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317mg/dl=3,17g Zucker pro Liter Blut

  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 18.09.2010 14:00:45
    Moinmoin,

    317mg/dl, 317 Milligramm pro Deziliter bedeutet, dass in jedem Liter Blute 3,17 Gramm Zucker unterwegs waren, 237mg/dl entsprechend 2,37 Gramm usw. Gesund sind 0,6-0,8 Gramm, also 60-80mg/dl.
    Wenn aus einem Liter Blut bei einem Umlauf durch den Organismus 0,1g abgenommen werden und der Mensch 5 Liter hat, die in Ruhe 1mal pro Minute umlaufen, dann können in der Minute 0,5g abgegeben werden. In der Stunde sind das mal 60=30g. Und da der Umlauf bei körperlichem Einsatz locker wenigstens vervierfacht werden kann, können so locker 4x30g=120g verteilt werden, ohne dass sich die Blutzuckerhöhe messbar ändert.

    Wo abgnommen wird, muss auch nachgeliefert werden. Völlig unabhängig vom Essen liefern Leber und Nieren gesund immer genau so viel Zucker nach, wie jeweils von den Zellen als Treibstoff entnommen wird. Dabei kommt etwa die Hälfte aus dem Glukose/Glycogen-Speicher der Leber, und die andere Hälfte wird je zur Hälfte von Leber und Nieren per Glukoneogenese aus Eiweiß neu produziert.
    Gesund fährt die innere Glukose-Ausgabe runter, wenn neu gegessene kommt. Und davon wird dann ein kleiner Teil sofort in den Umlauf weiter geleitet und erhöht den Blutzucker etwa 1 Stunde nach dem Essen für ein paar Minuten auf bis zu 140mg/dl. Und der meistens größere Teil wird sofort eingelagert, z.T. in den Glukose/Glycogen-Speicher der Leber und zum Rest in Fett umgewandelt im Schwimmgürtel.

    Damit das alles so schön funzt, spielen alle an diesen Prozessen beteiligten Organe und Regelkreise gesund in einer Art Zucker-Automatik genial zusammen. Welche alle und wie, ist noch lange nicht in allen Einzelheiten geklärt und noch weniger, was warum und in welcher Weise alles defekt sein kann, damit der Blutzucker irgendwann die Schwellen überschreitet, mit denen der Diabetes definiert ist. Dass die noch immer viel zu hoch liegen und schon viel eher behandelt werden müsste, ist recht allgemein klar. Aber jede Absenkung belastet die Gesundheitssysteme mit noch mehr Kranken und noch mehr Behandlungs-Anforderungen dafür. So wird allein durch die aktuell weltweit laufende sehr moderate Absenkung der Diagnose-Schwelle(n) mit der Neuernennung zum Diabetiker ab HBA1c 6,5 mit einer Verdoppelung der Diabetiker-Zahlen gerechnet.

    Bisdann, Jürgen
  • Hans

    Rang: Gast
    am 18.09.2010 14:27:56
    Hallo Jürgen,

    1000 mg = 1 g d.h. 317 mg entsprechen 0,317 g

    Grüße von Hans
  • peter

    Rang: Gast
    am 18.09.2010 15:21:54
    wieso ????
    317 mg pro dl = 3,17g pro liter, da 1 liter 10 dl sind.
  • erbthbg4weh

    Rang: Gast
    am 18.09.2010 16:50:55
    kann mir mal einer erzählen, welchen sinn oder unsinn die 3 beiträge machen? sicher sind sie alle 3 richtig, aber um was geht es eigentlich bzw. WEN interessiert es eigentlich. hattet ihr gerade langeweile (so wie ich jetzt)? wem oder wozu nützt super-jürgis info, wem hilft hans' umrechnungsbsp. und was soll die "berichtigung", die keine war (es war ja nichts falsch!). bin auf den folgenden erguss gespannt!
  • Kricke

    Rang: Gast
    am 18.09.2010 18:29:37
    Nüchtern 60-80 ?

    Würde man dadurch nicht geschäzt 80% der deutschen Erwachsenen Bevölkerung zu Menschen mit einer gestörtet Glukosetoleranz machen ?

    von Kricke
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 18.09.2010 19:42:40
    Dann mal ein bisschen Erguss ;-)

    Die konkrete Zahl hab ich aus einem Beitrag weiter unten von ner neuen Typ2, die 1. die Einheiten noch nicht zuordnen und sich 2. nicht vorstellen konnte, warum ihr BZ über Nacht/gegen Morgen ohne Essen ansteigt. Zudem hat mir gestern erst wieder eine Kuhsiene von einer Tante mit ganz schwer Zucker erzählt, so schwer, dass da das Blut beim Testen richtig dickflüssig kommt. Testet angeblich immer so 400-500. Nur dass ein Liter irgendwas von 4-5 Gramm Zucker dickflüssig wird, ist wohl eher unwahrscheinlich, oder? Allerdings ist die Vorstellung von der zuckerigen Dickflüssigkeit erstaunlich weit verbreitet, auch unter uns hier.

    Dass die jeweilige Blutzucker-Höhe wenig bis nichts über die Menge des etwa mit einer Mahlzeit eingebrachten oder intern ausgegebenen Zuckers und ebenso nichts über die Menge des jeweils verteilten und verbrauchten sagt, ist wenigstens für alle die wichtig, die sich seit Jahren mit der Futterwaage und dem genauen Berechnen von BEs und IEs mühen und zu keinem befriedigenden Ergebnis kommen. Denn tatsächlich lässt sich da nix berechnen, sondern alles nur in Bezug auf das ganz persönliche BZ-Verlaufsmuster schätzen. von Jürgen
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 18.09.2010 20:41:49
    Moin Kricke,

    was wie genannt werden soll, ist in Bezug auf den Blutzucker und Diabetes reine Definitionssache, und die Definition richtet sich nach den Folgen, die man vermeiden will. So vermelden die Kardiologen mit dem Anstieg des HBA1c-Wertes von 5 auf 5,5 schon eine deutliche Zunahme der Herzkreislauf-Ereignisse. Um 5 korrespondiert mit einem Nüchtern-BZ um 80, mit dem dann die Spitze etwa 1 Stunde nach dem Essen von beliebig viel Glukose meistens deutlich unter 140 bleibt. Übrigens, in der gesunden BZ-Gegend wird der HBA1c-Wert zu mehr als 80% vom Verlauf nach dem Essen bestimmt.

    Apropos HBA1c: Bis nächstes Jahr um diese Zeit wird sich die Zahl der diagnostizierten Diabetiker übrigens weltweit selbst dann verdoppeln, wenn es gelänge, alle BZs auf dem heutigen Stand anzunageln. Denn bis dahin wird HBA1c 6,5 als neue Diagnose-Definition eingeführt und ab 5,7 als Prädiabetes. Und damit sind dann eben so viel mehr Leute diagnosereif, denen die Doks heute noch vom höheren BZ erzählen, der aber noch lange kein Diabetes sei, den halt man weiter beobachten müsse.

    Bisdann, Jürgen
  • Kricke

    Rang: Gast
    am 18.09.2010 22:53:48
    Kommt der Hbc1c als Diagnosekreterium dazu ?

    Oder löst er den Nüchternzucker so zu sagen ab ?
    So das man mit einem ordentlichen Früchstück im Bauch zum Doc rennen kann.

    Ich mein gelesen zu haben, Fachleute befürchten das dadurch , ihnen potentielle Diabespatienten eher durch das Raster rutschen würden .

    Wenn der hba1c den Nüchternzucker als Standard ablöst.
    von Kricke
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 19.09.2010 00:20:59
    Mit dem Nüchternwert findest Du manchen oGTT-Kandidaten nicht. Den oGTT machen viele Ärzte nicht, weil er Aufwand und Zeit kostet. Und für den Nüchterntest erreichen immer weniger Patienten immer weniger Ärzte vor dem Frühstück. Für den 1c reicht die Blutabnahme irgendwann am Tag egal ob nüchtern oder gerade gegessen. Insgesamt werden damit sehr viel mehr als mit den beiden übrigen Methoden ernannt, aber auch damit werden manche Ernennungen verpasst.

    Alle 3 Diagnose-Schwellen gelten einstweilen gleichberechtigt nebeneinander. von Jürgen
  • Kricke

    Rang: Gast
    am 19.09.2010 12:07:30
    Dein Wort ..........

    Vieleicht würde eine verbesserte Früherkunnung ,sogar helfen. Die Kosten für die Krankenkassen zu senken.
    Aber ich kann mir gut vorstellen was so ein Krankenkassenmanager denkt wenn er hört "doppelt soviel DB-Patienten"?
    *Strick nehm und auf den Stuhl stell*

    Obwohl die Praxis sieht ja sowieso anders aus.
    Letztens hab ich jemnden kennern gelernt(30).
    Dieser jamand ,wurde von seinem Arzt mit einem BZ von ca 500 ins KH eingewiesen.
    Ein halbes Jahr vorher wurde er vom selben Arzt bei einem NZ von >100 mit den Worten "trink etwas weniger Cola "(kein Witz )nach Hause geschickt.

    Ansonsten beobachte ich, das DB ,vorallem bei eher jüngeren Menschen ,meist erst dann diagnostiziert wird.
    Wenn die Betroffenen mit massiven Überzuckerungs Sypmtomen zum Arzt gehen.

    Ich denke das ist der Hauptgrund ,warum soviele
    schon mit Folgeschäden leben müssen.
    Bevor sie die Diagnose DB erhalten.

    Ml ehrlich, wer nimmt sein Ü-35 Vorsorge Angebot wahr ? von Kricke
  • Sabine

    Rang: Gast
    am 19.09.2010 16:35:03
    Hallo,

    ich mach den Check up 35 jedes Jahr und genau dabei ist dann auch mein Diabetes festgestellt worden.
    Allerdings dachte mein Hausarzt es sei Typ 2, stellte sich erst ein halbes Jahr später raus, als der BZ immer weiter anstieg, dass es Typ 1 ist. Für mich war diese Untersuchung immer zur Beruhigung - alles ok, kannste beruhigt sein. Naja, 3 Monate später kann es aber auch ganz anders aussehen und die Untersuchung ist ja nur ein Mal im Jahr.

    Gruß
    Sabine