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Diabetes Typ 2 durch Präeklampsie & Schwangerschaftsdiabetes

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    Mitglied seit: 19.05.2024
    am 19.05.2024 09:52:16 | IP (Hash): 24532716
    Hallo ihr Lieben! :)

    Während der Schwangerschaften meiner beiden Kinder litt ich an Schwangerschaftsdiabetes. Nach der Entbindung des 1. Kindes ging dieser wieder weg, nach der 2. Entbindung (bei der sogar ein Not KS gemacht werden musste) blieb er.

    Ich bin seit Jahren in Behandlung bei meiner Hausärztin, welche gleichzeitig auch Diabetologin ist. Angepasste Ernährung sowie viel Bewegung (tägl. 8.000 - 22.000 Schritte) & auch Insulinvergabe reichen weiterhin nicht aus, um meinen BZ in den Griff zu bekommen. Ich habe mein Leben komplett umgekrempelt: Seit 8 Monaten rauchfrei, seit 6 Monaten kein Alkohol mehr, viel Bewegung & Verzicht auf KH bzw. Reduzierung)

    Aber ich komme einfach nicht weiter & bin ratlos. Meinen BZ kann ich NUR in Schach halten, wenn ich täglich stundenlang spaziere und gegen 0 esse. Selbst Vollkorn-Nudeln, wenn es nur 100g sind, hauen bei mir dermaßen rein, dass der Wert anschließend bei 15 mmol oder höher ist (selbst wenn der BZ nach dem Spaziergang bei 7 lag) - an Haferflocken & co. denke ich gar nicht mehr. Meine Hausärztin sagte mir außerdem, dass meine Bauchspeicheldrüse angeblich noch gut arbeitet, daher verstehe ich das alles nicht. Noch dazu hindert mich das Insulin an einer weiteren Gewichtsabnahme & dabei tracke ich sogar täglich meine Kalorien.
    (Davor nahm ich übrigens auch Ozempic & Trulicity - beides musste ich absetzen, da seit Dezember 2023 Lieferengpässe bestehen. Musste dann auf Mounjaro ausweichen, welches ich nicht vertrage. Auch das musste ich dann absetzen.)
    Damit ich nicht mehr blutig messen muss, habe ich mir auch einen Sensor setzen lassen. Da schaut man natürlich immer panisch drauf & macht sich selbst verrückt. In der Früh habe ich einen Nüchtern-BZ von durchschnittlich 11.5 mmol, nachts oft auch Unterzucker von 2.9 - 4 etc. Man weiß sich bald keinen Rat mehr..

    Aktuell bin ich folgendermaßen medikamentiert:
    - KZ-Insulin: Insulin Aspart (nach Spritzplan - ohne Anpassung)
    - LZ-Insulin: Insulin glARGin + Lixisenatid
    - Nachts: 2 Einheiten Actrapid
    - Metformin 1000 (2x tägl.)

    Meine Hausärztin hat ebenso überprüfen lassen, ob bei mir Typ 1 ebenso bestehen könnte - dies verneinte sie nach einigen Tests. Ich kann mir nicht (mehr) vorstellen, dass es sich bei mir um einen 'reinen' Typ 2 handelt, da spricht zu viel dagegen. Ich habe ebenso schon darüber nachgedacht, ob bei mir durch die Schwangerschaftsvergiftungen von vor einigen Jahren meine Organe in Mitleidenschaft gezogen wurden etc.

    Vielleicht weiß jemand von euch einen Rat? Ich bin völlig ratlos..


    Bearbeitet von User am 19.05.2024 10:12:38. Grund: Medikamentenangabe
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    am 19.05.2024 10:35:56 | IP (Hash): 1478240830
    Hallo Cinderella,

    du und deine Ärztin sollten deine bestehende Therapie erst mal sortieren. Falls du das mit deiner Ärztin nicht hin bekommst, wonach es leider aussieht, suche weiter nach einem kompetenten Diabetologen.

    Was besonders ins Auge springt sind die 2 Einheiten Actrapid zur Nacht und die nächtlichen Unterzuckerungen. Das forderst du ja mit deinen Spritzplan geradezu heraus. Auch nicht besonderss glücklich ist das Spritzen des Bolus nach Spritzplan. Wenn das funktionieren würde, dann wäre es in Ordnung, aber es funktioniert bei dir ja nicht.

    Für die GLP1-RA Ozempic und Trulicity spritzt du mit Suliqua übrigens glewichwertigen Ersatz, weil in diesem Mediakment Basalinsulin und ein GLP1-RA kombiniert sind. Eine Therapie mit GLP1-RA und kompletter Insulintherapie mit Basis und Bolus ist übrigens recht ungewöhnlich und sollte natürlich nur angewandt werden, wenn das funktioniert und weniger nicht klappt.

    Tut mir Leid, dass kein besserer Rat rauskommt, als dir einen kompetenten Diabetologen zu suchen. Es sieht wirklich nicht so aus, als ob du das zusammen mit deiner jetzigen Ärztinviel besser hinbekommst.

    Alles Gute, Rainer

    ____
    Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
    Bearbeitet von User am 19.05.2024 10:36:34. Grund: BBCodes
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    am 19.05.2024 10:44:56 | IP (Hash): 24532716
    Hallo Rainer,

    danke für deine Antwort. :)

    Ein anderer Diabetologe ist hier leider sehr schwierig. Ich wohne im tiefsten Osten und hier herrscht chronischer Ärztemangel. Hier geht's nach Wartelisten und man muss riesiges Glück haben, überhaupt einen Hausarzt geschweige Facharzt zu finden. Deswegen war ich auch seit Jahren nicht mehr beim Augenarzt, was vor allem als Diabetiker notwendig wäre.

    Ich habe meine Ärztin schon einmal darauf angesprochen, ob das mit dem Spritzplan überhaupt Sinn macht & die sind der Meinung, dass das so am Einfachsten wäre und 'nachspritzen' oder per "Mahlzeiten ausrechnen" zu spritzen würde man ebenso nicht machen - ein Spaziergang nach dem Essen wäre da die bessere Option um den BZ in Schach zu halten. :(

    Ja das Suliqua ist ein Ersatz für Trulicity / Ozempic, das sagte man mir auch. Allerdings hat das, meiner Meinung nach, leider nicht den gleichen "Effekt" wie zuvor das Trulicity.

    Es ist im Grunde schade, dass das mit meiner Ärztin so nicht klappt - denn diese ist auf Diabetologie spezialisiert. Ich weiß leider nicht, wohin ich sonst gehen kann weil eben alles voll ist. :-(

    Liebe Grüße
    Cinderella
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    am 19.05.2024 11:17:53 | IP (Hash): 1478240830
    Hallo Cinderella,

    wie hat es denn mit Ozempic geklappt, wie waren da deine HbA1c-Werte? Bei Ozempic gibt es zwar immer noch Lieferprobleme, aber man bekommt es jetzt wieder. wenn das gut funktioniert hat, dann würde ich dir zu einem weiteren Ozempic-Versuch raten. Falls dabei noch ein bisschen fehlt, dann kannst du das mit Basalinsulin kombinieren. Ich würde allerdings nicht Suliqua, sondern Ozempic und Lantus oder Toujeo nehemen. Bei der Kombispritze lässt sich die richtige Dosierung nicht so gut finden.

    Wenn es mit Ozempic auch schon nicht richtig geklappt hat, dann bleibt eigentlich nur noch die Insulintherapie nach ICT. Lass dir das mit dem Bedarf für die "Mahlzeit ausrechnen" nicht ausreden. Das ist zwar mehr Aufwand, aber damit kannst du dann zu einer guten BZ-Führung kommen. Sage der Ärztin, dass du das so willst und bitte sie, dich dabei zu unterstützen. Dasmit dem Spaziergang nach dem Essen ist übrigens kein Allheilmittel. Es gibt genügend Diabetiker, zu denen z.B. auch ich gehöre, bei denen das nicht oder nur ganz wenig wirkt.

    Gibt es wirklich bei dir im weiteren Umkreis keine diabetologische Schwerpunktpraxis oder keine Uniklinik mit diabetologischer Abteilung? Einen Termin bekommt man dort leichter, man muss nur eine weitere Strecke in Kauf nehmen.

    Alles Gute, Rainer

    ____
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    Bearbeitet von User am 19.05.2024 11:18:07. Grund: BBCodes
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    am 19.05.2024 11:39:34 | IP (Hash): 24532716
    Lieber Rainer,

    das mit dem Ozempic / Trulicity kann ich so nicht beantworten, da die Insulintherapie nicht parallel erfolgte sondern erst danach kam, als ich die beiden Medis aufgrund des Lieferengpasses absetzen musste. Mein HbA1c liegt nun, lt. Ärztin, bei um die 8 - was natürlich noch immer zu hoch ist. Ich hatte vorher übrigens das Toujeo.

    Wenn man Diabetes hat, ist alles mit Einschränkungen verbunden - das ist logisch. Aber so, wie es jetzt aktuell ist, besteht das Leben nur noch Verzicht um die Werte möglichst niedrig zu halten & das kann auch nicht richtig sein. Ja, das mit dem Spaziergang habe ich auch schon feststellen müssen. :(

    Am Dienstag habe ich wieder einen Termin bei meiner Ärztin und werde das nochmals eindringlich mit ihr besprechen, denn so geht's für mich langfristig gesehen auch nicht weiter. Leider gibt es, ich wohne auf dem Lande, keine derartige Praxis - da müsste man dann 300km fahren, was sich auch als etwas schwierig gestaltet. :(

    Liebe Grüße
    Cinderella
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    am 19.05.2024 17:46:15 | IP (Hash): 1152712047
    Alle INSULINER, die ich mit einem HbA1c unter 8 kenne, richten sich nach keiner ärztlichen Einstellung, sondern steuern ihren Blutzucker selbst. Sie sind zwar alle mal mit ärztlichen Vorgaben gestartet, aber haben diese Vorgaben dann immer mal wieder oder/und nach und nach so verbessert, wie sie das haben wollen. Das ist keine Raketenwissenschaft oder medizinische Fachkenntnis, sondern das ist reine logische und individuelle(!) Fleißarbeit.

    Der normale Insuliner Zielbereich ist morgens nüchtern und vor den Mahlzeiten 5,5-8 mmol/l.
    Die Basal-Dosis (Langzeitinsulin) passt, wenn der Nüchtern-Wert morgens im Zielbereich liegt.
    Die Bolus-Dosis (Kurzzeit-Insulin) passt, wenn der Blutzucker ohne Essen zwischendurch vor den Mahlzeiten im Zielbereich gemessen wird.

    Wie dein Blutzucker verläuft, siehst du super an der Verlaufskurve von deinem Scanner. Wenn der morgens vor dem Frühstück mehr als 5,5 bis 8 anzeigt, solltest du mehr Basal=Langzeitinsulin spritzen. Aber immer nur 2 Einheiten mehr und dann 3 Tage beobachten. Wenn dann morgens immer noch zu hoch, weitere 2 Einheiten usw usw. Schluss ist erst einmal, wenn der Wert morgens passt, ODER wenn vorher schon das tiefste in der Nacht angezeigte Tal im Kurvenverlauf 4 mmol/l erreicht.

    Und genauso geht das mit dem Bolus=Kurzzeitinsulin zum Essen. Wenn die Kurve zum Mittag im Zielbereich ist, hat die Spritzmenge zum Frühstück gepasst. Wenn zu hoch, dann für das gleiche Frühstück am nächsten Morgen etwa zur gleichen Zeit 2 Einheiten mehr usw usw, bis es passt. Und auch da wieder beachten, dass Schluss mit der Erhöhung sein muss, wenn der Blutzucker nach dem Anstieg in ein Tal unter 4 absinkt.
    Und auch da macht Sinn, die gleichen Bedingungen wenigstens 3mal nacheinander zu testen und erst dann weiter zu verändern, wenn die Veränderungen bis dahin nicht ausgereicht haben.

    Soweit für den Anfang, und daran lässt sich anschließend noch jede Menge verfeinern - wenn du magst.

    Nachtrag:
    ALLE Insuline wirken gleich, wenn sie als einzelne Moleküle im Blut ankommen. Kurzwirksame kommen mit Zusätzen/Modifikationen, die dafür sorgen, dass möglichst viel davon möglichst schnell von der Spritzstelle ins Blut gelangt. Langwirksame kommen dagegen mit Zusätzen/Modifikationen, die dafür sorgen, dass die Spritzmenge über einen möglichst langen Zeitraum und gleichmäßig ins Blut gelangt bzw. darin wirksam wird.

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    Typ 2 Diagnose 01.1991, Basal-Bolus seit 1998, HbA1c 5,5 und besser seit 2002.
    Das Reframing vom Typ 2 ist mein Hobby und mein T2D mein engster Lebenspartner und bester Gesundheits-Coach :)
    Bearbeitet von User am 19.05.2024 19:31:49. Grund: Nachtrag
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    am 19.05.2024 18:16:06 | IP (Hash): 1649640148
    Cinderella89 schrieb:
    In der Früh habe ich einen Nüchtern-BZ von durchschnittlich 11.5 mmol, nachts oft auch Unterzucker von 2.9 - 4 etc. Man weiß sich bald keinen Rat mehr..

    Aktuell bin ich folgendermaßen medikamentiert:
    - KZ-Insulin: Insulin Aspart (nach Spritzplan - ohne Anpassung)
    - LZ-Insulin: Insulin glARGin + Lixisenatid
    - Nachts: 2 Einheiten Actrapid
    - Metformin 1000 (2x tägl.)




    Wozu sollen die zwei Einheiten Actrapid nachts sein, wo Du doch von "nachts oft auch Unterzucker" berichtest?

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    am 20.05.2024 10:16:19 | IP (Hash): 24532716
    Hallo Jürgen,

    vielen lieben Dank für deinen ausführlichen Kommentar - das hilft mir enorm weiter. :)

    Allerdings spritze ich bereits 24 Einheiten vom Basal & meine Ärztin meinte, dass jetzt erst einmal "Schluss" wäre und sie es ungern weiter erhöhen möchte. Da ist man dann natürlich hin- und her gerissen.
    Grundsätzlich halte ich von "Selbstmedikation" nicht so viel, aber bei Diabetes kommt man da wohl leider nicht drum herum wenn man "vernünftige" Werte erreichen möchte.

    Liebe Grüße
    Cinderella
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    am 20.05.2024 10:17:21 | IP (Hash): 24532716
    Meine Ärztin meinte dass ich das spritzen soll, weil ich am morgen eben viel zu hohe Nüchternwerte habe.
    Nachts sinkt mein BZ oft auch ab, aber früh ist er eben dann wieder sehr hoch.
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    am 20.05.2024 10:39:24 | IP (Hash): 1108072254
    Cinderella89 schrieb:
    Meine Ärztin meinte dass ich das spritzen soll, weil ich am morgen eben viel zu hohe Nüchternwerte habe.
    Nachts sinkt mein BZ oft auch ab, aber früh ist er eben dann wieder sehr hoch.


    Sorry, aber wenn die das wirklich so gemeint hat, hat sie ihre Approbation in ner Tombola gewonnen. Kurzzeitinsulin zur Nacht kann nur in der Nacht für Unterzucker sorgen und völlig unmöglich morgens noch wirksam einen Anstieg mildern!

    Aber du kannst an deiner Scanner-Kurve sehen, wann der BZ morgens wieder ansteigt. Und mit etwas Actrapid in den Anstieg hinein kannst du den deutlich flacher halten. Extra den Wecker zu stellen habe ich mich nicht aufraffen können als mich das noch geplagt hat. Aber da war meine normale Weckzeit 6.30 Uhr, und da hab ich mir dann noch auf der Bettkante 4 Einheiten (meine! Menge damals) von meinem Bolus gegönnt und anschließend passend zum Frühstück eben die jeweilige Frühstücksmenge.

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    Typ 2 Diagnose 01.1991, Basal-Bolus seit 1998, HbA1c 5,5 und besser seit 2002.
    Das Reframing vom Typ 2 ist mein Hobby und mein T2D mein engster Lebenspartner und bester Gesundheits-Coach :)