Willkommen Gast! Um alle Funktionen zu aktivieren musst Du Dich Anmelden oder Registrieren.
unerklärlicher niedriger Blutzucker in der Nacht
-
am 26.02.2023 12:46:27 | IP (Hash): 1567833649
Hallo.
Ich bin bereits über 30 Jahre Typ1 Diabetiker. Bis jetzt hatte ich die Jahre mehr oder weniger nie Probleme mit meinem Zuckerwerten. Aber seit ich vor ca. 6 Monaten eine unerklärliche Unterzuckerung hatte wo ich auch den Notarzt rufen musste (zucker ist trotz normalen spritzen und essen in den Keller gegangen und selbst Traubenzucker und Cola haben kaum geholfen den Zucker wieder hoch zu bekommen). habe ich vor allem nachts immer wieder niedrige Zuckerwerte. Ich benutze Novo Rapid und Toujeo und habe einen Libre 3 Sensor.
Nun zu meinem Problem. Ich nehme mal den gestrigen Abend als Besispiel.
Ich habe gestern um 16.21 bei einem Startwert von 122mg/dl 3 Broteinheiten gegessen. Ich habe dafür 2 Einheiten Novo Rapid gespritzt (aktuell versuche Ich meinen BE-Faktor neu einzustellen und wollte mich langsam rantasten). Um 18,50 hatte ich einen Wert von 255mg/dl und mein Libre hat mir angeziegt das dieser Wert auch ca. seit einer halben Stunde konstant war. Also habe ich mich entschieden nochmal 2 Einheiten Novo Rapid nachzuspritzen. Dies hat auch gut geklappt und ich hatte um 21.39 117mg/dl der laut Verlauf auch konstant eingendelt war. Um 22.00 habe ich mir 22Einheiten Toujeo gespritzt (die letzten Wochen waren es 24Einheiten). Um 23.00 habe ich mich ins Bett gelegt. Da war der Blutzucker bei 129mg/dl. Um 0.25 hat mich dann mein Libre mit einem Wert von 84mg/dl geweckt. Ich habe eine BE gegessen und habe mich wieder schlafen gelegt.Im Libre Verlauf konnte ich sehen das der Zucker bis auf ca. 150mg/dl gestiegen ist. Er war dann ca 30min. bei diesem Wert und ist bis 3.00 wieder auf ca. 90mg/dl gefallen ist dann wieder kurzzeitg auf 130mg/dl gestiegen und ist dann wieder runter gegangen. um 6.21 hat mich dann mein Libre wieder mit einem Wert von 85mg/dl geweckt. Also nochmal eine Broteinheit gegessen und wieder schlafen gelegt. Im Verlauf konnte Ich sehen das der Zucker um 8Uhr wieder bei ca. 150mg/dl war in der Spitze und sofort wieder runter gegangen ist. Um 10.29 klingelte mein Libre erneut und zeigte 84mg/dl an.
Für mich sind diese schnellen Blutzuckerschwankungen in den niedrigen Bereich etwas komplett neues. Ich hatte die Jahre davor nie diese Probleme aber seit dieser Unterzuckerung vor 6Monaten habe ich diese Probleme Nachts ständig. Bis jetzt war mein Blutzucker nachts immer sehr konstant. Desweiteren hatte ich die letzten Jahre das Dawn Syndrom was meinen Wert ca. eine halbe Stunde vorm aufstehen immer um 60-90mg/dl erhöht hat. Dies ist auch komplett verschwunden. Mein Diabetologe habe ich das Problem die letzten Monate mehrmals erklärt. Aber er will oderund möchte mir da wohl nicht helfen. Meine Ängste steigen aktuell bei jeder Nacht und ich werde immer unsicherer. Vielleicht gibt es ja hier Leute die mir helfen können und Ratschläge haben. Weil meiner Logik nach gibt es keine Erklärung warum ich Nachts so schnell immer wieder in den niedrigen Bereich komme. Besteht evtl die Chance auf ein Insulinom? Ich bedanke mich schonmal für eure Hilfe.
Lieben Gruß
Barley -
am 26.02.2023 15:15:03 | IP (Hash): 1717925529
Hallo Barley,
hast du denn sonst irgendwelche Symptome? Gewichtsveränderungen, bspw.? Hat sich irgendwas im Alltag/Tagesablauf verändert?
Bei langjährigen Typ1ern kann es passieren, dass irgendwann auch die Glukagon-Produktion eingestellt wird. Glukagon ist der Gegenspieler von Insulin und wenn dieser fehlt, kommt es zu mehr und z.T. auch schweren Hypos, weil die Gegenregulation nicht mehr gegeben ist. Hast du denn ein Glukagon-Notfallmedikament (Hypo-Kit oder Baqsimi) daheim?Wenn nicht, würde ich mir das unbedingt von deinem Diabetologen verschreiben lassen.
Aber auch hormonelle Veränderungen und Krankheiten können Einfluss auf den BZ haben. Bspw. Wechseljahre, Schilddrüsenprobleme.
Eine generell seltene Autoimmunerkrankung, die bei Typ1 aber etwas häufiger auftritt, ist Morbus Addison. Da sind Hypos auch ein Symptom, jedoch gibt es dort noch andere Symptome wie Müdigkeit, Gewichtsverlust, ...
Wenn du noch irgendwelche anderen Symptome hast, würde ich das ganze vermutlich nochmal bei einem guten Endokrinologen abklären lassen.1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 26.02.2023 15:31:49 | IP (Hash): 157956819
Die informative Schreibe lang hab ich an etwas viel Basal gedacht, bis das abgeschaltete Dawn-Phänomen die Sache für mich klar gemacht hat. Denn als das bei mir aufgehört hat, hab ich von einem Tag auf den anderen nur noch 25% von meinem Glargin pro Tag gebraucht. Mich hat das damals nur deswegen nicht ins kranke Haus geliefert, weil ich diesen Minderverbrauch provoziert und erwartet hatte.
Deine Schilderung liest sich für mich so, als würdest du mit der Hälfte von deinem Toujeo gut zurecht kommen. Vielleicht probierst du einfach mal in der Richtung?
----------------------------------------------
7/24 mit wenigen Ausnahmen zwischen 60 und 140 mg/dl in der Form der blauen Kurve ( https://www.bloodsugar101.com/what-is-a-normal-blood-sugar ) sind für mich optimal. Trotzdem will ich gern respektieren, wenn andere anders für sich entscheiden.1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 26.02.2023 16:06:44 | IP (Hash): 1567833649
@july95 Ich habe die letzten Monate kaum Appetit und auch ein paar Kilos abgenommen (von ca 60Kg auf 55kg) Im Tagesablauf hat sich eigentlich nichts geändert ausser das ich ziemlich viel Stress die letzten Monate hatte. Aber durch Stress habe ich eher das Problem das mein Blutzucker sehr in Höhe geht.
Ein Hypo-Kit habe ich mir letzten Monat vom Diabetologen verschreiben lassen.
@hjt_jürgen Meine Überlegung war einfach mal die nächsten Tage gar kein Toujeo zu spitzen und zu schauen wie sich der Zucker in der Nacht entwickelt. Habe ja schon die Einheiten von 24 auf 22 gesenkt aber ohne Veränderung in den Zuckerwerten. Aber ich glaube das dein Vorschlag mit der hälfte (also 12Einheiten Toujeo) klingt erstmal besser. Wäre es vielleicht auch eine Option das Toujeo anstatt abends vor dem schlafen morgens beim aufstehen zu spritzen? Ich meine mal gehört zu haben das Toujeo nach ein paar Stunden am stärksten wirkt.
Ich habe 30 Jahre meinen Diabetes im Griff gehabt. Aber die letzten Monate hat mich leider der Diabetes im Griff. Meine Ängste werden durch die Unwissenheit immer größer und das Gefühl das Der Diabetologe mir nicht helfen will macht die Sache nicht besser. Selbst ein von mir vorgeschlagener stationärer Krankenhaus aufenthalt zur Neueinstellung hat er abgelehnt weil man mir " auf einer Diabetes Station da auch nicht helfen könnte". Ich werde morgen nochmal versuchen mit meinem Diabetologen darüber zu sprechen und werde wie vorgeschlagen einen Endokrinologen Termin machen. -
am 26.02.2023 17:28:52 | IP (Hash): 157956819
Barley schrieb:
Meine Ängste werden durch die Unwissenheit immer größer
Welche Unwissenheit? Du siehst mit dem Libre deinen BZ-Verlauf. Die Bolus-Wirkung ist nach 3, spätestens 4 Stunden zuende, so dass alles weitere Absinken des BZ vom Basal kommen muss. Damit hast du eigentlich alle Info, die du zum Anpassen deiner Spritzmengen brauchst.
Wenn du z.B. aus deiner Sicht auf deine Tagesverläufe schließt, dass ein anderer Spritzzeitpunkt für das Toujeo günstiger sein könnte, oder dass es Sinn machen könnte, die Gabe von einmal (morgens oder abends) auf zweimal (morgens und abends) zu setzen, kannst du das doch alles ausprobieren und nach jeder Änderung geduldig zwei oder drei Tage schauen, wie dein BZ reagiert, oder?
----------------------------------------------
7/24 mit wenigen Ausnahmen zwischen 60 und 140 mg/dl in der Form der blauen Kurve ( https://www.bloodsugar101.com/what-is-a-normal-blood-sugar ) sind für mich optimal. Trotzdem will ich gern respektieren, wenn andere anders für sich entscheiden.1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 26.02.2023 18:35:22 | IP (Hash): 1567833649
Du hast vollkommen Recht. Das Problem ist das ich seit ca. 4 Monaten meinem Diabetologen dieses Problem erkläre er es aber als "normal" abstempelt und mich mit dieser Sache alleine lässt. Er schlägt ja nichtmals Änderungen beim Spritzen vor. Das mache ich seit ein paar Tagen ja alles in Eigenregie. Ich habe manche Sachen ja schon für mich selber ausschließen können. Und meine Sorge (im Kopf) ist einfach das wenn es nicht durch das Toujeo kommen sollte es etwas "schlimmes" sein könnte. Wie z.b. ein Insulinom. Ich weiß das dies nur eine Kopfsache ist. Aber manchmal sind diese Gedanken und Sorgen halt stärker als das logische Denken. Deswegen habe ich ja auch die hier im Forum Hilfe gesucht und ich muss sagen das mir eure Antworten schon mehr Sicherheit gegeben haben als alles was vom Diabetologen kam. Ich habe mich nun entschieden die nächsten Tage das Toujeo um die hälfte zu reduzieren. Sollte dies keinen Erfolg bringen werde ich versuchen das Toujeo anstatt Abends dann morgens beim aufstehen zu spritzen. Ich würde dann hier morgen mal schreiben wie meine Nacht verlaufen ist.
Bearbeitet von User am 26.02.2023 18:52:22. Grund: rechtschreibfehler -
am 26.02.2023 18:58:46 | IP (Hash): 157956819
Daumendrück :)
----------------------------------------------
7/24 mit wenigen Ausnahmen zwischen 60 und 140 mg/dl in der Form der blauen Kurve ( https://www.bloodsugar101.com/what-is-a-normal-blood-sugar ) sind für mich optimal. Trotzdem will ich gern respektieren, wenn andere anders für sich entscheiden.1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 01.03.2023 15:36:56 | IP (Hash): 2020894847
Ich stelle jetzt mal die wilde Theorie in den Raum, dass die Libre 3 Sensoren besch***** sind.
Ist bei mir jetzt auch nicht zu lange her, dass mir der Zucker ständig in den Keller gefallen ist - laut Sensor. Man hat es halt geglaubt, weil man sich im Alltag halt irgendwo darauf verlassen muss, was einem das Ding anzeigt. Ergo - Zucker gefressen, hoch, runter, repeat. Hab Infolge dessen mein Basalinsulin halbiert. Jetzt ist das Teil nach 12 Tagen halt komplett ausgefallen. "Achtung: Sensor Ersetzen - Ihr Sensor funktioniert nicht. Bitte entfernen Sie den Sensor und starten Sie einen neuen." Im Nachgang zweifelte man dann die Werte des ganzes Spaßes doch arg an. Vor allem, da ich die zwei fehlenden Tage dann manuell gemessen habe... und oh Wunder bei der Einstellung die mich laut Sensor Tag um Tag unterzuckern lassen hat, waren meine Werte doch recht hoch. Also zurück zu dem was ich zuvor gemacht habe!
Gestern Abend dann den neuen Sensor rein getackert. Gute 12 Stunden später "Achtung: Sensor Ersetzen - Ihr Sensor funktioniert nicht. Bitte entfernen Sie den Sensor und starten Sie einen neuen.", WTF?!
Ich hab das Ding keinen Tag drin gehabt und es funktioniert nicht mehr? Maximal entnervt das Ding aus meinem Arm gerissen, was echt ätzend ist, da dieses Drecksding an Tag 1 natürlich noch klebt wie Sau. Also gerade eben neuen Sensor rein... sowieso schon auf 180 und bereit Abbott eine extrem angepisste Mail zu schreiben... so ungefähr 15min im Aktivierungsvorgang: "Sensor prüfen - Bitte prüfen Sie Ihren Sensor. Sollte der Sensor sich von der Haut gelöst haben, entfernen Sie ihn bitte und starten Sie einen neuen. Ist der Sensor richtig angebracht, versuchen Sie, ihn noch einmal zu starten."
Habe jetzt schon 2x neu gestartet und das Ergebnis bleibt gleich, dass Ding bricht ab. Alle guten Dinge sind bekanntlich drei, aber ich könnte gerade im Strahl kotzen und werde meinen Doc nächstmöglich bzgl. einer Alternative zu diesem Elektroschrott an hauen.
Edit: Der aktuelle Sensor will auch nach x-Versuchen, mehrmaligem Neustart und erneuter Installation der App nicht... laut dem Playstore hat sich die App gestern bei mir aktualisiert... ein Schelm wer böses dabei denkt.
Bearbeitet von User am 01.03.2023 17:18:11. Grund: . -
am 01.03.2023 17:05:54 | IP (Hash): 1137896119
10 Fingerpieks-Systeme zeigen aus EINEM großen Blutstropfen 10 verschiedene Ergebnisse, locker bei 100 mg/dl das eine 110 und das andere 90 und die übrigen irgendwo dazwischen. Meistens nicht ganz so weit streuend auch 10 Geräte vom selben Hersteller.
Bei CGM-Geräten haben wir zusätzlich das Moment des "Nachgehens" um 20-30 Minuten des Gewebezuckers hinter dem Blutzucker. Das fällt immer auf, wenn der BZ schneller sinkt oder steigt.
Und bei CGM-Geräten können die Abweichungen noch(!) deutlich größer als beim Fingerpieks sein. Deswegen bieten die ernsthaften alle die Möglichkeit der Kalibrierung, also des Abgleichens mit dem gewohnten Fingerpieks.
Bislang einzige Ausnahme das Libre. Hier haben wir einen großen Teil der Nutzerschaft, bei der das System super funktioniert, und ganz sicher auch einen großen Teil, bei dem das System nette Werte anzeigt, die gern abgelesen werden, ohne dass die als völlig daneben auffallen. Beide Gruppen sorgen bei Abbott für so ein gutes Geschäft, dass der "Abfall" an den Rändern, wo die Scananzeigen meilenweit von den Fingerpieksen abweichen oder/und die Sensoren nicht vertragen werden oder/und aus- oder/und sogar richtig abfallen, geschäftlich gut erträglich bleiben.
Klar kann die Gerste auch so einer Müllfunktion zum Opfer gefallen und ich fälschlicher Weise davon ausgegangen sein, dass 30 Jahre brauchbar mit Typ 1 schon auffallen lassen, wenn Messwerte weit vom Normalen abweichen.
----------------------------------------------
7/24 mit wenigen Ausnahmen zwischen 60 und 140 mg/dl in der Form der blauen Kurve ( https://www.bloodsugar101.com/what-is-a-normal-blood-sugar ) sind für mich optimal. Trotzdem will ich gern respektieren, wenn andere anders für sich entscheiden. -
am 02.03.2023 09:18:35 | IP (Hash): 2073434079
Barley schrieb:
@hjt_jürgen Meine Überlegung war einfach mal die nächsten Tage gar kein Toujeo zu spitzen und zu schauen wie sich der Zucker in der Nacht entwickelt. Habe ja schon die Einheiten von 24 auf 22 gesenkt aber ohne Veränderung in den Zuckerwerten. Aber ich glaube das dein Vorschlag mit der hälfte (also 12Einheiten Toujeo) klingt erstmal besser. Wäre es vielleicht auch eine Option das Toujeo anstatt abends vor dem schlafen morgens beim aufstehen zu spritzen? Ich meine mal gehört zu haben das Toujeo nach ein paar Stunden am stärksten wirkt.
Ich habe 30 Jahre meinen Diabetes im Griff gehabt. Aber die letzten Monate hat mich leider der Diabetes im Griff. Meine Ängste werden durch die Unwissenheit immer größer und das Gefühl das Der Diabetologe mir nicht helfen will macht die Sache nicht besser. Selbst ein von mir vorgeschlagener stationärer Krankenhaus aufenthalt zur Neueinstellung hat er abgelehnt weil man mir " auf einer Diabetes Station da auch nicht helfen könnte". Ich werde morgen nochmal versuchen mit meinem Diabetologen darüber zu sprechen und werde wie vorgeschlagen einen Endokrinologen Termin machen.
Also Basalinsulin radikal fast vollständig zu kürzen oder komplett weglassen, ist eine schlechte Idee. Ich sage nur Ketoazidose-Gefahr.
Auf eine x-beliebige Diabetesstation würde ich persönlich nicht gehen wollen. Wenn dann in eine Fachklinik. Bspw. Bad Mergentheim. Leider haben die dort mittlerweile sehr lange Wartezeiten, ich habe mich für Pumpe/Loop-Neueinstellung im November angemeldet, mein Aufnahmetermin wäre Mai.. ich vermute aber, dass ich diesen Aufenthalt bis dahin gar nicht mehr brauche, der Loop läuft ja schon seit November..