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Habe ich (Prä)Diabetes?

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    am 07.11.2023 07:48:29 | IP (Hash): 637710587
    Guten Morgen!

    Im Rahmen ein eigentlich anderen Untersuchung beim Endokrinologen bin ich auf das Thema aufmerksam geworden. Bezüglich des Kohlenhydratstoffwechsels wurden folgende Werte gemessen:

    Glukose nü. FCP mg/dl :109
    HBA1C: 5.1
    HBA1C (IFCC) mmol/mol: 32

    Die Werte wurden nüchtern gegen 11Uhr mittags gemessen. Der Blutzucker ist dafür eigentlich zu hoch. Der Endo hat dann (eigentlich aus anderen Gründen) einen zweiten Bluttest angeordnet. Dort lag der Wert dann bei 102.

    Der Endo hat das aber nicht weiter ernst genommen und hielt es für unwahrscheinlich, dass ich Diabetes habe. Ich sollte in 1-2 Monaten (das wäre dann Dez./Jan.) mal zum HA gehen, wenn mir das Sorgen bereiten würde.

    Ich habe mir dann selbst ein Blutzuckermessgerät gekauft und verfolge die Messwerte ein wenig.

    07.11.2023 07:01, 115
    06.11.2023 21:29, 101
    06.11.2023 20:03, 95
    06.11.2023 19:08, 86
    06.11.2023 16:04, 92
    06.11.2023 13:30, 105
    06.11.2023 12:49, 103
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    06.11.2023 11:21, 127
    06.11.2023 09:23, 118
    06.11.2023 08:11, 107
    05.11.2023 17:56, 111
    05.11.2023 15:19, 100
    05.11.2023 13:56, 117
    05.11.2023 13:08, 120
    05.11.2023 09:50, 98
    05.11.2023 09:33, 91
    05.11.2023 09:13, 108
    05.11.2023 09:12, 77

    Wie man sieht, ist der Wert sehr selten überhaupt mal unter 100.

    Ansonsten kurz zu mir: Ich bin 35 Jahre, männlich, 1,76m und 75kg - also kein bedenkliches Übergewicht vorhanden. Ich treibe auch 5 Tage die Woche Sport: ca. 45min Krafttraining und 30min Cardio. Außerdem habe ich einen Hund, mit dem ich am Tag 3 mal für 45-60min spazieren gehe.

    Ich ernähre mich eigentlich eher kohlenhydratarm: viel Protein (aufgrund des Sports), Gemüse, wenig Früchte (Fructoseintoleranz), wenig Süßes. Mittags esse ich meist nur einen Salat mit Hähnchen o.ä. und nehme die kohlenhydratreicheste Mahlzeit Abends ein, da ich abends gemeinsam mit meiner Frau esse.



    Bearbeitet von User am 07.11.2023 07:49:23. Grund: Fehler
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    am 07.11.2023 08:56:35 | IP (Hash): 380795886
    Hallo Brimley,

    möglich, dass du eine leichte Störung der BZ-Automatik hast. Falls ja, dann wirklich nur ganz leicht. Du brauchst dir keine Sorgen zu machen, lediglich regelmäßige Überwachung wäre sinnvoll. Aller 2 Jahre Kontrolle beim Arzt wäre aus meiner Sicht dazu ausreichend.

    Mit deinen Werten kann man aus zwei Gründen nicht besonders viel anfangen.

    1. Es fehlt die Angabe, in welchem Bezug zur Mahlzeit du gemessen hast. Besonders interessant sind der Nüchternwert gleich nach dem Aufwachen und die Werte in 1 und 2 Stunden nach der Mahlzeit. Nach der Mahlzeit geht der BZ erst mal hoch und dann geht er wieder nach unten. Daran, wie hoch der BZ geht und wie schnell er dann wieder absinkt, kann man sehen, ob es Probleme gibt und wie groß sie sind.

    2. Die Handmessgerät sind keine Präzisionsinstrumente. Zugelassen sind Fehler bis +/-15%. Auch bei guten Geräten kannst du davon ausgehen, dass die Hälfte, also ca. +/-8% auftreten können. Gerade bei Werten um die 100mg/dl lässt sich mit Handmessgeräten nicht feststellen, ob der Wert nun unter 100 oder darüber liegt.

    Bleibe ruhig, wenn du keinen generellen Anstieg der Werte feststellst, kannst du deinem Endo vertrauen und musst es nicht besonders ernst nehmen.

    Besste Grüße, Rainer

    ____
    Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
    Bearbeitet von User am 07.11.2023 08:57:17. Grund: BBCodes
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    am 07.11.2023 09:28:58 | IP (Hash): 637710587
    Heute Morgen nach dem Aufwachen waren es die 115.

    Vor ca. 1 einer Stunde habe ich gefrühstückt (500g Magerquark, 2 Volleier). Jetzt liegt der Wert gerade bei 87.
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    am 07.11.2023 09:31:24 | IP (Hash): 637710587
    Zu dem Messgerät: Ich habe als Gegenprobe auch mal den Wert meiner Frau gemessen. Der lag immer zwischen 70 und 90.
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    am 07.11.2023 10:10:35 | IP (Hash): 380795886
    Auch mit diesen Zusatzinformationen bleibt es aus meiner Sicht eine leichte, beobachtungswürdige Störung, die von Diabetes noch weit entfernt ist.

    Alles Gute, Rainer

    ____
    Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
    Bearbeitet von User am 07.11.2023 10:10:50. Grund: BBCodes
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    am 07.11.2023 14:11:19 | IP (Hash): 72970431
    Zusammengefasst: Du bist also (Hobby)Bodybuilder mit viel Training und sonstiger alltäglicher Bewegung und einem mutmaßlich niedrigen bis normalen Körperfettanteil. Gibt es einen bestimmten Grund, warum Du die Kohlenhydrate reduziert hast? Was bedeutet "eher kohlenhydratarm" für Dich?

    Mal zur Theorie: Kohlenhydrate sind Treibstoff für arbeitende Muskeln. Wer wenig Fett am Leibe hortet und regelmäßig aktiv ist, wird mit KHs in der Regel keine Probleme haben. Anders sieht es dagegen aus, wenn auf eine kohlenhydratarme Ernährung gesetzt wird, ohne dass dies kontextbezogen notwendig wäre. Dann müssen die anderen Makronährstoffe (Fett und Protein) als Energiequelle herhalten. Mit der Zeit schaltet der Stoffwechsel bei einer KH-armen Ernährung auf "Fettstoffwechsel"-Modus um, sodass bevorzugt Fett (aus der Nahrung) und weniger Kohlenhydrate verstoffwechselt werden. Mit der Zeit führt das zu einer (umkehrbaren) physiologischen Insulinresistenz, welche ihrerseits zu höher-als-normalen-Blutzucker-Werten führen kann. Sicherlich hast Du schon einmal gehört, dass Fettleibige eher die Diagnose Diabetes Typ 2 als Personen mit normalem KFA erhalten. Der Stoffwechsel von Fettleibigen läuft nämlich in der Regel im "Fettstoffwechsel-Modus", weil er die überschüssigen Fettsäuren die aus den Fettzellen in den Blutkreislauf strömen irgendwie dort weg bekommen will. Dominater Fettstoffwechsel, verringerte Verstoffwechselung von Kohlenhydraten, stärkere Insulinresistenz. Das bedeutet konkret: Gar nicht zu viele Fettsäuren anbieten (Normalgewicht) und eher auf gute, ballaststoffreiche Kohlenhydrate als auf fettreiche Lebensmittel setzen. Denn dem Körper ist egal, ob das Fett aus dem Hüftspeck oder der Nahrung kommt.
    Und wer Low-Carb isst und dann mal eine Portion Pasta verdrückt, braucht sich über allfällige BZ-Ausflüge in höhere Sphären wirklich nicht zu wundern. Woher soll der Körper denn noch wissen, was Kohlenhydrate sind, wenn wir ihm keine geben?

    Hier hat mal unlängst ein Diabetiker über seine Erfahrungen mit Kohlenhydraten und deren Auswirkungen auf seinen Blutzucker geschrieben (Seite 1 und 2): https://www.diabetes-forum.de/forum/topic/16776/Vollkorn

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    am 07.11.2023 16:27:21 | IP (Hash): 637710587
    Der KFA ist für Nicht-Trainierende sicher im normalen Bereich. Bei der Messung beim Arzt kamen 22% heraus und Muskelanteil waren 57%. Viel Muskelatur und gleichzeitig aber verhältnismäßig viel Fett. Der Arzt hat mir sogar zu Intervallfasten geraten (habe ich allerdings nicht umgesetzt).

    Ansonsten versuche ich die Kohlenhydrate niedriger zu halten, um eben den Körperfettanteil zu managen. Laut tracking komme ich so im Schnitt auf 150-200g Kohlenhydrate am Tag.

    Erwähnen könnte ich noch, dass Diabetes Typ 2 in der Familie liegt. Mein Vater hat Diabetes und muss auch regelmäßig Insulin spritzen.
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    am 07.11.2023 17:00:24 | IP (Hash): 508375555
    Für die Entwicklung von Typ 2 Diabetes brauchen wir mehr Fettreserven in Leber und Pankreas, als diese beiden Organe genetisch bedingt bei gesunder Funktion tolerieren. Da kann auch BMI 24 schon zuviel sein, wie Suggardosis gerade im anderen Thread zitiert hat: "His BMI went down from 24 to just below 20. And the diabetes went away....."
    Diese Toleranzschwellen können bei manch anderen auch erst bei BMI 32 oder 43 überschritten werden.
    Und wer keine gentische T2D Erbschaft mit sich ruMTRägt, kann locker mit völlig gesundem BZ mit dem Kran aus der Wohnung geholt werden müssen.

    Höherer BZ wie der zu diesem Thread hier gemessene ist noch weit unter jedem ärztlich behandlungsbedürftigen Rahmen und gilt praktisch als noch völlig gesund. Aber er kann durchaus schon darauf hinweisen, dass da ererbte Speichertoleranzgrenzen überschritten sind und werden. Und wenn dem so sein sollte, hätte ….
    Ich lese gerade deinen Beitrag von 16.27 und empfehle direkt mal Roy Taylor "Life Without Diabetes" Da findest du auch ne plausible Erklärung für dein auffällig vieles Speicherfett :)

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    Schon im völlig normalen Behandlungsbereich mit HbA1c 6.5-7 haben die meisten von uns mit T2D keine akuten Diabetes Symptome und wenig Folgekrankheiten-Risiko.
    Alternativ ist in den ersten Jahren mit Typ 2 meistens eine Remission möglich. Damit wird meistens gesunder Blutzucker ohne Diabetes-Medikation erreicht, und dazu kommen häufig in der Folge auch völlig gesunde Blutfette und Blutdruck.
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    am 07.11.2023 17:37:11 | IP (Hash): 637710587
    hjt_Jürgen schrieb:

    Ich lese gerade deinen Beitrag von 16.27 und empfehle direkt mal Roy Taylor "Life Without Diabetes" Da findest du auch ne plausible Erklärung für dein auffällig vieles Speicherfett :)
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    Das heißt, es gibt dort einen Zusammenhang? Klingt auf jeden Fall spannend. Werde versuchen, mich da zu informieren
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    am 07.11.2023 23:51:02 | IP (Hash): 160582365
    Es gibt Berichte, dass der Nüchternzucker bei einer (very) low carb Ernährung etwas erhöht ist. Insulinresistenz (wie Leia Cake das nennt) würde ich das aber nicht nennen, eher ein etwas veränderter Stoffwechsel, was aber ungefährlich ist (kannst dazu auch seriöse Quellen auf Youtube suchen). Auch bei manchen heavy Sportlern ist der Nüchternzucker etwas erhöht. Ich würde mir bei deinem Langzeitzucker keine Gedanken machen, es würde reichen wenn du 1x im Jahr den Langzeitwert zur Kontrolle bestimmen lässt.