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Vater mit Diabetes blickt die Ernährung nicht..

  • Rang: Anfänger
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    Beiträge: 3
    Mitglied seit: 06.12.2023
    am 06.12.2023 18:31:10 | IP (Hash): 1222849372
    Hallo zusammen...

    da mein alter sturer Vater dem Arzt nicht richtig zuhört und nicht wirklich wahrhaben will was Ernährung wirklich ausmacht, denkt er, er ernährt sich schon gesund wenn er täglich zusätzlich 2 Orangen und 3 Tomaten zum Abendessen ist..

    Die Leberwurst am morgen und abend, die halbe Tafel oder manchmal sogar ganze Tafel Schoko vor dem schlafen (würde ja nichts machen weil er sich danach ja eh spritzt..) und das viele Weißbrot zu morgen und abend bleiben aber nach wie vor bestehen..

    Er sagt er hat die Werte im Griff, er misst sich aber nur 1-2 mal am Tag mit dem Piekser und wenn der Wert da nicht extrem hoch ist, denkt er es ist alles gut...

    Deshalb hab ich ihm jetzt mal nen Libre 3 Chip drangemacht und mich mit LinkUp verlinkt... weil ich 200km entfernt lebe aber gerne mehr beraten und kümmern würde..

    Leider hat er erst wieder in Wochen den nächsten Arzttermin wo er zu seinen Werten etc. beraten werden kann, bisher guckt er immer nach dem Pieksen zweimal täglich auf seine Tabelle und und spritzt dann entsprechend Insulin.

    Ich weiß das hier ist keine medizinische Beratungsstelle wonach ich die Behandlung meines Vaters richten kann, aber kann man den halbwegs allgemeine Aussagen treffen, welche Werte als Diabetiker (2) nicht erreicht werden sollen und unnormal sind und ab wann man dringend spritzen soll? Ich würde hier gern ein Screen hochladen wie geht das? Er hat jetzt 12:00 Uhr ein Wert über 200 und der steigt jetzt weiter, ist gerade bei 300... sollte ich ihm da zum spritzen raten?

    Kann mir ein Diabetiker hier sagen was er für Werte am Tag hat? Was ist realistisch, was ist das Ziel und was geht gar nicht?

    Danke schonmal!!
  • Rang: Erweitertes Mitglied
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    Mitglied seit: 11.02.2019
    am 06.12.2023 18:48:06 | IP (Hash): 1438200631
    Die erste Frage wäre, wie alt ist dein Vater denn überhaupt? Das ist wichtig für die Beantwortung deiner Fragen.

    Die Diabetestherapie soll Folgeschäden durch zu hohe Werte vermeiden, gleichzeitig birgt eine zu strikte Insulintherapie ein Unterzuckerungsrisiko, die dank potenzieller Verletzungen gefährlicher sind, als etwas zu hohe Werte.

    Und in dem ganzen muss man individuell schauen, welche Werte sinnvoll sind.

    Deshalb wird im Alter ein höherer Blutzucker akzeptiert als in jungen Jahren.

    Bspw. bei meinem Großvater wären selbst hohe Werte im Bereich 200-300 okay, wenn er sich dabei wohlfühlt, weil er einfach ein Alter erreicht hat, wo es sehr unwahrscheinlich ist, dass er die in 10-15 Jahre auftretenden Folgeschäden noch miterlebt.

    Ich selbst mit Mitte 20 habe natürlich viel bessere Werte als Ziel.
  • Rang: Anfänger
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    Mitglied seit: 06.12.2023
    am 06.12.2023 19:12:57 | IP (Hash): 1222849372
    Er ist 76 und ihm fehlt schon der halbe Fuß (keine Zehen mehr) und hatte einen Augeninfarkt ist also auf einem Auge blind.. ich befürchte dass es umso schneller bergab geht wenn er nicht dringend besser isst und therapiert...
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    am 06.12.2023 19:19:05 | IP (Hash): 1740085097
    Komplexes Thema.

    Man müßte schon etwas über Deinen Vater wissen.
    Alter, BMI, Körperliche Bewegung, sonstige AntiDiabetika, Langzeitlinsulin, seine Insulintablle zwecks Spritzen.

    Ich persönlich, aber das darf man gern anders sehen, halte auch den aktuellen HbA1c, für einen aussagefähigen Parameter.

    Lg Hape
    Bearbeitet von User am 06.12.2023 19:20:33. Grund: Ergänzung
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    am 06.12.2023 19:45:13 | IP (Hash): 1887790112
    Mit Diabetes Typ F=Familie&Freunde ist es besonders anstrengend. Man will eigentlich unbedingt was nützliches tun - und kommt selbst dann nicht wirklich dazu, wenn man wie du den Scan von Vaters BZ auf dem Handy hat. So siehst du da zwar ne ansteigende Kurve, aber was du siehst, ist bis zu ner halben Stunde älter, als der entsprechende Fingerpieks-Wert. Was du noch ansteigen siehst, kann also durchaus auch schon wieder am Sinken sein. Und dann hast du doch ehrlich keinen Schimmer, wie viele Einheiten dein alter Herr in welcher Situation am besten spritzt und welchen BZ-Rahmen er mit seinem Arzt vereinbart hat, oder?

    Was du dann machen kannst, wenn du während der Laufzeit vom Chip da mehr als ne Stunde zu Besuch bist, doch mal so 3-4 Stunden nach nem Essen den Kurvenverlauf zusammen mit Deinem Vater anschauen. Und dabei berücksichtigen, dass nicht nur Zucker Blutzucker macht, sondern alles mit Stärke/Mehl nichts anderes als Zucker ist. Und so halt besprechen, welche Einverleibungen welche Spitzen gemacht haben. 3-4 Stunden danach weiß er noch, was er sich einverleibt hat. Den nächsten Tag schon nicht mehr “so genau” ;)

    Nachtrag, auch wenn er mir schwer fällt und dir hart kommt: Ich bin auch 76, und ich fürchte, dass ich heute auch nicht mehr lernen könnte, meinen Blutzucker im erträglichen Rahmen zu steuern, wenn ich mir das nicht schon vor mehr als 10 Jahren angeknobelt hätte. Wenn er also nicht selbst unbedingt was an seinem "Blutzuckerspiel" verbessern will, lass ihn schlicht in Ruhe so machen, wie er(!) sich(!) am wohlsten fühlt :)

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    Schon im völlig normalen Behandlungsbereich mit HbA1c 6.5-7 haben die meisten von uns mit T2D keine akuten Diabetes Symptome und wenig Folgekrankheiten-Risiko.
    Alternativ ist in den ersten Jahren mit Typ 2 meistens eine Remission möglich. Damit wird meistens gesunder Blutzucker ohne Diabetes-Medikation erreicht, und dazu kommen häufig in der Folge auch völlig gesunde Blutfette und Blutdruck.
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