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Werte um die 120 und Glukose Trick
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am 22.08.2023 22:15:12 | IP (Hash): 1250624209
Gutenabend allerseits!
Ich habe das Buch „Der Glukose-Trick“ gelesen. Dazu erst ein kurzer Erfahrungsbericht. Es hat mich dazu bewogen nochmal einen Sensor zu bestellen und die Messergebnisse bestätigen vieles was in dem Buch beschrieben wird. Die BZ-Spitzen konnte ich noch weiter abflachen. Vor allem wirksam bei mir sind die im Buch angepriesene Reihenfolge (KH am Ende der Mahlzeit) und Bewegung nach dem Essen (bei mir helfen 10 Minuten Krafttraining mit Gummiband oder 30min Fahrradfahren am besten)
Jetzt aber zu etwas was ich nicht verstehe und hoffe dass jemand von euch es erklären kann. Nach dem Frühstück (Spitze maximal 140) geht der BZ-Wert innerhalb 1-2 Stunden auf 110-120 und dann bis zum Mittagessen bleibt er immer bei 120-125. Er geht nie weiter herunter. Nach dem Mittagessen oder Abendessen geht er öfters unter 105. Nachts meistens 90-100 also das ist prima, würde ich sagen.
Was könnte aber dahinter stecken, dass es vormittags höher bleibt?
Weiß das jemand von euch? -
am 23.08.2023 10:17:48 | IP (Hash): 160582365
Hallo, das müsste dieses Dawn Phänomen sein:
https://www.diabetesde.org/ueber_diabetes/was_ist_diabetes_/diabetes_lexikon/dawn-phanomen
Ich habe das auch, aber nur an manchen Tagen und eher moderat im Zeitraum 9-15 Uhr, nicht wie das oft beschrieben wird von 6 bis 9.
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am 23.08.2023 12:05:48 | IP (Hash): 1415363061
Danke für die Antwort und für den Link.
Das heißt dann, wenn ich es richtig verstehe, dass dies als Symptom der Krankheit zu sehen ist welches nicht durch Ernährungsveränderung beeinflusst werden kann?
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am 23.08.2023 17:36:49 | IP (Hash): 325701348
Erstmal Glückwunsch zu deinem bisherigen zielgerichteten Durchhalten und Erfolg!
Viele von uns haben dieses Dawn-Phänomen. Das war bei mir auch so bis zu meiner Leberentfettung mit der Newcastle Diet vor so um 8 Jahren. Seitdem ist mein Insulinbedarf mehr als halbiert, und ich habe
keinen Morgenanstieg mehr und morgens auch keinen irgendwie höheren Insulinbedarf.
Die Erfahrung passt zu Prof. Taylors Twin Cycle Theorie. Danach sorgen unsere Typ 2 Gene dafür, dass unsere Lebern ab Überschreiten einer persönlichen(!) Fettschwelle zunehmend mehr zu viele Glukose ausgeben. Das ist der erste Regelzyklus.
Der zweite betrifft die Betazellen in der Bauchspeicheldrüse. Genetisch Typ 2 belastet haben auch sie eine individuelle/persönliche Fettschwelle, über der sie zunehmend weniger gut, also abnehmend funktionieren.
An den Typ 2 bedingten Fettschwellen lässt sich bislang in beiden Organen nix ändern. Aber wer die Verfettung bis unter seine(!) Schwellen zurückdreht, kann dann 24/7 wieder völlig gesunde BZ- und Insulinverläufe haben, also praktisch gesund sein - unter 2 Bedingungen:
a) dass die Fehlfunktion noch nicht zu alt zum völligen Zurückdrehen ist. Bis zu 4 Jahren nach der Diagnosereife scheint wohl recht gut zu funktionieren. Mit darüber hinaus zunehmendem Typ 2 Dienstalter wird weniger Verbesserung möglich. Aber mit meinen damals um die 30 Jahren hat es immerhin für die anhaltende gute Halbierung des täglichen Insulinbedarfs gereicht.
b) dass der wiedergewonnene gesunde BZ-Rahmen nicht zu häufig zu weit (auch wieder individuell verschieden) überschritten wird.
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Schon im völlig gesunden Bereich können höhere Blutzuckerspitzen diabetische Beschwerden und Schäden verursachen. Wenn man davon betroffen ist, ist das zuverlässige Vermeiden solcher Spitzen die erste Wahl - geht meistens völlig ohne Arzt und Medis :) -
am 23.08.2023 18:17:28 | IP (Hash): 1250624209
Danke Jürgen für die Antwort.
Du meinst also eine Leberentfettung könnte die Werte am Vormittag normalisieren?
Mein Arzt hat aber im Ultraschall eine Leberverfettung ausgeschlossen. Was soll entfettet werden wenn kein Fett da ist?
Mal zusätzlich gefragt: sind die höheren Werte am Vormittag bedenklich?
Bearbeitet von User am 23.08.2023 19:34:10. Grund: Änderung -
am 23.08.2023 21:01:17 | IP (Hash): 325701348
Wie sich höher als gesunder BZ auswirkt, lässt sich bestimmt erst nach dem Auswirken über mehrere Jahre sagen. Und auch dann nicht mit endgültiger Bestimmtheit. Denn eigentlich können für praktisch jede Auffälligkeit mehrere Verdächtige infrage kommen.
Persönlich mache ich seit Jahren die Erfahrung, dass mein BZ meistens im völlig gesunden Rahmen auf die eine oder andere größere KH-Eingabe auffällig "gelassener" reagiert, als nach mehreren Tagen mit solchen Eingaben. Das verstehe ich so, dass da noch ein Stückchen alte Regelung ist, die im gesunden Rahmen wenigstens noch ein bisschen funktioniert.
Zu Lebendgewicht und Fettgehalt der Leber hat Prof. Taylor in Newcastle herausgefunden, dass der Typ 2 sich nicht nach allgemeinen Regeln richtet. Was zuviel Fett in der Leber ist, ist bei jedem anders. Um die Hälfte der Teilnehmer an der ersten großen Typ 2 Studie in GB von Mitte der 80er bis Anfang der 90er, der UKPDS waren nach aktuellem Standard völlig normalgewichtig.
Und auch ohne Fettleber ist immer Fett in der Leber, denn die macht das aus Glukose. Das ist ein wesentlicher Grund dafür, dass sich bei den meisten Menschen die Glukose nicht im Blut staut, sondern als Triglyzeride die Schwimmhilfen füllt.
Ob wieviel Fett auch immer in der Leber im jeweils ganz persönlichen Fall für höheren BZ am Morgen verantwortlich gemacht werden kann, lässt sich am einfachsten mit ner Woche Newcastle Diet testen. Wenn da nach 7-8 Tagen der Morgen-BZ von einem Tag auf den nächsten von deutlich höher als gesund auf normal sinkt, war’s eben so viel zuvieles Fett, wie in diesen 8 Tagen mit der knappen Diät aus der Leber verbraucht worden ist.
Diese eine Woche war damals mein Test. Und wo sich noch am 7. Tag nichts geändert hatte, hatte ich meinen Spott-Text schon auf dem Schirm für das Forum, in dem diese damals Neuigkeit eifrig diskutiert wurde. Und dann brauchte ich plötzlich am 8. Tag nur noch 1 Viertel meiner 24-Stunden-Dosis vom Basal-Insulin! Und das ist mit kleinen Schwankungen bis heute so geblieben.
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Schon im völlig gesunden Bereich können höhere Blutzuckerspitzen diabetische Beschwerden und Schäden verursachen. Wenn man davon betroffen ist, ist das zuverlässige Vermeiden solcher Spitzen die erste Wahl - geht meistens völlig ohne Arzt und Medis :) -
am 24.08.2023 10:53:30 | IP (Hash): 160582365
Wenn eine Fettleber ausgeschlossen wurde wird vom Arzt keine Therapie kommen. Bei mir hieß es über Jahre dass ich sie habe (aber kein Diabetes), Ratschläge gingen Richtung Ernährungsumstellung. Nach der Diabetes-Diagnose habe ich massiv die Ernährung umgestellt, schon war die Fettleber weg. Man muss übrigens nicht diese Crash-Entgiftung machen, es reicht auch eine gesunde Ernährungsweise.
Trotz meiner sehr guten Werte (Hb1Ac 5,2, LDL um die 140, HDL um die 50, Triglyceride bei vorher nie dagewesenen 67) habe ich manchmal diesen Nüchternanstieg des BZs in der ersten Tageshälfte. Die Diabetologin meinte es gibt ca. 10 Subtypen von Diabetes Typ 2, eins davon wäre durch einen höheren Nüchternzucker, sonst aber völlig normalem Verhalten nach dem Essen charakterisiert. Nüchternwerte bis 120-130 tagsüber findet sie eher unproblematisch.
Du kannst mal versuchen weiter mit einer guten Ernährung dagegen zu steuern und das Ganze beobachten.
Bearbeitet von User am 24.08.2023 10:54:19. Grund: Präzisierung -
am 24.08.2023 17:56:11 | IP (Hash): 1669035887
Bei manchen funktioniert die Wiederherstellung des gesunden BZ-Verlaufs "einfach nur" mit weniger Essen. Bei anderen bleibt damit vor allem der Morgenanstieg.
So viel oder wenig, wie ich in der Woche bis zu meiner Nüchternzucker-"Normalisierung" abgenommen hatte, hatte ich in den Jahren davor schon mehrfach abgenommen, ohne dass das messbaren Einfluss auf meinen Insulinbedarf gehabt hätte.
Ich gehe also schon davon aus, dass das nahezu Fasten einen wesentlichen Einfluss auf die Normalisierung hat. Dazu passt auch, dass die Normalisierung bei Schwerstgewichten genau ne Woche nach deren bariatrischer OP eintritt. Und dieser Eintritt ist völlig unanbhängig davon, wieviel die wiegen und mit wieviel Fett in der Leber die anfangen und wieviel konkret an Fett in dieser Woche abgebaut wird: Der plötzliche Abbau scheint einen auslösenden Einfluss auf die Wiederherstellung des gesunden Steuerprozesses zu haben.
Ein bisschen stört mich der Begriff "Entgiftung".
Denn das Fett, das da aus der Leber verbraucht wird, ist schlicht so viel zuviel einverleibte Energie, dass der Organismus sie nicht mehr ordentlich speichern kann. Dabei ist völlig unerheblich, woher diese zuviele Energie stammt, also egal ob aus gesundem oder ungesundem Essen.
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Schon im völlig gesunden Bereich können höhere Blutzuckerspitzen diabetische Beschwerden und Schäden verursachen. Wenn man davon betroffen ist, ist das zuverlässige Vermeiden solcher Spitzen die erste Wahl - geht meistens völlig ohne Arzt und Medis :) -
am 25.08.2023 13:45:44 | IP (Hash): 662392331
Danke gdmircea für dein Rat. Ich habe leider nicht ganz so gute Werte (HBA1C 6,3), und ich befürchte dass die hohen Werte am Vormittag eine große Ursache sind fürs nicht heruntergehen des Langzeitswerts. Spitzen nach dem Essen habe ich nämlich kaum.
Aber Jürgens Plädoyer für Fasten…. Da bin ich skeptisch. Einerseits eben weil laut Ultraschall keine fettleber vorhanden ist, andererseits weil ich mich davor fürchte. Hat jemand mit Normalgewicht das schon mal versucht? Wie war die Erfahrung? Nimmt man sich dafür Urlaub? Ich schätze es ist total schwierig mit leerem Magen zu arbeiten? -
am 25.08.2023 14:24:53 | IP (Hash): 804131777
Also bitte, 6,3 ist doch wohl ein super Wert! Dafür ist der LDL Wert bei gdmircea mit 140 nicht ganz so toll… Bei mir ist es ähnlich, 6,4, keine Fettleber, schlank und Fasten habe ich auch noch nicht versucht. Ich jongliere dafür immer noch mit dem Essen und versuche da etwas zu optimieren. Habe allerdings noch keinen optimalen Weg gefunden und auch keine Regel, nach denen mein Körper reagiert.