Willkommen Gast! Um alle Funktionen zu aktivieren musst Du Dich Anmelden oder Registrieren.

Untergewicht, Langzeitzucker 4,8, extreme Spitzen

  • Rang: Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 10
    Mitglied seit: 04.09.2023
    am 19.12.2023 14:27:49 | IP (Hash): 1562944645
    Hallo,

    ich hab hier schon mal einen Beitrag verfasst und wollte noch mal mein Glück versuchen, ob es jemandem ähnlich geht. Oder ob jemand noch Tipps, Ideen, Hinweise oder Ansätze hat? :)

    Ich bin 29 Jahre, weiblich, bin untergewichtig und stille zur Zeit (Hormontechnisch ist alles wie es soll, wurde durch eine Endokrinologin getestet).

    Bei mir wurde in der Schwangerschaft Diabetes diagnostiziert, mein Diabetologe und ich glauben aber, dass dies auch schon vorher vorhanden war und nur durch den Zuckertest aufgefallen ist. Ich leide seit Jahren an mehreren Symptomen nach dem Essen die bis dato auf eine histaminunverträglichkeit geschoben wurden, weil man es nicht besser wusste.

    Meine Nüchternwerte sind vorbildlich und liegen bei 60-75. Nur die Werte nach dem Essen reißen aus. War gerade beim OGT und hatte in der Spitze 380. Am Anfang bin ich nach so hohen Werten in den Unterzucker gerutscht. Heute nicht, das ist aber irgend wie auch tagesformabhängig.

    Hier mal meine Werte von heute:
    08:30 72
    09:30 380
    10:30 342
    11:30 247
    12:30 122
    13:30 75

    Insulin ist bisher bei mir mit Vorsicht zu genießen, da ich vor einigen Wochen noch schnell in den Unterzucker gerutscht bin (auch ohne Insulin), finde aber, dass die heutigen Werte zeigen, dass der Wert sich mittlerweile länger oben hält. Ich hab auch einen 24-Stunden-Urin und wie gesagt den OGT heute gemacht (Nummer 816267171….). Bin gespannt auf die Ergebnisse.

    Ebenfalls wurden eine Magenspiegelung und eine Magenszintigraphie durchgeführt, um ein Dumping auszuschließen. Ist es nicht, wäre ja auch zu einfach.

    Wie ist das denn bei denen die Diabetes inklusive Untergewicht haben? Ist der Nüchternwert dann auch normal? Wie gesagt mein Langzeitzuxker liegt bei 4,8.

    Insulin reagiert, nur total verzögert irgend wie.

    Ich esse aktuell super oft am Tag, um den BZ Wert niedrig zu halten und esse sehr eiweiß- und fetthaltig. Kohlenhydrate vllt mal 1 BE zum Essen. Geht mal besser mal schlechter.

    Bewegung, auch wenn man mir das vielleicht nicht glaubt, verschlechtert meine Werte zum Teil. Vor allem wenn ich mich vor dem Essen oder zu schnell nach dem Essen bewege.

    Ich bin dankbar, falls jemand sich die Zeit nimmt, um zu antworten, Tipps, Hinweise oder Ideen hat. Konnte leider meinen alten Beitrag nicht verlinken, oder weiß nicht wie das geht. 🙈
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 972
    Beiträge: 5071
    Mitglied seit: 25.02.2011
    am 19.12.2023 14:40:11 | IP (Hash): 1127748918
    Hallo NewMama,

    deinen alten Beitrag kannst du ohne Trickserei nicht verlinken. Man findet ihn hier:
    https://www.diabetes-forum.de/forum/topic/16987/Laengere-Geschichte-Antworten-gesucht
    (Mit Trickserei geht es so.)

    Frage: Hast du vor dem Test mindestens 3 Tage KH-reich (über 150g KH) gegessen? Falls nicht, dann wären die sehr hohen BZ-Werte zum Teil dadurch erklärbar - dein oGTT wäre dann nicht allzu viel wert.

    ____
    Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
    Bearbeitet von User am 19.12.2023 14:49:28. Grund: BBCodes
  • Rang: Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 10
    Mitglied seit: 04.09.2023
    am 19.12.2023 15:27:52 | IP (Hash): 411135242
    Oh, danke dir fürs Verlinken!!! ☺️

    Nein, die drei Tage vor dem oGTT hab ich wie die letzten Wochen ganz „normal“ kohlenhydratarm gegessen. Hätte ich das umstellen müssen?

    Bei dem Test im Februar hatte ich Maximalwerte von um die 250, mittlerweile ja über 100 mehr, kann das daran liegen, dass ich mich so kohlenhydratarm ernähre? Wäre ja dann irgend wie voll der Zwiespalt.
    Bearbeitet von User am 19.12.2023 15:41:16. Grund: Anpassung
  • Bild User
    Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 1233
    Beiträge: 8853
    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 19.12.2023 16:11:01 | IP (Hash): 1847314436
    Was ich in Deinen Angaben sehe:
    Nüchtern-BZ im völlig gesunden Bereich = Regelprozess in der Leber funktioniert super :)
    Nach der viel zu hohen Spitze nach dem Essen wird der super Nüchtern-BZ wieder erreicht = die Betazellen geben völlig ausreichend Insulin aus :)

    Spitze nach dem Essen mehr oder weniger viel zu hoch = entweder keine ausreichende Inkretin-Anforderung oder keine ausreichende Inkretin-Wirkung :(
    Inkretine sind Hormone in der Darmwand. Wenn die Glukose aus dem Essen & Trinken durch die Darmwand aufgenommen und in die Pfortader auf den Weg in die Leber abgegeben wird, bestellen die Inkretine das dafür notwendige Insulin. Das trifft sich dann sofort mit der Glukose, für die es bestellt worden ist, in der Pfortader eben auf dem Weg in die Leber.

    Bei dir trifft sich da offensichtlich nix. Also entweder keine Bestellung aus der Darmwand, oder keine Bestell-Wirkung bei den Betazellen :(

    Aus meiner Sicht an deiner Stelle ausprobieren würde ich:
    Inkretinmimetika = GLP-1-Rezeptor-Agonisten
    “Wie wirken GLP-1 Agonisten?
    Sie stimulieren die Sekretion von Insulin und hemmen die Ausschüttung von Glucagon. Darüber hinaus verlangsamen GLP-1-Rezeptor-Agonisten die Magenentleerung und erhöhen dadurch das Sättigungsgefühl. Im Gegensatz zu anderen AntiDiabetika besteht unter GLP-1-Rezeptor-Agonisten ein geringeres Risiko für Hypoglykämien.”
    diabetesde.org

    Persönlich hab ich die Herausforderung, dass ich sehr schnell mehr wiege, als ich will. Deswegen esse ich z.B. weiße Bohnen und Kichererbsen u.ä. nur noch sehr selten. Die hab ich früher mal gern gegessen, weil sie mir lecker schmecken und meinen BZ lange nicht so antreiben, wie die energetisch gleichen Mengen an Nudeln oder Kartoffeln oder Reis. - Vielleicht helfen die dir auch ein Stückchen weiter?

    Klar schocken die großen Spitzen, aber für deinen Alltag sind die doch völlig unbedeutend, denn die willst du dir doch eh nicht antun. Also Daumendrück für nen für dich brauchbaren Weg, sie zu vermeiden!

    ----------------------------------------------
    Nur für Menschen mit T2D: Typ 2 Diabetes ist mit genetischen Speichergrenzen von Geburt an eingebaut. Unter diesen Grenzen ist er gesund ausgeschaltet und darüber diabetisch eingeschaltet. - Remission ist nach dem Abbau der Speicherinhalte unter diese individuellen(!) Grenzen und damit "wieder" der ausgeschaltete T2D.
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 972
    Beiträge: 5071
    Mitglied seit: 25.02.2011
    am 19.12.2023 16:47:44 | IP (Hash): 1127748918
    NewMama schrieb:
    Nein, die drei Tage vor dem oGTT hab ich wie die letzten Wochen ganz „normal“ kohlenhydratarm gegessen. Hätte ich das umstellen müssen?

    Ja, das hättest du machen müssen. Dein Arzt oder das Praxispersonal hätten dir das aber auch vorher sagen müssen.

    Die Insulinausschüttung nach den Mahlzeiten erfolgt in 2 Phasen. In der 1. Phase wird ziemlich viel Insulin ausgeschüttet, mit dem die Mahlzeit empfangen wird. In der 2. Phase wird dann über einen längeren Zeitraum das Insulin fein justiert ausgegeben, so wie es zur Regulierung des BZ erforderlich ist. Die 1. Phase bemisst sich irgendwie nach dem durchschnittlichen Insulinbedarf der letzten paar Tage, auch wenn nicht bekannt ist, wie das genau geregelt wird. Wenn du in den letzten Tagen KH-arm gegessen hast, dann wird die Mahlzeit in der 1. Phase mit relativ wenig Insulin empfangen, der BZ steigt höher an und muss dann in der 2. Phase langsam runter geregelt werden. Der Anstieg ist bei dir allerdings sehr stark, bei deiner Ernährung mit wenig KH und kleineren Mengen ist aber auch so etwas denkbar. Wie bekannt ist, genügen drei KH-reiche Tage, um wieder mit KH-reicher Ernährung umgehen zu können. Da ist nichts dauerhaft verloren, wie das von manchen behauptet wird.

    ____
    Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
    Bearbeitet von User am 19.12.2023 16:54:35. Grund: BBCodes
  • Rang: Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 10
    Mitglied seit: 04.09.2023
    am 23.01.2024 20:44:35 | IP (Hash): 411135242
    Hallo noch mal,

    ich hab nun einige Ergebnisse vom 19.12.2023 bekommen und so wirklich weiterhelfen, tun die uns noch nicht, also noch mal hier eure Meinung gefragt.

    Mein Blutzucker lag morgens ja bei 72, mein C-Peptid bei 0,66 und mein Insulin (Basal) bei 2,4 (beides niedrig laut den Referenzwerten). Laut Homa liege ich bei 0,4 also soweit kein Hinweis auf eine Insulinresistenz.

    Mein Cholesterinspiegel ist leider schlecht wegen dem vielen Fett und Eiweiß. ☹️

    Ansonsten sind so gut wie alle meine Werte im Normbereich. Außer mein Dao-Wert, der aussagt das ich eine Histaminintoleranz habe. Das wusste ich aber bereits vorher. Adrenalin alles im Rahmen, Vitamine gut aufgestellt, Sammelurin unauffällig…

    Abgestillt habe ich in der Zwischenzeit auch, jedoch hat das zu keiner Änderung vom BZ geführt.

    Habt ihr noch Hinweise?
    Wollte meinen Arzt noch mal wegen einem Belastungstest fragen vor dem ich dann ein paar Tage ganz normale essen.

    Schönen Abend an alle und danke schon mal 🙏
  • Rang: Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 10
    Mitglied seit: 04.09.2023
    am 23.01.2024 20:58:02 | IP (Hash): 411135242
    Hallo Jürgen,

    danke für die Ausführung und deine Erklärungen dazu. Ich hatte darauf noch gar nicht geantwortet.

    Das Thema Inkretinmimetika werde ich für den nächsten Arzt Termin mit aufnehmen und besprechen.

    Weiße Bohnen und Kichererbsen gehen leider nicht wegen meiner histaminintoleranz, total ärgerlich!

    Ich hab in der Zwischenzeit eine große Stuhl Analyse durchführen lassen, da hat sich rausgestellt das ich extrem hohe Zonulin Werte haben. Das könnte mit einem Leaky Gut in Verbindung stehen..
  • Bild User
    Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 1233
    Beiträge: 8853
    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 23.01.2024 21:25:02 | IP (Hash): 690814686
    An deiner Stelle würde ich statt mich die Ärzte plagen. Und zwar würde ich dafür 14 Tage vollkommen gesund nach DGE und DDG morgens+mittags+abends essen und protokollieren und mit dem Protokoll bei Weißkittels um Rat fragen.

    Was kann schlimmstenfalls passieren? Dein BZ kann vor dem Essen an 200 mg/dl liegen und in den Spitzen um ne Stunde nach dem Essen deutlich über 300.
    Wenn du wider Erwarten damit rückwärts essen müssen solltest, müsstest du sofort direkt zur Diabetologie oder in ne Notaufnahme.
    Aber normal könntest du dich höchstens ein bisschen schlapp fühlen und ansonsten völlig normal.

    Nach deinen Angaben würde ich die Einstufung als LADA erwarten, also als Typ 1 Diabetes “im Werden” und den Anfang vom hoffentlich gesunden und beschwerdefreien Leben mit Insulin. In jedem Falle Daumendrück :)

    Ach so, und wenn der BZ doch nicht gar so hoch ansteigt, wäre ich an deiner Stelle auch nicht enttäuscht.
    Aber nur so kannst du praktisch selbst ertesten, ob deine Insulinausgabe nur klein und normal ist, oder halt schon zu klein für normal - und dann können auch Incretin Mimetika nicht wirklich helfen.

    ----------------------------------------------
    Typ 2 Diagnose 01.1991, Basal-Bolus seit 1998, HbA1c 5,5 und besser seit 2002.
    Das Reframing vom Typ 2 ist mein Hobby und mein T2D mein engster Lebenspartner und bester Gesundheits-Coach :)