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Leberfasten ohne Shakes - Erfahrungen?
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am 23.06.2023 17:30:20 | IP (Hash): 317758515
Hallo,
Ich bin noch ganz neu dabei, sowohl hier als auch mit der Diagnose Typ 2 Ende Mai 2023. Bin W, 54 und bissl zu schwer 😉 und alle in meiner Familie haben Typ 2, sogar schon der Großvater.
Gut ist lt. Ärztin, dass der HBa1c mit 6,6 noch nicht sehr stark erhöht ist, meine Ernährungsprotokolle bei vernünftiger Ernährung ( KH bewusst) moderate BZ Werte anzeigen (nüchtern ca 105 - 112, nach Mahlzeiten unter 140) und meine Bauchspeicheldrüse wohl noch sehr gut arbeitet. Noch. Leider Fettleber 😐 und insgesamt deswegen ist mein HDL nicht mehr tolerierbar.
Darum empfahl sie mir dringend Leberfasten.
Genauer gesagt: 6-8 Wochen lang mit nur max 50 g KH pro Tag. Keine weiteren Vorgaben, wobei vollwertige KH, gutes Fett und ausreichend Eiweiß vorteilhaft sind. Keine Kcal Beschränkung.
Kennt jemand diese Art von Leberfasten?
Ich fand dazu leider nichts, alle Fundstücke dazu arbeiten mit Eiweiß Shakes.
Ich bin nun 3 Wochen dabei, es waren harte erste Tage aber nun geht's eigentlich. Erfolge noch unklar, der Nüchtern BZ ging erst deutlich unter 100, inzwischen wieder um die 100.
Wer kennt diese Art von Leberfasten und kann etwas dazu erzählen?
Grüße Uli
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Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung ändern kann -
am 23.06.2023 18:18:07 | IP (Hash): 66962566
Hallo Uli,
was du beschreibst, ist ketogen Ernährung. Das hilft zwar auch, entfettet aber eigentlich nicht die Leber. Es sorgt mehr dafür, dass die nichtalkoholische Fettleber NAFL ihre negative Wirkung nicht entfaltet. Langfristig wird ketogene Ernährung auch die NAFL etwas verbessern, aber mit richtigem Leberfasten kommst du wahrscheinlich weiter und schneller zum Ziel.
Informationen zu Leberfasten findest du, wenn du nach "Prof. Roy Taylor" oder nach "Newcastle Diet" suchst.
Auf englisch gibt es hier z.B. eine gute Anleitung.
Auf deutsch könnte evtl. von Prof. Roy Taylor dieses Buch für dich interessant sein.
Die Studien dazu sind übrigens:
- für Übergewichtige: DiRECT (https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/127226/Typ-2-Diabetes-Diaet-aus-Apotheke-erreicht-haeufig-Remission) und
- für Normalgewichtige: ReTUNE (https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/137675/Typ-2-Diabetes-Gewichtsreduktion-kann-auch-bei-Normalgewichtigen-eine-Remission-erreichen)
Viel Spaß beim Recherchieren, Rainer
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Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
Bearbeitet von User am 23.06.2023 20:17:23. Grund: BBCodes1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 23.06.2023 20:10:49 | IP (Hash): 270459810
Statt Shake habe ich vor jetzt wohl 8 Jahren meine Leber mit um 600 kcal vom ganz normalen Essen und dazu immer Eisbergsalat direkt aus der Hand entfettet. Also 3mal am Tag ne entsprechend kleine Portion. Weil mein Typ 2 da schon über 20 Jahre diagnostiziert war und seit über 10 sogenannt insulinpflichtig, hatte ich eher keine Wirkung erwartet.
Nach 8 Tagen hatte ich dann von einem Tag auf den anderen nur noch 25% von meinem Basalbedarf, also von dem Insulin, das ich ohne Essen 24/7 brauche. Klar war ich voll von den Socken. Der Bedarf ist bis heute in der niedrigen Höhe geblieben, und deswegen bin ich mir sehr sicher, dass ich mit dem gleichen niedrig kalorischen Essen in den ersten Jahren nach meiner Diagnose die volle Remission erreicht hätte.
Nach den 8 Tagen hatte ich ja ne gute Motivation und in der niedrig kalorischen Art gute 2 Monate weiter gemacht und 25 kg abgeschmolzen. Diese Zeit ist nach Taylor für die Entfettung des Pankreas und die Wiederherstellung seiner gesunden Funktion notwendig, hat aber bei mir nix mehr gebracht. Ich brauche pro KE immer noch genauso viel Insulin wie vorher. Aber das war wahrscheinlich, weil ich mindestens 10 Jahre zu lange mit meinem Leberfentfetten gewartet hatte.
Einfach ab morgen mit 3mal um 200 kcal von deinem Essen machen! Infos über wie und warum und ... können wir ja immer noch zusammentragen, während du schon eifrig entfettest. Daumendrück für gutes Gelingen!
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7/24 mit wenigen Ausnahmen zwischen 60 und 140 mg/dl in der Form der blauen Kurve ( https://www.bloodsugar101.com/what-is-a-normal-blood-sugar ) sind für mich optimal. Trotzdem will ich gern respektieren, wenn andere anders für sich entscheiden. -
am 23.06.2023 21:10:44 | IP (Hash): 317758515
Rainer schrieb:
Hallo Uli,
was du beschreibst, ist ketogen Ernährung. Das hilft zwar auch, entfettet aber eigentlich nicht die Leber. Es sorgt mehr dafür, dass die nichtalkoholische Fettleber NAFL ihre negative Wirkung nicht entfaltet. Langfristig wird ketogene Ernährung auch die NAFL etwas verbessern, aber mit richtigem Leberfasten kommst du wahrscheinlich weiter und schneller zum Ziel.
Vielen Dank für deine Antwort!
Okay, ketogen war für mich eher bis 30 g KH pro Tag. Aber es stimmt, natürlich geht's in diese Richtung.
Dieses "echte" Leberfasten mit Shakes oder auch ohne Shakes, jedoch mit sehr starker Kalorienreduktion würde im Alltag nicht für mich funktionieren.
Einige Programme machen das über mehrere Wochen - das könnte ich nicht durchhalten.
Vielleicht in einer Klinik ?
Momentan versuche ich das Frühstück durch ein Eiweiß Shake zu ersetzen und das fällt mir nicht leicht, bisher schmeckt nichts.
Grund: da ich aufgrund der o.g. Diät kaum Eiweiß essen würde, da ich kaum Fleisch esse und die bisherigen bevorzugten Hülsenfrüchte und z.b. Hafer wegfällt.
Leider vertrage ich viele Eiweiß Produkte nicht (Milch Allergie, Soja Allergie), daher fallen die mir bekannten gängigen betreuten Programme weg, da nur deren Produkte verwendet werden.
Vielleicht muss ich noch eine Weile suchen?
Oder würden einzelne Tage auch funktionieren? Z.b. wenn ich frei habe oder ein langes Wochenende.
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am 23.06.2023 21:15:30 | IP (Hash): 317758515
hjt_Jürgen schrieb:
Einfach ab morgen mit 3mal um 200 kcal von deinem Essen machen! Infos über wie und warum und ... können wir ja immer noch zusammentragen, während du schon eifrig entfettest. Daumendrück für gutes Gelingen!
Vielen Dank,
Aber ich bin noch nicht in medikamentöser Behandlung, kann daher mit einigen Begriffen nichts anfangen.
Einfach mal so auf 600 Kcal würde für mich mit meinem anstrengenden Alltag nicht klappen.
Mich hat eher interessiert, ob jemand dieses von mir beschriebene Leberfasten kennt.
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am 23.06.2023 21:35:07 | IP (Hash): 66962566
Hallo Uli,
da hast du recht, so ein Leberfasten lässt sich in den normalen Alltag nur schlecht einfügen. Ehe so eine Newcastle-Diet bei uns in D in einer Klinik oder als Reha-Maßnahme angeboten wird, werden wohl nocht einige Jahre vergehen.
Wenn du dich weiter KH-reduziert, unter 50g proTag, ernähren willst, dann kann ich dir LCHF empfehlen. Das Forum https://forum.lchf.de/ ist zwar schon ziemlich tod, aber vielleicht kannst du dir aus den älteren Beiträgen ein paar hilfreiche Informationen holen. Bei Interesse an LCHF und weiteren Fragen kann ich dir vielleicht weiter helfen.
Alles Gute, Rainer
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Bearbeitet von User am 23.06.2023 21:36:03. Grund: BBCodes1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 23.06.2023 22:57:46 | IP (Hash): 270459810
Fränkin schrieb:
Dieses "echte" Leberfasten mit Shakes oder auch ohne Shakes, jedoch mit sehr starker Kalorienreduktion würde im Alltag nicht für mich funktionieren.
Einige Programme machen das über mehrere Wochen - das könnte ich nicht durchhalten.
Vielleicht schaltest du mal deine Signatur in deinem Kopf ein?
So eine VLCD (Very Low Caloric Diet) fällt in den ersten 3 Tagen sehr schwer - sagen praktisch alle.
Kann ich nicht bestätigen, weil ich die ersten 3 Tage eh wg Infekt praktisch nix gegessen hatte. Hab die dann "einfach" verlängert, indem ich meine normale Mittagsportion von da an auf morgens+mittags+abends verteilt und die bis dahin normalen morgens und abends weggelassen hab. Dass ich damit super gut zurecht kam und wieder super leistungsfähig war, hab ich zuerst auf die Überwindung des Infekts geschoben und dann aber in der weit überwiegenden Mehrzahl der Berichte von Erfahrungen mit der Newcastle Diet bestätigt gefunden. So um die 20 km am Tag mit meinem Rollstuhl mit Handbike-Vorspann radeln (oder vergleichbares Pensum) ist seit der zweiten Woche meiner VLCD damals (nix Klinik) mein tägliches Programm.
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am 26.06.2023 12:27:04 | IP (Hash): 1993191564
Fränkin schrieb:
Hallo,
Genauer gesagt: 6-8 Wochen lang mit nur max 50 g KH pro Tag. Keine weiteren Vorgaben, wobei vollwertige KH, gutes Fett und ausreichend Eiweiß vorteilhaft sind. Keine Kcal Beschränkung.
Kennt jemand diese Art von Leberfasten?
Jap, das nennt man auch Keto, wobei man bei Keto sowas um die 30g täglich anpeilt.
Der Körper fängt dann an, Ketone zu bilden, die anstatt der Glykose als Energiequelle genutzt werden.
Kohlehydrate braucht man nicht, der Körper läuft wunderbar zu 95% auf Fettverbrennung.
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am 27.06.2023 08:36:51 | IP (Hash): 332874993
ich möchte nicht in abrede stellen, dass alle oben diskutierten ratschläge echt gut sind.
mir wäre es sowohl in der radikalität wie in der intensutät too much gewesen,
mich mit allerlei argumenten auseinanderzusetzen, die von anderen wiederum als gefährlich angezweifelt werden. da ist man leicht davon erschlagen und traut sich am ende möglicherweise gar nix.
also bei mir hat eine konsequente, auf dauer angelegte umstellung der ernährung auf "normal gesund" geholfen.
nach 1/4 jahr hat meine leber traumhafte werte geliefert und ein wunderschönes bild im ultraschall abgegeben.
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ehemaliger Diabetiker
Bearbeitet von User am 27.06.2023 08:46:34. Grund: rechtschreipunk -
am 27.06.2023 11:34:52 | IP (Hash): 1975360437
An Fasten is überhaupt nix radikal. In einigen Kulturen gehört es traditionell für mehrere Wochen im Jahr zum ganz normalen Leben, und noch vor 100 Jahren war auch bei uns hier in D alltäglich Sattessen (nur satt ohne besonderen Inhalt) für einen großen Anteil der ganz normalen Bevölkerung ein Traum.
Dass Info Haufenweise widersprüchlich kommt, finden wir in allen Bereichen. Dazu gehört auch, dass ne Fettleber Typ 2 macht, denn wieso haben dann die meisten mit Fettleber keinen Typ 2? Und ne Fettleber mit Typ 2 is ja nach 8 Tagen Leberfasten häufig noch lange nicht alles Fett los, wenn die BZ-Regelung wieder normal funzt. Da geht noch immer viel mächtig durcheinander.
Aber Glückwunsch zu deinem Erfolg und Daumendrück für ein langes Leben in der gesunden Spur :)
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7/24 mit wenigen Ausnahmen zwischen 60 und 140 mg/dl in der Form der blauen Kurve ( https://www.bloodsugar101.com/what-is-a-normal-blood-sugar ) sind für mich optimal. Trotzdem will ich gern respektieren, wenn andere anders für sich entscheiden.