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Grüße aus der Altmark
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am 23.09.2023 14:44:39 | IP (Hash): 944255698
Hallo, ich bin Patrick, ein 33 jähriger Mechatroniker aus der Altmark mit diversen Hobbys die alle mal mehr, mal weniger aktiv ausgelebt werden. Darunter Schießsport (Field Target), Modellbau, Terraristik, E-Gitarre, Moderation eines Forums, Fotografie und letztlich die Pflege meines Gartens.
Ich habe irgendwie das Verlangen meine bisherige "Diabetes-Geschichte" nieder zu schreiben. Vielleicht ist hier der richtige Ort dafür.
Das Ganze beginnt lange vor der Diagnose.
Vorab, ich habe vorher nie wirklich gesund gelebt. Ich habe gegessen was mir geschmeckt hat. Meist Fastfood und Fertiggerichte. Ich habe sehr gern Vollmilchschokolade gegessen. Ich habe seit meinem 15ten Lebensjahr geraucht und auch gern mal einen Getrunken. Bei 1,96m Körpergröße habe ich im Schnitt immer um die 120Kg auf die Waage gebracht.
Gesundheitlich ging es mir bis hier hin verhältnismäßig gut. Einzig Migräne quälte mich regelmäßig, mindestens zwei mal pro Monat, manchmal öfter, das aber schon seit meiner Kindheit. Die Ärzte konnten damals nichts finden und ich konnte das Problem immer leicht mit Ibuprofen lösen. Deshalb hab ich mir keine weiteren Gedanken darum gemacht.
2017 erlitt ich einen grippalen Infekt der mir gefühlt fast das Licht ausgeknippst hat. Zu dieser Zeit lebte ich noch allein. Freitags auf Arbeit merkte ich schon dass sich etwas anbahnt. Da ich eine einfache Erkältung vermutete, bin ich nicht zum Arzt gegangen. Kuriert sich übers Wochenende aus, dachte ich. Samstag morgens wurde ich wach, mehr oder weniger wach. Ich bekam kaum die Augen auf, konnte mich nicht bewegen und mein ganzer Körper schmerzte. Ich fühlte mich wie überfahren. Ich konnte kaum sprechen und selbst atmen verlangte mir ein gewisses Maß an Konzentration ab. Da lag ich also, allein, völlig hilflos. Nach zwei Stunden erlangte ich langsam die Kontrolle über meine Muskeln zurück und konnte mich aufrichten. Dann gingen die Lichter aus. Ich erinnere mich noch schemenhaft dass ich mich in die Küche gekämpft habe um zu trinken und was zu essen, aber ich habe nichts runter bekommen. Im Grunde habe ich dann den ganzen Tag verschlafen. Am nächsten Tag wachte ich auf und alles war wieder ok, nur etwas verkatert vom Gefühl her, sehr durstig und hungrig.
Was auch immer das war, es hat mein Immunsystem extrem angekurbelt. Ich hatte danach tatsächlich fünf Jahre lang keine nennenswerte Infektion mehr.
Das hat noch nicht viel mit Diabetes zu tun, aber ich fand es erwähnenswert.
Im Sommer 22 sind mir einige Dinge an meinem Körper aufgefallen die mich nachdenklich machten. Stark gesunkene Ausdauer, Lustlosigkeit, ständige Müdigkeit, ... und dann auch noch Erektionsprobleme.
Für mich war klar dass etwas passieren muss und ich begann mit dem logischsten Schritt. Ich gewöhnte mir das Rauchen ab. Zunächst verlagerte ich die Sucht auf eine E-Zigarette. Bei diesen Verdampfern kann man ja selbst bestimmen wie viel Nikotin drin sein soll. So verringerte ich die Dosierung immer weiter, bis ich auf null war und der Körper somit kein Verlangen mehr nach dem Stoff hatte. Den Verdampfer hab ich dann einfach irgendwann nicht mehr benutzt weil ich keine Lust mehr auf Pflege und Wartung hatte.
Damit war nun also ein grundsätzliches Gesundheitsproblem beseitigt. Allerdings mit Nebenwirkungen. Ohne es wirklich zu merken habe ich die Sucht mit süßen Getränken, Bier und mehr Snacks kompensiert. So habe ich in nur einem halben Jahr gut 18Kg zugelegt und nun standen 143Kg auf der Waage. Die Hosen passten nicht mehr, meine Arbeit fiel mir wesentlich schwerer als vorher und die Probleme die mich dazu gebracht haben das Rauchen aufzugeben, bestanden immer noch. Wurden sogar noch schlimmer. Zudem bekam ich nun auch noch eine venöse Insuffiziens im linken Bein und musste einen Kompressionsstrumpf tragen. Eine OP sollte folgen.
Passend zum Jahreswechsel machte ich mir nun meine neu gefundene Willensstärke zu nutzte, die ich durch den Rauchstop erlangt habe und schraubte an meiner Ernährung. Ich habe alle Süßgetränke mit Wasser ersetzt und häufiger auf Süßigkeiten und andere Snacks verzichtet. An Bewegung mangelte es mir in meinem Job ja noch nie. Ich hab mir nur zu viel reingestopft. Allein dadurch konnte ich wieder 16Kg abbauen. Mit 127Kg passten die Hosen wieder halbwegs.
Aber es gab ein Problem. Ich fühle mich trotzdem nicht besser. Abgeschlagen, schlapp, lustlos, müde,... und ich hatte nun extremen Durst und musste entsprechend ständig pinkeln.
Dann kam das Schlüsselereignis, am 27.06.23. Mir tat das Knie weh, deshalb entschied ich zum Arzt zu gehen und mich Krank schreiben zu lassen. Währen der Untersuchung erzählte ich beiläufig von den anderen Symptomen. Meine Hausärztin machte folgerichtig einen Blutzuckertest und wäre fast vom Stuhl gerutscht. Sie sagte es sei außergewöhnlich dass ich noch nicht sabbernd am Boden liege... Der Test ergab einen BZ von 30mmol. Sie schickte mich sofort in die Notaufnahme.
Wahrscheinlich habe ich schon Jahrelang damit gelebt und es hat sich über die Zeit immer weiter verschlechtert. Bis mein Körper nun eindeutig am Limit war.
Ich wurde nun im KH mit Insulin vollgepumpt und nach zwei Tagen erreichte ich akzeptable Werte um die 7-10mmol. Ich bekam mein Diabeteskit mit Messgerät, Insulin, Tabletten usw. und wurde mit der Diagnose Diabetes Typ 2 entlassen.
Nach den ganzen Untersuchungen bescheinigte man mir, trotz meiner ungesunden Lebensweise, eine relativ gute körperliche Verfassung, insgesamt betrachtet. Und es war die Rede davon, dass dadurch eine, wenn auch geringe, Chance bestünde Typ 2 wieder los zu werden. Ein entscheidender Satz der meinen Ehrgeiz weckte.
Ich stellte meine Ernährung nun komplett um. Kein Zucker mehr, wenig Kohlenhydrate, viel Proteine. Kein Fastfood mehr, keine Fertiggerichte, keine Weizenprodukte, keine Stärkehaltigen Lebensmittel.
Was soll ich sagen, das hat super funktioniert. Ich bin anfangs beim Einkaufen zwar fast verzweifelt weil ich nichts gefunden habe, aber mittlerweile weiß ich wo ich was bekomme und hab mich gut eingetaktet. Die Sache mit der Sehkraft ist ja richtig gemein, gerade dann wenn man das Kleingedruckte auf den Verpackungen lesen muss... Mit dem Verzicht auf viele Dinge komme ich gut zurecht. Ich habe seit der Diagnose weitere 10Kg abgenommen, bin nun also bei 117Kg. Da war ich schon lange nicht mehr. Ich hab die Zuckerwerte auch gut im Griff. Alles zwischen 5-7mmol. Ich brauche nicht mehr Spritzen, die Tabletten reichen wohl aus. Mein Diabetes-Arzt (20min Anfahrt und noch mal so lange Wartezeit) schickte mich letztens nach einem Gespräch von zwei Minuten und nachdem er meine Werte gesehen hat wieder nachhause und sagte er müsse nichts unternehmen. Wohl ein gutes Zeichen. Nur seltsam dass die kein Blut haben wollten. Machen die heute keine Bluttests mehr?
Auf jeden Fall war ich mit den Werten so sicher unterwegs dass ich auch mal etwas sündigen konnte, sogar ohne große Auswirkungen. Bis auf die Erkenntnis, dass meine Verdauung nicht mehr auf Döner ausgelegt ist... Junge hatte ich Bauchschmerzen am Abend... Das ist gut zum Abgewöhnen. :D
Ich fühle mich nun insgesamt besser. Alle Beschwerden die ich hatte sind weg, sogar die Migräne die ich seit meiner Kindheit mit mir rumschleppe. Und was die Erektionsprobleme angeht, das läuft wieder wie mit 20. ;) Insgesamt also alles besser als vorher. Außer ein paar Veränderungen der Haut und dass ich nun bei kleinsten Wunden stark blute. Eine ganz blöde Kombination wenn man sein Füße wie gewohnt bearbeitet und nicht damit rechnet, das kann ich euch sagen...
Vorgestern wurde ich dann unsanft mit einer Dosis Realität gestraft, die mich daran erinnerte dass mein Körper nicht mehr so robust wie früher ist, was Krankheiten angeht. Ich habe mir tatsächlich wieder einen grippalen Infekt eingefangen. Dieses mal mit wesentlich schwächeren Symptomen. Aber in Wechselwirkung mit meinem Diabetes. So habe ich zum ersten mal eine gefährliche Unterzuckerung erlebt. Der Infekt hat wohl alles durcheinander gebracht. Ich bin niemand der schnell friert, kälte vertrage ich gut, besser als Hitze. Aber eine Stunde nach dem Abendessen wurde mir plötzlich kalt. Das Thermometer zeigte 21°C an. Und es wurde schlimmer. Nach ein paar Minuten weitete sich das zu einem Schüttelfrost aus den ich so noch nie erlebt habe. Ich habe so stark gezittert dass ich keinen Fuß vor den anderen Setzen konnte, nichts greifen konnte und aufpassen musste mir nicht auf die Zunge zu beißen. Welch Ironie, wieder so eine Situation mit Potential zum Draufgehen. Aber dieses mal war ich nicht allein. Mittlerweile habe ich eine Frau an meiner Seite die mich durch diesen ganzen Schlamassel begleitet. Ich dachte der Schüttelfrost käme von der Infektion selbst. Sie aber meinte es könnte auch der BZ sein und sie half mir zu messen. Obwohl ich zu Abend gut gegessen hatte, erst vor einer Stunde, lag mein BZ bei nur 4,6mmol. Ein Stück Traubenzucker beendete den Schuttelfrost umgehend. Seltsam ist, dass ich auf Arbeit schon tiefere Werte hatte, ohne es zu merken. Vielleicht eine Wechselwirkung mit der Infektion.
Am nächsten Tag auf Arbeit ging es mir nicht gut. Ich hab bis zur Frühstückspause durchgezogen, dann spürte ich wie sich der nächste Schüttelfrost anbahnte. Ich konnte nicht mal was essen weil mir schlecht war. Ich hab mich abgemeldet und bin nachhause gefahren.
Dieses mal habe ich es direkt vom Arzt abklären lassen. Krankgeschrieben, erst mal richtig ausgeschlafen. Es kam zu keinem weiteren Vorfall und die Symptome sind fast weg.
Das hat mir gezeigt dass ich zukünftig wieder mehr auf Infektionen und vor allem die Auswirkungen auf den BZ achten muss.
Soweit erst mal mein bisheriger Weg mit Diabetes. Beizeiten werde ich mal ein update schreiben. Vielleicht kann ja jemand etwas hiermit anfangen, vielleicht kann auch jemand ein paar Fragen beantworten die hier aufgetaucht sind.
In jedem Fall, danke an jeden der sich die Zeit nimmt das zu lesen.
Gruß Patrick
Bearbeitet von User am 23.09.2023 14:51:55. Grund: Rechtschreibung2 Benutzer dankten für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 23.09.2023 17:47:14 | IP (Hash): 867332188
Willkommen im Club :) Deine Geschichte liest sich interessant. Für die besonderen Tiefpunkte darin fällt mir auch keine Erklärung ein. Auch keine für die 4,6 mmol/l, die sich vorgestern wie ne Hypo angefühlt haben.
Ok, das Gefühl kommt dabei schon vor bei Leuten mit nem Tagesdurchschnitt von 10 und mehr. Das wird dann als falsche Hypo bezeichnet. Aber im Tagesdurchschnitt bist du doch wahrscheinlich ein gutes Stück weit unter 10.
Was ist eigentlich aus deinem Ehrgeiz geworden?
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Schon im völlig gesunden Bereich können höhere Blutzuckerspitzen diabetische Beschwerden und Schäden verursachen. Wenn man davon betroffen ist, ist das zuverlässige Vermeiden solcher Spitzen die erste Wahl - geht meistens völlig ohne Arzt und Medis :)1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 23.09.2023 18:36:07 | IP (Hash): 1412403325
Hallo Patrick,
interessante Geschichte. Danke, dass du sie mit uns teilst. Du hast echt schon sehr viel gemeistert, allein die Ernährungsumstellung. Kannnst stolz drauf sein.
Weiterhin alles Gute.
Zuckerhut1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 24.09.2023 04:59:11 | IP (Hash): 30884016
Hallo Patrick,
Danke für deinen Beitrag, wirklich äusserst interessant.
Teile davon kommen mir sehr bekannt vor, meine Monate vor der Diagnose waren eine neblige Suppe voll extremer Müdigkeit, Energielosigkeit und einer fürchterlichen Schwäche.
Wurde von Woche zu Woche schlimmer, hab zum Schluss kaum noch geschafft den Arbeitstag durchzuhalten, wollte am liebsten überall im Stehen einschlafen. Dazu kamen GleichgewichtsStörungen, bin wie betrunken durch die Gänge gewankt. Sodbrennen, Magenprobleme, irgendwann Gewichtsverlust und viel Durst. Abends regelmäßig immer eine Stunde frieren mit Schüttelfrost, bis die Zähne klapperten. Bei sommerlichen Temperaturen.
Hatte da vermutlich teilweise Werte jenseits von gut und böse.
Kapiere auch bis heute nicht warum ich mit dem Arzt so lange gewartet habe , das was nicht stimmt war schon klar aber auf Diabetes wäre ich auch nie gekommen.
Gruss,
Gunter
DM Typ 2 - 2x täglich Metformin 1000 / Sitagliptin 501 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 25.09.2023 01:14:04 | IP (Hash): 338251823
hjt_Jürgen schrieb:
Was ist eigentlich aus deinem Ehrgeiz geworden?
Oh ich bin noch voll motiviert. Die Ernährung halte ich ein und jede Woche wird die Zahl auf der Waage etwas kleiner. Durch meinen Job hab ich quasi acht Stunden pro Tag Workout. Ich denke viel mehr kann ich nicht tun. -
am 25.09.2023 10:36:17 | IP (Hash): 103799444
PR90 schrieb:
Und es war die Rede davon, dass dadurch eine, wenn auch geringe, Chance bestünde Typ 2 wieder los zu werden. Ein entscheidender Satz der meinen Ehrgeiz weckte.
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Schon im völlig gesunden Bereich können höhere Blutzuckerspitzen diabetische Beschwerden und Schäden verursachen. Wenn man davon betroffen ist, ist das zuverlässige Vermeiden solcher Spitzen die erste Wahl - geht meistens völlig ohne Arzt und Medis :) -
am 25.09.2023 23:46:02 | IP (Hash): 1177615933
Ich würde aufgrund eigenen Erfahrungen JEDEM Erwachsenen, bei dem mehr oder minder plötzlich hohe Blutzuckerwerte diagnostiziert werden, eine Typisierung des Diabetes empfehlen!
Nur wenn man definitiv nachgewiesen bekommt, mit welchem Diabetestyp man sich in der Zukunft herumschlagen muss, kann man diesen dann auch effektiv medikamentös behandeln.
Ich (55) dachte zunächst auch, ich könnte meine Blutzuckerwerte durch viel Sport und diätischer Ernährung in den Griff bekommen, den sicherlich vorliegenden "Alterszucker" Typ 2 so gar vollständig zurückdrängen...
Nachdem ich dann mehr als 20 kg abnehmen konnte (bei 185 cm von 102 auf letztlich 78 kg runter...) und dennoch einen Höchststand beim HbA1c von 11,2% verzeichnen musste, wußte ich letztlich, dass ich den Diabetes nicht "weghungern" konnte...
Das Ergebnis eines eigentlich recht simplen Bluttests war dann kein Diabetes Typ 2, sondern ein LADA-Typ-1-Diabetes!
Erst hiernach und mit Langzeit-Insulin konnte ich den hohen Blutzucker (nüchtern zumeist höher als 12mmol und tagsüber 15-18mmol) sehr deutlich auf Werte heute zw. 4 - 7mmol absenken.
Viel Glück und alles Gute...
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LADA Typ I...
(Medikation: morgens 12,5 mg Jardiance +15 IE Toujeo, abends 12,5 mg Jardiance + 16 IE Toujeo)
Wer die Sache ernst nimmt und grundsätzlich diszipliniert ist, den diszipliniert dieser Diabetes vermutlich weit mehr hin zur Gesundheit, als diese Krankheit dann noch vermag zu schädigen?!1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 27.09.2023 20:35:32 | IP (Hash): 174819418
Also ich habe gelernt, dass ein Diabetiker den anderen manchmal nur bedingt beraten kann. Jeder Fall von Diabetes ist anders und scheinbar gleiche Fälle werden ärztlich manchmal vollkommen unterschiedlich behandelt.
Ich hab einfach nur die Tabletten. Morgens Jardiance und Metformin, abends nochmal eine Metformin, das wars. Insulin hab ich für Notfälle da, brauche ich aber nicht. Eben weil ich durch meine Ernährung dafür sorge dass mein Körper keine großen Zuckermengen händeln muss. So bleiben meine Werte stabil im gesunden Bereich, auch wenn ich mal die Tabletten vergesse. Der Preis dafür ist eben Verzicht.
Meine Mutter hat auch Typ2. Allerdings schafft sie es nicht ihre Ernährung umzustellen und sie kann nicht die Finger von den Süßigkeiten lassen. Der Arzt muss sich damit abgefunden haben. Ihre Behandlung sieht komplett anders aus, quasi medikamentengesteuert. Sie nimmt andere Tabletten und mehr, bekommt wöchentlich eine feste Dosis Insulin. Mit dieser Behandlung kann sie weiter halbwegs "normal" essen, hat dafür aber nie optimale BZ Werte und ist im Prinzip immer am Limit.
Eine Bekannte hat Typ1 und mit ihr konnte ich mich bisher am besten austauschen. Unsere Ernährungsstile ähneln sich mehr, aber bei ihr kommt noch Histaminallergie und Laktoseintolleranz dazu. Da ist alles noch extremer und das Nahrungsangebot noch stärker eingeschränkt.
Auch unter den Kollegen hab ich den einen oder anderen Diabetiker gefunden. Manche davon haben eine so milde Form, dass sie nicht mal Medikamente brauchen. Die dürfen einfach nur nicht zu viel Zucker auf einmal zu sich nehmen. Also kaum süßes, kleine Mengen, ansonsten "normal" essen.
Ich sehe hier ein sehr breites Spektrum. Alle haben Diabetes aber trotzdem hat jeder was anderes.
Deshalb halte ich mich stark damit zurück andere beraten zu wollen. Das funktioniert ja so nicht. -
am 27.09.2023 21:08:44 | IP (Hash): 1265751368
Wenn hier jemand schreibt, wie er's macht und dass er damit zufrieden ist, stimme ich dir voll zu.
Wenn allerdings nach Verbesserungen gefragt wird, sollten wir schon schreiben, was uns aus unseren Erfahrungen dazu einfällt. Das auch vor dem Hintergrund, dass die weit überwiegende Mehrzahl medizinischer Einschätzungen und Empfehlungen eben auch auf nicht mehr als Beobachtungen und daraus abgeleiteten Theorien basieren. Mit dem gewaltigen Moment der Gewohnheit gerne auch noch lange nach der allgemeinen Veröffentlichung völlig anderer tatsächlicher Erkenntnisse und Messergebnisse ;)
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Schon im völlig gesunden Bereich können höhere Blutzuckerspitzen diabetische Beschwerden und Schäden verursachen. Wenn man davon betroffen ist, ist das zuverlässige Vermeiden solcher Spitzen die erste Wahl - geht meistens völlig ohne Arzt und Medis :) -
am 28.09.2023 10:33:59 | IP (Hash): 1501326388
Patrick, da hast du vollkommen Recht.
Nichts ist vergleichbar.
Jeder Arzt hat eine andere Ansicht, auch weil sich die Kriterien ndauernd ändern und nicht alle Ärzte da immer aktuell sind.
Und dann gibt es natürlich auch zahlreiche Diabetestypen, teilweise noch mit metabolischen Besonderheiten, Einschränkungen und Begleitkrankheiten.
Unmöglich da eine universelle Empfehlung zu finden.
Der Wert dieses Forums ist trotzdem enorm finde ich.
Es vermittelt es einem schon mit Neudiagnose das Gefühl nicht allein zu sein mit seinen Fragen. Kaum ein Arzt nimmt sich die Zeit einem die Diagnose stundenlang zu erklären und täglich Fragen zu beantworten. Das kann man sich hier sehr gut selbst holen, alle Infos sind hier (irgendwo in den beiträgen versteckt).
Man kann sich hier ziemlich gut informieren, aktuell halten und bekommt jede Menge Anregungen was man mal probieren könnte, was man essen könnte und welche Diät mal einen Versuch wert ist und wie man seine Blutwerte interpretieren sollte.
Auch welche Technik (CGM, Tester, etc) es so gibt und welche empfehlenswert sind.
Mal kann hier von den erfahrenen Diabetikern eine Menge lernen, manche haben sich hier meist autodidaktisch ziemlich gut ausgebildet.
Was man aber auf jeden Fall nicht tun sollte ist eine Therapie oder Ernährung von jemandem blind 1:1 kopieren.
Zumindest nicht ohne gründlich drüber nachzudenken ob das genau zu einem passt.
Als Idee oder Anregung für einen selbst finde ich das aber immer interessant, genau wie die Erfahrungs und Krankheitsgeschichten der Member.
DM Typ 2 - 2x täglich Metformin 1000 / Sitagliptin 50