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Unterzuckerung in den Morgenstunden
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am 12.01.2024 12:50:49 | IP (Hash): 135707363
Hallo zusammen,
ich bin neu hier und möchte daher mein Anliegen schildern. Mein Sohn hat seit 2015 Diebetes Typ 1. Er ist 19 Jahre alt und trägt den Sensor FreeStyle Libre 3. Seit einiger Zeit unterzuckert er täglich nachts meistens in der Zeit zwischen 3 und 5 Uhr. Obwohl er Basal Tresiba immer etwas reduziert, passiert nicht wirklich viel.
Seine Diabetologin erklärt das ganze mit einer Veränderung des hormonellen Wachstums.
Nur ist mir diese Erklärung etwas zu vage.
Leider hatte er kürzlich auch in der Nacht einen Krampfanfall.
Was kann man tun?
Vielen Dank!
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am 12.01.2024 15:17:54 | IP (Hash): 109094907
In den späten Nacht- und frühen Morgenstunden haben wir den geringsten Insulinbedarf. Das lässt sich mit Basalgaben manchmal sehr schlecht ausgleichen, auch wenn man sich größte Mühe gibt. Das sind geborene Fälle für die Insulinpumpe. Damit lässt sich die Insulingabe sehr engmaschig an den sich regelmäßig verändernden Bedarf anpassen. Eigentlich hätte Euch die Diabetologin darauf aufmerksam machen und die Möglichkeit anbieten müssen.
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Nur für Menschen mit T2D kurz auf den Punkt: Typ 2 Diabetes ist mit genetischen Speichergrenzen von Geburt an eingebaut. Unter diesen Grenzen ist er gesund ausgeschaltet und darüber diabetisch eingeschaltet. - Remission ist nach dem Abbau der Speicherinhalte unter diese individuellen(!) Grenzen und damit "wieder" der ausgeschaltete T2D. -
am 13.01.2024 08:33:12 | IP (Hash): 1334037650
Hallo,
ich stimme Jürgen zu, nächtliche - besonders so schwere - Hypos sind eine ganz klare Indikation für eine Pumpe. Besser noch ein AID-System, das nicht jede Hypo, aber die schweren auf jeden Fall abfängt.
Dein Sohn ist übrigens 19, wie du ja schreibst. In dem Alter hatten meine Eltern nichts mehr mit meinem Diabetes zu tun... also eigentlich sollte er sich selber kümmern. Aber ich weiß, 19jährige sind machmal eher wie Kleinkinder... ;)
Ich vermute, die Diabetologin hat durchaus eine Insulinpumpe vorgeschlagen, aber der junge Mann will die nicht - war bei mir in dem Alter und die nächsten Jahre auch noch so... habe es später sehr bereut, mich nicht früher dazu entschlossen zu haben.
Es gibt neben den Schlauchpumpen auch Patchpumpen und auch eine Schlauchpumpe nimmt man nach wenigen Wochen kaum noch war... Die kommt in nen Tragegurt, an den Gürtel oder einfach in die Hosentasche und ist dann vergessen. Und wenn sie doch mal stört, kann man sie auch mal ne Weile ablegen und später wieder anstöpseln.
Eine gute Adresse für DEINEN SOHN wäre insulinclub.de. Da gibt eine viele Pumpies mit den verschiedenen Systemen.
Ergänzung: Zu den Ursachen, die zu den Unterzuckerungen geführt haben könnten, fällt mir so einiges ein, was ein 19jährigen seiner Mutter nicht unbedingt erzählt ;)
Bearbeitet von User am 14.01.2024 17:29:32. Grund: Ergänzung -
am 14.01.2024 22:07:30 | IP (Hash): 1570825019
Vielen Dank!
Er hatte bereits kurz nach der Diagnose eine Pumpe, wollte diese aber nach 2 Jahren nicht mehr. Wir werden das Thema erneut angehen. -
am 19.01.2024 12:23:56 | IP (Hash): 1885019835
Hallo Ana-Sofia,
Dass dein Sohn keine Pumpe will, kann ich nachvollziehen. Ich habe mich auch ganz bewusst für den Pen entschieden, obwohl ich die freie Wahl hatte. Für die meisten Sportarten und auch fürs Reisen (beides nicht unwichtig, wenn man noch das ganze Leben vor sich hat) ist die Pumpe ziemlich ungeeignet. Schließlich soll der Diabetiker sein Leben nicht nach einer bestimmten Diabetes-Therapie ausrichten, sondern er soll aus der Vielzahl der Therapie-Möglichkeiten jene auswählen, mit der er am besten seine Lebensträume realisieren kann.
Die Basaltherapie mit dem Pen ist bei weitem nicht so unflexibel, wie oft behauptet wird. Man kann da sehr viel mit der Wahl des Basalinsulins und dem Zeitpunkt des Spritzens verändern. Für eine Beratung (am besten durch den Diabetologen) sind natürlich mehrere Tagesprofile nötig, die man dann über die Wirkprofile der verschiedene Basalinsuline legt.
Ich verwende Tresiba (zeitlich überlappendes Wirkprofil) und bin sehr zufrieden damit. Hätte ich aber fixe Zeiten des Blutzuckerabfalls, würde ich es mit einem Basalinsulin mit kürzerer Wirkdauer und einer daraus entstehenden Basallücke versuchen (Levemir oder besser Lantus, eventuell sogar NPH??). Das ist aber keine Therapieempfehlung, sondern nur das, woran ich denken würde.
Wichtig für deinen Sohn wäre natürlich, dass er eine Diabetes-Ausbildung durchmacht, die ihn Arzt-unabhängig macht, sodass er spontan selbst seine Therapie abändern kann. Es gibt nur sehr wenige solche guten Ausbildungen im deutschsprachigen Raum. Es lohnt sich aber, alles daran zu setzen, eine solche zu absolvieren, besonders wenn man noch so jung ist.
LG Geri