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Nüchternzucker und Metformin
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am 05.05.2025 20:05:44 | IP (Hash): 377079548
Guten Abend,
habe mal eine Frage an die Runde. Mein LZ war im März bei 5,9 %, Die Ärztin meinte, ich kann Metformin absetzen. Ich hatte immer so um die 4,5 mmol/l NZ. mit Metformin. Jetzt habe ich das mal komplett abgesetzt und der NZ war bei 5,5 mmol/l. Habe jetzt wieder Metformin genommen und der NZ ist wieder runter bei 4,5 mmol/l
Ich bin jetzt verunsichert, ob das so gut ist oder nicht, denn 5,5 mmol/ ist ja noch im Normbereich.
Was meint ihr?
Babsi
PS: Die Ärztin hat nie Zeit und gibt keine klaren Ansagen. -
am 05.05.2025 21:04:41 | IP (Hash): 761028625
Hallo Babsi,
vermutlich wird ohne das Metformin auch dein HbA1c höher ausfallen. Wenn das HbA1c weit über 6,0% ankommt, dann würde ich an deiner Stelle wieder Metformin dazu nehmen. Deine Ärztin sieht das vielleicht anders und sieht erst ab 6,5% oder noch weiter darüber Handlungsbedarf. Die Entscheidung liegt dann bei dir.
Es ist aber kein Problem, wenn du bis zur nächsten HbA1c-Bestimmung erst mal ohne Metformin weiter machst und abwartest, wo du damit landest. Eine Verschlimmerung des Diabetes brauchst du bei ein paar Monaten mit etwas höheren BZ-Werten nicht zu erwarten.
Alles Gute, Rainer
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Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
Bearbeitet von User am 05.05.2025 21:05:52. Grund: BBCodes -
am 05.05.2025 22:33:14 | IP (Hash): 701908594
Man muss natürlich auch betrachten, dass Metformin, so gut es auch im Allgemeinen vertragen wird, kein komplett harmloses Medikament ist. Es ist kein Smartie.
In Einzelfällen kann Metformin verursachen:
* Abnahme oder Mangel an Vitamin B12
* Störungen der Blutbildung
* Laktatazidose, besonders bei Menschen mit Nierenproblemen oder im Rahmen schwerer Erkrankungen.
* In bestimmten Fällen, wie z.B. bei Operationen unter Vollnarkose oder bei bildgebenden Untersuchungen mit Kontrastmittel, muss Metformin vorübergehend abgesetzt werden. Im Einzelfall muss deswegen eine nicht dringend notwenige Maßnahem um z. B. einen Tag verschoben werden.
Fazit: Man sollte die Risiken der Einnahme und Nichteinnahme von Medikamenten gegeneinander abwägen.
Ich persönlich würde Metformin weglassen, wenn bzw. solange der HbA1c-Wert im Normbereich (kleiner 6,5 %) ist.1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 06.05.2025 11:29:06 | IP (Hash): 1818515023
@ hape
Alle Medis haben mögliche miese Nebenwirkungen, aber sehr selten bei niedriger Dosierung wie hier.
UND HbA1c 6,5 ist die DDG-Diagnoseschwelle zum Diabetes. ABER auch in der DDG ist bekannt, dass Jahre im Bereich des Prädiabetes viele miese diabetische Folgen machen. Denn zwischen Prädiabetes und Diabetes besteht nun mal kein substantieller, sondern nur ein gradueller Unterschied.
https://www.ddg.info/presse/2024/praediabetes-typ-2-diabetes-beginnt-jahre-vor-ausbruch-schleichend#:~:text=Der%20mit%20Pr%C3%A4diabetes%20verbundene%20leicht,deshalb%20zu%20ihrem%20breiten%20Einsatz.
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Seit der Banting Lecture von Prof. Roy Taylor 2012 weiß die gesamte diabetische Fachmedizin, dass Prädiabetes und Typ 2 Diabetes in den ersten Jahren nach der Diagnosereife vollständig gesund umkehrbar sind. Die gesunde Umkehr muss daher alternativ zu Metformin mit jeder neuen Diagnose angeboten werden!1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 06.05.2025 20:36:42 | IP (Hash): 377079548
Vielen Dank für Deine Antwort Rainer, ich werde vielleicht mal nur noch abends Metformin 500mg nehmen.
Babsi -
am 06.05.2025 21:14:57 | IP (Hash): 377079548
.... noch ergänzend zu sagen. Als ich 09/2024 einen HbA1c von 9,6 % hatte, da hatte mir die Ärztin auch die gleiche Dosis Metformin (500 mg - 500 mg) verordnet beim BMI von 21,5.
Nur durch meine Ernährungsumstellung und Bewegung ist der LZ 03/2025 bei 5,9 % und der BMI 19.
Mal sehen, wie sich das alles entwickelt.
Babsi
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am 07.05.2025 13:05:24 | IP (Hash): 701908594
Das Abwögen von Chancen und Risiken einer medikamentösen Therapie sollte gemeinsam mit dem behandelnden Arzt erfolgen. Zumal der Arzt verschreibungpflichtige Medikamente ja verordnen muss und daher ein Patient kaum selbständig verschreibungspflichtige Medikamente bekommen kann, von dessen Einnahme der Arzt abrät.
Mir sind Ärzte sympathisch, die nicht schnell zum Rezeptblock greifen, sondern die Notwendigkeit von Verordnungen in Abhängigkeit von Laborwerten und Meßwerten jedesmal auf Neue kritisch überprüfen.
Bearbeitet von User am 07.05.2025 14:20:46. Grund: Ergänzung -
am 08.05.2025 08:27:55 | IP (Hash): 1621340488
Hape schrieb:
Mir sind Ärzte sympathisch, die nicht schnell zum Rezeptblock greifen, sondern die Notwendigkeit von Verordnungen in Abhängigkeit von Laborwerten und Meßwerten jedesmal auf Neue kritisch überprüfen.
Volle Zustimmung aber ...
... du präferierst einen HbA1c-Zielwert ab 6,5% und findest deshalb Ärzte sympatisch, die dich darin bestärken. Babsi möchte ihren HbA1c-Wert lieber um die 6,0% und niedriger halten und wird ihre Ärztin sympatisch finden, wenn sie von ihr dabei unterstützt wird. Und mal ehrlich, wenn Babsi mit dieser minimalen Unterstützung von 500mg Metformin ihr Ziel besser erreicht, dann kann sie diese Unterstüzung gerne annnehmen, ohne sich dafür ein schlechtes Gewissen einreden zu lassen.
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Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
Bearbeitet von User am 08.05.2025 08:28:21. Grund: BBCodes -
am 08.05.2025 09:18:33 | IP (Hash): 701908594
Rainer schrieb:
, ohne sich dafür ein schlechtes Gewissen einreden zu lassen.
Ich rede kein schlechtes Gewissen ein, sondern habe nur die Nebenwirkungen von Metformin aufgezeigt und dazu geraten sich an die Empfehlungen des behandelnden Arztes zu halten.
Der Wettbewerb um einen möglichst niedrigen HbA1c ist eben auch mit Gefahren verbunden.
Mein Rat fußt auf den aktuellen Leitlinien für Diabetiker, bei denen keine medikamentöse Therapie empfohlen wird um einen HbA1c von 6,5 % weiter zu senken.
Wenn eine Senkung ohne Medikamente erreicht werden kann (Bewegung, Ernährung, kein Übergewicht), dann ist gegen einen möglichst niedigen HbA1c natürlich nichts einzuwenden.
Bearbeitet von User am 08.05.2025 11:44:40. Grund: Korrektur -
am 09.05.2025 17:18:43 | IP (Hash): 2054798181
Hape schrieb:
Mein Rat fußt auf den aktuellen Leitlinien für Diabetiker, bei denen keine medikamentöse Therapie empfohlen wird um einen HbA1c von 6,5 % weiter zu senken.
Hallo Hape,
hier wirfst du munter medizinische und finanzielle Erwägungen durcheinander. Die Leitlinien müssen beides beachten, schließlich kann da nichts drin stehen, was von den Kassen nicht übernommen wird. Für uns Diabetiker sind in erster Linie die medizinischen Erwägungen von Interesse.
Aus Erfahrungen und aus Studien ist bekannt, dass bereits bei Prädiabetes diabetische Begleiterkrankungen auftreten können und das Prädiabetes unbeachtet zu Diabetes führen kann. Deshalb macht es Sinn, auch gegen Prädiabetes etwas zu unternehmen. Bis das auch in den Leitlinien ankommt und geeignete Medikamente auch bei Prädiabetes von den Kassen übernommen werden, vergehen bestimmt noch etliche Jahre. Geeignete Maßnahmen bei Prädiabete sind wie bei Diabetes zuerst Anpassung von Ernährung und Bewegung. Da kannst du Babsi wirklich nicht vorwerfen, dass sie nicht genügend getan hat. Wenn das nicht ausreicht kann auch medikamentöse Unterstützung sinnvoll sein.
@Babsi,
wenn deine Ärztin aus medizinischer Sicht der weiteren Einnahme einer Minidosis Metformin zustimmt aber dir wegen deines guten HbA1c-Wertes leitliniengerecht kein Kassenrezept ausstellen will, dann kannst du dir ein Selbstzahlerrezept geben lassen. Metformin kostet nicht viel, deshalb dürfte das kein Problem sein. Ein bisschen kannst du noch sparen, wenn du dir 1000er Tabletten verschreiben lässt und die dann für die 500mg teilst.
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Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
Bearbeitet von User am 10.05.2025 15:55:44. Grund: BBCodes -
am 24.05.2025 13:55:41 | IP (Hash): 1731366106
Hallo Babsi,
wenn du Metformin absetzt, dann zeigt sich erst nach 2-3 Tage ein Effekt. Diese ist meist so das der nüchtern Wert und auch die Werte nach dem Essen höher ausfallen werden. Da Metformin eine ganze weile braucht um mit seiner Wirkung aus den Körper zu verschwinden. Wird es erst nach ca. 6-8 Wochen interessant. Bleiben die Werte in den Rahmen ist alles gut. Wenn du dann wieder niedrigere Werte möchtest hilft nur mehr Bewegung und wenn du noch kannst mehr abnehmen. Ziel ist es bei allen Bemühungen nicht schöne Zahlen zu produzieren sondern den Stoffwechsel wieder flexibler zu machen. Es ist durchaus ok nüchtern Werte bis 110 zu habe, wenn sich der Blutzucker nach eine Peak schnell wieder normalisiert. Gib deinen Köper mehr Zeit und beobachte das ganze. ein CGM kann dir dabei helfen, dich und deine Köper besser zu verstehen.
Gruß
Bernado -
am 30.05.2025 20:24:56 | IP (Hash): 1504570518
Hallo Bernado,
danke für Deinen Beitrag. Habe Metformin abgesetzt, und tatsächlich sind nach 3 Tagen der NZ wieder nach oben gegangen, so 5,8 mmol/l. Ich messe meistens nur morgens, da ich mit BZ-Messgerät messe. Dank meiner Ernährungsumstellung und Bewegung habe ich keine Fettleber mehr und wiege nur noch 54kg bei 1.70m Wollte eigentlich nicht unter 52kg kommen. Ich nehme das Metformin wieder. Mitte Juni ist Arzttermin, mal sehen was der Langzeitwert sagt und die Ärztin. Am liebsten möchte ich gar keine Medikamente mehr nehmen.
Gruß Babsi