Willkommen Gast! Um alle Funktionen zu aktivieren musst Du Dich Anmelden oder Registrieren.
Längere Geschichte, Antworten gesucht
-
am 04.09.2023 13:44:36 | IP (Hash): 411135242
Hallo zusammen,
kurz zu meiner Person:
Ich bin 29 Jahre alt, hab einen 3 Monate alten Sohn und bin 1,63 groß und wiege zurzeit 46 Kilo.
Vor circa 5 Jahren fingen meine Symptome an (z. B. heiße Wangen, zum Teil taube Zehen, tauber oberer Rücken, Extrasystolen, Herzrasen, Durchfall, Schwindel).
Ich bin im wahrsten Sinne des Wortes auf den Kopf gestellt worden, nicht nur körperlich sondern auch psychisch. Herzkatheter Untersuchung, langjährige Therapie, und viele Arzt Besuch und Blutuntersuchungen. Es stellte sich dann gegen Ende 2021 heraus, dass es wohl eine Histaminintoleranz sei. Dies bestätigte sich (soweit dies möglich ist) nach einer Ausschluss Diät (alles histaminhaltige weglassen).
Seit dem ernähre ich mich vollständig histaminfrei, war aber leider nie wirklich komplett symptomfrei.
Im Oktober 2022 bin ich dann schwanger geworden und hab unseren kleinen Sohn im Mai bekommen. Trotz der diagnostizierten Schwangerschaftsdiabetes war er nur 2.600 Gramm schwer und ich hab nur 9 Kilo zugenommen. Die Diagnose Schwangerschaftsdiabetes bekam ich im Februar (der kleine Glukosetest war nach einer Stunde bei 176 und der Große nach einer Stunde bei 253 und nach zwei bei 200).
Nachdem ich dann ab Februar recht regelmäßig meinen Blutzucker bestimmt habe, fiel auf, dass meine Werte immer top waren, außer die Werte nach dem Essen (Nüchternwerte von 60 - 75). Daher wäre es also auch vor der Schwangerschaft nicht aufgefallen, hätte dort schon eine Störung vorgelegen, da das Blutabnehmen ja meist morgens erfolgt und da immer alles super ist. Auch mein Langzeitzuckerwert ist top!
Im März, also zu Beginn, sollte ich auch noch Insulin spritzen, was wir danach jedoch weggelassen haben, weil mein Sohn wie oben beschrieben immer sehr zierlich war.
Nach der Schwangerschaft (die drei Wochen früher endete als geplant aufgrund von plötzlichem Bluthochdruck und einer sich anbahnenden Schwangerschaftsvergiftung) hat mein Bauchgefühl mir gesagt, dass ich es nicht los geworden bin und nach ein paar mal Blutzucker messen war sofort klar, dass ich mit meinem Bauchgefühl recht hatte. Ich bin dann circa 7 Woche nach der Geburt (recht früh) noch mal zum großen Zuckertest (Belastungstest) gegangen. Mein Wert nach zwei Stunden lag bei 292. Leider ist zwei Stunden nach der Messung mein Wert auf unter 50 abgekracht und ich war unterzuckert (ohne die Gabe von Insulin).
Meine Diabetes Beraterin sagte mir, dass meine Insulin Produktion nüchtern bei 1,xy sei und als die den Wert von 292 gemessen haben war dieser Wert „Insulin-Produktionswert“ bei 8,6. Weiß leider nicht, welche Einheit das ist, das wurde mir nur so erklärt. Das heißt tendenziell produziere ich scheinbar Insulin und auch ausreichend, aber leider verzögert.
Da ich keine Antikörper habe, ist ein Diabetes Typ 1 ausgeschlossen. Für Diabetes Typ 2 entspreche ich nicht der Norm. Daher wurde mein Blut ans Genlabor geschickt und mein Arzt vermutete, dass es eine der Mody Formen sein könnte. Heute hab ich das Ergebnis bekommen, dass dem nicht so ist. Was mich natürlich sehr freut, gerade auch für meinen Sohn, jedoch auch vor ein weiteres Rätsel stellt.
Aktuell soll ich nicht spritzen und versuchen unter 180/200 zu bleiben. Das Spritzen haut mich zu oft in den Unterzucker, weil meine Werte nach dem extremen Anstieg ja auch rasant wieder sinken. Ich hab bereits, dass „schnellste“ Insulin, aber auch das hält sich ja bis zu 3 Stunden. Mit vielen kleinen Mahlzeiten, EXTREM bewusster Ernährung und Bewegung, hoffe ich es zu schaffen. Ich weiß nicht, ob das allgemein so ist, oder nur bei mir aber es ist einfach so super unberechenbar, wann ich welches Essen vertrage. Es bedeutet nicht, dass es mittags immer gleich gut geht. Das gleiche Essen an zwei Tagen kann zu jeder Uhrzeit vollkommen unterschiedlich ausfallen.
Naja, nun hoffe ich irgend wie auf diesem Wege jemanden zu finden, der Ähnliches erlebt hat, vielleicht mehr Kenntnisse hat als ich (Fachliteratur bezieht sich eher auf die „allgemeine Form“) oder irgend was weiß, was wir übersehen haben. Vielleicht kann eine Schwangerschaftsdiabetes doch noch länger andauern (ich stille meinen Sohn voll)? Obwohl wir eher vermuten, dass meine vorherigen Symptome vielleicht doch auch schon mit erhöhtem Blutzucker in Verbindung stehen könnten. Kann es trotz meiner „ich bin nicht in der Norm“ ein Diabetes Typ 2 sein? Kann ich dann irgend was tun, um ihn loszuwerden?
Ich bedanke mich vorher schon mal und hoffe sehr, dass sich jemand meldet! Und falls noch Infos fehlen, immer her mit den Fragen 😊
Liebe Grüße
NewMama -
am 04.09.2023 16:04:22 | IP (Hash): 1169571269
NewMama schrieb:
Aktuell soll ich nicht spritzen und versuchen unter 180/200 zu bleiben.
Hallo neue Mama,
Glückwunsch zum Sohn und viel Freude mit ihm. 😊
Was du beschreibst, klingt stark nach alimentären Hypoglykämien, der verpäteten und dann überschießenden Insulinausgabe. Vielleicht findest du unter diesem Stichwort weiter Erklärungen und Handlungsvorschläge. Was du machst, nach den Mahlzeiten möglichst unter 180/200 zu bleiben, ist goldrichtig. Je höher du den BZ werden lässt, desto kräftiger ist danach der Absturz.
Eine normale Insulinkurve kannst du dir hier ansehen:
https://en.wikipedia.org/wiki/Insulin#/media/File:Suckale08_fig3_glucose_insulin_day.png
(Quelle: Wikipedia, Insulin)
Deine 8,6mIU/l musst du mit 7 multiplizieren, um auf die dort angegebenen pmol/l zu kommen. Die 60pmol/l sind natürlich viel zu niedrig bei dem hohen BZ-Wert. Das ausreichende Insulin kommt dann, wie du schon feststellen konntest, viel zu spät und übrschießend.
Ich drück dir die Daumen, dass dein BZ mit mehr Abstand zur Geburt wieder etwas mehr normalisiert - die Chance besteht auf jeden Fall.
Alles Gute für dich und deinen Sohn, Rainer
____
Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
Bearbeitet von User am 04.09.2023 16:14:11. Grund: BBCodes -
am 04.09.2023 22:01:35 | IP (Hash): 2129830201
Schließe mich Rainer an. Zusätzlich
Für’s beschwerdefreiere Auskommen mit einem eigentlich und meistens recht gesunden Blutzucker ist "Der Glukose-Trick" nach meiner bisherigen Lektüre die beste Hilfe.
Hoffentlich kannst Du die Nächte wenigstens wieder einigermaßen durchschlafen :)
----------------------------------------------
Schon im völlig gesunden Bereich können höhere Blutzuckerspitzen diabetische Beschwerden und Schäden verursachen. Wenn man davon betroffen ist, ist das zuverlässige Vermeiden solcher Spitzen die erste Wahl - geht meistens völlig ohne Arzt und Medis :) -
am 04.09.2023 22:34:38 | IP (Hash): 411135242
Hallo Rainer,
vielen Dank für deine schnelle Antwort und deine Glückwünsche!
Und ja, wir haben sehr sehr viel Freude an unserem kleinen Spatz! 😊
Ich hab das von dir genannte mal gegoogelt, stoße aber da eher nur auf Leute, die ohne so krasse Spitzen in den Unterzucker katapultiert werden. Da muss ich mich also mal tiefer einlesen, das war jetzt nur der erste Eindruck! Ist aber ein super Ansatz und werd ich mir mal weiter anschauen.
Und meinst du tatsächlich, es bestehe eine Chance, das sich das noch ändert? Ich hoffe ja immer noch, dass es sich nach dem Stillen aufgrund der veränderten Hormonlage ändert. Aber eigentlich wirkt sich Stillen ja eher positiv auf den Blutzucker aus.. Aktuell ist es eine echte Challenge, weil ich pro Tag in etwa 7-10 KE schaffe, um bei meinen Zielwerten zu bleiben und ich müsste eigentlich eher doppelt so viel essen. Ich bin was das angeht, also allgemein die Ernährung super diszipliniert, dadurch, dass ich mich ja bereits durch die Histaminintoleranz extrem umstellen musste.
Ich wünsche noch einen schönen restlichen Abend/Nacht. -
am 04.09.2023 22:40:22 | IP (Hash): 2129830201
welche Zielwerte?
----------------------------------------------
Schon im völlig gesunden Bereich können höhere Blutzuckerspitzen diabetische Beschwerden und Schäden verursachen. Wenn man davon betroffen ist, ist das zuverlässige Vermeiden solcher Spitzen die erste Wahl - geht meistens völlig ohne Arzt und Medis :) -
am 04.09.2023 22:42:31 | IP (Hash): 411135242
Hallo Jürgen,
auch dir vielen Dank für deine Antwort! 😊
Das Buch werde ich mir mal bestellen, auch wenn ich, das denke ich zumindest, in Sachen Ernährung bereits recht gut aufgeklärt bin. Aber man lernt nie aus und das Thema Diabetes ist für mich tendenziell ja erst einmal neu. Aktuell schaffe ich, hatte ich oben schon geschrieben nur so 7-10 KE am Tag, um bei meinen Zielwerten zu bleiben.
Ich weiß nicht, ob das standardmäßig deine Signatur ist, aber damit hast du vollkommen recht. Hab mich dahingehend schon eingelesen und gerade die Spitzen sind so enormer Stress für den Körper. Daher bin ich da echt super vorsichtig und möchte meinem Körper diesen Stress ersparen. Wobei ich ja tatsächlich vermute, dass ich es bereits vor der Schwangerschaft hatte und somit meinen Körper schon eine ganze Weile quäle. Gut, dass ich seit Jahren eine sehr gute Ernährung pflege und sehr darauf achte, was ich esse. So hab ich vielleicht das schlimmste vermeiden können…
Die Nächte sind leider noch recht unruhig, aber das wird bestimmt im Laufe der Zeit! 😊
Liebe Grüße -
am 04.09.2023 22:43:46 | IP (Hash): 411135242
Aktuell ist das Ziel nicht über 180/200 zu kommen.. -
am 04.09.2023 23:19:26 | IP (Hash): 2129830201
Ich lese solche Bücher immer in der Cloud. Einmal, weil die Version in aller Regel weniger kostet, und dann, weil ich die Anmerkungen zu den Quellen meistens direkt anklicken und dann die wissenschaftliche Grundlage für die entsprechende Aussage lesen kann.
Nach deiner Vorgeschichte würde ich an deiner Stelle mit weniger KHs den Zielrahmen auf 140-160 mg/dl verkürzen und statt der KHs satt(!) an Gemüse und Fett und Protein essen. Deutlich mehr Fett würde ich auch dann nehmen, wenn ich der Überzeugung wäre, dass das auf Dauer schädlich wäre. Denn einige Monate sind weit von auf Dauer!
----------------------------------------------
Schon im völlig gesunden Bereich können höhere Blutzuckerspitzen diabetische Beschwerden und Schäden verursachen. Wenn man davon betroffen ist, ist das zuverlässige Vermeiden solcher Spitzen die erste Wahl - geht meistens völlig ohne Arzt und Medis :) -
am 05.09.2023 00:54:42 | IP (Hash): 411135242
Hallo Jürgen,
danke für deine erneute Antwort!
Ich hab Bücher gern immer zur Hand, vielleicht ein bisschen Oldschool, aber für mich irgend wie die bessere Variante.
Weniger KEs sind zurzeit leider nicht möglich. Ich versuche es bereits mit so wenig wie möglich, jedoch nehme ich kontinuierlich weiter ab und kann nicht riskieren, noch mehr Gewicht zu verlieren. Nicht nur in Bezug aufs Stillen sondern allgemein bin ich schon jetzt sehr stark im Untergewicht.
Ich esse auch in der Menge recht viel, aber halt wirklich sehr „KE-arm“.
Ich esse morgens 2 Eiweißbrote (1 KE) mit viel Butter und Käse/Putenbrust Aufschnitt ggf. noch mit Rührei. Vormittags dann Rohkost. Danach esse ich 1 EL Haferflocken mit Joghurt und ggf. einem halben grünen Apfel (2-2,5 KE). Und abends gibt es Fleisch (Hähnchen oder Rind)/Fisch, reichlich Gemüse und jeweils 2 Portionen von Nudeln, Reis oder Kartoffeln (2 KE).
Das kann eine Gemüse Lasagne sein (mit viel Käse und Creme Fraiche) oder eine Spaghetti Bolognese mit viel Hackfleisch, ein Hähnchen Bollen. Immer unterschiedlich!
Zwischendurch esse ich viele Nüsse, mache mir über Tag Salate (z. B. Kohlsalat) oder trinke mal ein Glas Milch (1 KE). Zum Teil backe ich auch Quarkkuchen der pro Stück ebenfalls maximal 1 KE hat. Oder hab noch Reste vom Vortag, die ich zwischendurch esse.
Oder ich esse noch ein Eiweißbrot zwischen durch (0,5 KE).
Aber das ist glaub ich wirklich das mindeste an KEs das ich schaffe. Meine Diabetesberaterin sagt, ich solle besser so auf 10 KEs am Tag kommen. Das schaffe ich aber aktuell nicht.
Liebend gern würde ich meinen Zielrahmen auf 160 umlegen, aber so genau beeinflussen lässt sich das leider schwer, weil Gerichte, die am Vortag noch super geklappt haben, können am darauffolgenden Tag zu einer Spitze führen.
Die 180 erreiche ich auch lange nicht bei jeder Mahlzeit, um das mal dazuzuschreiben. 🙏
Liebe Grüße -
am 05.09.2023 13:15:27 | IP (Hash): 410056412
Hallo NewMama,
zuerst mal zu dem von Jürgen empfohlenen Buch: Glukosetrick.
Du brauchst nicht das ganze Buch zu lesen. es geht nur um die 5 Tricks, die auch hier im Artikel aufgeführt sind:
https://www.focus.de/gesundheit/news/hacks-von-der-glucose-goddess-mit-diesen-fuenf-tricks-macht-essen-nicht-mehr-so-dick_id_194762847.html
Lass dich nicht dadurch verwirren, dass der Artikel auf Übergewichtige ausgerichtet ist. Im Buch ist es nicht so und es geht auch wirklich nur um die Reduzierung des BZ-Anstiegs.
Wenn allerdings jemand behauptet: „Die Hacks in diesem Buch funktionieren bei uns allen“, wie es die Autorin tut und wie wir es auch immer wieder von Jürgen zu hören bekommen, dann ist das natürlich Quatsch. Bei mir tut sich z.B. am BZ nichts, wenn ich mich nach dem Essen bewege. Also musst du ausprobieren, was bei dir etwas bringt.
Zu besonderer Vorsicht würde ich auch bei der Apfelessigempfehlung raten. Ich habe das wegen eines anderen Problems (SIBO) ein paar Tage gemacht und musste feststellen, dass ich damit Gewicht verliere. Eventuell wirkt es so, dass weniger Glukose aus dem Darm aufgenommen wird, wodurch der BZ weniger ansteigt, aber dem Körper auch weniger Glukose zur Verfügung steht. Das ist natürlich von mir nur eine vage Vermutung, die dich zur Vorsicht sensibilisieren soll. Für dich wäre das dann ein Nullsummenspiel, du dürftest mehr Glukose essen und musst das aber auch tun, um nicht weiter Gewicht zu verlieren. Probiere es bei dir aus und entscheide dann, was bei dir wirklich hilft und was nicht.
Viel Erfolg, Rainer
____
Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
Bearbeitet von User am 06.09.2023 11:08:41. Grund: BBCodes