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Neudiabetiker und Angst

  • Rang: Anfänger
    Punkte: 0
    Beiträge: 1
    Mitglied seit: 19.02.2025
    am 19.02.2025 08:02:26 | IP (Hash): 42801802
    Hallo,
    Ich bin neu hier und möchte mich kurz vorstellen. Ich heiße Annett, bin 55 Jahre und total verunsichert bzw. habe ziemlich Angst.
    Gestern habe ich bei einer Routineuntersuchung erfahren, dass mein Langzeitzucker bei 10,5 liegt. Also wohl zu hoch ist. Habe Metformin verschrieben bekommen. Leider habe ich von dem Thema Diabetes überhaupt keine Ahnung und auch nicht wirklich Informationen von der Arztpraxis bekommen. Was bedeutet das jetzt für mich? Auf welche Einschränkungen muss ich mich einstellen? Fragen über Fragen…vllt finde ich hier Hilfe und ein bisschen seelische Unterstützung. Vielen Dank schonmal.
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 972
    Beiträge: 5070
    Mitglied seit: 25.02.2011
    am 19.02.2025 08:13:15 | IP (Hash): 1068013481
    Hallo Hexli,

    es ist ganz normal, dass man nach einer Diabetesdiagnose am Anfang Angst hat und sich vollkommen uninformiert fühlt, das ist uns allen so gegangen. Das gute ist, dass du es nicht eilig haben musst. Es spielt keine große Rolle, ob du den Langzeitzucker jetzt schnell verbessern kannst oder ob du dazu 4, 5 oder 6 Monate brauchst. Du kannst dich erst mal ganz in Ruhe und ohne Angst an deinen Diabetes gewöhnen und dich Stück für Stück immer besser darüber informieren.

    Das wichtigste ist, dass du auf deine Ernährung achstest und regelmäßige Bewegung in dein Leben einbaust. Bei der Ernährung solltest du besonders auf die Menge und die Qualität der Kohlenhydrate achten. Für konkrete Empfehlungen kannst du dir hier im Forum etliche Sachen raussuchen.

    Zur Verträglichkeit von Metformin ist wichtig, es langsam einzuschleichen. Wenn du es nicht verträgst und es auch nicht besser wird, dann rede mit deinem Arzt, wie du es langsamer einschleichen kannst.

    Alles Gute, Rainer

    ____
    Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
    Bearbeitet von User am 19.02.2025 08:22:07. Grund: BBCodes
  • Bild User
    Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 1233
    Beiträge: 8853
    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 19.02.2025 10:09:42 | IP (Hash): 1300552229
    Mein Spiel mit meinem Typ 2 hab ich Anfang 1991 mit HbA1c über 15,5 angefangen und mit dem Blutzucker morgens nüchtern über 400 mg/dl. Und du siehst, ich lebe und schreibe noch ;)

    Das erste Treibmittel für unseren zu hohen Blutzucker sind ALLE Kohlenhydrate. Weniger davon ist besser. Und wenn schon davon, dann direkt DAVOR ne Portion KH-armes an Salat oder Gemüse.

    Meinen Blutzucker praktisch von Anfang an selbst alltäglich zu messen und meinen Erfolg oder auch Misserfolg direkt selbst zu sehen hat mir sehr geholfen.

    Daumendrück für gesundes Gelingen :)


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    Gestartet mit mehr als HbA1c 15,5 in 01.1991, ärztlich eingestellt Basal-Bolus ab 1998 mit Hba1c um 7 und um 140 IE/Tag Insulin. Gegen vielfachen ärztlichen Rat seit 2002 mit wenigen Ausnahmen 7/24 zwischen 60 und 140 mg/dl und HbA1c um 5 mit aktuell um 20 IE/Tag Insulin. - Das Reframing vom Typ 2 ist mein Hobby und mein T2D mein bester Gesundheits-Coach :)
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 625
    Mitglied seit: 24.11.2021
    am 19.02.2025 14:50:45 | IP (Hash): 365015362
    Du brauchst einen Diabetes "crashkurs".

    Eigentlich ist das schon zu "kompliziert" :
    https://www.diabetesinfo.de/einsteiger.html

    Wichtig wäre m. E. bereits am Anfang:
    * Selbstmessung des Blutzuckers daheim (Das ist heutzutage recht einfach und nicht teuer, Moderne Stechhilfen sorgen dafür, dass ein Pieks nicht wehtut.)
    * Über Kohlenhydrate informieren. Wieviel Kohlenhydrate sind in welchen Nahrungsmitteln? Was eher vermeiden, welche Nahrungmittel sind unproblematisch?

    Diabetes Typ 2 läßt sich, je nach Ausgangslage, sehr gut behandeln. Bis hin zur vollständigen Heilung.
    Vier Säulen der Behandlung können sein:
    * Metformin, das Du ja schon bekommen hast. Dies kann man allmählich bis auf 2 x 1000 mg/Tag steigern.
    * Bewegung. Das muss kein "Sport" sein, Viel Spazierengehen ist auch schon Bewegung. Sinnvoll kann ein Schrittzähler sein (Smartphone oder Sportuhr). Ein sinnvoller, altersgerechter Sport ist m. E. Nordic walking.
    * Kohlenhydratkontrollierte Ernährung. Keine mit Zucker gesüßten Getränke (Cola, Saft, Kaffee mit Zucker) , Süßigkeiten und Gebäck eher meiden. Brot, Nudeln, Reis und Kartoffeln nur in Maßen. Unproblematisch (was Diabetes anbelangt) sind Käse, Wurst, Fisch, Fleisch, Eier, Nüsse, die meisten Gemüse.
    * Bei Übergewicht : Versuch der allmählichen Gewichtsreduktion (1-2 kg pro Monat)
    In Deinem Alter einen BMI unter 28 anstreben (Normalwert 23 - 28)
    Bearbeitet von User am 19.02.2025 17:30:27. Grund: Tippfehler
  • Rang: Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 10
    Mitglied seit: 15.01.2023
    am 26.02.2025 18:30:46 | IP (Hash): 1753687720
    Du hast hier schon gute Antworten erhalten.
    Hier noch ein Tipp: Stelle deine persönliche Blutzucker Kurve dar. D.h. miss stündlich nach (für ein paar Tage)und zeichne deine eigene BZ Kurve auf.
    Das wird dir sehr helfen zu verstehen wie und wann deine BZ Spitzen entstehen.
    Du kannst dann selber am besten rausfinden
    was dir gut tut und hilft.
    Ist zwar alles mühsam, aber es zahlt sich aus
    Alles Gute!
    Robert