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Haferkleie oder doch besser -flocken?

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    am 20.11.2023 16:31:25 | IP (Hash): 1893807364
    hjt_Jürgen schrieb:

    Nachtrag:
    Und bitte beim Lob auf den Hafer berücksichtigen, dass der BZ-Anstieg sich bei Nicht-Insulinen nicht so gezielt begrenzen lässt!


    Entscheidend für die Höhe des Blutzucker-Anstiegs sind die KE. Das gilt für INSULINER wie auch für Nichtinsuliner. Das müsstest du doch als langjähriger Diabetiker wissen.
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    Bearbeitet von User am 20.11.2023 16:33:10. Grund: BBC-Codes
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    am 20.11.2023 17:26:41 | IP (Hash): 1814798741
    Ich weiß, falscher Typ, aber trotzdem mal meine Erfahrungen zu Haferflocken.

    Die feinen Haferflocken, lassen den Blutzucker sehr schnell ansteigen, die kernigen etwas langsamer, aber dafür bleibt er länger oben - ähnlich wie jedes andere Getreideprodukt. Um Spitzen abzufangen muss also die richtige Menge Insulin mit dem richtigen Timing sein. Ohne externes Insulin ist das nicht wirklich steuerbar, da geht es nur über die Menge.

    Eine Resistenzen - die auch Typ1er haben - reduzierende Wirkung habe ich nie festellen können. Da habe ICH zuverlässigere Methoden, die aber nur ohne eigenes Insulin funktionieren, also für Euch nicht von Belang.

    Jede Form von Porridge/Haferbrei führt bei mir nur deshalb zu einer Blutzuckersenkung, weil schon der Geruch bei mir Brechreiz auslöst - Zwang bei Diagnosenstellung (1979).
    Gegenüber roh vermute ich sogar einen schnelleren Anstieg, weil durch das Erwärmen komplexe Kohlenhydrate aufgebrochen werden - DAS werde ich aber NICHT experimentell erforschen ;)

    Ergänzung und völlig OT: Was eine "sehr gute Einstellung" ist, da gehen die Meinungen hier genauso auseinander wie überall anders auch: Jürgen ist da sehr streng. Ein HbA1c von 6,8% wäre für mich ok, aber mehr auch nicht. Und sogar in der Fachwelt ist es nicht anders, wobei mir bei extrem niedrig nur Dr. Bernstein einfällt und der hat im Alter auch dazugelernt...
    Aber was gut, sehr gut oder nicht so gut ist, darüber werden wir NIE eine Einigung erzielen und sollten es deshalb möglichst aus thematisch anderen Diskussionen rauslassen, finde ich. Wenn wir uns darüber streiten wollen, dann am besten in einem extra Thread... auch wenn es total sinnlos wäre ;)
    Bearbeitet von User am 20.11.2023 20:05:00. Grund: Korrektur
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    am 20.11.2023 18:13:43 | IP (Hash): 323807122
    Zur ursprünglichen Frage zurück:
    Beta-Glucan ist ein wasserlöslicher Ballaststoff, der schon durch die hohe Wasseraufnahmefähigkeit im Magen die Passage zum Dünndarm verlangsamt und schon dadurch hohe BZ-Spitzen abmildert.

    Haferkleie enthält doppelt soviel Beta-Glucan wie Haferflocken (4,5%), ist also diesbezüglich günstiger für Diabetiker, die hohe Blutzuckerspitzen vermeiden wollen. Haferkleie wird aus den Kornrandschichten und dem Keimling gewonnen.

    Die Nährwerte im Vergleich:

    Haferflocken:
    Kalorien 373
    Eiweiß 13 g
    Fett 7 g
    Kohlenhydrate 60 g
    davon Zucker 1,3 g
    Ballaststoffe 10 g

    Haferkleie:
    Energie (kcal) 331
    Eiweiß 15,1 g
    Fett 8,6 g
    Kohlenhydrate 48,4 g
    davon Zucker 1,3 g
    Ballaststoffe 16,6 g

    Dann gibt es auch Haferfasern, die meines Wissens aus den Kornrandschichten und Schalen gewonnen werden.
    Energie (kcal) 190
    Fett 0,2 g
    Kohlenhydrate 0,1 g
    davon Zucker 0,1g
    Ballaststoffe 93,3 g
    Eiweiß 0,4 g
    Den Beta-Glucan Wert weiß ich nicht.

    Jedenfalls: Das Mikrobiom mag das sehr gerne.
    Ich auch.

    Nachtrag
    Ich habe heute Nachmittag gegessen:
    25 g Haferfaser mit Wasser angerührt (Konsistenz wie Joghurt)+
    40 g Mascarpone +
    5 g Erythrit
    und 10g Sahne aus dem Sahnespender obendrauf.
    Das hält lange satt, hat etwa 1 g KH und schmeckt lecker.

    Ein paar TK-Blaubeeren oder TK-Erdbneeren, ein paar Splitter Pekannuss oder/und ein Hauch Backkakao wäre auch gut gewesen. Oder auch mit Sahnequark oder Creme Fraiche.

    Nada, versuch die KH so niedrig wie möglich zu halten. Es gibt viele Möglichkeiten im Netz, die Nährwerte im Blick zu haben, ein Ernährungstagebuch zu führen. Das hilft, gerade am Anfang.
    Bearbeitet von User am 20.11.2023 19:02:50. Grund: zu früh abgeschickt
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    am 20.11.2023 19:40:00 | IP (Hash): 1405621184
    Zuckermann schrieb:
    Entscheidend für die Höhe des Blutzucker-Anstiegs sind die KE. Das gilt für INSULINER wie auch für Nichtinsuliner. Das müsstest du doch als langjähriger Diabetiker wissen.


    Klaro. Deswegen schmecken mir auch zum Frühstück mit Start um 8-9 Uhr und 80-100 mg/dl aus der Nacht so um 200g rohe geschredderte Möhren mit nem EL Haferkleie und um 60g Camembert. Das passt mit 5 IE Apidra in meinen gesunden Verlauf :)

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    Schon im völlig normalen Behandlungsbereich mit HbA1c 6.5-7 haben die meisten von uns mit T2D keine akuten Diabetes Symptome und wenig Folgekrankheiten-Risiko.
    Alternativ ist in den ersten Jahren mit Typ 2 meistens eine Remission möglich. Damit wird meistens gesunder Blutzucker ohne Diabetes-Medikation erreicht, und dazu kommen häufig in der Folge auch völlig gesunde Blutfette und Blutdruck.
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    am 20.11.2023 22:29:39 | IP (Hash): 1207959626
    Meinen herzlichen Dank für jede Antwort ;-).

    "die Frage ob Hafer den BZ hochtreibt. Die Antwort ist ja, vermutlich bei den allermeisten hier."

    Und genau diese Info war mir wichtig, dann streiche ich Hafer und auch Haferkleie von meiner Liste.
    Ich hatte das ja schon vermutet, obwohl sogar mein Hausarzt ja Hafer in den höchsten Tönen lobt...angeblich deshalb verträglich, weil es sich um "komplexe" Kohlenhydrate handelt.
    Bei mir treibt er spürbar den Blutzucker hoch. Also erledigt und abgehakt!!

    Betaglucane als Nahrungsergänzung sind nicht in dem Maße bioverfügbar, wie es die aus z.b. Haferflocken sind, habe ich gelesen.
    In diversen Sendungen (NDR) usw. wird ja behauptet, dass Haferkuren langfristig den Blutzucker senken. Das ist zum einen unlogisch (!!), aber zum anderen mir auch völlig schnurz, weil ich mir einen gleichmäßigen Spiegel wünsche - jeden Tag, und da gehen solche Spitzen gar nicht.

    Ein ganz besonderes Dankeschön gilt Jürgen, für den Hinweis auf das Buch - habe ich gestern gekauft (als Hörbuch) und bin schlichtweg begeistert.
    Ich möchte das unbedingt noch als Thema in die Rubrik "Diskussionen" stellen.

    LG
    Nada
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    am 20.11.2023 23:35:46 | IP (Hash): 1893807364
    Nada schrieb:

    "die Frage ob Hafer den BZ hochtreibt. Die Antwort ist ja, vermutlich bei den allermeisten hier."
    Und genau diese Info war mir wichtig, dann streiche ich Hafer und auch Haferkleie von meiner Liste.


    Hallo Nada,
    nicht verzweifeln, denn 60g Haferflocken haben genauso viel Kohlenhydrate wie 4 Hühnereigrosse Kartoffeln mit je 65g pro Kartoffel.
    Du kannst ja mal ausprobieren und vergleichen, ob diese insgesamt 260g Kartoffeln (oder entsprechend weniger) deinen Blutzucker genauso schnell in die Höhe treibt und wie der Blutzucker zwei Std. danach aussieht. Glaube nicht alles was die selbsternannten Wissenschaftler hier schreiben....
    Erst danach solltest du entscheiden, ob du die Haferflocken und auch die Haferkleie von deiner Speisekarte streichst.
    Alles Gute, Zuckermann
    ----------------------------------------------------
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    am 21.11.2023 00:21:32 | IP (Hash): 1207959626
    Hey Zuckermann,
    alles im grünen Bereich ;-). Ich verzweifle nicht. Aber ich brauche einen klaren Rahmen, und den erstelle ich mir gerade.
    Kartoffeln gibt es nicht bei mir. Und auch kein herumexperimentieren, ob hafer doch geht. Es gibt so viele andere Möglichkeiten.
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    am 21.11.2023 01:17:15 | IP (Hash): 323807122
    Nada schrieb:
    . . .weil ich mir einen gleichmäßigen Spiegel wünsche - jeden Tag, und da gehen solche Spitzen gar nicht.


    Klar würde ich solche "Tests" auch bleiben lassen und Haferflocken als auch Kartoffeln erstmal ganz weglassen. Du hast ja nicht die Möglichkeiten wie ein Insulinnutzer, der die Spitze dann wegspritzen kann.

    In der Not, schmeckt die Wurst auch ohne Brot.
    KH aus stärkearmen Gemüse bringen dich weiter.
    zB (pro 100 g)
    Champignons 0,6 g KH
    Mangold 0,7 g KH
    Avocado 0,4 g KH
    Pak Choi 0,5 g KH
    Chinakohl 1,2 g KH
    Spinat 0,5 g KH
    Sauerkraut 0,8 g KH
    Zuccini 2,2 g KH
    Blumenkohl 2,1 g KH
    Chicorée 2 g KH
    Eisbergsalat 2,4 g KH
    Rosenkohl 2,4 g KH
    Grünkohl 2,5 g KH
    Tomaten 2,6 g KH
    Brokkoli 2,7 g KH
    KnollenSellerie 2,3 g KH
    Romana 3,3 g KH
    Aubergine 3 g KH
    usw . . .
    Daraus lassen sich durchaus abwechslungsreiche Speisen bereiten, die wenige KH haben.
    1 g KH - Avocado mit Lachs und frische Sprossen
    - Krabben/Ei/Mayonaise-Salat mit rohem Chicorée
    2 g KH - Schweinshaxe mit Sauerkraut.
    - Brokkoli mit Käse überbacken
    3 g KH - Omelett (2-3Eier) mit Hackfleisch/Spinatfüllung und grüner Salat
    . . .
    Da sich viele Leute low Carb, very low Carb und ketogen ernähren, gibt es unzählige Rezepte zu finden.
    An Makron-Nährstoffen erweist es sich als günstig, die
    Eiweißzufuhr etwa bei 0,8 -1,0g pro kg Körpergewicht und
    die KH so niedrig wie möglich (mit 25 g KH sind jede Menge Gemüse möglich) zu halten und
    die notwendigen Kalorien aus Fett (Käse, Butter, Bacon, Kokosöl, Mayo, Sahne, Nussmus, usw) zu sich zu nehmen.



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    HeikeOV schrieb:
    Jürgen ist da sehr streng.


    Wenn mir mit meinem weit über 30 Jahre alten T2D nach 2 Wochen zuverlässig in der gesunden Spur auffällt, dass die alte Blutzuckerautomatik eine eigentlich deutlich zu niedrige Insulindosis super ausgeglichen hat, halte ich das nicht für streng, sondern für bequem: Die Schwankungen verlaufen so insgesamt schlicht weniger weit. Damit kann ich mir häufig den Fingerpieks sparen. Gestern z.B. alle, und heute morgen als Langschläfer um 09.30 Uhr 94 mg/dl. Jetzt gerade 75 nach dem letzten Bolus um 18.30. Also heute mal 2 Fingerpiekse.

    Wo siehst du da was “streng”?

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    Hey Zuckermann,
    was sind KE?? Kohlehydtrate?