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Ist 155mg/l nach extrem süßem Essen zu viel?

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    Mitglied seit: 02.09.2023
    am 02.09.2023 23:30:04 | IP (Hash): 329297843
    Hallo liebes Forum,
    ich habe dieses Forum gerade entdeckt und bin ganz dankbar, eine Frage stellen zu können.
    Ich messe meinen Blutzucker öfter mal, obwohl ich kein Diabetes diagnostiziert bekommen habe. Und am Morgen liegt mein Nüchtern Wert meistens kurz unter 100. Das ist doch normal, oder? Doch gestern habe ich meinen Blutzucker gemessen, nachdem ich etwas sehr Süßes gegessen habe und habe mich sehr erschrocken, weil er bei 155 lag. Ich esse leider auch zu häufig. Vielleicht nicht unbedingt süß. Aber einfach mit zu wenigen längeren Pausen, denke ich.
    Meint Ihr, ich muss mir Sorgen machen, wegen dem gemessenen Wert? Gerade lag er bei 121mg. Ich kenne mich mit Diabetes wirklich nicht gut aus. Ich hoffe, Ihr könnt mir evt. helfen?
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    Mitglied seit: 02.09.2023
    am 03.09.2023 00:05:30 | IP (Hash): 666288645
    155 mg/dl ist nicht gefährlich hoch. Allgemein kann man auch sagen dass Blutzuckerschwankungen bei normalen Menschen auch normal sind, weil der Körper halt auch Zeit braucht auf den Zuckeranstieg im Blut mit der korrekten Menge an Insulin zu reagieren.

    Der Körper reagiert erst chemisch ab ca 220 mg/dl mit der Ausschüttung von Keton. Wenn ab dem Zeitpunkt eine Senkung des Blutzuckerspiegels über die Bauchspeicheldrüse (mit Insulin) nich erfolgreich war.

    Also nur zum Vergleich ich verliere erst mit einem Wert von weit über 500 mg/dl das Bewusstsein, weil der Glukose Wert für das Gehirn zu toxisch geworden ist.

    Langzeitfolgen können auch normale Menschen am besten noch mit einem HBA1C Wert beim Arzt beurteilen.
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    am 03.09.2023 10:27:40 | IP (Hash): 1977976339
    Max_Schmidt schrieb:
    Der Körper reagiert erst chemisch ab ca 220 mg/dl mit der Ausschüttung von Keton. Wenn ab dem Zeitpunkt eine Senkung des Blutzuckerspiegels über die Bauchspeicheldrüse (mit Insulin) nich erfolgreich war.


    Nö, der Körper reagiert mit der Bildung von Ketonen, wenn er die Zellen nicht mehr ausreichend mit Glucose versorgen kann, und deshalb Fett in Ketone metabolisiert. Dieses ist erstmal völlig unabhängig vom Blutzucker. Siehe z.B. ketogene, also extrem kohlenhydratarme, Ernährung.
    Bis 0,6 mmol/l im Blut gilt als normaler Wert bei kohlenhydrate-basierter Ernährung und steigt bei ketogener Ernährung auf bis zu 3mmol/l.

    Eine Ketoazidose entsteht bei extremen bis absolutem Insulinmangel und beginnt mit einer Ketose. Dabei werde neben den zu vielen Ketonen große Mengen von Kalium und Natrium ausgeschieden. Der Körper übersäuert.
    Diese kann z.B. bei Anwendung von SGLT-2-Hemmern ohne erhöhte Blutzuckerwert auftreten, weshalb diese für Typ1er nicht mehr zugelassen sind.

    Max_Schmidt schrieb:
    Langzeitfolgen können auch normale Menschen...


    Wir sind normale Menschen!!!
    Bearbeitet von User am 03.09.2023 10:31:21. Grund: Korrektur
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    am 03.09.2023 12:01:02 | IP (Hash): 1236786101
    Max_Schmidt schrieb:
    155 mg/dl ist nicht gefährlich hoch. Allgemein kann man auch sagen dass Blutzuckerschwankungen bei normalen Menschen auch normal sind, weil der Körper halt auch Zeit braucht auf den Zuckeranstieg im Blut mit der korrekten Menge an Insulin zu reagieren.

    Der Körper reagiert erst chemisch ab ca 220 mg/dl mit der Ausschüttung von Keton. Wenn ab dem Zeitpunkt eine Senkung des Blutzuckerspiegels über die Bauchspeicheldrüse (mit Insulin) nich erfolgreich war.

    Also nur zum Vergleich ich verliere erst mit einem Wert von weit über 500 mg/dl das Bewusstsein, weil der Glukose Wert für das Gehirn zu toxisch geworden ist.

    Langzeitfolgen können auch normale Menschen am besten noch mit einem HBA1C Wert beim Arzt beurteilen.



    Vielen Dank, euch beiden!
    Allerdings bin ich jetzt nicht schlauer, als vorher. Welche Antwort stimmt denn nun?
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    am 03.09.2023 13:24:21 | IP (Hash): 1977976339
    Sorry, dass ich dich mit meiner Richtigstellung zum Thema Ketone verwirrt habe.

    Deine Werte sind im Rahmen eines gesunden Blutzuckerverlaufs.
    Bearbeitet von User am 03.09.2023 13:26:23. Grund: Korrektur
     1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag.
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    am 03.09.2023 18:02:10 | IP (Hash): 1300553252
    https://www.bloodsugar101.com/what-is-a-normal-blood-sugar Da steht gleich zu Anfang ne umfassende Grafik zum Blutzucker- und Insulin-Verlauf nach dem Essen.
    Wie da was zusammenhängt, und dass größere Schwankungen und Spitzen auch für Menschen ohne Diabetes auf die Dauer nicht gesund sind, finde ich super lesbar dargestellt in "Der Glukose-Trick".

    ----------------------------------------------
    Schon im völlig gesunden Bereich können höhere Blutzuckerspitzen diabetische Beschwerden und Schäden verursachen. Wenn man davon betroffen ist, ist das zuverlässige Vermeiden solcher Spitzen die erste Wahl - geht meistens völlig ohne Arzt und Medis :)
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    am 03.09.2023 19:33:25 | IP (Hash): 1236786101
    Heißt das denn, dass 155 eine "Spitze" ist? Ab welcher Höhe kann man von "zu hoch sprechen"? Auch wenn man noch nicht gleich von Diabetes sprechen muss? Ich hatte früher, so meine ich, nie Werte von über 140.
    Und wie kann man höhere Werte, auch wenn man noch "gesund" ist, vermeiden? Durch ketogene Ernährung?
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    am 03.09.2023 20:31:33 | IP (Hash): 1977976339
    Die 155mg/dl sind eine kleine Spitze, eher ein Hügel, aber bedingt durch viel Zucker und in dem Zusammenhang auch völlig ok. Mal davon abgesehen, dass die Messgeräte für zuhause oft nicht besonders genau messen.

    Lass dich bitte nicht verunsichern und ernähre dich gesund und ausgewogen.
    Dabei ist auch mal was Süßes total ok, solange es nicht mehrmals täglich in (über-) großen Mengen ist.

    Ich sehe bei dir im Moment keine Entwicklung in Richtung Diabetes!
    Warum misst Du eigentlich regelmäßig deinen Blutzucker?
    Bearbeitet von User am 03.09.2023 20:35:14. Grund: Ergänzung
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    am 04.09.2023 10:44:05 | IP (Hash): 1895381784
    Danke für Deine Antwort!
    Ich habe eine Schilddrüsenerkrankung und bin deswegen schon seit Jahrzehnten mit Hormonen befasst. Aktuell merke ich seit einigen Monaten Kribbeln an den Füßen und Händen, als auch eine verschlechterte Sehkraft. Und ich bin auch schlecht konzentriert, as auch vergesslich. Das kann natürlich auch etwas mit den Wechseljahren zu tun haben. Aber ich hatte sonst nüchtern am Morgen einen Blutzucker von unter 100. Und jetzt liegt er oft bei kurz über 100.
    Wie kann man denn gut vorsorgen, wenn man den Blutzucker nicht zu hoch haben möchte? Viel Bewegung ist mir bekannt. Ich würde ansonsten noch auf wenige Mahlzeiten am Tag tippen. Also, intermittierendes Fasten. Ist das richtig? Zu viel Süßes und zu viele Kohlenhydrate esse ich sowieso nicht.
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    am 04.09.2023 11:47:23 | IP (Hash): 1169571269
    Hallo James,

    bei diesen BZ-Werten brauchst du wirklich keine Angst vor einer Diabetesentwicklung zu haben. Von Diabetes ist weit und breit keine Anzeichen zu sehen und auch Prädiabetes scheint noch ganz weit weg zu sein. Die 155mg/dl nach einer Zuckerbombe sagen dir lediglich, dass du so etwas nicht regelmäßig mehrmals am Tag essen solltest. Wenn du das sowieso nicht machst, kannst du den Wert ganz einfach abhaken.

    Die andere Frage ist einfach und schwierig zugleich; Um eine Diabetesntwicklung zu vermeiden, brauchst du dich nur gesund zu ernähren. Das Problem ist, dass dir niemand genau sagen kann, was wirklich gesund ist. Selbst in der Fachwelt existieren dazu die unterschiedlichsten Meinungen, die sich zum Teil auch widersprechen. Ich halte viel vom intermittierenden Fasten, aber nur dafür musst du diesen großen Aufwand nicht betreiben. Auf jeden Fall könnte es sinnvoll sein, die Pausen zwischen den Mahlzeiten einzuhalten und nicht laufend zwischendurch zu snacken. Allerdings dürften auch hierabei gelegentliche Ausnahmen überhaupt nichts ausmachen. Wenn du bereits bei den Kohlenhydraten auf dei Menge und die Qualität achtest, dann ist das bestimmt auch gut und hilfreich, um eine Diabetesentwicklung zu vermeiden.

    Alles Gute, Rainer

    ____
    Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
    Bearbeitet von User am 04.09.2023 22:21:24. Grund: BBCodes
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