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hoher Blutzucker früh

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    am 27.03.2025 09:31:05 | IP (Hash): 885500272
    Hallo in die Runde, ich bin neu hier und möchte mich und mein Problem kurz vorstellen: Ich hatte am 13.03. eine Nierenkolik mit Nierenstau und Noteinweisung ins KH. Dort wurde mir ein Harnröhrenstent eingesetzt. Ich hatte extrem hohe Entzündungswerte und musste eine Woche im KH bleiben. Dort wurde ein Nüchternblutzucker von 16 und Langzeitzuckerwert von 10,7 festgestellt und sie wollten sofort mit Langzeitinsulin beginnen. Ich war so geschockt, weil ich erst 52 bin, eigentlich sportlich aber leider mit Übergewicht und beruflich und privat sehr viel Stress. Hab mich echt in der letzten Zeit kaum um mich gekümmert. Ich habe erstmal alle Medikamente abgelehnt und seit einer Woche, nachdem ich aus dem KH raus bin mit kompletter Ernährungsumstellung begonnen und auch wieder Bewegung (laufen/schwimmen) und Stressminimierung. Der Blutzucker sinkt kontinuierlich, gestern Mittag und Abend schon 7,6. Mein Problem, was ich nicht so richtig verstehe, ist, dass der Blutzucker morgens noch ziemlich hoch ist, also so um die 10, obwohl ich 18.30 Uhr das letzte esse und kaum Kohlenhydrate. Kann das vielleicht jemand erklären und kann ich es ohne Medikamente schaffen, wieder einen normalen Blutzucker zu erreichen? Ich bin echt total fertig und habe Angst vor den Spätfolgen. Ich habe bis jetzt überhaupt nichts gemerkt, nicht infektanfällig, keine Wundheilungsstörung, keine Durchblutungsstörungen, kein übermäßiger Durst...nichts...Vielleicht könnt ihr mir weiterhelfen, vielen lieben Dank.
    Sorry für den langen Text...liebe Grüße Manuela
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    am 27.03.2025 10:01:57 | IP (Hash): 1456990253
    Willkommen im Club ;)

    Deine Blutzucker-Automatik ist defekt. Deine Leber gibt mehr Glukose aus, als für den gesunden Blutzucker gebraucht wird, halt häufig besonders morgens noch vor dem Frühstück.
    Häufig lässt sich dieser Morgenanstieg - Dawn Phänomen - kleiner halten, indem man die Spitzen jeweils etwa 1 Stunde nach dem Essen auf 7-8 mmol/l begrenzt.
    Und häufig kann man den Morgenanstieg auch schon damit stoppen, dass man gleich mit dem Aufstehen einen Happen isst.

    Mit “Endlich Schluss mit Typ 2 Diabetes” von Prof. Roy Taylor als deiner Wochenend-Lektüre hast du interessant und verständlich zu lesen alle Info dazu, wie du deinen Diabetes in die Remission zurückdrehen kannst. Daumendrück :)


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    Gestartet mit mehr als HbA1c 15,5 in 01.1991, ärztlich eingestellt Basal-Bolus ab 1998 mit Hba1c um 7 und um 140 IE/Tag Insulin. Gegen vielfachen ärztlichen Rat seit 2002 mit wenigen Ausnahmen 7/24 zwischen 60 und 140 mg/dl und HbA1c um 5 mit aktuell um 20 IE/Tag Insulin. - Das Reframing vom Typ 2 ist mein Hobby und mein T2D mein bester Gesundheits-Coach :)
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    am 27.03.2025 13:37:43 | IP (Hash): 2112697289
    hjt_Jürgen schrieb:

    Und häufig kann man den Morgenanstieg auch schon damit stoppen, dass man gleich mit dem Aufstehen einen Happen isst.



    Hallo Jürgen,

    kannst du mir das bitte etwas näher erklären? Wenn ich etwas esse, dann steigt mein Blutzucker doch gerade erst richtig an. Wie hilft da ein Essen, den Anstieg zu stoppen?
    Ich habe nämlich auch mit der Herausforderung zu kämpfen, dass mein BZ in dem Moment, in dem ich die Augen öffne, 10 - 20 mg/dl hochgeht. 15 min später gibt es dann Frühstück, was nochmal zu einem ordentlichen Anstieg führt.
    Allerdings ist der Anstieg eigentlich gar nicht viel höher als bei einem Gesunden, nur ist der Ausgangswert einfach schon doof. Also wenn bei einem Gesunden der Wert von nüchtern 95 mg/dL auf 135 mg/dL ansteigt, also um 40 mg/dL, ist es bei mir z. B. von 130 mg/dL auf 170 mg/dL. Der Anstieg selbst ist also eigentlich *im Rahmen*, oder? Oder kann man das nicht so vergleichen?

    Liebe Grüße und Dir, Manuela, alles Gute!
    Suki

    Seit 2016 Diabetes Typ2
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    am 27.03.2025 14:38:30 | IP (Hash): 1000357766
    Der Dawneffekt hift uns, aufzuwachen und für die Essensjagd bereit zu sein. Ganz natürlich.
    Unser Metabolismus ist immer noch steinzeitlich, damals war der Diabetes noch nicht erfunden, es gab ja nur natürliche Nahrung. Wir konnten Dreck und Aas essen, dafür waren wir ausgestattet, für die moderne Nahrung aus dem Supermarkt sind wir es bis heute nicht.
    Heutzutage gibt es Stoffwechselstörungen und entsprechende Krankheiten, da kommen unser alten Körper nicht immer nach.

    Ein Happen, das kann ein kleines hartgekochtes Ei sein oder ein 30g Stückchen Fleisch oder 2-3 Löffelchen Hüttenkäse oder nichtfettarmer Joghurt, Quark. Protein keine KH. Ein wenig Insulinanstieg unterbindet die Glukagonfreisetzung und damit die Glucoseausschüttung aus der Leber und alles ist gut.

    Wenn dein Frühstück zu einem ordentlichen BZ-Anstieg führt, überdenke vielleicht nochmal deine Essensauswahl.
    Wenn der nachmahlzeitlich BZ mal im gesunden Rahmen bleibt, wird auch der Dawneffekt folgen und das
    sensible Wechselspiel der Hormone Insulin ⇿ Glukagon besser funktionieren.

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    Bearbeitet von User am 27.03.2025 14:40:24. Grund: .
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    am 27.03.2025 14:51:57 | IP (Hash): 885500272
    Würde es da schon helfen, wenn ich früh um 4 aufwache, und ein paar Löffel Hüttenkäse oder ähnliches esse? Weil wenn der Wecker um 7 klingelt, messe ich ja eigentlich gleich meinen Blutzuckerspiegel. Ich habe mich echt wahrscheinlich durch diese ganzen Fertiggerichte versaut, dachte es geht schnell und ist auch noch gesund. Wirklich Mist. Und jetzt ist mein Körper völlig durcheinander. Ich hoffe, ich krieg es wieder hin. Ich bin irgendwie total ungeduldig und ich denke, das müsste alles schneller gehen.

    Erstmal vielen lieben Dank für eure Antworten.
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    am 27.03.2025 15:31:40 | IP (Hash): 1000357766
    Eigentlich will man ja die BSD über nacht in Ruhe lassen und ob um 4h der BZ schon hochgeht bezweifle ich. Kannst ja mal ausprobieren, messen und schauen was passiert.
    Kann genauso sein, dass der BZ um diese Zeit relativ weit unten ist, zumindest für deine derzeitigen Werte. Aber mach dich nicht verrückt deswegen. Schlaf lieber gut, das ist genauso wichtig.

    Du kriegst das schon wieder hin, es dauert ein bissl, hat ja auch gedauert bis es soweit gekommen ist,
    Kann gut sein, wenn du dich ganz von deinen NierenProblemen, der Entzündung und dem Eingriff erholt hast, die BZ-Werte wieder in gutem Rahmen verlaufen oder du mit deinen Maßnahmen einiges zurückschrauben kannst. Lass vielleicht mal in ein paar Monaten den HOMA-Index messen, ob der zu hoch ist, also, ob zu viel Insulin erforderlich ist, um deinen BZ in Schach zu halten.

    Viel Erfolg wünsch ich dir, du bist auf einem guten Weg.
    Das Übergewicht wird bald wegschmelzen wenn du so weitermachst und damit dein Stoffwechsel auch wieder besser funktionieren. Erzähl uns wie es dir geht und wie es vorangeht.

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    am 27.03.2025 16:01:47 | IP (Hash): 1257585347
    ManuelaV schrieb:
    Mein Problem, was ich nicht so richtig verstehe, ist, dass der Blutzucker morgens noch ziemlich hoch ist, also so um die 10, obwohl ich 18.30 Uhr das letzte esse und kaum Kohlenhydrate.
    Ich bin echt total fertig und habe Angst vor den Spätfolgen. Ich habe bis jetzt überhaupt nichts gemerkt, nicht infektanfällig, keine Wundheilungsstörung, keine Durchblutungsstörungen, kein übermäßiger Durst...nichts...

    Hallo Manuela,

    die Nüchternwerte sinken langsamer und erst im Nachgang zu den anderen BZ-Werten, da brauchst du erst mal etwas mehr Geduld. Solange die anderen Werte weiter sinken, bist du auf dem richtigen Weg.

    Dass du noch keine von den Spätfolgen hast, ist gut aber auch normal. Es sind wirklich Spätfolgen, die erst nach jahrelangen zu hohen BZ-Werten auftreten. Wenn du den BZ innerhalb der nächsten Monate gesünder hinbekommst, brauchst du dich vor solchen Sachen nicht zu fürchten. Versuche erst mal, wie weit du die Werte durch diabetesgeeignete Ernährung und regelmäßige Bewegung so weit wie möglich runter zu bekommen. Wenn das nicht ausreicht, dann nimm ergänzend dazu passende Medikamente.

    Viel Erfolg, Rainer

    ____
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    Bearbeitet von User am 27.03.2025 20:34:12. Grund: BBCodes
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    am 27.03.2025 17:05:09 | IP (Hash): 2112697289
    Hallo Henrie,

    danke für die Erklärung.

    Ein Frühstück mit 6 g KH, 17 g EW, 7 g F und insgesamt 177 g Kcal sollte doch eigentlich in Ordnung sein. Es enthielt allerdings 3,9 g Zucker, davon 1,2 g tatsächlicher Zucker (im Eiweißbrot), 1,9 g Milchzucker (im Quark), 0,8 g Fruchtzucker (in der Zero-Marmelade).
    Ist diese geringe Zuckermenge bereits das Problem? Ich hatte gelesen, als Diabetiker darf man bis zu 50 g Zucker am Tag essen. Nicht, dass ich das vorhätte, aber knapp 4 Gramm müssten doch möglich sein?

    Naja, ich werde es morgen mal mit einem *Käsebrot* probieren, bei dem das *Brot* bereits aus Käse besteht. :) Ich bin ja eh am Austesten, was geht und was nicht. Leider musste ich feststellen, dass mein geliebter Quark mit Beeren früh den höchsten Ausschlag erzeugt (Spitze bis 230 mg/dL). Abends schlägt er dagegen kaum an.

    Liebe Grüße
    Suki

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    Bearbeitet von User am 27.03.2025 17:07:57. Grund: .
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    am 27.03.2025 19:36:53 | IP (Hash): 1456990253
    @Suki
    Mit nem HbA1c über 7 über gut 10 Jahre bist du im Bereich der erfolgreichen Typ 2 Pflege & Förderung. Wenn du weniger BZ willst, wird sich das allenfalls noch mit einer Gewalt-Kur = Newcastle Diet ohne Medis erreichen lassen.

    Die Buchempfehlung für Manuela passt auch für dich. Dauendrück :)


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    am 28.03.2025 09:38:19 | IP (Hash): 885500272
    Vielen lieben Dank nochmal für die lieben Ratschläge. Ich werde mich jetzt mal bissel entspannen und mich gar nicht mehr so verrückt machen. Das haben die aber auch im KH mit mir gemacht, die haben mich ja wirklich so hingestellt, als würde ich bald meine Niere und mein Augenlicht verlieren. Ich gehe jetzt einfach den Weg weiter und die Ernährung macht mir sogar richtig Spaß. Habe am 08.04. ja auch noch die OP, wo der Nierenstein entfernt wird und dann leg ich richtig los mit Sport und Fitness. Ich berichte auf jeden Fall wie es funktioniert und wie sich mein BZ entwickelt. Schön, dass es so ein Forum gibt.

    Suki auch für dich alles Gute, aber dein Wert ist ja schon top.