Willkommen Gast! Um alle Funktionen zu aktivieren musst Du Dich Anmelden oder Registrieren.

Diabetes und Behindertengrade

  • Marion

    Rang: Gast
    am 05.06.2008 15:43:43
    Hallo Ihr da
    sicher hat jemand Ahnung, welchen Behindertengrad man bei intensivierter Insulinbehandlung (2 verschied. Insuline am Tag, mind. 4 mal injizieren) beantragen kann bzw. bekommt.
    Dass es da überhaupt einen geben kann, wurde mir bei der jüngsten Schulung gesagt.
    Wie ist der Ablauf? Wo muss ich den Antrag stellen und wie lange dauert das. Und wieviel Prozent bekommt man z.B. bei mind. 4mal täglich spritzen? Sicher ist jemand dabei, der da Bescheid weiß.

    Viele Grüße Marion
  • Tom

    Rang: Gast
    am 05.06.2008 15:46:29
    Liebe Marion,
    die Antragsformulare bekommst du beim Amt für Soziales und Familie.
    Darf ich dich fragen, warum du einen Behindertenausweis beantragen möchtest? von Tom
  • klausdn

    Rang: Gast
    am 05.06.2008 16:38:41
    ergänzung :
    der gdb(zugestandener grad der behinderung)
    hängt 1. vom amt(richtlinie von oben), 2 bundesland,
    3. dem bearbeiter, 4. dem was dein arzt auf nachfrage, oder besser gleich mitgeschickt geschrieben hat.
    (bei erwachsenen)
    die zu erwarenden prozente sind 30-50.
    dann kannst du noch widerspruch einlegen
    danach noch klagen.
    dauer bis antwort kommt, (außer daß es in bearbeitung ist) von 6- 12 monate.
    die namen der ämter sind auch nicht überall gleich.
    mfg. klaus
    von klausdn
  • Marion

    Rang: Gast
    am 05.06.2008 17:07:07
    Hallo Tom
    man kann dann eher in Rente gehen, hat einen gewissen Schutz bei der Kündigung und wird beim AA im Reha-Bereich registriert. Vielleicht findet sich da mal ein AG, der mit Förderung einen Arbeitsplatz anbietet.
    Klaus ist auch im Chat. Vielleicht kann der das ergänzen.
    Oder kennt Ihr Nachteile? Die gibt es sicher auch.

    Gruß Marion
  • klausdn

    Rang: Gast
    am 05.06.2008 18:13:03
    hallo,
    mit früher in rente, gilt jetzt, kommt also drauf an wie "jung" man ist. (solche sachen ändern sich schneller als man nachkommt - zb bis 31.12.04 konnte man (m) mit 60 ohne abzüge in rente gehen, ab 1.1.05 erst mit 63)
    wie es morgen ist weiß niemand.
    der kündigungsschutz war früher zuverlässiger, zz wird den meisten kündigungen zugestimmt.
    ab 50%gdb bekommt man 5 tage zusatzurlaub, ist kein gutes einstellkriterium.
    allg werden sb nicht gerne genommen, dabei sind sie meist fleißiger und zuverlässiger als andere.(schon aleine um es den anderen zu zeigen)
    aber ! alles erst ab 50%,diese regeln gelten nicht für ab 30% mit gleichstellung(nur kündigungschutz)
    kleiner tip, wer 40 bekommen hat, und noch etwas vorweisen kann, kommt mit verschlechterungsantrag auf oft um 10 höher.
    das ganze wird sehr wilkürlich und unterschiedlich gehandhabt,
    mfg. klaus von klausdn
  • Tom

    Rang: Gast
    am 06.06.2008 09:27:09
    Liebe Marion,

    den Kündigungsschutz kannst du voll vergessen. Wenn man Jemanden loswerden will, bekommt man den los. Und ist er eingeschränkt gesund, geht das noch einfacher und fixer.
    Bei Bewerbungen werden Behinderte zwar ausdrücklich aufgefordert, sich zu bewerben, aber das ist ein Zirkus sage ich dir.
    Der potentielle Arbeitgeber darf nicht fragen, worin die Behinderung eigentlich besteht.
    Der Bewerber muss sie nicht sagen. Und in den meisten Fällen tut er das auch nicht. (Ich würde es auf jeden Fall sagen.)
    Und weil keiner die Katze im Sack kauft, was ich persönlich gut nachvollziehen kann, fliegt der Behinderte auf Grund mangelnder Qualifikation raus. Der Schwerbehindertenvertreter sitzt in der Runde. Das Arbeitsamt ist ein Schweineverein, sorry.
    Auch DAS habe ich am Beispiel des 16. jährigen Jungen meiner Nachbarin life miterlebt. Dem haben sie die komplette Wirbelsäule versteifen müssen. Skoliose. Er hatte grade seine Zusage bekommen für eine Wunschlehre. Nach der Rehakur fing das Arbeitsamt an, herumzufieseln, er könne doch aber vielleicht trotzdem...in dem oder dem Job....Es gibt sicher immer positive Ausnahmen.

    Aber verlassen auf Automatismen würde ich mich nicht.
    Ich selbst bin behindert. mehr als 50 ". Aber ich habe erlebt, dass ich ich mich im Job lange Zeit immer mehr beweisen musste als meine Mitarbeiterin. Ich musste 120 % erbringen, damit der Arbeitgeber mit glaubt, dass ich 100% leisten kann.
    Durch eine Mobbingaktion wurde ich dann rausgekickt aus dem Vorzimmer des Chefs, eingefädelt von meiner Kollegin, weil sie Angst hatte, dass sie umgesetzt wird.
    Ich war nicht behindert, ich wurde von meinem Umfeld behindert. Das ist 3 Jahre her und seit 1 Jahr sitzt auf meinem Stuhl wieder eine Neue. Man hat wohl gemerkt im Nachhinein, wer die meiste Arbeit erledigt hat *g*.
    Aber das muss Jeder für sich selbst entscheiden.
    Sorry, ist etwas länger geworden, ich wollte nur ein Stück Realität schildern..
    Und wie Klaus bereits agte, ich glaube, die "Vergünstigungen" greifen erst bei 50% und die bekommt der Diabetiker nicht, solange er keine anderen Schäden hat, vor denen ihn Gott bewahre.
    von Tom
  • Marion

    Rang: Gast
    am 06.06.2008 10:32:50
    Hallo Ihr zwei netten "Antworter".
    Danke erst mal.
    Ja, als ich vor 4 J. den Behindertenausweis bzw. die Behinderung beantragte (bekam ja 40 %), sagte ich das meiner Chefin. Ich war die Top-Kraft im "Verein". Man nahm mich mit Kußhand, allerdings vor meinem Outing auch über Einstellungsförderung (reguläre) vom AA für 6 Monate. Bevor die 6 Mon um waren, glaubte ich, dass meine chefin froh ist, den Nachweis zu erbringen, eine Behinderte zu beschäftigen. Weiß nicht ob es das noch gibt, aber damals gab es für Behinderteneinstellungen "kopfgeld2. Was ich nicht wußte, dass bei der Zahl der AG dort einer reichte und wußte auch nicht, dass der Azubi behindert ist. Und schon war ich dumm, faul und arbeitsscheu. War als leitender Redakteur bei einem regionalen Fernsehsender tätig.
    Ja, das war die erste Patsche. Stimmt schon. Aber ich will eigentlich nicht alle AG in einen Topf werfen. Wer selbst Krankheiten als Chef an der Backe hat, sieht das vielleicht anders und guckt mehr auf die Leistung. Aber ja, "Drahtzieher", die ihren Stuhl retten wollen, gibt es auch in dieser Arbeitswelt.

    Ich habe außer Diab. auf der re. Seite eine chron. Mittelohrvereiterung, die ab und an aktiv ist und daher kein Hörgerät eingesetzt werden kann. (nur hinter Ohr implantiert. Wer lässt das schon machen, welche Kasse zahlt das?) Also höre ich da kaum. Am li. Ohr habe ich ein Hg, gerade auf der Seite, wo man telefoniert. Dafür bekam ich, ist ja auch nur ein Hilfsmittel, hindert und behindert beim Telefonieren und auch im allgemeinen Leben sowohl im Job wie privat, jedenfalls gab es dafür "ganze 10 Punkte" angerechnet. Bluthochdruck, psychosomatisch bedingt, daher auch Zuckerschwankungen von 3, .. bis 11,... am Tag/Nacht brachte keine Punkte. Aber Angina Pectoris, d.h. der Verursacher ist die abgenutzte Halswirbelsäule. Habe schon seit Kindheit damit zu tun. Dafür gab es auch 10 Punkte. Da diese aber geringer sind, eben nur die Gleichstellung wegen Diabetes. Ich bin kein "Arzt-Renner", weil dadurch meine Krankheiten auch nicht besser werden und ich die Plätze dort lieber den Omis und Opis, sorry, für ihre Klätschchen im Warztezimmer frei halte.- Nee, ich bin kein Arztgänger. ist vielleicht mein Fehler. Jammern, Arzt nach Arzt aufsuchen.. jeder würde was finden, aber nee, das ist nicht mein Ding.
    Jedenfalls habe ich die Überprüfung dennoch in die Wege geleitet.

    So, das war viel. Sicher auch noch was vergessen.
    Tschaui Marion
  • Crissi

    Rang: Gast
    am 06.06.2008 10:52:39
    Hallo Marion
    zwar wirst du als Behinderter (allgemein gemeint) wie ein Bekloppter auf dieser Welt behandelt, aber einen Vorteil hätte der Ausweis: Preisermäßigung im Zoo. Die Affen interessiert nicht, ob du behindert bist oder nicht. Für sie sind alle gleich. (doppel-grins)
    Ja, solange in Behindertenbereichen welche das Sagen haben, die nicht selbst betroffen sind, oder auch Arbeitgeber, haben Behinderte schlechte Karten.
    Schau mal: in der Stadt bist du Rollstuhlfahrer. Aber wie du über die Straße kommst, in ein Geschäft oder Kino, das verrät dir niemand. Die Stadtväter gehen guten Fußes da lang und merken nicht die Hindernisse. (oder sie werden mit dem Dienstwagen gefahren und die Geschäftsleute öffnen ihnen sogar die Ladentür eigenhändig mit Verbeugung).
    Ein Thema ohne Ende.

    (Behinderte werden oft mit einem Nasenrümpfer betrachtet. Sie müssen irgend etwas an sich haben... so kommt es einem vor)

    Gruß Crissi
  • Tom

    Rang: Gast
    am 09.06.2008 10:13:04
    Liebe Chrissi,
    ich sah kürzlich eine Reportage darüber, wie Blinde oder Rollstuhlfahrer in der Innenstadt zurecht kommen. Ein Rollstuhlfahrer führte vor, wie er in ein Museum hineinkam, aber leider nur bis ins Foyer. Er sagte berechtigterweise: Ich werde meine Anliegen vor der Bundestagswahl an die Stadträte vorbringen, denn dann machen sie gern "Wahlgeschenke" und tun gern auch mal was für Behinderte....
    Ich denke, der Abgeordnete wird leider erst auf Barrieren aufmerksam, wenn er auf Barrieren aufmerksam gemacht wird. von Tom