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Schwere diabetische Ketoazidose - was tun?
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am 07.02.2024 19:00:57 | IP (Hash): 1218461445
Ich könnte das gar nicht alles in kurzer Zeit essen... Nach dem Gummizeug wäre mir erstmal schlecht. Aber ne Tüte Gummizeug kann man bei der Arbeit am Schreibtisch schon mal so nebenbei leeren...
Und das man sowas nicht ständig machen sollte, ist eh klar...
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juveniler Typ 1 seit 1979; xdrip+ und AAPS im FCL mit Dana-i und Dexcom G6
Bearbeitet von User am 07.02.2024 19:07:24. Grund: Ergänzung -
am 07.02.2024 20:16:32 | IP (Hash): 1794495517
StefanM schrieb:
Vor zwei Wochen ist es meinem Großvater innerhalb weniger Tage besser gegangen. Mittlerweile kann er wieder vom Bett aufstehen und mit einem Rollator vorsichtig gehen. Er ist auch nicht mehr ganz so müde und im Kopf viel klarer. Woher diese plötzliche Besserung auf einmal kommt, konnte mir keiner sagen.
Ich glaube es nicht, gestern abend ist mein Opa wieder mit einem Blutzuckerwert über 800 in das Krankenhaus eingeliefert worden. In den Stunden unnmittelbar vorher waren zuerst ich und dann meine Mutter bei ihm. Man konnte ihm nichts anmerken. Vor dem Mittagessen hatte er einen Wert von rund 300, wogegen im Heim 11 Einheiten gespritzt wurden. Danach hat er nur ein Bier getrunken, sonst nichts gegessen. Trotzdem war sein Wert vor dem Abendessen bei über 600, jenseits der Meßskala. Das Abendessen wurde ihm daraufhin nicht gegeben. Nachdem 9 Einheiten plus 14 Einheiten Toujeo gespritzt wurden, sank der Wert bei Ankunft des Notarztes auf 500 ab. Bei Einlieferung in die Notaufnahme kurze Zeit später war er aber wieder auf 880 gestiegen!
Wie kann das sein, daß sein BZ von 300 auf 880 steigt, obgleich er nur eine Mahlzeit mit einem halben Liter Bier eingenommen hat und in diesem Zeitraum insgesamt 20 Einheiten (11+9) plus 14 Einheiten Toujeo gespritzt wurden? -
am 07.02.2024 21:14:48 | IP (Hash): 1903137132
Was ich’s verstehe:
Vor dem Mittagessen wurde beim Opa 300 gemessen und 11 Einheiten Insulin gespritzt, und dann hat er eben zum Mittag gegessen und den halben Liter Bier getrunken. Vor dem Abendessen wurden dann 600 gemessen.
Das sagt mir, dass die 11 Einheiten für Mittag und Bier zu wenig waren.
Die folgenden 9 Einheiten waren ausreichend für das Absinken von 600 auf 500. Der folgende Anstieg, den die 9 Einheiten wahrscheinlich ein bisschen verzögert haben, ist wahrscheinlich den 12 Einheiten Toujeo geschuldet. Die sind die Basalversorgung, die der Opa auch völlig ohne Essen braucht und sollen recht gleichförmig über 24 Stunden wirken, also mit ner halben Einheit pro Stunde. Die sind wahrscheinlich viel zu wenig und haben am Abend dann halt keine Wirkung mehr, und der Blutzucker kann munter weiter ansteigen.
Vielleicht solltet Ihr mal mit der diabetologischen Praxis sprechen, die das Heim betreut?
Allerdings kann ich mir eine Verbesserung der Situation auch dann nur schwer vorstellen, wenn die praktische Behandlung aus Messen + Spritzen und das entsprechend dem, was er isst und trinkt, auch zwischendurch, vom Personal geleistet werden muss.
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Typ 2 Diagnose 01.1991, Basal-Bolus seit 1998, HbA1c 5,5 und besser seit 2002.
Das Reframing vom Typ 2 ist mein Hobby und mein T2D mein engster Lebenspartner und bester Gesundheits-Coach :) -
am 07.02.2024 21:38:02 | IP (Hash): 1794495517
Der genaue Ablauf war so:
1. Vor dem Mittagessen um 12:30 wurde bei ihm 313 mg/dl BZ gemessen und daraufhin 11 Einheiten gespritzt.
2. Nachmittags hat er 0,5 l Bier getrunken, aber nichts weiter gegessen.
3. Vor dem Abendessen um 17:30 lag sein BZ dann bei über 600, wo die Skala des Meßgeräts aufhört. Es wurden ihm 9 Einheiten plus 14 Einheiten Toujeo gespritzt. Das Abendessen selbst wurde ihm wegen seiner hohen Werte nicht gegeben.
4. Um 18:30 lag sein BZ immer noch bei 590, woraufhin der Notarzt gerufen wurde.
5. Der eingetroffene Notarzt mißt einen BZ von 500.
6. Bei der Einlieferung in die Notaufnahme des Krankenhauses etwas später lag sein BZ bei 880.
hjt_Jürgen schrieb:
Der folgende Anstieg, den die 9 Einheiten wahrscheinlich ein bisschen verzögert haben, ist wahrscheinlich den 12 Einheiten Toujeo geschuldet. Die sind die Basalversorgung, die der Opa auch völlig ohne Essen braucht und sollen recht gleichförmig über 24 Stunden wirken, also mit ner halben Einheit pro Stunde. Die sind wahrscheinlich viel zu wenig und haben am Abend dann halt keine Wirkung mehr, und der Blutzucker kann munter weiter ansteigen.
Wie kann denn der Blutzucker von den 500 auf 880 wieder ansteigen, selbst wenn die Wirkung von Toujeo praktisch verpufft sein sollte?
hjt_Jürgen schrieb:
Vielleicht solltet Ihr mal mit der diabetologischen Praxis sprechen, die das Heim betreut?
Die Pflegerinnen haben die Möglichkeit einer Entzündung in das Spiel gebracht. -
am 07.02.2024 21:57:12 | IP (Hash): 1180009489
Hallo Stefan,
Wenn der Blutzucker Deines Großvaters ohne viel Kohlehydrate auf 800 angestiegen ist, kann man annehmen, dass er neuerlich eine Ketoazidose entwickelt hat. Dies gilt es vorab abzuklären. Das Heim scheint den speziellen Notfallplan für Ketoazidosen nicht zu kennen und behandelt Deinen Großvater so als ob er bloß einen zu hohen Blutzucker hätte. Die Therapie einer Ketoazidose unterscheidet sich deutlich von den üblichen Korrekturalgorithmen mit Bolusinsulin. Den Notfallplan erlernt heute jeder Typ1er in den Schulungen. Große Mengen an Bolusinsulin in kurzen Abständen (eigentlich das, was sonst verboten ist) und große Flüssigkeitsmengen bei ständiger Überwachung des Blutzuckers. Wenn er dann normal ist, ist das noch nicht das Ende der Fahnenstange, es ist zu erwarten, dass der Blutzucker wieder nach oben schnellt, wenn man die Bolusinsulin-Behandlung gleich beim Erreichen des Normalwertes abbricht. Im Krankenhaus hätte man die besten Möglichkeiten, die Ketoazidose in den Griff zu bekommen: Infusionen mit Bolusinsulin und Ringer-Lösung. Nur wenn man kein Krankenhaus zur Hand hat, muss man sich mit den oftmaligen Spritzen und dem vielen Trinken begnügen.
Wenn Dein Großvater wieder einen stabilen Blutzucker hat, sollte man abklären, welche Faktoren zur Übersäuerung des Blutes geführt haben können. Unbedingt die Sauerstoffsättigung über einen längeren Zeitraum beobachten (da gibt es Geräte um 5 Euro, die das können).
LG Geri -
am 07.02.2024 22:02:16 | IP (Hash): 1903137132
Seit wann hat der Opa eigentlich den Typ 1?
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am 07.02.2024 22:18:09 | IP (Hash): 1794495517
hjt_Jürgen schrieb:
Seit wann hat der Opa eigentlich den Typ 1?
Seitdem er 71 Jahre ist. -
am 07.02.2024 22:24:50 | IP (Hash): 1903137132
Dann hat er mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit einen Diabetes Typ 2. Hat er von Annfang an Insulin gespritzt?
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am 07.02.2024 22:28:56 | IP (Hash): 1794495517
Geri schrieb:
Wenn der Blutzucker Deines Großvaters ohne viel Kohlehydrate auf 800 angestiegen ist, kann man annehmen, dass er neuerlich eine Ketoazidose entwickelt hat.
Aber woher? Im Krankenhaus konnten sie seinen Wert übrigens diesmal innerhalb von zwei Stunden von 880 auf 400 herunterbringen. Das finde ich auch seltsam. Eine zu schnelle Absenkung soll ja auch nicht gut sein. Beim ersten Mal im Dezember haben sie in derselben Notaufnahme noch vier Stunden gebraucht, um ihn von 800 auf 600 zu reduzieren.
Geri schrieb:
Wenn Dein Großvater wieder einen stabilen Blutzucker hat, sollte man abklären, welche Faktoren zur Übersäuerung des Blutes geführt haben können. Unbedingt die Sauerstoffsättigung über einen längeren Zeitraum beobachten (da gibt es Geräte um 5 Euro, die das können).
Welchen Zusammenhang könnte es denn mit der Sauerstoffsättigung geben, Geri? -
am 07.02.2024 22:48:05 | IP (Hash): 1903137132
Google sagt
Steigt die CO2-Konzentration im Körper an, so fällt der pH-Wert ab, d. h. die Wasserstoffionenkonzentration nimmt zu. Sinkt die CO2-Konzentration hingegen, so steigt der pH-Wert an, die Wasserstoffionenkonzentration nimmt ab. Über diese Beziehung beeinflusst die Atmung das Säure-Basen-Gleichgewicht.
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