mir einfach mal Abends und Mittags die volle Dosis verpassen - was kann schon schief gehen!
    Bearbeitet von User am 08.02.2023 09:22:30. Grund: Edit
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    am 08.02.2023 09:42:51 | IP (Hash): 799797206
    pgx schrieb:
    ollte ich mir einfach mal Abends und Mittags die volle Dosis verpassen - was kann schon schief gehen!

    Das ist keine gute Idee, warum willst du dir unbedingt Hypos einhandeln.

    Dann bleibe lieber beim alten Spritzplan. Rumprobieren kann gut sein, sollte aber immer vorsichtig und mit Überlegung passieren. Die Basaldosis auf eine Schlag zu verdoppeln ist zumindest nicht vorsichtig. Die Überlegung dahinter kann ich auch nicht nachvollziehen.

    Wenn du das Aufteilen ernsthaft ausprobieren willst, dann musst du das mindestens erst mal 3 Tage durchziehen. Schneller kannst du den Effekt der Veränderung gar nicht erkennen.

    ____
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    Bearbeitet von User am 08.02.2023 11:06:43. Grund: BBCodes
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    am 08.02.2023 10:25:50 | IP (Hash): 1035643090
    Rainer schrieb:
    Wenn du das Aufteilen ernsthaft ausprobieren willst, dann musst du das mindestens erst mal 3 Tage durchziehen. Schneller kannst du den Effekt der Veränderung gar nicht erkennen.


    Und getrost damit rechnen. dass der Morgenanstieg sich damit allenfalls ein bisschen mildern lässt. Der lässt sich bei allen so Betroffenen nur mit ner frühen Dosis vom Bolus verringern bis verhindern, bei manchen auch mit nem kleinen Vor-Happen vom Frühstück.
    Und immer nur eine Veränderung testen, damit eine mögliche Wirkung auch direkt zugeordnet werden kann.

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    am 08.02.2023 14:56:50 | IP (Hash): 2020894847
    Das mit der doppelten Dosis war natürlich nicht ernst gemeint ;)

    Ich werde das mit dem aufteilen jetzt natürlich bis Ende der Woche durchziehen und gucken ob das besser oder schlechter läuft, dass das alles nicht von heute auf morgen perfekt funktioniert ist mir halt auch klar.

    Was den Morgenanstieg angeht, ist es halt recht nervig weil es relativ zuverlässig beginnt ab ca. 5Uhr anzusteigen, wenn ich Frühschicht habe nicht das gravierende Problem sich gerade zu spritzen, aber abseits dessen - obwohl dann eigentlich auch nicht, aber was muss, dass muss - bin ich absolut nicht gewillt um diese Uhrzeit wach zu sein.

    Sei es wie es sei, einfach mal gucken wo der Spaß hinführt. Ich denke mit einem Durchschnitt von mittlerweile "nur" noch 148mg/dL und einem GMI von 6,9% (innerhalb der letzten 7 Tage) bin ich schon mal deutlich besser unterwegs als Weihnachten wo mein HbA1c bei über 13 war!
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    am 08.02.2023 18:54:50 | IP (Hash): 85429718
    👍
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    am 11.02.2023 23:22:32 | IP (Hash): 2020894847
    Kann es eigentlich sein, dass der Körper welcher in meinem Fall des unentdeckten Typ-1 Diabetes ja eine Weile praktisch auf Insulin-Entzug war, im Krankenhaus stärker darauf reagiert hat wieder welches zu bekommen und sich jetzt langsam eingependelt hat und dementsprechend deutlich mehr braucht?

    Vor allem nervt es mich furchtbar, dass ich diesen widerlichen BZ Anstieg am Abend einfach nicht weg bekomme und dass obwohl ich jetzt schon über 40% mehr Basalinsulin drauf haue, als die Einstellung mit der man mich aus dem Krankenhaus entlassen hat.

    Einzige Unterschiede soweit zur Ausgangsdosis, mein vermeintliches Dawn-Syndrom ist etwas abgeflacht und ich lande - ohne korrigierende Dosis Humalog - zwischen fünf und neun Uhr morgens nur noch bei ca. 150mg/dL statt ca. 180mg/dL (wenn man von ca. 100mg/dL als Ausgangswert ausgeht) und der unkontrollierte Anstieg am Abend, welcher heute einfach mal wild entschlossen war höher zu schießen als jede Mahlzeit, setzt jetzt eine gute Stunde später ein.

    Wobei man ggf. auch noch überlegen könnte, inwieweit sich die erhöhte Dosis auf meine BZ Spitzen bei den Mahlzeiten auswirken, aber das könnte auch besser geworden sein, seitdem ich generell ca. 15min SEA lasse - unabhängig davon ob ich korrigieren muss.

    Wäre aber auch zu einfach, wenn man sich stumpf nach der Einstellung durch Ärzte richten könnte, andererseits bin ich mit - durchschnittlich 135mg/dL und einem GMI von 6.5% innerhalb der letzten 7 Tage, meinem Pfusch denke ich auf einem ganz gutem Weg.
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    am 12.02.2023 14:34:24 | IP (Hash): 867332191
    pgx schrieb:
    Kann es eigentlich sein, dass der Körper welcher in meinem Fall des unentdeckten Typ-1 Diabetes ja eine Weile praktisch auf Insulin-Entzug war, im Krankenhaus stärker darauf reagiert hat wieder welches zu bekommen und sich jetzt langsam eingependelt hat und dementsprechend deutlich mehr braucht?


    Wenn die funktionierende Menge an Beta-Zellen etwa bei 20% ankommt, kann die normal KH-lastige Ernährung sie überfordern. Überfordert haben die Betas keine Zeit mehr, das produzierte Proinsulin in C-Peptid und Insulin zu teilen und schmeißen das ganz schnell einfach so raus. Ungeteilt hat das Proinsulin nur 10-20% der BZ-Wirkung vom ordentlich geteilten. Damit fehlt recht kurzfristig bis plötzlich praktisch sehr viel mehr Insulin, als mit dem nach und nach immer wenigeren bis dahin. Das Ergebnis ist die Ketoazidose.

    Wenn die dann mit Insulin von außen gestoppt ist und der BZ in gesündere Regionen sinkt, können die restlichen Betas auch wieder ordentlich teilen und damit BZ-wirksames Insulin ausgeben. Diese Zeit nutzen manche gezielt, indem sie ihren BZ im völlig gesunden Bereich halten und auf KHs und damit die Notwendigkeit von Insulinspitzen weitgehend verzichten. Das Ergebnis sind dann Tage und manchmal Wochen mit völlig normalem BZ ohne Insulin aus dem Pen.

    In den meisten Fällen wird beobachtet, dass der Typ 1 nach dem Spritzanfang zunächst weniger und dann nach und nach oder auch in deutlichen Schritten zunehmend mehr Insulin aus dem Pen braucht, ganz einfach, weil immer weniger Betas.

    Also weiter mit immer besser persönlich angepasstem Pfusch ;)

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    am 14.02.2023 12:17:39 | IP (Hash): 884625057
    Die unschönen Überraschungen wollen noch nicht aufhören, seit heute schleicht sich so langsam ein stechenden Schmerz in den Oberarm - wo ich den Libre 3 drin habe, wenn ich diesen bspw. über Schulterhöhe anhebe. Da ich den Sensor bereits eine Woche trage, vermute ich die Einstichstelle wird sich trotz desinfektion entzündet haben? Bisher scheint es zumindest keinen negativen Einfluss auf die Messgenauigkeit zu haben, aber es ist recht unangenehm. Einfach raus reißen und einen anderen Sensor nutzen empfinde ich im anbetracht der recht limitierten Menge die man bekommt als keine Option. Jemand ggf. Erfahrung bzw. ein ähnliches Problem gehabt und kann da einen nützlichen Tipp geben? Bin ehrlich gesagt versucht den Sensor in Desinfektionsmittel zu ertränken, aber zweifle doch sehr daran, dass dies helfen würde. 😅