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Längere Geschichte, Antworten gesucht

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    am 05.09.2023 17:15:35 | IP (Hash): 1072352630
    Es gibt zwei Grenzen, wann man einen Diabetes nicht mehr ohne Medikamente behandeln kann:
    - Insulinmangel: man braucht somit Insulin (Typ1)
    - Man nimmt unter der KH-reduzierten Diät viel zu stark ab

    Bei dir würde ich definitiv zweites als erfüllt sehen, trotz starker KH Reduktion weiterhin Spitzen bis 180-200 und dazu noch starke Gewichtsabnahme/Untergewicht.
    So geht es ja langfristig nicht weiter!

    Sprich mit deinem Arzt, ob es T2 Medikamente gibt, die explizit aus die Mahlzeiten-Spitzen wirken. Da bin ich mir nicht sicher, ist ja auch nicht mein Thema.

    Falls nicht, würde ich an deiner Stelle mit einem der "Turbo"-Insuline (Fiasp oder Lyumjev) und zusätzlichen Spritz-Ess‐Abstand (vorsichtig ausprobieren) arbeiten. Ich kenne einige Erzählungen von T1 Lada, die in der Remissionsphase ähnliche BZ Verläufe hatten (erst Hoch nach Mahlzeit, dann unterzuckerung ohne Insulin). Denjenigen hat es sehr geholfen, wenn sie eine kleine Menge Insulin gespritzt haben zum Essen, dann gab es eine weniger hohe Spitze und in Folge keine Unterzuckerung. Auch wenn du keinen Typ1 Lada hast, könnte ich mir gut vorstellen, dass das auch bei dir funktioniert. Bei alimentäre Hypos (Unterzuckerung nach einer starken BZ Spitzen nach dem Essen) hilft es ja auch, die BZ Spitzen zu reduzieren, idealerweise durch die Ernährung/KH Begrenzung. Bei dir ist mit starken Untergewicht aber hier eine Grenze erreicht!a, deshalb Reduzierung dieser BZ Spitzen durch Medikamente.

    Übrigens MODY kann kaum ausgeschlossen sein. Es gibt viele verschiedene Arten Mody 11 oder so. Manche sehr selten, andere häufiger, wenn ein MODY vorliegt. Der Arzt testet kaum alle Varianten, sondern nur die häufigsten (1, 2 oder 3) oder er hat einen konkreten Verdacht. Die Kosten für einen Test auf eine der Mody Varianten liegen meines Wissens nämlich im vierstelligen Bereich.

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    am 05.09.2023 19:41:29 | IP (Hash): 1053703544
    Mit weniger KHs wird nur dann abgenommen, wenn die KHs trotz Verringerung die Hauptenergiequelle bleiben.

    Die KHs vor allem mit Fett in dem Maße zu ersetzen, in dem Energie wenigstens für’s Gewichthalten gebraucht wird, hatte ich oben ja schon mal vorgeschlagen. Für einige Wochen zum Ausprobieren müsste das auch mit Old-School Fettangst gehen, auch wenn die längst keine medizinisch haltbare Begründung mehr hat.

    Für Julys Insulinstrategie braucht es a) ne ärztliche Verschreibung und b) schon etwas tieferes sachliches Reinknien und ausprobieren, bis die passende Menge zur passenden Zeit sicher steht. Denn die muss ja den Anstieg bremsen und rechtzeitig dafür niedrig genug stoppen, dass die eigene Insulinausgabe gar nicht erst volle Pulle loslegt.

    Intensivere Bewegung direkt nach dem Essen sorgt bei allen Menschen mit ner normal gesunden und ner Typ 2 verstärkten Insulinausgabe für weniger hohe postprandiale Spitzen. Je weniger Insulin dann z.B. mit MODY Varianten oder dann auch Typ 1 zur Verfügung steht, desto weniger Spitzenabbau bis hin zu verstärktem Spitzenaufbau.

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    Schon im völlig gesunden Bereich können höhere Blutzuckerspitzen diabetische Beschwerden und Schäden verursachen. Wenn man davon betroffen ist, ist das zuverlässige Vermeiden solcher Spitzen die erste Wahl - geht meistens völlig ohne Arzt und Medis :)
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    am 05.09.2023 20:35:27 | IP (Hash): 1072352630
    hjt_Jürgen schrieb:
    Mit weniger KHs wird nur dann abgenommen, wenn die KHs trotz Verringerung die Hauptenergiequelle bleiben.

    Die KHs vor allem mit Fett in dem Maße zu ersetzen, in dem Energie wenigstens für’s Gewichthalten gebraucht wird, hatte ich oben ja schon mal vorgeschlagen. Für einige Wochen zum Ausprobieren müsste das auch mit Old-School Fettangst gehen, auch wenn die längst keine medizinisch haltbare Begründung mehr hat.




    Nur zur Info der BMI liegt unter 17,5!! Das ist starkes Untergewicht und somit ist diese Ernährung definitiv nicht mehr tragbar. Mit ein bisschen mehr Fett (sie schreibt, sie ist viel und ist dadurch satt!) ist es nicht getan!

    @TE bitte höre mit dieser Diät auf, esse mehr, um zuzunehmen und schaue dass du deine BZ Werte mit anderen Methoden in den Griff bekommst. Medikamente sind in deinem Fall keine Schande. Und Insulin richtig dosiert, kann wirklich helfen (auch wenn es anfangs Arbeit ist)

    Auch weil du stillst, ist dein Gewicht VIEL zu niedrig!!

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    am 05.09.2023 21:33:44 | IP (Hash): 1053703544
    July95 schrieb:
    Nur zur Info der BMI liegt unter 17,5!! Das ist starkes Untergewicht und somit ist diese Ernährung definitiv nicht mehr tragbar. Mit ein bisschen mehr Fett (sie schreibt, sie ist viel und ist dadurch satt!) ist es nicht getan!


    Nicht "ist" starkes Untergewicht, sondern "gilt heute als" starkes Untergewicht. Ich bin Baujahr 47. Die Mütter von damals hatten weit überwiegend mehrheitlich noch sehr viel weniger als 17,5. Und die haben alle gestillt und lange, weil's damals noch lange kein Hipp gab. Und die haben mehrheitlich aus heutiger Sicht unvorstellbar hart gearbeitet und erstaunlich lange gelebt!

    UND ich hab nicht von ein bisschen mehr Fett geschrieben, sondern als Ersatz für die KHs, die sie für's Gewichthalten essen müsste: Nicht nur in der Not kann der Mensch die Wurst auch ohne Brot essen! Und klar kann frau sich an Kohlsalat gefühlt satt essen, aber der enthält und liefert keine Energie, wenn sie da z.B. keine dicke Ścheibe Butter dran macht.

    Und wenn mit mehrfachen Versuchen, den BZ-Anstieg nach einem Essen (für's bessere Vergleichen nach möglichkeit immer dieselben Mengen vom Selben) mit 20 Minuten hinterm Kinderwagen Spazieren der BZ nicht deutlich niedriger als ohne Spazieren verläuft, wird die Gewöhnung an den Insulin-Gedanken notwendig, weil's dann definitiv kein "einfacher" Typ 2 ist.

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    am 06.09.2023 19:04:20 | IP (Hash): 1050770394
    Hallo NewMom,
    meine Geschichte ähnelt deiner sehr. Seit meinen Schwangerschaften habe ich ebenfalls einen diagnostizierten Diabetes 2 und starkes Untergewicht.
    Bei mir funktioniert es überhaupt nicht, ohne Kohlenhydrate zuzunehmen. Auch wenn ich große Mengen an Fett zu mir nehme. Ich denke, auch hier funktioniert jeder Körper anders. Ich habe eher das Gefühl, dass mein Körper viel Fett schnell und unverdaut wieder ausscheidet. Nicht für jede und jeden ist eine Low-Carb-Ernährung eine sinnvolle Lösung. Auch habe ich vielfach gelesen und auch von meinem Dia-Doc gesagt bekommen, dass für die Milchbildung beim Stillen Kohlenhydrate unerlässlich sind.
    Liebe Grüße
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    am 06.09.2023 19:37:01 | IP (Hash): 109094903
    Da fallen 2 Infos in einen Topf: KHs machen keine Milchbildung, weil davon wesentlich nur die Glukose in die Milchbildung geht. Und mit höher als gesundem BZ ist ersteinmal mehr als genug Glukose im Kreislauf.
    Nun gibt es wohl tatsächlich Menschen, die zur Energieversorgung ihres Organismus wesentlich nur Glukose verwerten können. Also auch zur Grundlage von Milchbildung. Und da wird dann Insulin dafür notwendig, dass die eigene Energieversorgung der Mutter im möglichst gesunden BZ-Rahmen funktioniert.

    Wichtig dabei ist, dass frau das Ding so akzeptiert und nicht als böse Folge von eigenem Fehlverhalten interpretiert. - In jedem Fall, gutes Gelingen!

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    am 07.09.2023 05:14:40 | IP (Hash): 411135242
    Hallo ihr,

    vielen Dank erneut für die vielen Antworten.

    July: Mit Insulin haben wir es bereits versucht, meine Werte waren direkt nach dem Essen wesentlich besser (Lyumjev gespritzt) jedoch, wenn es nicht gerade sowas wie ein Döner war, mit Vorsicht zu genießen. Zum Teil auch total unberechenbar. Daher fahren wir aktuell diese Strategie unter 180/200 zu bleiben. Ich gebe aber auch ehrlich zu, dass ich aktuell schon fast Angst habe, mich weiter an Kohlenhydrate zu versuchen, wie viel denn so geht..
    Das mein Gewicht schnell wieder nach oben muss, ist mir bewusst, bin aktuell ein bisschen verzweifelt ehrlich gesagt.
    Das mit den T2 Medikamenten spreche ich auf jeden Fall an. 🙏
    Ich werde meinen Arzt auch mal fragen, welche Mody Formen er alle hat testen lassen.

    Jürgen: Kann sein, dass es Menschen mit einer Fettangst gibt. Ich gehöre jedoch nicht dazu. Auch in meinem Kohlsalat, den du aus meinen genannten Speisen erwähnst, ist sehr viel Mayo drin. Nur Mayo pur schmeckt nicht so hervorragend 🙈. Spazieren gehe ich auch sehr viel, komme auf 10.000 Schritte am Tag, weil mein Kleiner ein absolutes Tragebaby ist.

    Die Insulinstrategie ist wie oben beschrieben bereits getestet und aktuell vorerst für nicht „praktikabel“ empfunden.

    Das es den Frauen früher vielleicht genau so ging, mag sein, meinen großen Respekt. Aber mit meinem Untergewicht und der umständlichen (oder aufwendigen) Ernährung, dem Voll-Stillen, einem Studium nebenbei und Kleinkind laufe ich aktuell echt auf Reserve. Glaub nicht, dass das noch ewig gut geht.

    Finchen: Total spannend, dass es dir ähnlich geht. Wie wird die Problematik bei denn therapiert? Hast du bereits zunehmen können? Erzähl mal gern ein bisschen mehr, auch wie deiner Werte so sind. Sind deine Nüchternwerte ebenfalls so niedrig? Würde mich sehr über Infos freuen.
    Und wie lang ist deine Schwangerschaft her?

    Ich hab irgend wie ebenfalls das Gefühl, dass ich Kohlehydrate zur Zunahme einfach brauche. Bisher zeigt alles andere keine Wirkung. Mir fiel es leider schon immer total schwer mein Gewicht zu halten. Bis vor ein paar Jahren, da ist’s besser geworden und dann mit der Histaminintoleranz wieder schlechter. Naja und jetzt…

    Mein Sohn ist halt auch eine kleine Raupe Nimmersatt. Von einem zierlichen 2,5 Kilo bereits auf 6,6 Kilo. Er wird immer mehr und ich immer weniger.. Möchte das Stillen so ungern aufgeben, eben weil es ja auch total wichtig ist, um das gleiche bei ihm zu vermeiden. Stillen wirkt Diabetes ja total entgegen.

    Bin wirklich total dankbar für jede Antwort hier!