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Bin neu hier. Habe evtl. dumme Frage...
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am 23.10.2023 22:55:24 | IP (Hash): 415986941
Liebe Foris,
ich weiß erst seit letzter Woche, dass ich Diabetes habe. Mein erster Langzeitwert liegt bei über 10. Ich habe jetzt Metformin 500 verschrieben bekommen und der Arzt meinte, ich solle in 3 Monaten wieder kommen , um den Langzeitwert neu zu bestimmen.
Ich bin aber leider nicht so willensstark, wie ich das gerne hätte. Die ersten 2 Tage wars ein Schock und ich habe nur Salat gegessen. Aber jetzt dreht sich bei mir alles nur noch darum, dass ich ans Essen denke. Selbst wenn ich das jetzt diese 3 Monate durchziehen KÖNNTE, durchhalten werde ich das eh nicht.
Sollte ich es da nicht vielleicht gleich lassen, nur noch Salat und mal ein Vollkornbrötchen zu essen und versuchen, im normalen Rahmen zu essen, dass mein Leben noch bisschen lebenswert ist, damit die das dann in 3 Monaten am Langzeitwert sehen und die Tabletten sich dann danach richten ?
Liebe Grüße
Andrea
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am 24.10.2023 08:18:05 | IP (Hash): 1143577280
Hallo Andrea,
Man hört bei Diabetes immer mal wieder den Vergleich. Das ist ein Marathon und kein Sprint. Heißt du musst für dich eine geeignete langfristige Ernährungsweise finden. Hier gibt es viele verschiedene Vertreter von Low Carb, Low Carb Low Fat, Ketogen, Low Fat, Trinknahrungen, ... Menschen die relativ radikal vorgehen, andere eher weniger strikt.
Es muss zu dir passen!
Ich persönlich verwende bspw. die Tellermethode. Hierbei sollten bei einem Gericht 1/2 Gemüse sein, 1/4 Kohlenhydratbeilagen wie Nudeln, Reis, Kartoffeln, 1/4 Eiweiß wie Käse, Eier, Quark, Frischkäse, Joghurt, Fisch, mageres Fleisch, ... vielleicht wäre die Methode etwas für dich.
Du brauchst sicher nicht radikal dich nur noch von Salat ernähren. Aber vielleicht Salat als Sättigungsbeilage zu vielen Mahlzeiten und dafür die Kohlenhydrate etwas reduzieren, wäre schonmal ein guter Schritt.
Zudem würde ich an deiner Stelle unbedingt versuchen zuckerhaltige Getränke also Säfte, Limo, Cola, ... zu streichen.
Vollkorn statt Weißmehl wäre auch nur eine kleine Umstellung, aber vermutlich besser für deinen Blutzucker.
Wenn möglich nach vielen Mahlzeiten einen kleinen "Verdauungsspaziergang", das sorgt gleich dafür, dass dein Blutzucker nach der Mahlzeit nicht so stark steigt.
Das wären einige kleinere Dinge, die du ausprobieren könntest.
Mit einem HbA1C von 10 und nur 500er Metformin drei Monate heimgeschickt zu werden, spricht nicht wirklich für deinen Arzt. Vielleicht solltest du dich da nochmal nach einem anderen umschauen. Vielleicht kannst du auch eine Typ2 Ernährungs-Gruppenschulung machen.1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 24.10.2023 08:52:46 | IP (Hash): 1833860172
AndreaMG schrieb:
Aber jetzt dreht sich bei mir alles nur noch darum, dass ich ans Essen denke. Selbst wenn ich das jetzt diese 3 Monate durchziehen KÖNNTE, durchhalten werde ich das eh nicht.
Hallo Andrea,
willkommen im Forum. Ich kann verstehen, dass du geschockt und frustriert bist, aber du siehst das nicht ganz richtig.
Es macht viel Sinn, die ersten 3 Monate mit Wasser, Vollkorn und Salat konsequent durchzuhalten. Bei erstaunlich vielen Typ2-Diabetikern verbessert sich der BZ daurch bereits stark, manchmal bis zur Remission. Am meisten hängt es davon ab, ob sich dein Diabetes bereits über etliche Jahre langsam entwickelt hat oder nicht. Wenn der BZ innerhalb des letzten Jahres schnell angestiegen ist, dann kann er erfahrungsgemäß in dem ersten Quartal sich auch ohne Medikamente erstaunlich weit normalisieren.
Nach dem Quartal weißt du, wo du mit deinem Diabetes stehst. Du musst dich dann zwar weiter diabetesgeeignet ernähren, aber dann nicht mehr so spartanisch wie in den ersten Monaten. Dann kannst du dir eine diabetesgeeignete Ernährung suchen, die zu dir passt und die du lebenslang durchhalten kannst. Wenn das dann nicht ausreicht, dann kannst du so viel Medikamente zur Unterstützung dazu nehmen, wie du benötigst. Ich empfehle dir, das erste Quartal weiter so durchzustehen und das Ergebnis deiner Bemühungen abzuwarten.
Die 500mg Metformin sind wahrscheinlich nur die erste Einschleichdosis. Metformin sollte man langsam einschleichen, dann wird es oft besser vertragen.
Alles Gute und viel Erfolg, Rainer
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Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
Bearbeitet von User am 24.10.2023 08:53:35. Grund: BBCodes -
am 24.10.2023 10:12:57 | IP (Hash): 2112195232
Guten Morgen Andrea,
500 Metformin und mal in 3 Monaten wiederkommen bei einem Wert von über 10 klingt nach einem entspannten Arzt. Oder einem Arzt der dir 3 Monate Gnadenfrist gibt deine Dinge bis dahin selbst zu regeln....nach 3 Monaten wird gewiss Bilanz gezogen und es folgen mehr Maßnahmen, höhere Dosen, weitere Medis.....
Ich würde es als Chance verstehen die nächsten 3 Monate zu nutzen und zu versuchen den DM wieder einzudämmen oder komplett zurückzudrägen.
Das geht leider tatsächlich kaum anders als über eine stark kalorienreduzierte, absolut zuckerfreie und nahezu KH freie Diät. Kein Weg, der unbedingt leicht ist, aber lohnt sich durchaus.
gruß
Gunter
DM Typ 2 - 2x täglich Metformin 1000 / Sitagliptin 50 -
am 24.10.2023 10:52:57 | IP (Hash): 1387227547
Als erstes rate ich in jedem Fall zum systematischen eigenen Blutzuckermessen, wenn es finanziell irgend möglich ist. Am besten nach dieser bewährten Anleitung https://www.bloodsugar101.com/_files/ugd/32a606_db20057cf9b5496ea94c7d7d2d6f0cde.pdf
Dann wäre gut, wenn du dir bald überlegen würdest, was du langfristig lieber hättest, den Diabetes als Krankheit, die sich mit der Zeit zunehmend selbst verstärkt und für den Blutzucker im guten Behandlungsbereich immer mehr/stärkere Medikamente braucht, oder den Diabetes zwar als genetische Anlage, aber mit dem Blutzucker im völlig gesunden Bereich völlig ohne Medikamente.
Für den gut behandelten Diabetes brauchst du nur immer weiter zu machen, was Arzt und in der Folge dann auch Ernährungsberatung dir raten.
Zum Zurückdrehen raten bislang hier in D nur sehr wenige Ärzte. Prof. Taylor, Newcastle, hat das Zurückdrehen untersucht und den aus meiner Sicht einfachsten Weg dahin entwickelt, die Newcastle Diät. Einfach allerdings nur im Vergleich mit anderen Möglichkeiten in der Richtung. Und am besten zu verstehen und nachzuvollziehen mit diesem Buch von ihm "Endlich Schluss mit Typ-2-Diabetes".
In jedem Fall dein Spiel. Daumendrück!
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Schon im völlig gesunden Bereich können höhere Blutzuckerspitzen diabetische Beschwerden und Schäden verursachen. Wenn man davon betroffen ist, ist das zuverlässige Vermeiden solcher Spitzen die erste Wahl - geht meistens völlig ohne Arzt und Medis :) -
am 24.10.2023 12:02:00 | IP (Hash): 1077626483
Hallo Andrea,
Leider kommt es immer wieder wie bei dir vor, dass ein Arzt Diabetes diagnostiziert, dem Patienten Medikamente verschreibt und dann sagt: Auf Wiedersehen in drei Monaten und dann den Patienten in das DMP Programm einschreibt und dann den Patienten im "Regen" stehen lässt, anstatt mit den Untersuchungen sofort zu beginnen. Zum Beispiel den C-Peptid Laborwert bestimmen zu lassen und feststellen zu lassen, ob es Typ-1 oder Typ-2 ist und wieviel körpereigenes Insulin noch vom Körper produziert wird (das ist wichtig um festzustellen, ob Insulin zur Behandlung eingesetzt werden muss.
Du brauchst keinen Schreck bekommen und schon gar nicht daran denken, dass du nun auf Lebensmittel verzichten musst. Diabetiker können alles essen, müssen jedoch die Menge der Kohlenhydrate pro Mahlzeiten im Blick haben und da gibt es Angaben, die auf der Verpackung stehen (auch bei Getränken). Für selbst zubereitete Speisen gibt es hier im Netz entsprechende Tabellen für die Kohlenhydrate.
Wenn dir dein Arzt nicht gesagt hat, wieviel Kohlenhydrate für dich pro Mahlzeit anzusetzen sind, so findest du hier im Netz die für dich entsprechenden Angaben.
Bei deinem nächsten Arzttermin solltest du darauf dringen, eine Diabetes Schulung (nicht Ernährungsberatung) zu bekommen, denn die ist wichtig und du erfährst dort alles über diese Krankheit und auch über die Behandlungsmethoden.
Mehr kann ich dir zu diesem Zeitpunkt nicht empfehlen außer, dass du ggf. einen Diabetologen zur zweiten Meinung aufsuchst.
Ich wünsche dir alles Gute,
Zuckermann
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Seit 2010 Insulinpflichtig TYP-2, ICT und rtCGM1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 24.10.2023 19:16:33 | IP (Hash): 1764703117
Hallo Andrea,
ich bin auch "neu im Club" - dumme Fragen gibt es nicht.
Mein Wert liegt noch etwas höher, mir wollen die Fachärzte gleich Insulin verordnen.
Du warst ja bisher "nur" beim Hausarzt, richtig? Suche dir doch einen Diabetologen und schau´mal, was der sagt. Ein Kollege hat auch Diabetes, er kann wohl alles essen, was er will, muss nur Insulin spritzen, so ich ihn richtig verstanden habe.
Du brauchst da keine Überweisung und mit dem Wert kriegst du sicher sehr schnell einen Termin.
Mein Weg ist ja ein anderer: ich versuche tatsächlich, mit Ernährungsumstellung und regelmäßigen kleinen Workouts, den Zucker in den Griff zu bekommen und kann nur sagen: es gibt sooo viel sehr leckere Möglichkeiten! Gebratenes/gebackenes Gemüse; zBsp. griechisches Ofengemüse mit Schafskäse aus dem Backofen; Tomate-Mozarella-Salat, jetzt ist Champignon-Zeit, usw..
Aber jeder wie er möchte. Alles Gute.1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 25.10.2023 12:56:21 | IP (Hash): 160582365
Hallo,
dürfte man deinen BMI erfahren? Musst du abnehmen?
Ich schlage vor:
- Proteine + Fette: Eier, Käse, Fleisch, Fisch, Nüsse, Oliven-/Leinöl
- Kohlenhydrate: moderat Obst (hauptsächlich Beeren), Kartoffeln, KH-reduziertes Brot
Viel Salat / Gemüsegerichte sind nicht verkehrt.
Sport: viel Bewegung, Jogging, Krafttraining (mehr Muskeln = mehr Speicherkapazität für Glukose).
Wenn du übergewichtig bist musst du unterkalorisch essen. -
am 26.10.2023 01:14:00 | IP (Hash): 938312020
Hi Andrea,
2 Tage Schock kenne ich auch nur zu gut. Wichtig wäre für Dich persönlich zu klären: Hast Du eine Ahnung, wie es zum Diabetes kommen konnte?!
Ansonsten: Viel selber informieren und nicht die drei Monate verplempern. Ich habe am Anfang auf eigene Kosten den Blutwert alle 6 Wochen getestet, einfach auch um (positives) Feedback für meine Ernährungsumstellung zu bekommen.
Und es ist leider wirklich so: Viele der industriellen Leckerlies sind leider pures Gift. Für jeden von uns. Nur, dass man dies in jungen Jahren fast immer locker wegstecken kann. Ab 45 macht aber dann der Körper schlapp.
Bevor Du radikal zum Salat greifst (was langfristig kaum klappen wird), wäre es gut herauszufinden, was wirklich den Diabetes verursacht hat. Und dann kann man daran arbeiten.
Ich habe für mein Leben gern Weißbrot gegessen. Leider in sehr großen Mengen. Durch den richtigen (und leckeren) Bäcker, bin ich auf Vollkornbrötchen umgestiegen. Sind auch lecker, machen aber schneller satt. Was nicht geht, ist das Zeugs aus dem Supermarkt.
Trotzdem: Selbstfindung ist finde ich sehr wichtig. Und nicht die drei Monate verplempern. Ein 10er Wert ist ist nicht gut, es wird definitiv auf Dauer (so zwischen 6-12 Monaten) zu ernsthaften Beschwerden kommen. Und dazu zählt auch verminderte Ausdauer, Müdigkeit usw... Was mit mehr Energiezufuhr leider nicht mehr kompensiert werden kann.1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 26.10.2023 04:40:00 | IP (Hash): 834019308
Moin Andrea,
diese Frage müssten sich 100 % aller Diabetiker stellen Stellt man sein Essen um oder macht man so weiter? Umstellung kann bedeuten jahrzehntelange gute Lebensqalität. Im anderen Fall modische Amputationen. mit begleitende Folgeerkankungen, wie Blindheit, PNP, da bietet die Natur so einiges auf.
Setze Dich hin und überlege es dir.
LG Rolf
Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer.
Bearbeitet von User am 26.10.2023 04:51:50. Grund: Schreibfehler1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag.