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Neuzugang :-)
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am 18.10.2023 19:14:51 | IP (Hash): 1764703117
Hallo Zusammen,
bei mir wurde vor fast 2 Wochen hochgradige Diabetes festgestellt.
Habe einen "vorrangigen" Termin beim Facharzt bekommen - und war erstmal schockiert, was der alles mit mir machen wollte und wie massiv man mich in der (eigentlich schönen) Praxis anging. Er ließ mich noch ein Formular unterschreiben, dass ich auf eigene Verantwortung die Praxis verlasse.
Nun habe ich einen zweiten Spezialisten zu erreichen versucht, wobei mir die Dame am Empfang das Gleiche vorhergesagt hat.
Man will mich sofort mit Insulin versorgen, ich soll das dann auch spritzen.
Ich bin demgegenüber äußerst skeptisch, man ist dann ja darauf angewiesen und es kann wohl einiges an "Notfällen" eben durch diese Spritzen eintreten.
Natürlich habe ich mir schon sehr viele Info´s im Netz geholt - wie sind denn Eure Erfahrungswerte, kann man das mit totaler Ernährungsumstellung und Sport schaffen?
Liebe Grüße
Nada
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am 18.10.2023 19:44:24 | IP (Hash): 651999357
Was ist denn hochgradiger Diabetes?
Welcher Typ?
Wie hoch sind deine Werte?
Bei nem Typ 1 geht NUR Insulin! Nur mit Sport und Ernährungsumstellung ist da (fast) nichts und auf keinen Fall dauerhaft zu erreichen.
Insulin ist nicht schlimm. Spritze ich seit 44 Jahren... Mit Insulin bekommst du ausreichend Teststreifen bzw. Sensoren für die kontinuierliche Messung. Bei kontinuierlicher Messung kann man "Notfälle" - ich vermute du meinst schwere Hypoglykämien - weitestgehend vermeiden.
Und was meinst Du mit "dann ja darauf angewiesen"?
Ja, bei einem Typ1 ist die einzige Alternative ein sehr unangenehmer Tod! Aber das auch ohne jemals Insulin gespritzt zu haben...
Ansonsten ist es bei jeder chronischen Erkrankung so, dass man die Medikamente dauerhaft und regelmäßig braucht, aber auch wieder absetzen kann, wenn nicht mehr benötigt, und/oder durch was anderes ersetzt.
Bearbeitet von User am 18.10.2023 20:13:32. Grund: Ergänzung -
am 18.10.2023 19:50:06 | IP (Hash): 1266536159
Willkommen im Club ;) Sone große Glaskugel hab ich nicht, dass ich die fragen könnte, was du mit welchem Einsatz schaffen kannst. Mit einiger Wahrscheinlichkeit hast du Typ 2, denn mit Typ 1 würdest du bei "hochgradig" wahrscheinlich längst rückwärts essen.
Ich schlage vor, dass du dir morgen eine Testausrüstung für deinen Blutzucker besorgst und nach diesem Rezept testest https://www.bloodsugar101.com/_files/ugd/32a606_db20057cf9b5496ea94c7d7d2d6f0cde.pdf
Dann weißt du schon zum WE sehr viel mehr, als einfach nur "hochgradig". Aber nur, wenn du mit der jeweiligen Zeit notierst, von was du wieviel isst und wann du welchen wert misst.
WICHTIG:
Wenn der Arzt dir Insulin für "hochgradig" verschreibt, verschreibt er dir auch Testmedien. Die müssen alle ohne Insulin selbst bezahlen, und die sind ganz schön teuer. Mit der Ausrüstung und ersten Einstellung vom Arzt hast du eine Grundlage, auf der du aufbauen kannst. Du hast dann Zeit, dich immer gezielter zu informieren und zu schauen, wie du mit immer weniger Insulin zu deinem alltäglichen Blutzuckerverlauf im immer gesunderen Rahmen kommst.
Insulin lässt sich am gezieltesten von allen Diabetes Medikamenten dosieren - und selbstverständlich einfach komplett weglassen, wenn es nicht mehr gebraucht wird.
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Schon im völlig gesunden Bereich können höhere Blutzuckerspitzen diabetische Beschwerden und Schäden verursachen. Wenn man davon betroffen ist, ist das zuverlässige Vermeiden solcher Spitzen die erste Wahl - geht meistens völlig ohne Arzt und Medis :) -
am 18.10.2023 19:51:57 | IP (Hash): 477975814
Hallo Nada,
zunächst einmal willkommen!
Du musst ein wenig mehr verraten über dich, deinen Zustand, deine Zuckerwerte und was für eine Art Diabetes du denn hast. So allgemein kann man schwer etwas dazu sagen.
Ich würde vermuten wenn dich gleich 2 Praxen intensiv behandeln wollen dann irren sich nicht alle beide.
ich bin mit einem Langzeitwert von 11,5 und einem Nüchternzucker von 240 bzw. 300 und schweren Symptomen als Diabetiker festgestellt worden und konnte nur mit grosser Mühe die sofortige Insulinbehandlung abwehren. Nur äusserst ungern hat man mich ohne Spritzen und Krankenhaus wieder gehen lassen, aber direkt volle Dosis Metformin ohne Einschleichen und nach 2 Wochen noch mal vorbei kommen und dann überlegen wir noch mal ob das reicht - so war der Deal mit der Ärztin.
Ich hab Glück gehabt, bin da um Insulin gerade noch herumgekommen, aber das hängt ganz vom Einzelfall ab.
gruß
Gunter
DM Typ 2 - 2x täglich Metformin 1000 / Sitagliptin 501 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 18.10.2023 20:44:38 | IP (Hash): 1266536159
Gunter21 schrieb:
...und konnte nur mit grosser Mühe die sofortige Insulinbehandlung abwehren. Nur äusserst ungern hat man mich ohne Spritzen und Krankenhaus wieder gehen lassen, aber direkt volle Dosis Metformin ohne Einschleichen und nach 2 Wochen noch mal vorbei kommen und dann überlegen wir noch mal ob das reicht - so war der Deal mit der Ärztin.
Ich hab Glück gehabt, bin da um Insulin gerade noch herumgekommen, aber das hängt ganz vom Einzelfall ab.
Was steckt eigentlich hinter dieser Aversion gegen Insulin? Es ist ja nicht mal was wirklich fremdes wie die meisten Medis in Tablettenform. Sondern der eigene Organismus produziert davon nur nicht genug. Mit Typ 2 nicht genug für den jeweiligen Lebensstil.
Wenn man mit Typ 2 die Gelegenheit bekommt, mit Insulin einzusteigen, bekommt man damit zusätzlich zur am besten dosierbaren Zucker-Medikation auch die notwendigen Testmedien zu Lasten der kranken Kassen. Ohne Insulin im notwendigen Umfang praktisch komplett aus der eigenen Tasche.
Und man kann gezielt das persönlich passende Verhalten für immer weniger Insulin aus dem Pen herausfinden und umsetzen, in statistisch 8 von 10 Fällen tatsächlich bis zum völlig gesunden Blutzucker völlig ohne Insulin.
Nicht missverstehen: Auch der Blutzucker im prädiabetischen Bereich oder im diagnosereifen diabetischen macht wenig bis keine Folgekrankheiten. Er will nur meistens mit der Zeit immer mehr Medikation dafür, dass er bei gleichbleibendem Verhalten in diesem Bereich gehalten werden kann. Bei gleichbleibender Medikation würde der BZ halt steigen. Also schließlich doch meistens irgendwann Insulin. Das bedeutet "progredient".
Mit dem Blutzucker im völlig gesunden Bereich gibt es diese Progredienz wahrscheinlich nicht.
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Schon im völlig gesunden Bereich können höhere Blutzuckerspitzen diabetische Beschwerden und Schäden verursachen. Wenn man davon betroffen ist, ist das zuverlässige Vermeiden solcher Spitzen die erste Wahl - geht meistens völlig ohne Arzt und Medis :) -
am 18.10.2023 20:53:03 | IP (Hash): 203894135
Hallo Nada,
es ist schwierig, wenn Du keine näheren Angaben machst. Aber zunächst zur Beruhigung: bei mir wurde vor jetzt beinahe drei Jahren hochgradiger Diabetes mit einem Wert von über 500 festgestellt und ich kam als Notfall ins Krankenhaus. Wurde mit Tabletten und Insulin eingestellt und an den Facharzt überwiesen. Währnd meines 8-tägigen Krankenhausaufenthalts habe ich schon intensiv im Netz mich schlaugemacht, die Diabetesassistentin im Krankenhaus genervt und bin dann über den anschließenden weiterbehandelnden Diabetologen in eine Schulung gekommen. Habe radikal abgenommen und nach nur drei Monaten konnte ich das Insulin absetzen und nehme inzwischen nur noch morgens und abens 500 mg Metformin. Meine Ernährung habe ich total umgestellt, Mein Eingangswert im Krankenhaus war ein HbA1c von 14,5 und bin jetzt konstant bei 5,8.
Also keine Panik, wenn Du Dir am Anfang Insulin spritzen sollst, das macht man, damit Dein Blutzucker rasch sinkt. Das weitere lilegt dann an Dir, Dein evtl. Übergewicht und Deine Ernährung musst Du selbst in den Griff bekmmen.
Ich bin übrigens Typ 2.
Ich drücke Dir die Daumen und berichte über Deine Fortschritte.
Lieben Gruß, Biggi
Gruß,
Biggi1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 18.10.2023 21:03:01 | IP (Hash): 477975814
Zum einem mag ich Spritzen nicht so gern (habe aber keine direkte Phobie). Und zum anderen empfinde ich es als Handicap ständig meine Spritzen mitschleppen zu müssen, aufpassen zu müssen das die Menge stimmt und alles berechnen zu müssen was ich so esse. Tabletten erschienen mir da etwas einfacher und praktischer.
Damals hatte ich auch keine genauere Ahnung was es eigentlich bedeutet, bin auch immer davon ausgegangen das Insulinspritzen immer irreversibel ist, etwas was man nie mehr loswird, jetzt weiss ich darüber natürlich mehr.
Aber da gibt es noch einen Grund, das ist einfach psychologisch: Insulin bedeutete für mich eine Art Endzustand, sozusagen eine Niederlage und Kapitulation.
Ich wollte das auch deshalb nicht, wollte mich gegen den DM wehren und vor Insulin versuchen ob es noch irgendwie abzuwenden oder zu mildern geht.
Wenn ich direkt auf Insulin gegangen wäre, ich bin mir nicht ganz sicher ob es dann eine Ernährungsumstellung und Lebensstiländerung so gegeben hätte.
Wenn man schon sich mit Spritzen quälen muss, dann st eine "Entschädigung" fällig und man kann sich doch einen Schokokuchen zur Spaghetti Bolognese gönnen und gibt sich einfach einen grösseren "Schuss"....das hätte leicht die fatale Denkweise sein können und damit hätte ich tatsächlich verloren, oder?
DM Typ 2 - 2x täglich Metformin 1000 / Sitagliptin 501 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 18.10.2023 21:06:48 | IP (Hash): 203894135
Stimmt, Gunter, aber wenn Dein Eingangszucker so hoch ist, muss man zunächst mit Insulinspritzen senken, das heißt aber nicht, dass du Dich mit ihnen befreunden sollst - lach. Ich schrieb ja, dass ich diese innerhalb eines viertel Jahres los war. Eigener Ehrgeiz zählt ...
Gruß,
Biggi -
am 18.10.2023 21:17:00 | IP (Hash): 477975814
jetzt bin ich da auch schlauer-:)
MIt dem jetzigen Kentnisstand hätte ich damals mich wohl auch nicht so gesträubt. Für mich erschien das aber in diesem Moment mit dem Insulin als reiner Horror, Endstation und Sackgasse aus der ich nie mehr rauskomme - dagegen lohnte es sich zu kämpfen, dachte ich.
Viele Wege führen zum Ziel, vermutlich wäre es erst mal mit Insulin runterzubekommen sogar etwas einfacher und entspannter gewesen.
Die Volle Dosis Metformin ohne einschleichen zu bekommen ist absolut kein Vergnügen (man hatte mich gewarnt aber es kam schimmer als ich dache), da gab es 2 Wochen lang multiple Nebenwirkungen vom allerfeinsten und ich brauchte eine Krankschreibung, da ging nix mehr-:)
DM Typ 2 - 2x täglich Metformin 1000 / Sitagliptin 50 -
am 19.10.2023 07:13:18 | IP (Hash): 1764703117
Hallo Gunter,
danke dir für dein Willkommen, allen anderen ebenso.
Zu mir: ich bin w, 53 J., erster Bluttest ergab Nüchternzucker (ok,nach einer Tasse Kaffee) 12,9% und 340 (?). Zettel liegt beim Arzt.
Ist wohl Typ 2, genaue Angaben habe ich noch nicht. Blutdruck ist hoch, anfangs 180 zu 110, dann 150 zu?.
Ich bin selten beim Arzt, habe seit fast 3 Jahren diagnostizierte Polyneuropathie.
Festgestellt wurde der DB von einer Allgemein-Ärztin. Ich bin neu in der Gegend, war dort wegen Krankmeldung aufgrund einer heftigen akuten Bronchitis (?).
Nach Antibiotikum kam Cortison-Spray, was ich relativ schnell wieder abgesetzt habe (erhöht den Blutdruck noch mehr). Dann bekam ich Blutdrucksenker, die ich nicht nehme (Nebenwirkungen).
Dann Bluttest.
Die Ärztin hat mich sofort zum Diabetologen geschickt. Ohne einen zweiten Bluttest zu machen (der sollte später kommen) teilte man mir mit, ich müsse Insulin spritzen. Man würde mir gleich zeigen, wie das geht.
Nach einer Stunde Infogespräch über mich und ein paar Stichpunkten zur Ernährung musste ich los, weil Mitfahrgelegenheit. Hatte ich allen auch eingangs mitgeteilt.
Man ließ mich noch unterschreiben, dass ich auf eigene Verantwortung gehe und das wars dann. Ach, und Urin hatte ich abgegeben.
Bei der zweiten Praxis habe ich nur angerufen, hätte auch schnell einen Termin bekommen. Bei den Werten dürfte ich aber wieder nur mit Insulin gehen, nur ein Beratungsgespräch ist nicht drin. Das war die Info der Dame vom Empfang.
Das ist aktuell Stand der Dinge.
Ich schreibe gerne später noch mehr, auch zur Polyneuropathie und Vorgeschichte.
Liebe Grüße & bis dann
Nada