Willkommen Gast! Um alle Funktionen zu aktivieren musst Du Dich Anmelden oder Registrieren.
Testen, testen, testen oder Abnehmen bei Prädiabetes, was ist besser?
-
am 11.04.2024 23:19:26 | IP (Hash): 1753268213
Hallo, liebes Forum,
ich lese schon seit einiger Zeit mit, habe mir reichlich Literatur besorgt und bin dennoch ratlos. Bestimmt könnt ihr mir aus eigener Erfahrung helfen. Ich weiß einfach nicht mehr, was ich tun soll.
Im Januar war ich bei meinem Hausarzt zum Checkup und hatte einen NBZ von 113 und einen HbA1c Wert von 5,8. Damit habe ich nicht gerechnet, denn ich lebe seit Jahren nach der LOGI-Methode (nachdem meine Schwester in Folge ihrer Diabetes an Demenz erkrankte), ich habe einem BMI von 22 und bin auch sonst völlig gesund und auch nicht inaktiv.
Meine Geschwister sind alle Diabetiker, aber ich dachte, durch gesunde Ernährung und den Verzicht auf Brot, Zucker, Reis, Weißmehl, Kartoffeln und Nudeln könnte ich gesund bleiben. Das war wohl nichts...
Mein Arzt sprach von ketogener Ernährung, als ich sagte, ich möchte gerne an meinem Lebensstil arbeiten und nie Medikamente nehmen müssen. Ich habe mir auch sofort einen Crosstrainer zugelegt, den ich bei schlechtem Wetter nutze, wenn ich nicht Radfahren oder Spazieren gehen kann.
Nach dem Lesen hier im Forum habe ich mir noch Jenny Ruhls und Jessie Inchauspés Bücher besorgt und teste meine regelmäßig meine Blutzuckerwerte. Ich hatte auch schon für 14 Tage einen Sensor, der auch sehr aufschlussreich war. Aber: Um auf wirklich gesunde Blutzuckerwerte zu kommen, muss ich mich tatsächlich ketogen ernähren oder sehr viel Sport treiben. Jeden Tag.
Dann besorgte ich mir das Buch von Roy Taylor, aber ich schrecke vor solch einer Gewichtsabnahme zurück. Ich bin ja schon schlank! Falls ich solch eine Gewichtsabnahme schaffen würde, wäre ich untergewichtig! Und wie diese Gewichtsabnahme dann halten? Ich war mein ganzes Leben lang diszipliniert, aber das jetzt, erscheint mir zu viel an Verzicht.
Ist es das wert? Ich habe doch schon so viel getan, und jetzt noch mehr? Was würdet ihr machen?
Liebe Grüße
Sylvie
-
am 12.04.2024 07:31:20 | IP (Hash): 1284357995
Moin Sylvie,
zu einem Diabetologen gehen und die Fragestellung erörtern.
LG Rolf
Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer.2 Benutzer dankten für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 12.04.2024 13:14:19 | IP (Hash): 812739747
Hallo Lighthouse,
danke schön für deine Antwort!
Ich musste mich leider neu registrieren, da mein Browser ein falsches Passwort gespeichert hatte. Kennwort zurücksetzen ging auch nicht, daher nun der neue Account.
Ja, ich versuche einen Termin beim Diabetologen zu bekommen. Jetzt habe ich erst einmal einen Termin für eine Ernährungsberatung bekommen - von der Firma, von der ich auch den Sensor hatte.
Ich bin nur gerade ziemlich angefressen von Buchtiteln wie' Diabetes zurück auf Null' und 'Endlich Schluss mit Diabetes', wenn nicht einmal Prävention klappt...
Viele Grüße
Sylvie
1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 12.04.2024 14:25:59 | IP (Hash): 784868548
Also so schlimm sind Deine Werte ja nicht. Insofern keine Panik. Klar solltest Du versuchen, dass sie nicht höher werden, aber da tust Du ja schon viel. Roy Taylor sagt, wenn man schlank ist, sollte man einfach weniger abnehmen. So etwa 10% Deines Gewichts. Das reicht seiner Meinung nach auch. Er hat ja herausgefunden, dass die Bauchspeicheldrüse Fett gespeichert hat, das da nicht hingehört, wenn man höhere Blutzuckerwerte hat. Das sollte weggeschmolzen werden. Und das kann ein bisschen dauern. Aber bei Deinen Werten würde ich da jetzt wirklich nicht in Panik verfallen. Mein A1c ist von 6,7 auf 6,2 gefallen mit ein paar Wochen Intrevallfasten. Und vielleicht machst Du einfach einen Fastentag pro Woche, wenn Dein Blutzuckerwert gefallen ist. Musst Du ausprobieren.1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 12.04.2024 16:26:11 | IP (Hash): 812739747
Ja, so schlimm sind meine Werte nicht. Aber da ich an sich seit Jahren Low Carb esse, selbst zu Weihnachten und Neujahr, hätte ich bessere Werte erwartet.
Das mit dem wöchentlichen Fastentag werde ich ausprobieren.
Danke schön, Kelly. -
am 12.04.2024 16:58:18 | IP (Hash): 247130147
Sylvie3 schrieb:
Ich bin nur gerade ziemlich angefressen von Buchtiteln wie' Diabetes zurück auf Null' und 'Endlich Schluss mit Diabetes', wenn nicht einmal Prävention klappt...
Zuerst muss heute der Titel verkauft werden - und dann kann sein, dass der Inhalt mehr oder weniger stimmt. Nimm den vom Taylor. Nach dessen Erkenntnissen und Forschungsergebnissen (inzwischen weltweit vielfach bestätigt, auch von der DDG) haben wir unseren T2D geerbt, können den also gar nicht loswerden. Da gibt es nix zu präventionieren, wir können ihn nur einschalten und ausschalten.
Mit dem ausgeschalteten T2D funktioniert unsere Blutzucker-Automatik völlig gesund. Auch größere Mengen an KHs machen nach dem Essen meistens keine Spitze über 140 mg/dl. Mit dem eingeschalteten T2D klettert der BZ in der Stundenspitze nach demselben KH-Input auf über 200 oder sogar über 300 mg/dl.
Zwischen Ein- und Ausschalten liegen keine 500 g Fett in Leber und Bauchspeicheldrüse, vielleicht nicht mal 100.
In der Leber sorgen die paar Gramm zuviel dafür, dass die immer mehr Glukose in den Kreislauf gibt, als darin gerade verbraucht wird. Und im Pankreas in den Beta-Zellen sorgen die paar Gramm zuviel dafür, dass die immer verzögerter und schließlich gar nicht mehr auf Insulinanforderungen reagieren.
Werden die zuvielen paar Gramm an zu vielem Fett abgebaut, funktionieren die Organe wieder völlig normal.
Das geht am “einfachsten” mit den zu vielen paar Gramm in der Leber, indem man der 1 Woche ununterbrochen(!) weniger Energie zuführt, als sie beständig ausgeben muss. Und beständig bedeutet, dass da nicht zwischendurch Energiemengen einverleibt werden, von denen die Leber einiges wieder für ein paar Stunden speichern muss - wie z.B. beim Invervall-Essen/Fasten. Nach 7-8 Tagen Nichts bis Newcastle Diet schaltet die Leber ihre Fehlfunktion wieder aus und gibt nüchtern wieder völlig normalen BZ bei um 70-90 mg/dl aus.
----------------------------------------------
Typ 2 Diagnose 01.1991, Basal-Bolus seit 1998, HbA1c 5,5 und besser seit 2002.
Das Reframing vom Typ 2 ist mein Hobby und mein T2D mein engster Lebenspartner und bester Gesundheits-Coach :)1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 12.04.2024 18:42:00 | IP (Hash): 812739747
Hallo Jürgen, das heißt doch aber, dass ich ein paar Kilo abnehmen und das Gewicht dann auch halten muss, oder nicht? Und wie viele Kilos das sind, muss ich ausprobieren? Ich habe Angst, dass ich mich unter 50kg herunterhungern müsste.
Und das Halten des dann niedrigeren Gewichts stelle ich mir fast unmöglich vor. Der Körper wird doch alles daran setzen, das Ausgangsgewicht wieder zu erlangen.
Noch eine Frage: Welcher Wert gilt als normaler NBZ ? Der blutig gemessene Wert? Oder der Wert den der Sensor anzeigt hat? Da hatte ich nämlich konstante Werte um die 80 herum und in dem Moment, wenn ich den Wecker ausstelle und mich aufrichte erreiche ich schon wieder Werte um die 100 herum. Die ich dann blutig gemessen auch habe, aber immerhin schon nicht mehr 113 sondern 103.
-
am 12.04.2024 19:48:49 | IP (Hash): 247130147
Das heißt zuallererst, dass du in Leber und Pankreas solche Speicher-Schwellen hast, mit deren Überschreiten deine Automatik nicht mehr automatisch funktioniert.
Taylor hat nirgendwo entdeckt, dass solche Schwellen erst über einem Mindestgewicht anfangen. Er hat nur entdeckt, dass sie individuell sehr verschieden liegen. Und ich kann mir durchaus vorstellen, dass sie bei einigen von uns so niedrig liegen, dass sie nur mit ausgeprägtem Untergewicht erreicht und gehalten werden könnten.
Wer davon betroffen ist, kann seinen T2D praktisch nicht ausschalten. Sondern dann kann die defekte Automatik nur mit der Auswahl und Portionierung vom Essen und möglichst gezielt eingesetzter Bewegung und für den dann ggf. noch verbleibenden Rest mit Medi-Hilfe in dem Rahmen unterstützt werden, in dem sie den BZ liefert, den man haben will.
----------------------------------------------
Typ 2 Diagnose 01.1991, Basal-Bolus seit 1998, HbA1c 5,5 und besser seit 2002.
Das Reframing vom Typ 2 ist mein Hobby und mein T2D mein engster Lebenspartner und bester Gesundheits-Coach :)
Bearbeitet von User am 12.04.2024 19:50:13. Grund: ,1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 12.04.2024 20:17:59 | IP (Hash): 812739747
Ich muss es also ausprobieren.
Das hilft mir schon weiter, auch der Hinweis, dass ich ansonsten ja noch durch Bewegung und Portionsgrößen gegensteuern kann. Und wenn das nicht reicht, dann eben doch Medikamente. So komme ich mir doch nicht mehr so der Krankheit ausgeliefert vor!
Danke schön, Jürgen! Das hilft mir weiter und ich fühle mich damit besser, als mit der Ansage, zehn bis 15 Kilo abnehmen zu müssen. Mit Letzterem würde ich 41kg wiegen!
-
am 12.04.2024 20:56:46 | IP (Hash): 247130147
Zum Messen verlasse ich mich auf den Fingerpieks und da seit Jahren auf ein und dasselbe Gerät. Denn schon 2 völlig gleiche Geräte können mit 2 Teststreifen aus derselben Packung aus demselben Blutstropfen 2 sehr verschiedene Werte ausgeben.
Und mit verschieden meine ich, dass bei 100 mg/dl im Labor beide Geräte völlig in Ordnung sind, wenn das eine 90 und das andere 110 anzeigt. Wo das eigene in diesem Spielraum liegt, kann man am besten feststellen, wenn man bei ner Blutabnahme für’s Labor gleichzeitig mit dem eigenen Gerät misst und das dann mit dem Laborwert vergleicht.
Das Libre habe ich nicht vertragen. Da hatte ich immer entzündete Setzstellen und meistens sehr viel niedrigere Anzeigen, als mit dem Fingerpieks. Aber die Scanverläufe haben mir schön deutlich gezeigt, dass z.B. nicht 100 aber 200 mal in den Stand drücken und langsam wieder setzen hier am Schreibtisch direkt nach dem Essen recht zuverlässig meinen BZ-Anstieg vom Essen gestoppt haben.
----------------------------------------------
Typ 2 Diagnose 01.1991, Basal-Bolus seit 1998, HbA1c 5,5 und besser seit 2002.
Das Reframing vom Typ 2 ist mein Hobby und mein T2D mein engster Lebenspartner und bester Gesundheits-Coach :)1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag.