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Newbie Diabetes 2
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am 22.05.2024 22:22:46 | IP (Hash): 1152712047
Du bestätigst meine Sicht, dass die Waage den einzig braucbaren Maßstab dafür bietet, wie zu unserem Gewicht passt, was wir essen :)
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Typ 2 Diagnose 01.1991, Basal-Bolus seit 1998, HbA1c 5,5 und besser seit 2002.
Das Reframing vom Typ 2 ist mein Hobby und mein T2D mein engster Lebenspartner und bester Gesundheits-Coach :) -
am 23.06.2024 08:12:02 | IP (Hash): 1251353928
Halbgares Update.
Aktuelle Langzeitwerte liegen nicht vor.
Ich schätze mal, dass der HbA1c erneut leicht gestiegen ist.
Warum?
Ich habe einige Ausnahmen zugelassen und ich esse mehr als vorher, um nicht noch mehr abzunehmen. Damit konsumiere ich auch automatisch mehr KH pro Tag.
Ich halte mich Ach und Krach mein Gewicht, zugenommen habe ich bisher nicht. Und wenn, zwei Tage später ist es wieder unten.
Alle sprechen bei meiner Ernährungsweise von Diät, wenn ich mich hier so im Forum umschaue. Ich sehe das gar nicht so. Ich betreibe diese Form nun seit 18 Monaten.
Gegen den berühmt berüchtigten Jojo-Effekt bin ich sicher nicht imprägniert, aber doch gewappnet.
Das liegt einfach daran, dass nur bestimmte Lebensmittel auf meinem Speiseplan zugelassen sind.
Ich merke schon, wenn ich mehrere Tage unterwegs bin, bleibt die Küche häufig kalt. Komme ich dann nach Hause und koche, dann ist der Heißhunger auf ein warmes Gericht kaum zu bremsen. Der „Trick“ dabei ist aber: Süßkram, Mehl und Stärke sind größtenteils von Tisch und Herd verbannt.
Neulich habe ich mir doch mal für eine Portion Matjes eine Sahne-Schmand-Apfel-Soße zubereitet. Die KH der Milchprodukte liegt bei Null oder ist recht gering. Sehr negativ ist aber die Bilanz bei den gesättigten Fettsäuren. Apfel ist aufgrund des extrem hohen Zuckergehalts problematisch. Die Soße war perfekt. Aber ich habe sie nach zwei Esslöffeln entsorgt. Es hat einfach keinen Spaß gemacht.
Hier mal ein Auszug meiner Lebensmittelliste:
Getränke: Wasser, Kaffee, in Maßen Tee.
Zur Belohnung: Eine Flasche trockener Rotwein (hehe, nicht aus der Tüte).
Grundnahrungsmittel: Quark (20%) und eine Buttermilch (nur eine, weil viel Milchzucker, 20 g pro Becher).
Seit etwa einem halben Jahr fast täglich: ein bis zwei Scheiben Saaten Crisp von Brandt. Ich nehme nur die mit 85% Saatenanteil. Bei REWE aus dem Sortiment geschmissen. Nun beschaffe ich mir die Crisp online bei der Metro.
Obst: außer zum Veredeln (Zitronen) tabu. Dafür Brom-, Erd-, Heidel- und Himbeeren (125-250 g pro Tag).
Als Eisersatz: 250 bis 300 g tiefgefrorene Erdbeeren aus der Schachtel oder Tüte.
Gemüse: divers, präferiert wird Blumen- und Rosenkohl und bei Saison Spargel. Hülsenfrüchte sehr in Maßen.
Salat: Feld- und Kopfsalat. Ruccola ist mir zu bitter, die meisten anderen Salate mag ich nicht.
Fleisch: Hack, Rind, Schwein, selten Wild (weil Zubereitung meist aufwändig), Huhn und Pute fast gar nicht (mag ich nicht so sehr).
Wurst: Nur hochwertige Leberwurst, da kaum KH.
Eier.
Käse: Harzer Käse bzw. Handkäse aus dem Odenwald, den ich aber nicht immer kriege.
Ganz selten als belohnende Ausnahme: Französischer Weichkäse (Camembert, Roquefort etc.).
Fisch: Matjes, Makrele, Steinbeißer, Zander. Wenn es schnell gehen muss, Makrele, Sardinen und Thunfisch aus der Dose.
Zur Belohnung: Ab und an Austern. Selten, weil ich es mir finanziell nicht leisten kann, Kaviar vom Stör.
Als Snacks: Kapern und Oliven (ohne Käsefüllung u.a.) ab und an. Rohkost wie Kohlrabi oder Gurken.
Rohkost: Gurken, Radieschen, Zwiebeln, Kohlrabi, Paprika, (Roma-) Tomaten. Beim Kochen zum Würzen fast immer scharfe Paprika / Chilis.
Zum Würzen und Veredeln: Diverse Kräuter (Bärlauch, Basilikum, Brunnenkresse, Dill, Minze, Petersilie, Sauerampfer, Schnittlauch, Rosmarin, Thymian), Ingwer, Zitrone (s.o.). Hochwertiges Olivenöl ohne Ende. Leinöl kriege ich kaum runter. Mittlerweile lasse ich in Maßen auch Senf zu (Löwen- oder Dijonsenf) sowie Meerrettich. Essig, nur weinwürziger Essig von Hengstenberg (Altmeister). Definitiv kein Balsamico.
Champignons, Pfifferlinge, Steinpilze.
Walnüsse (50 g im Durchschnitt; Nüsse haben eine tolle Fettbilanz gesättigt/ungesättigt).
Kürbiskerne (1 EL).
Zur Belohnung: ½ Tafel Schokolade (35 g; 99% Kakao, 0,8 g Zucker pro 100 g).
Zum Frühstück im Hotel als Ausnahme: Echte in Essig eingelegte Spreewaldgurken, Speck zum Ei.
Gewürzgurken aus dem Supermarkt schmecken mir nicht. Und wenn, gilt der Verzehr als Ausnahme.
Tabu sind beispielsweise:
Apfelwein und Cidre, Fruchtsäfte, Cola & Co., sonstige alkoholische Getränke (Ausnahme s.o.), Energiedrinks.
Süßigkeiten inkl. Honig, Marmelade & Co.
Knabberkram wie Chips, Salzstangen oder gesalzene oder geröstete Nüsse.
Früchte, insbesondere Südfrüchte.
Backwaren jeglicher Art.
Flammkuchen, Kartoffeln, Mais, Pasta, Pizza, Reis.
Haferflocken u.a.
Kastanien.
Milchprodukte inkl. Natur-Joghurt. Ausnahmen: Buttermilch und Quark (s.o.).
Fertiggerichte.
Gerichte vom Lieferservice.
Industriepulver (Brüh- und Suppenwürfel, Soßenextrakt etc.).
Ketchup & Co.
Süßungsmittel bzw. entsprechend aufgepeppte Lebensmittel.
Aufbaupräparate.
Ohne Anspruch auf Vollständigkeit.
Vielleicht für den Einen erschreckend (langweilig). Für Andere aber vielleicht Inspiration.
-- Typ DM 2 - aktuell keine und bisher noch nie Medikamente - HbA1c unter 5,7 -- Stand: 05/20241 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 23.06.2024 19:26:40 | IP (Hash): 1880813950
Aus gegebenem Anlass:
Ich hoffe, ich gehöre nicht zu denen, die an anderer Stelle in diesem Forum der Protzerei bezichtigt werden. Sollte das der Fall sein, fände ich das respektlos und gelinde gesagt unverschämt.
Ich war noch nie beim Diabetologen. Mein Hausarzt stellt mir regelmäßig Rezepte aus wegen Lynchdrainage. Er gab vor 18 Monaten den entscheidenden Impuls, endlich meine Ernährung umzustellen. Ein Tag nach dem Gespräch habe damit begonnen (hatte am Tag des Arztbesuchs noch drei Dosen Bier im Kühlschrank). Das war es auch schon bezüglich medizinischer Betreuung.
Die Ernährungsumstellung brachte bisher folgende Ergebnisse:
HbA2c von 9,7 auf zwischenzeitlich 5,1. Mittlerweile bestimmt etwas höher, aber ziemlich sicher kleiner 5,7.
Gewicht von 146 kg auf 83.
Hemdgröße von 45/46 auf 41.
Jeans weiß ich nicht genau, ich schätze 40 plus. Nur Stretch hat funktioniert. Mittlerweile meist 33/34.
Kleidergröße von 60 plus auf 52/54.
Von 3XL auf i.d.R. L und manchmal M. Bei Jacken und Shirts je nach Modell/Hersteller kann es auch mal XL sein.
Einzige medizinische Maßnahme: Regelmäßige Lynchdrainage, die mittlerweile aber gar nicht mehr notwendig wäre. Von wöchentlich zwei Sitzungen auf eine Sitzung reduziert.
Blutzucker außer einmal im Quartal HbA1c messe ich überhaupt nicht. Teststreifen oder Fingerpiekser: Nicht ein einziges Mal seit Diagnose.
Anstrengend ist das Ernährungsthema aber trotzdem. Insbesondere Beschaffung und Organisation. Den Verzicht auf bestimmte Lebensmittel spüre ich kaum oder eigentlich gar nicht. Begehrlichkeiten auf beispielsweise Pizza, Pommes oder Eis: Fehlanzeige. Trotz großem beruflichem Stress.
Defizit besteht durchaus nicht undramatisch beim Muskelabbau. Daran muss ich dringend arbeiten.
Sport ist jedoch ein Problem, da ich bestimmte Sportarten aus anderen gesundheitlichen Gründen nicht betreiben kann. Dazu gehören Fahrradfahren, Schwimmen oder diverse Ballsportarten, wie Fußball oder Tennis. Auch Gerätetraining ist problematisch. Bleiben eigentlich nur Laufen und Liegestützen.
Natürlich verkaufe ich das Ganze mit ein bisschen Stolz. Aber mir ist bewusst, wie fragil das Konstrukt ist und ich bin innerlich voll Dankbarkeit und Demut. Es ist eine never-ending-story, fürchte ich (nein, ich weiß es).
-- Typ DM 2 - aktuell keine und bisher noch nie Medikamente - HbA1c unter 5,7 -- Stand: 05/20242 Benutzer dankten für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 23.06.2024 22:31:50 | IP (Hash): 725886730
Einfach toll, was dir bis jetzt gelungen ist! Bestimmt ist der gesündere Blutzucker auch hilfreich bei deinen übrigen Baustellen.
Weniger Gewicht braucht selbstverständlich auch weniger Muskeln zum Rumschleppen. Und wo Muskeln weniger gebraucht werden, wird halt davon entsprechend abgebaut.
Um mir einige zu erhalten, wo meine Beine ihren Betrieb weitgehend eingestellt haben, mache ich ja möglichst täglich meine Rollstuhlausflüge und die Stehaufmännchen hier am Schreibtisch. Dir werden sicher Bewegungsmöglichkeiten einfallen, die für dich passen und die du möglichst jeden Tag nutzen kannst. Daumendrück :)
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Typ 2 Diagnose 01.1991, Basal-Bolus seit 1998, HbA1c 5,5 und besser seit 2002. Das Reframing vom Typ 2 ist mein Hobby und mein T2D mein ungewollt engster Lebenspartner und unerwartet bester Gesundheits-Coach :)1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 29.06.2024 05:25:05 | IP (Hash): 314730011
Also, bisher schaffe ich es nicht, mein Gewicht nach oben zu bringen.
Allerdings habe ich den letzten Wochen fast täglich mindestens meine 10.000 Schritte abgeleistet.
Ich weiß es nicht, aber ich glaube, ich ernähre mich nach wie vor ausgewogen und gesund.
Wäre das "Gewichtsproblem" nicht existent, würde ich weniger Fleisch (inkl. Fisch) und Fette (Öl) zu mir nehmen. Derzeit sind es in der Summe täglich 500 g.
Die tägliche Summe kcal schwankt zum Teil enorm. Mal sind es nur 1.800, an anderen Tagen überschreite ich die 3.000 kcal-Grenze leicht.
Appetit habe ich, Hunger habe ich, aber auf einen Schlag kann ich nicht viel essen. Einmal am Tag geht mehr.
Es hilft nichts, ich versuche weiterhin, gegen den Gewichtsverlust zu steuern.
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Was mir in den letzten Tagen hier im Forum aufgefallen ist: Ich fühle mich etwas wie ein Paradiesvogel.
Unterzuckerung, Spitzen, Zielwerte, etc., das kenne ich alles gar nicht.
Ich müsste vielleicht nur der Neugierde halber doch mal einen Teststreifen anwenden.
Denn ich habe keine Ahnung, wie sich gewisse Lebensmittel auf meinen Blutzuckerwert auswirken.
Ich glaube aber auch, dass ich das gar nicht wissen muss.
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Was mir tatsächlich schon von Anfang an aufgefallen ist:
Oft ist die Rede von Diät und Fasten.
Im Fokus steht bei den meisten offenbar das Thema abnehmen.
Seid mir nicht böse, ich verstehe es einfach nur nicht: Warum stehen nicht KH im hauptsächlichen Fokus?
Im realen Leben höre ich bei JEDEM, mit dem ich über meine Krankheit spreche fast wortwörtlich denselben Satz. Egal wer. Diabetiker (Typ 2), Übergewichtige, die abnehmen wollen, nicht von Diabetes Betroffene, Freunde, Familie, Bekanntschaften.
"Auf Brot könnte ich nicht verzichten!"
Ganz ehrlich, ich denke das ist das Grundproblem.
Würde ich mich so ernähren, wie die meisten aktiven User hier, wäre mein HbA1c nie nimmer unter 5,7.
Haferflocken, Dinkelnudeln, doch mal ne Pizza ab und an ... für mich wäre das verheerend, glaube ich.
Ich beziehe alles nur auf DM Typ2!
-- Typ DM 2 - aktuell keine und bisher noch nie Medikamente - HbA1c unter 5,7 -- Stand: 05/2024
Bearbeitet von User am 29.06.2024 09:30:18. Grund: Provokation entfernt. -
am 29.06.2024 10:41:19 | IP (Hash): 78610474
Buttermilch_14 schrieb:
Was mir tatsächlich schon von Anfang an aufgefallen ist:
Oft ist die Rede von Diät und Fasten.
Im Fokus steht bei den meisten offenbar das Thema abnehmen.
Seid mir nicht böse, ich verstehe es einfach nur nicht: Warum stehen nicht KH im hauptsächlichen Fokus?
Im realen Leben höre ich bei JEDEM, mit dem ich über meine Krankheit spreche fast wortwörtlich denselben Satz. Egal wer. Diabetiker (Typ 2), Übergewichtige, die abnehmen wollen, nicht von Diabetes Betroffene, Freunde, Familie, Bekanntschaften.
"Auf Brot könnte ich nicht verzichten!"
Ganz ehrlich, ich denke das ist das Grundproblem.
Dein Erfolg ist beeindruckend, sehr ermutigend!
Der Fokus auf Diät und Fasten - ich schreibe hier als Betroffener - kommt daher, dass sowohl für Diabetes-Remission als auch für Leberentfettung relativ radikale Fastenansätze erfolgreich erprobt wurden. Wie man nach der Diät dann weiterisst, das ist dann noch mal eine eigene Geschichte.
Meine relativ intensive Auseinandersetzung mit dem Thema Ernährung, Gewicht, Diabetes hat bei mir den Eindruck erzeugt: Es ist eine sehr komplexe Maschinerie, die man mit der Ernährung ansteuert. Hinzu kommt: Menschen sind durchaus sehr unterschiedlich.
Wenn man KH runterfährt, dann stellt sich die Frage: Wodurch ersetzen?
Durch Eiweiß. Ja, vielleicht. Aber auch dann kann man ins Grübeln kommen. Nach meinen Recherchen gibt es ernst zu nehmende Evidenz, dass vor allem tierische Proteine (Stichworte "branched chain amino acids" und mTOR Aktivierung) Alterungsprozesse und assoziierte Krankheiten beschleunigen können. Das mag auch ein Grund sein, warum der Konsum von "rotem" Fleisch mit erhöhter Sterblichkeit assoziiert ist. Und ich beziehe mich dabei nicht auf exotische Theorien von einzelnen Youtubern oder so, es gibt stapelweise wissenschaftliche Artikel dazu.
Durch Eiweiß II. Weitere Nebenwirkung, die mich betrifft: Viele Eiweißquellen sind auch Purinquellen. Und bei entsprechender Veranlagung treibt das die Harnsäure in die Höhe, es gibt sogar die These, dass dies wiederum Leberfunktionsstörungen verursachen könnte (ist aber m.E. etwas weniger Klar). Das betrifft besonders die fettigen Seefische (z.B. Makrelen, Sardinen, auch Lachs), aber auch pflanzliche Proteinquellen wie Hülsenfrüchte oder Pilze.
Durch Fett. Schon eher. Aber ein Leben in fettbasierter Ketose ist schon eine Herausforderung.
Ich würde "slow carbs" nicht verbannen, sondern deren Effekte erproben und sie dann daran orientiert in die Ernährung aufnehmen.
1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 29.06.2024 19:10:44 | IP (Hash): 314730011
Also, auch wegen @Zuckermann, der zwischen angeblich echten Diabetes-Kranken und eingebildeten unterscheidet, muss ich vielleicht auf meine Ausgangssituation eingehen.
Mein HbA1c lag bei 9,7. Da gibt es andere Betroffene mit weit höheren Werten. Trotzdem ist das ein schlechter Wert.
Und es gab deshalb mehre kritische Punkte.
Eine starke Gewichtszunahme in kurzer Zeit war einer dieser Punkte. Ich hatte das Gefühl, dass der Körper streikt und (so gut wie) nichts mehr abbaut. Mein Hausarzt meinte, ggf. sei die Insulinproduktion aufgrund von Überlastung verstopft. Wenn das vielleicht nicht ganz korrekt formuliert ist: Der Arzt redet mit einem Laien, dem die Sachverhalte möglichst einfach und plakativ veranschaulicht werden müssen.
Ob der Körper durch Ernährungsumstellung wieder in der Lage sein wird, selbst ausreichend Insulin zu produzieren, blieb zu dem damaligen Zeitpunkt offen.
Ein anderes Sorgenkind waren die Beine. 20 Liter Wasser in den Beinen, extrem gerötete Haut, hohe Gefahr für Risse oder Aufplatzen der Haut. Der Doc meinte, dass diese Wunden aufgrund Vernässung sehr schlecht oder gar nicht heilen. Die Geruchsbelästigung aus diesen offenen Stellen sei extrem widerlich. Zudem steigt die Gefahr für Entzündungen. Aufgrund einer anderen genetisch bedingten Erkrankung war diese Gefahr bei mir besonders hoch. Ich stand nicht kurz vor der Amputation, aber die Vorzeichen waren eindeutig.
Was da noch alles im Argen lag, weiß ich gar nicht.
Ebenso hatte ich bis vor kurzem noch nie etwas über ketogene Ernährung und Funktion der Bauspeicheldrüse gelesen, die Fettleber hatte ich nicht mit DM2 in Verbindung gebracht. Das habe ich alles erst hier gelernt und ganz gewiss noch nicht verinnerlicht.
Ich habe mich einfach nur an das gehalten, was mein Arzt mir empfohlen und vorgeschlagen hat.
Künftige Bausteine der Ernährung sollten sein: Proteine und Fette, möglichst mit einer gesunden Relation zwischen gesättigten und ungesättigten Fettsäuren.
Allerdings war ich wesentlich radikaler, als mein Hausarzt vorgeschlagen hatte. KH (Kartoffeln, Nudeln, Brot etc.) in Maßen zu verzehren, liegt mir nicht. Ich bin maßlos. Also hielt ich es für klüger – auch bez. Jo-Jo-Effekt – ganz darauf zu verzichten.
Zusammengefasst – Stand heute – fühle ich mich gut, wenn nicht sogar sehr gut. Schwachpunkt bleibt das Thema Muskeln. Wahrscheinlich, weil ich immer noch viel zu wenig Sport betreibe.
Die ganzen anderen Details interessieren mich derzeit recht wenig.
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Anfangs konsumierte ich im Durchschnitt folgendermaßen:
Kcal: 1.200-1.500
Proteine: 80-100 g
Fett: 60-80 g
KH: 50-60 g
Mittlerweile liegen alle Werte höher:
Kcal: 2.000-3.000
Proteine: 150-210 g
Fett: 130-200 g
KH: 80-90 g, einmal wöchentlich eher 50-60 g. Über 100 g komme ich nie.
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Ich meine das wirklich nicht despektierlich. Mag sein, dass wir auf die diversen Maßnahmen unterschiedlich reagieren. Doch ich bin davon überzeugt, dass der Schlüssel zur Verbesserung nur beim Verzicht auf KH zu finden ist. Wer mehr oder weniger weitermacht wie zuvor und die Insulinstörung durch Medikamente und Spritzen zu kompensieren versucht, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit zwangsläufig scheitern. Das ist wie gesagt mein Antrieb und meine Überzeugung.
-- Typ DM 2 - aktuell keine und bisher noch nie Medikamente - HbA1c unter 5,7 -- Stand: 05/2024
Bearbeitet von User am 29.06.2024 19:42:58. Grund: Schreib- und Kommafehler beseitigt. -
am 29.06.2024 19:59:32 | IP (Hash): 1288464055
Buttermilch_14 schrieb:
Ich meine das wirklich nicht despektierlich. Mag sein, dass wir auf die diversen Maßnahmen unterschiedlich reagieren. Doch ich bin davon überzeugt, dass der Schlüssel zur Verbesserung nur beim Verzicht auf KH zu finden ist.
Dein Erfolg bisher gibt dir recht. Der Gewichtsverlust ist beeindruckend und die HbA1c Senkung großartig!
Ich selbst habe nur nach langer Beschäftigung mit dem Thema Ernährung und Gesundheit den Eindruck gewonnen, dass man immer in ein komplexes System eingreift und daher radikale Lösungen, die nur an einer Schraube drehen, zumindest im Individualfall Probleme auslösen können.
Buttermilch_14 schrieb:
Wer mehr oder weniger weitermacht wie zuvor und die Insulinstörung durch Medikamente und Spritzen zu kompensieren versucht, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit zwangsläufig scheitern.
Da bin ich ähnlicher Meinung. Spritzen und weitermachen wie bisher ist eine riskante Strategie. Aber: was heißt scheitern? Das mag nun auch für jeden und jede etwas anderes bedeuten.
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am 30.06.2024 08:22:12 | IP (Hash): 1251353931
Paertl.Wassily schrieb:
Spritzen und weitermachen wie bisher ist eine riskante Strategie. Aber: was heißt scheitern? Das mag nun auch für jeden und jede etwas anderes bedeuten.
Naja, das mag so sein. Aber mit Scheitern meine ich hauptsächlich, dass, wenn Du mit Tabletten anfängst, aber nicht wesentlich Deine Ernährung umstellst, die körpereigene Insulinfabrik früher oder später gänzlich zum Erliegen kommen wird.
-- Typ DM 2 - aktuell keine und bisher noch nie Medikamente - HbA1c unter 5,7 -- Stand: 05/2024
Bearbeitet von User am 01.07.2024 04:14:59. Grund: Text optimiert. -
am 07.07.2024 03:42:33 | IP (Hash): 491454115
Ich habe zwar schon mehrfach mein Ernährungsportfolio benannt.
Jetzt möchte ich gerne meine Nahrungsgrundlagen erörtern und auch über Kosten sprechen.
Täglich einen Becher 500 ml Buttermilch. 2023 noch 55 Cent, mittlerweile 59 Cent.
Täglich drei bis zu fünf Speisequark mit reichlich Olivenöl und wenig Salz. Ggf. angereichert mit Rohkost, seltener gemischt mit Beeren (die esse ich lieber separat, weil das quasi eine Zwischenmahlzeit mehr ergibt).
Kosten:
Zwischen 85 und 95 Cent pro Portion Quark. Bin ich unterwegs kaufe ich mir den Quark für 95 Cent bei REWE, weil ich dort am Salatbuffet einen kostenfreien Holzlöffel ergattern und den Quark mit Olivenöl und Gewürzen zubereiten kann.
Als durchschnittliche Ausgaben für Gewürze, Kräuter und hochwertiges Olivenöl veranschlage ich etwa 1,00 Euro pro Tag. Rohkost ist da meinetwegen teilweise mit eingerechnet.
Zudem esse ich fast täglich Beeren. Frisch i.d.R. 125 g für Euro 1,49 bis 1,99. Als TK mittlerweile fast nur 300 g Erdbeeren für 2,49 bis Euro 2,69 Euro. Seltener kaufe ich größere Tüten (500 bis 750 g) zum Preis von 2,49 bis 2,99 Euro. Erdbeeren haben verhältnismäßig wenig Fruchtzucker, weit weniger als beispielsweise Heidelbeeren.
Als letzte "Grundnahrungsmittel“ gelten Walnusskerne und Kürbiskerne. Eine Tüte 200 g Walnusskerne reichen i.d.R. drei Tage und kosten mich damit durchschnittlich 83 Cent am Tag. Ich runde aber auf (1,00 Euro), denn oben beim Thema Rohkost habe ich bestimmt zu wenig aufgeschlagen.
Das ergibt im Durchschnitt:
Euro 0,59 für Buttermilch
Euro 3,60 für Quark im Durchschnitt
Euro 1,00 für Gewürze & Co.
Euro 2,15 für Beeren als Mittelwert
Euro 1,00 für Walnüsse & Co.
= allein das macht bereits Euro 8,34 pro Tag!
Nährwerte in etwa:
1.500 bis 2.000 im Mittel etwa 1.800 kcal.
Protein: 130 g
Fett: 130 g
KH: 75 bis 80 g.
-- Typ DM 2 - aktuell keine und bisher noch nie Medikamente - HbA1c unter 5,7 -- Stand: 05/2024