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Prädiabetes --- "selbst schuld" (?!)

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    am 08.10.2024 12:59:24 | IP (Hash): 632261710
    Hallo Zusammen,

    dieser Thread richtet sich vor allem an (schlanke, sportliche) Menschen mit PRÄdiabetes, aber natürlich sind auch alle anderen gerne eingeladen (nur bitte keine "Taylor-Diskussionen", davon gibt es an anderer Stelle schon genug).

    Da ich mich mit dem Thema wieder einmal intensiver auseinandersetze und vorhin um nicht mal 5 Euro Metformin 1000, 60 Stück besorgt habe, ist es mir ein Anliegen hier mal laut und deutlich zu sagen/schreiben: ICH BIN NICHT SELBST SCHULD

    Bin schlank mit BMI zwischen 20 und 22 (vor Mitte 30 war es noch weniger), bewege mich viel, ernähre mich vollwertig und seit dem Auftauchen meines Prädiabetes auch sehr kohlehydratarm.
    Wie so viele andere in einer ähnlichen Situation habe ich mir lange die Schuld gegeben und weder Kosten noch Mühen gescheut, wieder in einen völlig normalen Blutzuckerbereich zu kommen.
    Vergebens (wie einige von euch wissen).

    Zum Glück (für mich) haben zwei meiner behandelnden Ärzte Metformin (off label use bei Prädiabetes) zugestimmt, das nahm für mich etwas Druck raus und brachte meinen HbA1c in den "gesunden Bereich".

    Seit einem knappen halben Jahr erhalte ich eine Hormonersatztherapie und mein derzeit verwendeter Sensor errechnet einen HbA1c von 4,7 oder anders ausgedrückt, ich bin über 95% in der Range zwischen 70 und 120. Gehe ich jetzt wandern pendelt sich der BZ zwischen 70 und 80 ein, vorher bewegte er sich oft über viele Stunden um die 120.

    Ich bin NICHT(!) selbst schuld und ich könnte noch mehr abnehmen, es würde meinen Prädiabetes nicht beeindrucken.

    Es gibt (viele) Menschen die durch Lebensstilmodifikation viel erreichen können, aber eben nicht alle!

    Ich werde hier nach und nach Studien betreffend Prädiabetes einstellen, vielleicht schaffen wir eine Sammlung an Infos für alle Betroffenen.

    Alle PrädiabetikerInnen denen es ähnlich geht, lasst euch nicht in die Schublade "selbst schuld" stecken, darin haben wir nichts verloren.

    Und hoffentlich gibt es auch immer mehr (Haus)Ärzte die das Thema Prädiabetes wichtig(er) nehmen, denn viele PrädiabetikerInnen von heute sind die Diabetiker von morgen.
    Bearbeitet von User am 08.10.2024 13:43:23. Grund: .
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    am 08.10.2024 19:25:55 | IP (Hash): 204899720
    Für “selbst Schuld” müsste man wissen, dass man die Anlage zum T2D geerbt hat und VÖLLIG UNABHÄNGIG VOM BMI mit welchen persönlichen Fett-Schwellen in Leber und Pankreas.
    Und dann müsste man es praktisch alltäglich darauf anlegen und diese Schwellen in voller Absicht fortlaufend überschreiten.

    Vorstellen kann ich mir zwar nicht, dass immer mehr Hausärzte den Prädiabetes immer ernster nehmen, aber wenn, dann würden sie sicher erstaunt sehen, dass der erstaunlich häufig schon beim unteren vom völlig normalen Gewicht eintritt.


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    Gestartet mit mehr als HbA1c 15,5 in 01.1991, ärztlich eingestellt Basal-Bolus ab 1998 mit Hba1c um 7 und um 140 IE/Tag Insulin. Gegen vielfachen ärztlichen Rat seit 2002 mit wenigen Ausnahmen 7/24 zwischen 60 und 140 mg/dl und HbA1c um 5 mit aktuell um 20 IE/Tag Insulin. - Das Reframing vom Typ 2 ist mein Hobby und mein T2D mein bester Gesundheits-Coach :)
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    am 01.11.2024 11:11:46 | IP (Hash): 1047473482
    WIESO nimmst Du mit PRÄDIABETES Metformin? Bin 1,73 m/ 62 kg und SCHULDIG, da ich bei Stress Süßigkeiten in mich stopfe...
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    Was istT2D?
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    am 01.11.2024 11:26:33 | IP (Hash): 1053693622
    Hossi schrieb:
    Was istT2D?


    T yp 2 D iabetes ;)


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    am 01.11.2024 16:31:50 | IP (Hash): 627466721
    Die Schuldfrage ist bei Krankheit wenig hilfreich.

    Insbesondere, wenn sie die Vergangenheit betrifft.
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    am 05.11.2024 11:28:44 | IP (Hash): 632261710
    Hossi schrieb:
    WIESO nimmst Du mit PRÄDIABETES Metformin?

    In Rücksprache mit zwei Diabetes-Fachärzten haben wir uns im meinem(!) Fall (ist bei Prädiabetes "off label") zu 1.000 mg Metformin entschieden.
    Am Rädchen Gewicht kann und WILL ich nicht drehen bei BMI 20 und ich mache sehr regelmäßig Sport (geht auch mit 40 Wochenstunden) und selbstverständlich ist Zucker für mich tabu.

    Der Hauptgrund ist sicher, dass ich die medikamentöse Behandlung MÖCHTE und voll MITTRAGE und meine Bauchspeicheldrüse zu wenig Insulin produziert.
    Insulinresistenz wurde ausgeschlossen, auch ein Grund für die Entscheidung für Metformin.

    Es ist bereits bekannt dass auch Prädiabetes Schäden im Körper anrichten kann.
    Für mich Grund genug alles für bessere BZ-Werte zu tun.
    über 5,5 Hba1c ist für mich indiskutabel, je tiefer umso besser.
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    am 05.11.2024 11:42:23 | IP (Hash): 632261710
    Hape schrieb:
    Die Schuldfrage ist bei Krankheit wenig hilfreich.

    Insbesondere, wenn sie die Vergangenheit betrifft.

    Stimmt!
    Ich habe dennoch lange den Fehler bei mir gesucht.
    Auch beim LDL-Cholesterin habe ich sehr viele Jahre den Fehler bei mir gesucht. Eine genetische Testung war dann leider ein Volltreffer (ich habe genetisch erhöhtes LDL) und hätte ich nicht die vielen letzten Jahre so gesund gelebt, wäre wohl auch dieser Wert noch viel schlechter gewesen.

    Das vermutet auch meine Diabetologin, würde ich nicht so gesund leben dann hätte ich ziemlich sicher schon einen T2D. Das wird sich vielleicht auch nicht aufhalten lassen, aber ich sehe es schon als gesundheitlichen Gewinn so spät wie möglich T2D zu bekommen.

    Die Schuldfrage war viele Jahre mein Begleiter und ich denke ich bin da nicht die einzige.
    Es gibt sicher einige hier im Forum die selbst nicht (mehr) viel machen können, das ist einfach Pech, ähnlich wie Typ 1 Diabetes.
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    am 05.11.2024 22:46:43 | IP (Hash): 2124852178
    -anna- schrieb:
    Das vermutet auch meine Diabetologin, würde ich nicht so gesund leben dann hätte ich ziemlich sicher schon einen T2D. Das wird sich vielleicht auch nicht aufhalten lassen, aber ich sehe es schon als gesundheitlichen Gewinn so spät wie möglich T2D zu bekommen.


    Mit dem BZ im prädiabetischen Bereich haben wir eigentlich längst Diabetes. Denn organisch verändert sich ja Nullkommanix mit dem Überschreiten der Grenzen, die rein willkürlich nach Statistiken deutlich höher für die Diagnose Diabetes gesetzt sind.

    Persönlich sehe ich in der Theorie den Anfang da, wo der BZ sich von irgendwo im völlig gesunden Verlaufsbereich nach und nach in mehr oder weniger großen und kleinen Schritten auf den Anstieg macht. Praktisch kann das kaum auffallen.

    Persönlich sehe ich als Ziel den BZ möglichst viele bis alle von 24 Stunden im gesunden Rahmen, und das gelingt dir doch bisher sehr gut. Ohne oder mit wenig Medis freilich mit einigem an vor allem KH-Verzicht.

    Erleichterung bringt da die Remission, wo sie gelingt. Denn in der Remission übernimmt die eigene BZ-Automatik wieder die Regelung und deckelt Spitzen nach einer Essensportion, die zuvor noch an 200 mg/dl angestiegen waren, wieder zuverlässig bei um 140.


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