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Anfängerin benötigt Hilfe bei Aussage von Messwerten
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am 05.09.2023 14:24:05 | IP (Hash): 283199251
Bei meinem Mann wurde im Rahmen der Vorbereitung zu einer OP Diabetes Typ 2 festgestellt. Aufklärung im Krankenhaus, Ernährungsberatung und dann Übergabe an den Hausarzt, der wohl auch in dem Bereich geschult ist.
Bei der Aufklärung hieß es, wenn er abnimmt, hätte er gute Chancen, dass man von den Medikamenten wieder wegkäme. Er hat nun 21 Kilo in 15 Monaten abgenommen, wir essen wie von der Ernährungsberatung empfohlen. Ich finde, da gibt es auch für mich leckere Sachen. Gewichtsabnahme durch Ernährungsumstellung und mehr Sport, obwohl wir früher schon sportlich waren. Hauptsächlich Ausdauersport, Joggen, Radfahren, Walken, Bergsteigen, auch mal Klettern, Skitouren gehen.
Mein Mann ist inzwischen auf der Stufe, mir doch egal, wenn es mit den Tabletten geht, er nicht spritzen muss, will er einfach bis auf die Änderungen normal weiterleben. Mir lassen aber seine Werte keine Ruhe.
Ich frage mich langsam, hat er wirklich Diabetes? Hat er natürlich schon wegen diesen Langzeitwert. Ich habe darauf gedrängt, dass er nun seit ca. 1/2 Jahr aufschreibt, was er gegessen hat und wie die Werte sind.
Wenn wir Vollkornprodukte und kohlehydratreduziert essen, zwar Gewichtsabnahme, aber die Werte verändern sich nicht. Bei einem Familienfest konnte mein Mann nicht komplett auf das Essen achten, wir erwarteten höhere Werte. Pustekuchen! Am nächsten Tag lagen sie tiefer.
Es gibt eben viele solche für mich unerklärlichen Werte und seinen Arzt interessiert das auch nicht sehr, bzw. gibt darauf keine Erklärung oder kann sich das nicht erklären.
Wenn man etwas Falsches isst, dann müsste sich das doch zeitnah bei der nächsten Messung zeigen, oder liege ich da falsch?
Ich schreibe, weil mein Mann gestern eine Darmspiegelung hatte und 4 Tage davor einen Essplan auch mit Diabeteshintergrund bekam, dann das Mittel zur Darmreinigung einnahm. Bei den Inhaltsstoffen waren keinerlei Zucker oder Kohlehydrate zu finden. Hatte er doch am Tag der Darmspiegelung dann 189! Höchstwert für ihn.
Er fragte den Internisten, ob in dem Mittel vielleicht doch etwas gewesen wäre, meinte der, die Werte können auch durch die Angst kommen.
Mein Mann meinte zwar, er hätte keine Angst, es war auch nicht seine erste Darmspiegelung. Aber kann das wirklich sein, dass die Psyche die Werte beeinflusst? Bei den Aufklärungen, die mein Mann mit mir als Ehepartnerin bekommen hatten, wurde da gar nichts in die Richtung gesagt.
Wo kann man noch gute Infos bekommen? In der örtlichen Selbsthilfegruppe, da benötigen leider alle schon seit Jahren Spritzen und irgendwie fühlt er sich da mit seinen Fragen nicht so gut aufgehoben.
Ich wäre froh, wenn ihr mir weiterhelfen könnt:
z. B. anderer Arzt sinnvoll, aber er ist eigentlich ein guter Hausarzt
Oder wäre es sinnvoll auch einmal in Richtung Endokrinologe zu denken?
Ernährungsberatung hatten wir 5 Termine in einer Gruppe immer Betroffene mit nach Möglichkeit einem Lebenspartner. Reicht das? Hat man die Möglichkeit/das Recht, da mehr zu bekommen?
Vielen Dank im Voraus,
Gruß Sybille
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am 05.09.2023 14:43:37 | IP (Hash): 410056412
Hallo Brigitte,
man kann dir schlecht etwas raten, wenn du uns nur einen einzigen BZ-Wert nennst. Wie hoch ist denn sein HbA1c und wie hoch gehen die Werte nach den Mahlzeiten gewöhnlich?
Dass Stress den BZ erhöhen kann, ist ganz normal. Die Stresshormone veranlassen die Leber zur Ausgabe von zusätzlicher Glukose, wodurch der BZ auch ohne gegessene KH ansteigt.
Glückwunsch zu der gewaltigen Abnahme von 21kg. In vielen Fällen bessert sich ein Diabetes bei so einer Abnahme stark, aber leider gibt es dafür keine Garantie. Wahrscheinlich ist dadurch auch eine Besserung eingetreten, ohne diese Abnahme hätte sich sein Diabetes wahrscheinlich bereits weiter verschärft.
Alles Gute für dich und deinen Mann, Rainer
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Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
Bearbeitet von User am 05.09.2023 14:44:07. Grund: BBCodes -
am 05.09.2023 14:52:49 | IP (Hash): 1072352630
sfsfsf schrieb:
Ich wäre froh, wenn ihr mir weiterhelfen könnt:
z. B. anderer Arzt sinnvoll, aber er ist eigentlich ein guter Hausarzt
Oder wäre es sinnvoll auch einmal in Richtung Endokrinologe zu denken?
Bei Diabetes Typ1 ist der Ansprechpartner ein Diabetologe, bei Typ2 i.d.R. der Hausarzt (Insulin spritzt er ja nicht und Folgeschäden hat er vermutlich auch nicht, dann wäre Der Diabetologe am Anfang wieder zuständig). Das hat auch den Grund, dass es zu wenig Diabetologen gibt.
Wenn keine Erkrankungen an Schilddrüse, Nebennieren, Hypophyse, Sexualhormone, ... vorliegen, dann ist auch der Endokrinologe nicht wirklich notwendig.
Bitte bei beiden Fachärzten bedenken, es gibt leider zu wenige und gleichzeitig Patienten, die wirklich die Fachärzte brauchen. Ich bin etwas sensibel, weil ich tatsächlich auch vor dem Problem stehe, dass bei uns viele Praxen schließen und ich gerade dringend zwei neue Fachärzte (Diabetologe und Endokrinologe) suchen muss, weil meine Erkrankungen kein Hausarzt betreuen kann.
Wenn du Infos suchst, bist du hier schonmal sehr richtig. Als Pankreopriver Diabetiker mit Insulinpumpe kann ich dir zwecks Ernährung wenig Inputs geben, da können dir hier andere besser helfen.
(Bitte aber aufpassen, hier kann jeder schreiben auch totalen Unsinn! Besonders als Neuling kann man das nicht immer gut unterscheiden.) -
am 05.09.2023 16:48:53 | IP (Hash): 1072352630
Noch was, bei meiner Suche nach einem Diabetologen habe ich Hausärzte gefunden, die sich als "für Diabetespatienten geeignet", "diabetologisch qualifiziert", ... genannt haben. Sie sind aber keine Diabetologen und behandeln nur Typ2 Diabetiker (keine Typ1 Diabetiker) Vielleicht habt ihr so jemanden auch in eurer Nähe, falls ihr eine ärztliche Zweit-Meinung wollt.
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am 05.09.2023 19:42:14 | IP (Hash): 1492079455
Ja, die Aufregung vor der Darmspiegelung (natürlich war er aufgeregt, das kann niemanden völlig unberührt lassen) kann schon den BLZ mal hochtreiben, ganz ohne Essen.
Ärger, Stress, Aufregung oder etwas in der Art kann das verursachen.
Ich hatte z.b. kürzlich ein abendliches Telefonat mit Streiterei, danach war mein Zucker so hoch als hätte ich gerade eine Pizza gegessen, dabei war es nur ein kleiner Salat mit einem Scheibchen Vollkornbrot.
Er blieb auch Stunden danach noch hoch.
DM Typ 2 - 2x täglich Metformin 1000 / Sitagliptin 50 -
am 06.09.2023 09:46:29 | IP (Hash): 283199251
Danke euch allen für eure Beiträge. Ich werde das nachher meinem Mann zeigen und hoffe, er meldet sich dann hier an, dann kann er auch einmal Werte, etc. genauer angeben.
Ich versuche einmal auf eure Hinweise hier einzugehen:
Hinsichtlich Diabetologe und Hausarzt. Sein Hausarzt hat diese Ausbildung/Weiterbildung für die Behandlung von Diabetes Typ 2 Erkrankten und sogar DMP.
Wir haben nur im beruflichen oder privaten Bekanntenkreis den ein oder anderen Diabetiker und nach Feststellung von Diabetes hatten die Anfangs alle ein paar Termine bei einem Diabetologen, bevor sie dann oft an den Hausarzt verwiesen wurden.
Bei meinem Mann wurde das wie gesagt im Krankenhaus vor einer OP festgestellt. Danach kam genau einmal ein Diabetologe ins Zimmer, sagte kurz etwas, gab ihn einen Flyer, machte ihm die Hoffnung mit der Abnahme, dann vielleicht keine Medikamente und das war es dann. Kurz danach war noch im Klinikum die erste Gruppenstunde mit der Ernährungsberatung.
Im Moment herrscht nach den Erlebnissen mit den Ärzten (Krankenhausdiabetologe, Hausarzt) eher das Gefühl, ja, Diabetes Typ 2, aber muss man nicht groß ernst nehmen, schlucken Sie Tabletten, nehmen sie ab, dann passt das schon. Gehen sie einmal im Jahr zum Augenarzt, pflegen und beobachten sie ihre Füße, fertig.
Solche Infos wie Stress beeinträchtigt die Werte, bisher keine Info. Hausarzt ist eher genervt, dass mein Mann nun die Werte samt Essen protokolliert und er dazu Nachfragen hat. Frei nach dem Motto, passt doch alles, er soll sich keine Gedanken machen.
Auch bei den ersten Tabletten, worauf er immer mit Durchfall reagierte, es war als Nebenwirkung angegeben, man solle das ggf. seinem Arzt mitteilen, Probleme. Auch da ein relativ langer Kampf, bis ein anderes Medikament ausprobiert wurde. Es dauerte fast ein Dreivierteljahr. Ein Dreivierteljahr Durchfall bis Fastdurchfall ist sicherlich auch nicht gut gewesen.
Deshalb wünschte ich mir, einmal einen echten Experten, also Diabetologen, der sich meinen Mann ansieht, ihn aufklärt, Fragen beantwortet, einstellt und dann damit an den Hausarzt verweist. Andere hatten das doch nach der Diagnose auch.
Somit meine Frage: Ist das üblich, oder inzwischen bei Diabetes Typ 2 nur noch Hausarztsache? Kann das auch daran liegen, bei welcher Versicherung er ist? Ich frage das nun, weil er bei der Darmspiegelung zur Darmreinigung etwas bekam und der Arzt meinte, sie sind bei XYZ versichert, dann kann ich ihnen dieses angenehmere Mittel geben.
Übrigens, im ländlichen Speckgürtel einer Großstadt wohnend, haben wir hier eher personelle Hausarztprobleme als fehlende Fachärzte.
Jetzt ist das Dilemma: Der Hausarzt ist eigentlich gut, nur im Diabetesbereich kommt er nicht so herüber. Wenn man sich nun an einen anderen Hausarzt wenden würde, was hier wirklich schwierig ist, wäre das sicherlich nicht so vorteilhaft, wenn man für alles andere den ursprünglichen Hausarzt gerne behalten würde. Gerade weil der ursprüngliche auch diese Diabetestausbildung hat.
Da ist dann der Weg zu einem Facharzt vielleicht geeigneter. -
am 06.09.2023 10:37:25 | IP (Hash): 732444679
sfsfsf schrieb:
Da ist dann der Weg zu einem Facharzt vielleicht geeigneter.
Hallo Brigitte,
versucht doch einfach, bei einem Diabetologen einen Termin zu bekommen. Eigentlich braucht man dafür keine Überweisung, aber viele Diabetologen verlangen eine, um sich vor noch stärkerer Überlastung zu schützen. Versucht es einfach mal.
Du hast zwar immer noch keine BZ-Werte von deinem Mann preisgegeben, aber ich vermute, dass er für den Diabetologen kein schlimmer Fall sein dürfte. Da braucht ihr bestimmt eine gute Portion Glück um einen zu finden, der sich Zeit für eure Fragen nimmt. Aber selbst dann wird er in den maximal 10 Minuten immer nur einige wenige Fragen beantworten können.
Der Königsweg bei Diabetes ist, sich selbst schlau zu machen. Die Möglicheiten, das im Internet oder mit Büchern zu tun, sind sehr groß. Allerdings gibt es dabei auch das riesige Problem, dass ihr aus der Masse der Informationen die guten und die schlechten trennen müsst. Das geht manchmal nur durch Versuch und Irrtum, aber nach jedem Versuch werdet ihr ein bisschen schlauer. selbst eine weitere offizielle Ernährungsberatung bringt euch wahrscheinlich nicht weiter. Entweder ihr bekommt das Gleiche nochmal zu höhren oder die erzählen euch etwas ganz anderes, was aber auch nicht verkehrt sein muss. Ohne euch möglichst schlau zu machen und an vielen Stellen selber zu entscheiden, werdet ihr nicht viel weiter kommen.
Viel Erfolg, Rainer
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Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
Bearbeitet von User am 06.09.2023 13:00:59. Grund: BBCodes2 Benutzer dankten für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 06.09.2023 12:15:18 | IP (Hash): 283199251
Danke Reiner,
mit den Werten, das soll mein Mann machen, wenn er sich hier anmeldet. Ich will nicht in seinen Büchern herumwühlen.
Was du beschreibst ist einfach nervig. Nicht, dass wir uns nicht selbst schlau machen wollen und das nicht auch versucht haben. Solange man keine Gesetzmäßigkeit erkennt, wird es schwer aus Erfahrungen zu lernen und genau auf der Stufe sind wir jetzt, Wir haben das Gefühl wir sind in einem Glücksspiel. Mein Mann ist kurz davor zu sagen, bringt doch eh alles nichts. Dann stopf ich mir eben die Tabletten rein und hoffe, dass es noch lange gut geht. Deshalb sage ich, da muss Hilfe her und habe das nun mal hier gepostet, weil ich auch nicht mehr weiter weiß.
Werte mal hoch mal runter, gleiches Essen, gefühlt gleiche Umstände, die wir zumindest bisher als ausschlaggebend kannten, unterschiedliche gemessene Werte. Oder sogar mal Essen probiert, wo man höhere Werte haben müsste, Pustekuchen! Sprich 450er Mehl, sogar etwas Zucker, kohlehydratreiche Kost. Man ahnt es, an einem anderen Tag noch mal probiert, schnellt der Wert hoch. Deshalb habe ich geschrieben, so langsam könnte man denken, das wäre gar keine Diabetes oder vielleicht eine besondere Form.
Rezeptheft von der Ernährungsberatung. Ein Rezept zubereitet, gemessen, guter Wert, eine Woche später gleiches Essen den ganzen Tag, ganz ähnlicher Tag, beispielsweise Schlafenszeiten, Beruf, Sport, weit höherer Wert.
Vielleicht ist auch falsch, dass mein Mann inzwischen so viel misst. Er kommt von der naturwissenschaftlichen Seite und will nun einfach wissen, was er machen und was besser lassen soll. Er sagt, er muss doch schließlich etwas machen können, will Vorsorge gegen Verschlechterung treffen, hat aber das Gefühl alleingelassen zu sein und immer gegen eine Wand zu rennen.
Welche Infoseiten im Web kannst du denn empfehlen? -
am 06.09.2023 14:27:46 | IP (Hash): 109094903
Dann mal für die naturwissenschaftliche Seite ne schöne Grafik vom durchschnittlichen gesunden Verlauf mit seiner gesamten Streubreite https://www.bloodsugar101.com/what-is-a-normal-blood-sugar
Und dazu die Anleitung zur systematisch möglichst gesunden Steuerung
https://www.bloodsugar101.com/_files/ugd/32a606_db20057cf9b5496ea94c7d7d2d6f0cde.pdf
Mit ausreichend Englisch/Google Übersetzer ist bloodsugar101 ne Fundgrube an systematisch zusammengetragener Info zu Typ 2 Diabetes.
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Schon im völlig gesunden Bereich können höhere Blutzuckerspitzen diabetische Beschwerden und Schäden verursachen. Wenn man davon betroffen ist, ist das zuverlässige Vermeiden solcher Spitzen die erste Wahl - geht meistens völlig ohne Arzt und Medis :) -
am 06.09.2023 17:11:40 | IP (Hash): 329569823
Hallo sfsfs...wie und wann misst denn dein Mann? Es ist wichtig, dabei immer den gleichen Rhytmus einzuhalten. Das heißt:
- Hände gründlich mit Seife waschen
- gründlich abtrocknen
- die erste Messung muss er direkt vor dem ersten Bissen machen
- die zweite Messung 1,5 bis 2 Stunden danach
Den zeitlichen Abstand kann er am Messgereät einprogrammieren, so dass ihn das Gerät zur richtigen Zeit nach der ersen Messung erinnert.
Wenn die Zeit nach der Mahlzeit nicht immer gleich ist, wird er auch immer unterschiedliche Werte messen. Außerdem reicht es schon, wenn er von der gleichen Mahlzeit einen Löffel mehr oder weniger isst, kommt ein anderer Wert dabei raus.
Vielleicht hilft ja auch so eine Art Tagebuch, in das er genau einträgt, wann er was und wie viel davon gegessen hat und welche Werte er vorher und nachher hatte. Mir hilft das von Zeit zu Zeit, weil ich dann einen besseren Überblick bekomme.
Ansonsten wäre es wichtig, dass dein MANN sich selbst kümmert...nicht du...
Viele Grüße und viel Erfolg
vom Zuckerle