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Diabetes typ 2 und Untergewicht
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am 06.12.2023 20:32:50 | IP (Hash): 1572811247
Hallo in die Runde,
bei meinem Mann wurde vor 4 Wochen Diabetes festgestellt, leider wurde dies sehr spät erkannt, sodass der Hba1c wert schon bei 12,4 lag. Er hat im Laufe des Jahres mittlerweile 10 kg abgenommen. Im Juni bei einem Arztbesuch wurde Blut abgenommen, leider ohne den BZ zu bestimmen. Im Oktober wurde dann wieder Labor bestimmt, wieder ohne BZ. Da er aber schon wieder 2 kg abgenommen hatte hat der Arzt den Hba1c wert nachgemeldet. Dieser war dann 12,4, der Arzt hat dann Metformin 850, 2x1, rezeptiert und ihm geraten süßes wegzulassen. Er sollte dann im Dezember zur Kontrolle wiederkommen. Eigentlich unglaublich .......
Ich habe dann ein Meßgerät in der Apotheke gekauft, Der erste Nüchternzucker lag bei 240, da hatte er aber schon 4 Tage Metformin genommen. Im Moment liegt der Nüchternzucker bei 130.
Mittlerweile habe ich es geschafft einen Termin bei einer Diabetologin zu vereinbaren.
Mein Mann ist 63 Jahre, 191 groß und wiegt im Moment 81 kg, vor einem Jahr ca 91 kg. Sein Höchstgewicht lag bei 93 kg.
Das Problem ist eine weitere Gewichtabnahme zu vermeiden und gleichzeitig alle Kohlenhydrate zu streichen. Alles was ich im Netz gefunden habe bei Typ 2 hat mit Gewichtsabnahme zu tun.
Hat hier jemand einen Rat für mich? -
am 06.12.2023 21:26:45 | IP (Hash): 1887790112
Bei 81 kg sagt der TK-BMI-Rechner 22,2 und nennt das Normalgewicht. Untergewicht würde demnach bei 67,5 kg anfangen.
Wo du schon ein Messgerät hast, hier die Gebrauchsanweisung dazu für den gesunden Blutzucker https://www.bloodsugar101.com/_files/ugd/32a606_db20057cf9b5496ea94c7d7d2d6f0cde.pdf
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Schon im völlig normalen Behandlungsbereich mit HbA1c 6.5-7 haben die meisten von uns mit T2D keine akuten Diabetes Symptome und wenig Folgekrankheiten-Risiko.
Alternativ ist in den ersten Jahren mit Typ 2 meistens eine Remission möglich. Damit wird meistens gesunder Blutzucker ohne Diabetes-Medikation erreicht, und dazu kommen häufig in der Folge auch völlig gesunde Blutfette und Blutdruck. -
am 06.12.2023 21:45:37 | IP (Hash): 1572811247
Ok, Untergewicht ist das falsche Wort, er fühlt sich nicht wohl mit seinem Gewicht und würde gerne wieder ein paar Kilo zunehmen und nicht durch eine kalorienreduzierte Diät weiter abnehmen.
Seine Blutfettwerte liegen im Normbereich, Bluthochdruck ist seit 15 Jahren bekannt und medikamentös gut eingestellt.
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am 06.12.2023 21:57:53 | IP (Hash): 107766008
Er muss nicht unbedingt Gewicht reduzieren wenn es da nicht so viel zu reduzieren gibt.
Aber die Kalorien dann vorrangig aus Fett und Eiweiss beziehen und weniger aus den KH.
Das ist wichtig.
Das was zur Gewichtsreduktion so vorgeschlagen wird ist im Grunde ganz genau das Gleiche - nur eben mit geringeren Mengen, d.h. weniger Kalorien.
Aber die Zusammensetzung der Nahrung ist identisch.
130 n0chtern ist ja schon mal nicht so schlecht für den Beginn, schaut mal was die Diabetologen sagen werden, vielleicht geben die noch ein zweites Medikament dazu oder setzten das Metformin auf 2x1000.
DM Typ 2 - 1x täglich Metformin 1000 / Sitagliptin 50 -
am 06.12.2023 22:22:50 | IP (Hash): 1057163650
Monaella schrieb:
Das Problem ist eine weitere Gewichtabnahme zu vermeiden und gleichzeitig alle Kohlenhydrate zu streichen. Alles was ich im Netz gefunden habe bei Typ 2 hat mit Gewichtsabnahme zu tun.
Hallo Monaella,
alle KH zu streichen wäre Unsinn. Es kommt darauf an, die KH zu reduzieren, wobei in vielen Fällen die moderate Reduzierung schon sehr viel bringt. Außerdem kommt es auch darauf an, die richtigen KH auszuwählen, also auf Quantität und Qualität der KH.
Die Gewichtsabnahme wird im Netz so stark in den Vordergrund gestellt, weil ein großer Teil der Typ2-Diabetiker Übergewicht hat. Es gibt aber durchaus auch genügend Typ2er mit Normalgewicht, dein Mann ist nicht der einzige. Das ist aber auch kein Problem, weil man seinen Kalorienbedarf bei Reduzierung der KH gut durch Fett und Eiweiß abdecken kann. Eiweiß lässt den BZ nur wenig ansteigen und Fett fast gar nicht.
Alles Gute für deinen Mann, Rainer
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Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
Bearbeitet von User am 12.12.2023 19:28:19. Grund: BBCodes -
am 06.12.2023 22:42:50 | IP (Hash): 1572811247
Vielen Dank für eure Antworten, es ist alles neu für mich und nicht immer ganz nachvollziehbar.
Mein Mann hat immer essen können was er wollte , jetzt fällt es ihm schwer auf viele Sachen zu verzichten. -
am 06.12.2023 22:43:58 | IP (Hash): 1887790112
Monaella_ schrieb:
Ok, Untergewicht ist das falsche Wort, er fühlt sich nicht wohl mit seinem Gewicht und würde gerne wieder ein paar Kilo zunehmen und nicht durch eine kalorienreduzierte Diät weiter abnehmen.
Wir mit Typ 2 Diabetes haben einige genetisch eingebaute Speichergrenzen. Bleiben wir mit unserem Speichervolumen darunter, funktioniert unser Blutzucker völlig gesund. Speichern wir mehr, funktioniert unser Blutzucker zunehmend diabetischer.
Die Grenzen sind völlig individuell und unabhängig von den üblichen Klassifizierungen wie Fettleber oder BMI. Ein großer Teil der Teilnehmer an der UKPDS, der ersten großen Typ 2 Studie von Mitte 80er bis Mitte 90er Jahre, hatte T2D mit BMI unter 25.
Heute sind wir alle etwas wohlgenährter, und damit überschreiten auch immer mehr von denen von uns ihre T2D-Grenzen, bei denen die bei BMI 35 und größer liegen.
Anyway, wenn das persönliche Wohlfühlgewicht über den persönlichen T2D Speichergrenzen liegt und man das Wohlfühlgewicht halten will, braucht man für die BZ-Regelung natürlich Medis. Und welche da am besten passen, muss natürlich zusammen mit dem verordnenden Arzt durchaus über mehrere Quartale ausprobiert werden.
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Schon im völlig normalen Behandlungsbereich mit HbA1c 6.5-7 haben die meisten von uns mit T2D keine akuten Diabetes Symptome und wenig Folgekrankheiten-Risiko.
Alternativ ist in den ersten Jahren mit Typ 2 meistens eine Remission möglich. Damit wird meistens gesunder Blutzucker ohne Diabetes-Medikation erreicht, und dazu kommen häufig in der Folge auch völlig gesunde Blutfette und Blutdruck. -
am 12.12.2023 07:53:23 | IP (Hash): 6727307
Wir waren beim Diabetologen, er hat die Medikation (2x850 Metformin) so gelassen und einen Termin bei der Ernährungsberatung gemacht. Labor ist auch gelaufen, der C-Peptid Wert ist 3,3 , also ist es eindeutig ein Typ 2 Diabetes, oder? -
am 12.12.2023 08:48:20 | IP (Hash): 1691406018
Monaella schrieb:
Labor ist auch gelaufen, der C-Peptid Wert ist 3,3 , also ist es eindeutig ein Typ 2 Diabetes, oder?
Ja, so ist es - da lässt sich mit Ernährung vermutlich viel machen.
Viel Erfolg dabei, Rainer
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Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
Bearbeitet von User am 12.12.2023 08:50:01. Grund: BBCodes -
am 12.12.2023 10:46:46 | IP (Hash): 619233814
Hallo,
ich habe auch Probleme das ich abnehme und zunehmen sollte. Habe die Ärztin gefragt, was ich tun könnte. selber ausprobiert habe ich, Eier zu essen. die hole ich beim Bauern in der Nähe. Was mir sehr geholfen hat, ist die Nahrungsumstellung nach Blutgruppen nach Adamo (4 Blutgruppen 4 Strategien für ein gesundes Leben. für diese Ernährung gibt es auch eine App fürs Handy, das man weiß, welche Lebensmittel für einen besonders gut sind. Ich habe die Umstellung von einem Tag auf den anderen gemacht, was ich nicht empfehlen würde. Für mich ist es wirklich gut gewesen. Vielleicht wäre das eine Idee? -
am 12.12.2023 13:40:48 | IP (Hash): 1616581428
Danke, Rainer, für die aufmunternden Worte.
Sidi, mein Mann weiß gar nicht welche Blutgruppe er hat.
Der Hba1c Wert ist nach 4 Wochen Medikation und Verzicht auf schnelle Kohlenhydrate von 12,4 auf 11,0 gesunken.
Ich hätte da noch ml eine Frage: Der Zucker Wert gestern Abend 2 Stunden nach dem Abendessen 81, dann heute morgen 148. Wie erklärt sich das? -
am 12.12.2023 14:11:43 | IP (Hash): 160582365
Die Normwerte für C-Peptid sind 0,8 bis 4,2 ng/ml, also ist 3,3 doch ein guter Wert.
Abends ist der Zucker immer niedrig, am Morgen sehr oft hoch, weil der Körper dann vermehrt Stresshormone ausschüttet um wach zu werden. Diese führen dazu, dass meist in der 1. Tageshälfte Diabetiker einen hohen Zuckerwert haben.(https://de.wikipedia.org/wiki/Dawn-Ph%C3%A4nomen).
Die 12 kg Gewichtsabnahme sind aber suspekt. Wurde das eigentlich irgendwie abgeklärt? -
am 12.12.2023 14:29:22 | IP (Hash): 1616581428
Im Juni ( nach ca. 8 kg Abnahme) ist Labor abgenommen worden (ohne BZ) die Werte waren alle normal, Ultraschall Abdomen und eine Koloskopie waren auch ohne krankhaften Befund.
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am 12.12.2023 18:01:24 | IP (Hash): 1616581428
Gelöscht
Bearbeitet von User am 12.12.2023 18:02:59. Grund: Doppelt -
am 12.12.2023 19:19:04 | IP (Hash): 1731205631
Monaella_ schrieb:
...auch ohne krankhaften Befund.
Typ 2 Diabetes braucht keinen organisch krankhaften Befund, nur vorausgegangene Menschen mit Typ 2 in der elterlichen Linie.
Die volle Wirkung z.B. einer Ernährungsumstellung wird erst nach 8-12 Wochen im HbA1c sichtbar. Eine so deutliche Verbesserung schon nach einem Monat sagt, dass da schon ne Menge gelungen ist. Glückwunsch!
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Nur für Menschen mit T2D: Typ 2 Diabetes ist mit genetischen Speichergrenzen von Geburt an eingebaut. Unter diesen Grenzen ist er gesund ausgeschaltet und darüber diabetisch eingeschaltet. - Remission ist nach dem Abbau der Speicherinhalte unter diese individuellen(!) Grenzen und damit der ausgeschaltete T2D.
Bearbeitet von User am 12.12.2023 19:19:53. Grund: . -
am 12.12.2023 19:39:20 | IP (Hash): 1616581428
Ich meinte das auch nicht in Bezug auf den Diabetes. Wegen der Gewichtsabnahme stand eher eine Krebserkrankung im Raum, besonders da der Hämoculttest positiv war.
Wir waren echt froh, dass alles gut ausgefallen ist. Ich denke, dass man mit einem gut eingestellten Diabetes gut zurecht kommt.
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am 12.12.2023 20:23:42 | IP (Hash): 1043406260
Hallo,
jeder normale Arzt und viele Patienten denken bei abnormalem grundlosen Gewichtsverlust natürlich zuerst an Krebs. Ich hatte ebenso einiges an Gewicht verloren, mehrere Kilo ohne erkennbaren Grund.
Zunächst einmal habe ich mich gefreut, anbehmen ohne das geringste dafür zu tun - super.
Der Stoffwechsel war aber bereits am Entgleisen, der Körper bekommt eine Flut Nährstoffe und kann damit nichts mehr wirklich anfangen, weil Resistenzen und Störungen die Aufnahme verhindern. Also werden die Nährstoffe nicht wirklich verwendet und ausgeschieden (z.B. über die Nieren), der Körper will aber Energie haben und bedient sich dann dafür an den Reserven und man verliert Gewicht. Heisshunger ist auch recht typisch, man füllt immer mehr nach, die Portionen werden immer grösser und man bedient sich gerade gerne an zuckerhaltigem, das macht das Problem am Ende aber noch schlimmer und es entgleist immer weiter und man verliert weiter Gewicht.
Das könnte so gewesen sein - muss aber natürlich nicht. Will nur damit sagen das es da noch viel mehr Gründe für abnormalen Gewichtsverlust geben kann.
Wenn das der Grund ist - dann wird sich das wieder einrenken und mit nornalisierenden Werten wird der Metabolismus auch demnächst wieder normal funktionieren. Bei mir hat es so rund 4 Monate gedauert bis der Körper wieder in der Lage war zuzunehmen, der BZ war da schon längst gut eingestellt.
gruß
Gunter
DM Typ 2 - 1x täglich Metformin 1000 / Sitagliptin 50 -
am 12.12.2023 21:46:05 | IP (Hash): 1616581428
Ja, das hört sich so an wie wir es erlebt haben. Und ich bin gespannt wie es sich weiterentwickelt. Und ich hoffe , dass mein Mann weiterhin Recht konsequent auf schnelle Kohlenhydrate verzichtet.