Willkommen Gast! Um alle Funktionen zu aktivieren musst Du Dich Anmelden oder Registrieren.
zu pp-BZ-Spitzen:
-
EH
Rang: Gastam 13.03.2008 14:50:22
Hallo Pia,
Sorry, ich hatte meine Initialen verdreht.
Es gibt (noch) kein Allheilmittel gegen Insulinresistenz. Ich kann meinen Diabetologen so oft sehen wie ich will, aber er weiß es eben auch nicht. Und wenn ich in seinem Wartezimmer kampieren würde, er hat auch keine Lösung.
Actos - Pech, wenn ich davon zunehme.
KH reduzieren - was tun, wenn die unterste Grenze erreicht ist?
Bewegung - ist aus diversen, schon oft genannten Gründen, auch kein Allheilmittel.
Was also tun?
Wer weiß was?
von EH -
P ia
Rang: Gastam 13.03.2008 15:12:07
Ich habe meinen nächsten Termin am 19. und werd mal im Sprechzimmer verbal "kampieren" und dann berichten. von P ia -
Jürgen
Rang: Gastam 13.03.2008 15:50:35
Moinmoin,
DIE Insulnresistenz gibt es nicht, auch wenn sie immer wieder begrifflich bemüht wird. Es gibt nur einzelne Merkmale, die darunter fallen, wie ich in meiner Antwort auf die Frage aufgezählt habe. Daran gibt es auch nirgendwo etwas zu durchbrechen, sondern man kann den Insulinbedarf lediglich an einigen Stellen verringern.
Das Bild, sich den höheren Bedarf als organischen Widerstand und eine Verringerung des Bedarfs als Brechen dieses Widerstands vorzustellen, stammt aus dem medizinischen Mittelalter und ist absolut kontraproduktiv.
Grundvoraussetzung für irgend ein sinnhaftes Tun ist, Essen und Spritzen nach den persönlichen Messwerten und nicht nach Tabelle so aufeinander ab zu stimmen, dass die jeweiligen Hauptwirkungen zusammen fallen und sich so messbar gegenseitig aufheben.
Erster Schlüssel zur Verringerung eines besonders hohen Insulinbedarfs ist offenbar die Verringerung des Stärke-Inputs. Alle Betroffenen, die ich kenne und die ihre IE/BE deutlich verringert haben, haben das mit eher 30 als max 50g Khs/Tag gemacht.
Zweiter Schlüssel ist das Absenken des BZ in den Bereich zuverlässig unter 140. Denn nur in dem messen wir zuverlässig den für alle Typen geringsten IE/BE-Bedarf.
Beide Schlüssel ergänzen sich. Dabei lässt sich beobachten, dass der geringste IE/BE-Bedarf nur dann erreicht wird, wenn auch die Basalversorgung stimmt. Der Verzicht auf eine gute Basalabdeckung, weil etwa auch ohne Basal der BZ zwischen den Mahlzeiten meistens bei 100-120 verläuft, kann die Verdoppelung des Bolusfaktors und eine deutlich verzögert einsetzende Insulinwirkung begründen.
Bisdann, Jürgen -
EH
Rang: Gastam 13.03.2008 16:38:26
@ Jürgen
Glaub mir, es gibt sie, die Insulinresistenz und du wirst sie auch noch kennenlernen.
Deine theoretischen Ausführungen helfen aber niemandem weiter. von EH -
Jürgen
Rang: Gastam 13.03.2008 16:58:18
ich kenne Leute, die 3 Ampullen Humalog an 2 Tagen verbraucht haben. von Jürgen -
Barbara
Rang: Gastam 13.03.2008 17:09:40
@ Pia , natürlich hat man das Problem beim Arzt angschnitten, aber Man bekommt wenig überzeugende Antworten bzw. nur,ja dann müssen sie eben mehr spritzen und dagegen habe ich mich auch geweigert und nehme deshalb das Xenical was mir noch hilft den Zucker im griff zu haben.
barbara von Barbara -
Jürgen
Rang: Gastam 13.03.2008 19:26:39
Moin Barbara,
genau das ist der Punkt. Ein Mitglied aus der SHG brauchte für nen HBA1c um 7 bei normal gesunder Nahrungszusammensetzung eine Humalog-Patrone pro Tag, wurde zur dringenden Neueinstellung stationär in ner diabetologischen Fachabteilung aufgenommen - und mit keiner anderen Einstellung wieder entlassen. Die Ärzte hatten keinen Weg gefunden, wie er seinen HBA1c mit weniger Insulin hätte halten können.
Mit deutlich immer weniger Insulin/BE hat er erst angefangen auszukommen, nachdem er seinen KH-Konsum auf 3 BE/Tag gesenkt hatte.
Bisdann, Jürgen -
EH
Rang: Gastam 13.03.2008 20:24:01
Man kann natürlich auch ganz aufhören zu essen, dann braucht man überhaupt kein Insulin mehr.
Weißt du nicht, daß der Mensch Kohlehydrate braucht?
Oder war das ein ernstgemeinter Vorschlag zur Bekämpfung der Insulinresistenz? von EH -
Sina
Rang: Gastam 13.03.2008 21:26:28
Zitat EH: Weißt du nicht, daß der Mensch Kohlehydrate braucht? Zitat Ende
Eben nicht! Kohlenhydrate sind nicht essentiell. Im Gegensatz zu Protein und Fett.
Da ich (soll ich jetzt sagen glückliicherweise?) Zöliakie habe, fällt schon mal alles Getreide flach. Brot macht Löcher in den Darm, Vollkornbrot macht grosse Löcher in den Darm.
Reis, Mais und Kartoffeln schiessen meinen BZ in unerahnte Höhen - sind also auch gestrichen.
Was bleibt? Viel Gemüse und Salat (hat auch BE aber wenig), Fleisch, Fisch, Eier, Milchprodukte, - ich muss also ganz sicher nicht aufhören zu essen. Und ja das ist alles Zeug das mir vorzüglich schmeckt.
Sina
-
Jürgen
Rang: Gastam 13.03.2008 21:40:48
Moin EH,
ich weiß von PWDs (People with Diabetes), die seit 20 Jahren mit nicht mehr als täglich 30g Stärke-KHs leben, frisch und munter sind und alle Blutwerte gesund haben.
Auf der anderen Seite weiß ich von solchen PWDs, die mit 30g Stärke-KHs täglich ihren IE/BE-Bedarf von 10 und viel mehr IE/BE auf 3-5 IE/BE gesenkt haben und die damit dann wieder auf 50-100g pro Tag erhöht haben, bis dahin, wo sie dann wieder eine Zunahme von IE/BE messen mussten.
Die meisten PWDs mit solchen Strategien findest Du in solchen Teilen der Welt, in denen die Betroffenen das Insulin selbst bezahlen müssen. Also ursprünglich eher eine Notlösung, aber sie funktioniert erstaunlich gut. Und warum soll man nicht für sich ausprobieren, was bei anderen in ähnlichen Situationen gut funktioniert?
Aber erst einmal Daumendrück für Deine anderen Baustellen! Vielleicht erldedigt sich ja damit schon ein Teil Deines hohen Insulinbedarfs :-)
Bisdann, Jürgen