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Die Bauchspeicheldrüse ist beleidigt.....wie lange?

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    am 27.09.2024 12:17:43 | IP (Hash): 1950812026
    Hallo Ihr Lieben,

    also ich habe verstanden, dass meine Bauchspreicheldrüse erst einmal genug von meinem Verhalten hat, erschöpft ist und bestimmt auch etwas beleidigt wegen meiner Ignoranz und eine wohlverdiente Pause einlegt.

    Mein Arzt meinte, das Ziel wäre dass die Bauchspeichdrüse nach einem Jahr wieder langsam das arbeiten anfangen könnte, wenn wir Glück haben.

    Ich bin mir sicher, dass ich meine Bauchspeicheldrüse wiederbeleben kann und werde alles dafür tun.

    Jetzt stell ich mir aber die Frage, wie bemerke ich dass denn ggf. wenn sie wieder das arbeiten anfängt bzw. wie wird sie sich verhalten mit meinem aktuellen Medikamenten? Wird dann mein BZ bei gleichbleibender Medikation noch weiter runtergehen?

    Ich will so schnell wie möglich weg von den Medikamenten und habe meine Ernährung radikal umgestellt. Das tut mir auf allen Ebenen so gut, das ich davon überzeugt bin, dass ich das auch weiterhin so handhaben werde. Mit viel Disziplin und Ausdauer bzw. mit allen Höhen und Tiefen.

    Wie habt Ihr das gemacht? Konntet Ihr Eure Bauchspeicheldrüse reaktivieren und wie war der Weg dorthin bzw. was habt Ihr alles in Eurem Leben geändert?

    Ich freue mich sehr über einen schönen und interessanten Austausch.

    Liebe Grüße,
    CoCo die jetzt zum Schwimmen geht :)

    ------------------------------------------------------------------------------------------------:-)
    Mitte Aug 24 mit DT2 diagnostiziert und einem Wert von stolzen 9,4 mmol/l.
    Medikation.: Mounjaro, 2x850mg Metformin, Forxiga 10mg
    Nach 4 Wochen mit konsequenter Low Carb Ernährung und Medikamenten -7kg (BMI von 46) und BZ im grünen Bereich.
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    am 27.09.2024 13:50:08 | IP (Hash): 40375559
    Die "beleidigte Bauchspeicheldrüse".
    Die gefällt mir.

    Meine Ärztin meinte auch, dass wir erstmal ein Jahr brauchen könnten, um allerlei Werte, insbesondere hba1c, in den Zielbereich zu bringen. - Sofern ich ernährungsmäßig gut mitmache...

    Für mich war die Diagnose der Anstoß, festzustellen, dass ich mich zwar planvoll und sorgsam, aber mit gänzlich falsch erlernten Mustern und grundsätzlich falschen Annahmen ernährte.

    Jetzt werde ich mal Jürgen vorgreifen.
    Nach Dr. Roy Taylor aus Newcastle darfst du dir Hoffnun8g machen.
    Dabei ist nicht die Frage, wieviel Monate an Zeit, sondern wieviel Gramm an Fett in und um Leber und Bauchspeicheldrüse du von deren Erholung entfernt bist.
    Denn, sofern dein Diabetes sich noch am frisch entwickeln war, ist die beleidigte weniger erschöpft als denn verfettet.

    Ich habe damals alle Informationen über gesunde Ernährung aufgesogen und umgesetzt. Manches hätte ich bis dahin als gefährliche Spinnerei angesehen.

    Bei mir hat es 3...4 Monate gedauert, bis ich mich jung, gesund, sportlich gutaussehend, wie noch nie im Leben gefühlt habe.
    Dann noch ein 3/4 Jahr, bis alle messbaren Werte in den Normalbetrieb drehten.

    Das ist alles 6,5 Jahre her.
    In der Zwischenzeit hab ich gerade letztes Jahr wegen viel familiärem Stress (Pflege der Eltern, Anpassung an deren schlechte Ernährungsgewohnheiten, während ich bei Ihnen war...) wieder etwas zugenommen. Von 70...72 auf 74...76 kg.

    Zum Glück hab ich im Frühjahr an einer wissenschaftlichen Abnehmstudie teilnehmen können.
    Gerade gestern konnte ich den Untersuchungsergebnissen entnehmen, dass meine "Taylorsche Fettschwelle" wohl bei 74...76 kg Lebendmasse liegt.
    Eine spontan medikamentös ausgelöste Insulinausschüttung fällt unterhalb der Schwelle 3 mal so stark aus, als wenn ich darüber liege. Das korrespondiert mit der Feststellung, dass ich mit den 76 kg auch wieder eine Fettleber entwickelt hatte. Gerade damit hatte ich am wenigsten gerechnet, da ich mich prinzipiell gesund ernähre.
    Die Frage ist langfristig, wieviele situationsbedingte Ausnahmen zu viele sind... Das scheint ein schmaler Grat zu sein.


    ______________________
    ehemaliger Diabetiker
    Bearbeitet von User am 27.09.2024 14:49:01. Grund: .
     1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag.
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    am 27.09.2024 15:44:55 | IP (Hash): 1053706722
    CoCoHatFragen schrieb:
    also ich habe verstanden, dass meine Bauchspreicheldrüse erst einmal genug von meinem Verhalten hat, erschöpft ist und bestimmt auch etwas beleidigt wegen meiner Ignoranz und eine wohlverdiente Pause einlegt.

    Mein Arzt meinte, das Ziel wäre dass die Bauchspeichdrüse nach einem Jahr wieder langsam das arbeiten anfangen könnte, wenn wir Glück haben.


    Aus welchem Märchenbuch habt ihr das, dein Arzt und du? Deine Bauchspeicheldrüse macht viele interessante Zutaten für das Aufspalten aller Nahrungsbestandteile in die Größen und Formen, die vom jeweils dafür zuständigen Gewebe aufnehmbar sind. Und wenn sie das nicht täte, würdest du schon nach Recht kurzer Zeit ableben.

    In Teilen von der Bauchspeicheldrüse wird auch Insulin produziert, und wenn dein Dok das messen würde, würde auffallen, dass bei dir beständig mehr Insulin in Umlauf ist, als bei gleichem BZ bei Menschen ohne Diabetes. Und wo Insulin im Blut eine Halbwertzeit von knapp 5 Minuten hat, muss deine Bauchspeicheldrüse dafür schon Recht mächtig produzieren.

    Vielleicht lest ihr beide mal “endlich Schluss mit Typ 2 Diabetes” von Roy Taylor?


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    Gestartet mit mehr als HbA1c 15,5 in 01.1991, ärztlich eingestellt Basal-Bolus ab 1998 mit Hba1c um 7 und um 140 IE/Tag Insulin. Gegen vielfachen ärztlichen Rat seit 2002 mit wenigen Ausnahmen 7/24 zwischen 60 und 140 mg/dl und HbA1c um 5 mit aktuell um 20 IE/Tag Insulin. - Das Reframing vom Typ 2 ist mein Hobby und mein T2D mein bester Gesundheits-Coach :)
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    am 27.09.2024 18:39:33 | IP (Hash): 1950812026
    Vielen Dank für Eure Antworten.

    Ich bin ja mit BMI 46 mehr als weit vom Normalgewicht entfernt und Roy Taylors Ansatz berücksichtigt leider niemanden in meiner Kategorie, sondern geht von einem durchschnittlichen Übergewicht von 15kg aus. Dann wäre ich ja schon zur Hälfte am Ziel. Aber wenn man fast das Doppelte wiegt, was man wiegen sollte, funktioniert das leider nicht. Ich würde meine Essstörung reaktivieren und mich mit einem grandiosen JoJo Effekt endgültig komplett abschiessen. Vom Verlust meiner Muskelmasse, möchte ich jetzt als jemand der seit einer missglückten Bandscheiben OP auf Krücken läuft gar nicht sprechen.

    Aber nun gut, jetzt weiß ich ja wenigstens, was ich nicht weiß.

    Was ich noch nicht weiß - lohnt es sich das Buch trotzdem zu lesen, wenn man dem Ansatz sowieso nicht folgen kann?

    ------------------------------------------------------------------------------------------------:-)
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    Bearbeitet von User am 27.09.2024 18:48:26. Grund: Mumpitz
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    am 27.09.2024 20:39:07 | IP (Hash): 1053706722
    missraten
    Bearbeitet von User am 27.09.2024 20:43:49. Grund: missraten
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    am 27.09.2024 20:42:27 | IP (Hash): 1053706722
    CoCoHatFragen schrieb:
    Ich bin ja mit BMI 46 mehr als weit vom Normalgewicht entfernt und Roy Taylors Ansatz berücksichtigt leider niemanden in meiner Kategorie, sondern geht von einem durchschnittlichen Übergewicht von 15kg aus.


    Über Jahrzehnte war beobachtet worden, wie sich bei Menschen mit T2D und deinem Gewicht und mehr(!) der Blutzucker 1 Woche nach einer bariatrischen OP - Magenverkleinerung, Magenumgehung - völlig ohne Medis im gesunden Bereich einstellte. Meterweise wissenschaftliche Bücher waren zu dem Thema spekuliert worden, als Taylor endlich auf die Idee mit dem elektronischen Nachmessen in all den Bereichen kam, auf die es dabei ankommt, z.B. in der Leber.

    Nach der einen Woche war keine der Lebern fettfrei, sondern sie waren alle noch verschieden fetthaltig. ABER aus jeder hatte ihr Organismus mangels anderer Futterluken-Nachschub so viel Fett aufgebraucht, dass sie Glukose wieder im völlig gesunden Rahmen in den Kreislauf schickte. Taylors Schluss daraus: Wir mit T2D haben in unseren Lebern eine angeborene Grenze für die gespeicherte Menge an Fett. Wenn wir die überschreiten, funktioniert unsere Leber diabetisch. Wenn wir sie unterschreiten, funktioniert unsere Leber gesund.

    Und ein bisschen komplizierter, aber im Prinzip ganz ähnlich so eine Speicher-Grenze bei den Insulin produzierenden Beta Zellen im Pankreas. Da dauert das mit dem Unterschreiten der Fettgrenze und so mit dem Ausschalten der diabetischen Fehlfunktion nur “etwas” länger. Denn die Bauchspeicheldrüse schwimmt im Fett, das sie umgibt und auch entsprechend ausfüllt. Damit im Pankreas Fett abgebaut wird, muss entsprechend viel auch in der Umgebung abgebaut, also statt neuem Essen verbraucht werden. Dann funktioniert auch die Insulinausgabe wieder völlig ohne Medis völlig gesund.

    Beides hat er mit freiwilligen Magenverkleinerungs-Kandidaten mit T2D in vielen Testreihen allein mit der (seitdem) Newcastle Diet mit Erfolg nachgeprüft.

    Alle BZ-Verläufe lassen sich messen, und so können wir am Messgerät sehen, ob unser Blutzucker schon im gesunden Bereich verläuft, wenn wir ihn ausschalten wollen.
    ABER weltweit gilt, dass Menschen mit T2D ohne Insulin ihren BZ nicht messen sollen. Da bleibt als Orientierungsgerät nur die Waage und als Orientierungsgröße nur die Menge an Kilogramm, die in den bisherigen Studien und Versuchsreihen statistisch meistens zum Ausschalten und ausgeschaltet Halten den T2D gepasst hat, eben die “berühmten” 15 kg.

    Taylor hat das Ganze in die Twin Cycle Theorie gegossen, die Theorie von den 2 Regelkreisen und die der Fachwelt zur Prüfung überlassen. Das Ergebnis: Er wurde in 2012 von dieser Fachwelt dazu eingeladen, die Banting-Gedenk-Vorlesung zu seiner Entdeckung zu halten.

    Das Buch ist sehr viel informativer, als dieser noch immer recht lange Versuch einer kurzen Zusammenfassung.


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    Bearbeitet von User am 27.09.2024 20:46:26. Grund: .
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    am 28.09.2024 00:20:10 | IP (Hash): 1189158056
    CoCoHatFragen schrieb:
    Was ich noch nicht weiß - lohnt es sich das Buch trotzdem zu lesen, wenn man dem Ansatz sowieso nicht folgen kann?



    Das kann ich beantworten: NEIN es lohnt sich nicht...und du solltest auch auf das ganze Geschwätz vom ein- und ausschalten des Diabetes nichts geben. Auch das Geschwafel über bariatrische Operationen kannst du getrost ignorieren...damit wird niemand glücklich.

    Was ich dir aber empfehlen möchte, ist, dich mal zum Thema "Heilfasten nach Buchinger" zu informieren. Es gibt dazu ein Buch "wie neugeboren durch Fasten", aber auch jede Menge Infos im Netz. Damit kannst du das gleiche Ergebnis erzielen wie mit einem Magenbypass, aber ohne dir lebenslänglichen Schaden zuzufügen...

    Du kannst mich dazu gerne anschreiben...

    Viele Grüße vom Zuckerle
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    am 28.09.2024 17:52:20 | IP (Hash): 466672806
    Hallo Zuckerle,

    Danke für Deine Rückmeldung.

    Ich hab mir jetzt mal den Roy Taylor bestellt, vielleicht kann ich ja noch etwas lernen. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

    Heilfasten geht mit Gallenstein nicht, soweit mir bekannt ist?! Aber Danke für den Tip.

    Hilfe - ich werde mir keine gesunden Organe zerschnippeln lassen. Warum auch?

    Mein Ziel ist bis Ende des Jahres -20kg und das gleiche nochmal bis Ende nächsten Jahres. Das denke ich ist sehr realistisch, wenn ich die Motivation und Ausdauer beibehalten kann. Notfalls mit den Diabetes Medikamenten und gerne idealerweise schon im nächsten Jahr zumindestens mit weniger Medikamenten.

    Liebe Grüße,
    CoCo



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    am 28.09.2024 21:22:04 | IP (Hash): 2086865390
    Hm.
    Ich habe zwei ordentlich große Gallensteine, Intervallfasten hat super funktioniert. Und meine Ärzte waren begeistert, keiner hat mir davon abgeraten.
    Taurin hilft übrigens bei Gallensteinen ;-).

    Aber nu mal zu der eigentlichen Frage: wie kriegst du die BSD wieder glücklich?
    Der Hintergrund ist die Insulinresistenz. Deine Zellen haben keine Lust mehr auf Insulin, also ist die Frage eigentlich: wie machst du die Zellen wieder hungrig?!! Und meine Antwort lautet: Bewegung, Sport.
    Schwimmen, Laufen Tanzen Kraftsport. Dann haben die Zellen Hunger und es läuft wieder. Geduld ist schon nötig.
    Wünsche Gutes Gelingen :-)

    LG
    Nada

    Typ 2 - testweise ohne Medis.
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    am 28.09.2024 21:34:03 | IP (Hash): 740215661
    Und nur alle die Muskeln bleiben erhalten oder verstärken sich sogar, die nach Möglichkeit jeden Tag ausgiebiger beansprucht werden.

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