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Prädiabetes: T2D beginnt Jahre vor dem Ausbruch schleichend

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    am 15.09.2024 20:46:43 | IP (Hash): 753522912
    https://www.ddg.info/presse/2024/praediabetes-typ-2-diabetes-beginnt-jahre-vor-ausbruch-schleichend#:~:text=Der%20mit%20Pr%C3%A4diabetes%20verbundene%20leicht,deshalb%20zu%20ihrem%20breiten%20Einsatz.
    Den Titel der Pressemitteilung finde ich echt witzig. Denn der BZ schleicht immer höher und schleicht schließlich auch immer höher über die Diagnose-Grenzwerte.
    Dieses Überschleichen der - willkürlich gesetzten! - Grenzwerte als Ausbruch zu bezeichnen, halte ich schon für ne sparchliche Glanzleistung der besonderen Art.

    Und was finde ich außerdem noch besonders interessant an dem Artikel?

    Einmal, dass es von der DDG zwar die veröffentlichte Einsicht gibt, dass das Behandlungsziel der gesunde Blutzucker sein sollte, aber noch keine Praxis-Leitlinien dazu, weder zur Diagnose, noch zur Anleitung in den gesunden BZ-Bereich unterhalb des Prädiabetes.

    Und dann, dass der BZ-Bereich des Prädiabetes praktisch deckungsgleich ist mit dem Zielbereich einer ganz normalen Diabetes-Einstellung nach den geltenden Praxis-Leitlinien.


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    Gestartet mit mehr als HbA1c 15,5 in 01.1991, ärztlich eingestellt Basal-Bolus ab 1998 mit Hba1c um 7 und um 140 IE/Tag Insulin. Gegen vielfachen ärztlichen Rat seit 2002 mit wenigen Ausnahmen 7/24 zwischen 60 und 140 mg/dl und HbA1c um 5 mit aktuell um 20 IE/Tag Insulin. - Das Reframing vom Typ 2 ist mein Hobby und mein T2D mein bester Gesundheits-Coach :)
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    am 15.09.2024 23:46:29 | IP (Hash): 1325242092
    Ich finde interessant, dass der HOMA-Index nicht als Regeluntersuchung eingeführt wird.
    Nur ein geringer Teil der Bevölkerung leidet ja unter Zyklusstörungen und Unfruchtbarkeit infolge PCOS. Alle anderen werden im Ungewissen gehalten.

    Dabei könnte man so 12 Jahre, wie in der Pressemitteilung geschrieben, andere sagen sogar 20 Jahre bevor der BZ-Spiegel steigt, feststellen, dass immer mehr Insulin gebraucht wird, um den Blutzucker im Normalbereich von 70-100mg/dl zu halten. Erst wenn die Insulinproduktion dann gar nicht mehr nachkommt, das Insulin kann ja nicht unendlich erhöht werden, steigt der BZ messbar an.

    Vorher ist der NBZ als auch der HbA1c im ganz normalen Bereich, völlig unauffällig. Jahrelang.
    Wenn man hier etwas messen kann, ist es schon arg spät.

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    am 16.09.2024 17:53:37 | IP (Hash): 591049779
    Am einfachsten für jeden messbar wird es, wenn die BZ-Spitzen nach den Mahlzeiten messbar ansteigen. Dann folgt der morgendliche Nüchtern-BZ. Von dem wird lange gesagt, dass das noch lange kein Diabetes sei, aber dass man das nun enger beobachten müsse, z.B. jedes Quartal.

    Statt Beobachtung sehe ich genau DA den proaktiven Ansatz zur systematischen Anleitung zum Zurückdrehen in den völlig gesunden Bereich - wenigstens als ernsthaftes ärztliches Angebot alternativ zur konventionellen Behandlung.


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    am 16.09.2024 22:38:17 | IP (Hash): 1166588442
    Was mich mal so richtig geärgert hat, bei meiner Diagnosestellung letztes Jahr, ist, dass ich im Vorfeld regelmäßig beim Doc (Allgemeinmediziner) über 20 Jahre Nüchternzucker als Standardwert bei der venösen Blutabnahme gemacht bekam - immer unauffällig, nicht mal grenzwertig.

    Erst ein Blindschuss eines jungen Sozius meiner Hausärztin, der einfach mal so nen HbA1C machen lies, hat alles ans Licht gebracht.

    Kommentar Diabetologe: ja klar, den venösen Nüchternwert kann man komplett in die Tonne treten, da er

    - falsch abgenommen

    - zu lange liegen gelassen wird

    Und dadurch die Werte oft viel zu niedrig und damit falsch-negativ sind.

    Da fragte ich mich dann auch sehr intensiv nach dem Sinn der ganzen Methodik...











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    am 16.09.2024 22:50:09 | IP (Hash): 591049779
    GrafZahl schrieb:
    Was mich mal so richtig geärgert hat, bei meiner Diagnosestellung letztes Jahr, ist, dass ich im Vorfeld regelmäßig beim Doc (Allgemeinmediziner) über 20 Jahre Nüchternzucker als Standardwert bei der venösen Blutabnahme gemacht bekam - immer unauffällig, nicht mal grenzwertig.


    Hat der Dok das gesagt, oder hast du jeweils auch gesehen, dass die ausgegebenen Werte wirklich im völlig gesunden Bereich deutlich unter 100 mg/dl waren?


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    am 17.09.2024 08:53:58 | IP (Hash): 1325242092
    Aber bevor der BZ nüchtern und postprandial oder der HbA1C messbar ansteigt oder beim Glukosetoleranztest verdächtige Ergebnisse herauskommen, ist längst schon das Insulin erhöht, um den Blutuckerspiegel konstant zu halten, immer mehr, eben vielleicht schon jahrelang, stetige Steigerung bis zu Anschlag. Dann erst zeigt der BZ an, dass da was im Argen liegt.

    Hier sollte man mMn schon viel früher standardmäßig messen was ja heutzutage kein Problem ist und gar nicht so teuer, dass das als Argument herhalten könnte.
    Wenn lange bevor der BZ steigt bekannt wäre, ob und was nicht richtig funktioniert, könnte man was tun. Von den gesamtwirtschaftlichen Kosten mal ganz abgesehen.

    Die allfällige Ermahnung des Arztes, sich gesünder zu verhalten und zu ernähren und sich mehr zu bewegen, bleibt eher wirkungslos, erscheint als übliches Blabla. Es sei denn, man erfährt definitiv schwarz auf weiß, dass sich hier tatsächlich etwas entwickelt, was man gar nicht auf dem Schirm hatte und dem man frühzeitig entgegensteuern kann.

    Mit dem vielen Insulin ist es kein Wunder, dass die Menschen Fett einlagern, mit all den Wechselwirkungen und Folgeerkrankungen. Insulin macht uns fett.
    "Nehmen Sie lieber die Treppe statt dem Aufzug!" sagt dann der Arzt, der uns abspecken will mit mildem Lächeln. "Und essen Sie weniger Kuchen."

    Offiziell heißt es ja, wir sind selber schuld:
    ZITAT = Nationale Aufklärungs- und Kommunikationsstrategie zu Diabetes mellitus
    ❝Typ-2-Diabetes gehört zu den Erkrankungen, deren Schwere oder gar Entstehung oft vom eigenen Lebensstil abhängt.❞

    Wirklich?
    Aber, Jürgen, du hast recht, selbst bei prädiabetischen Werten wird immer noch zu lange zugeschaut, viel zu lange. Dabei wird locker darüber weggegangen, dass unsere Körper auch im prädiabetischen Bereich immer mehr verzuckern, mit all den Folgen ➜ Herz/Kreislauferkrankungen, Übergewicht, systemische Entzündung ...

    Arzt: "Essen Sie mehr Gemüse und kommen in drei Monaten wieder." (neuer Schein)
    Interessant wird der Prädiabetiker, wenn sein BZ die magische Grenze übersteigt. Dann geht es ins DMP. Bringt immerhin spürbare Kohle. So 2500-3000€ im Quartal. 🙄

    So sehe ich das.

    PS: Was machen unsere Nachbarn Österreich und Schweiz eigentlich anders? Die haben fast nur die Hälfte Menschen mit Diabetes und Prädiabetes.
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    DM2 in Remission ohne Medikamente 😎
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    am 17.09.2024 12:41:07 | IP (Hash): 1098793578
    Henrie schrieb:
    Dann geht es ins DMP. Bringt immerhin spürbare Kohle. So 2500-3000€ im Quartal. 🙄



    Durchschnittlich pro Arzt für alle DMP-Patienten zusammen. Nicht, dass hier jemand darauf kommt, das wäre pro Patient...
    _______________________________________________________
    juveniler Typ 1 seit 1979; xdrip+ und AAPS im FCL mit Dana-i und Dexcom G6
    Bearbeitet von User am 17.09.2024 12:43:19. Grund: Korrektur
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    am 17.09.2024 14:49:30 | IP (Hash): 624006593
    Henrie schrieb:
    Dann geht es ins DMP. Bringt immerhin spürbare Kohle. So 2500-3000€ im Quartal. 🙄

    Und dafür muss die Arztpraxis umfangreiche Dokumentationspflichten erfüllen, die von Fachkräften zu leisten sind.

    Insofern geht es nur um die Steigerung des Umsatzes einer Arztpraxis. Wenn man einfach mal Umsatz und Gewinn "verwechselt", lassen sich damit herrliche Fake News konstruieren. Leute, die einem solche Fakes abnehmen, sind häufig leicht zu finden. 😕
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    am 17.09.2024 17:37:36 | IP (Hash): 2029911909
    Also, ich will jetzt nicht den Thread sprengen.

    Aber ich bin seit Jahren mit Prädiabetes diagnostiziert worden und dass ich wohl an der Grenze zur Diabetes läge. Keine Ahnung wie meine Blutwerte damals waren.

    Leider waren meine anderen Baustellen so groß, dass ich mich nicht selbst darum kümmern konnte zu dem Zeitpunkt. Allerdings schien seitens der Ärzte auch keine große Dringlichkeit vorhanden zu sein.

    Mein Diabetologe meinte, das ist wie ein "bisserl schwanger" und dass es das nicht gibt. Entweder man hat Diabetes oder eben nicht. Jetzt verstehe ich das auch, aber damals eben nicht. Er meinte auch, dass es soviele unbewusste Diabetiker gäbe und wenn es direkt Schmerzen machen würden, würden die Patienten bis auf der Straße Schlange stehen. Viele wissen es einfach nicht.


    ------------------------------------------------------------------------------------------------:-)
    Mitte Aug 24 mit DT2 diagnostiziert und einem Wert von stolzen 9,4 mmol/l.
    Medikation.: Mounjaro, 2x850mg Metformin, Forxiga 10mg
    Meine persönlichen Medis: Vit D3, K2, Taurin, Sangokoralle, Ceylon Zimt
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    am 17.09.2024 19:16:09 | IP (Hash): 245327714
    Henrie schrieb:
    Interessant wird der Prädiabetiker, wenn sein BZ die magische Grenze übersteigt. Dann geht es ins DMP. Bringt immerhin spürbare Kohle. So 2500-3000€ im Quartal. 🙄


    Die einschreibenden Praxen haben tatsächlich in den wenigen Jahren des Risikostrukturausgleichs mit dem Typ 2 DMP echtes Geld verdient. Damit hatten wir übrigens unsere letzte große T2D-Erkrankungs-Welle, also plötzlich viel mehr T2D Diagnosen!

    Das ist seit Einführung des Gesundheitsfonds vor 20 Jahren Geschichte. Seitdem gibt es für den DMP-Verwaltungsaufwand unterm Praxis-Strich kaum den Kostenausgleich.
    UND nicht die möglichst gesunde Behandlung gilt in dem Zusammenhang, sondern die im Rahmen der geltenden DDG-Leitlinien.


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