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Metformin vor dem Aus?

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    am 28.05.2025 22:55:28 | IP (Hash): 1299230089
    🔍 Hintergrund: EU-Abwasserrichtlinie und ihre Auswirkungen auf Metformin
    Die EU plant eine Neufassung der Abwasserrichtlinie, die Pharmahersteller verpflichtet, sich an den Kosten für eine zusätzliche Reinigungsstufe in Kläranlagen zu beteiligen. Diese Maßnahme zielt darauf ab, Mikroschadstoffe, einschließlich Medikamentenrückständen wie Metformin, effektiver aus dem Abwasser zu entfernen. Metformin ist besonders betroffen, da es häufig in Oberflächengewässern nachgewiesen wird und als persistent gilt .

    Die Kosten für diese zusätzlichen Umweltauflagen könnten laut Schätzungen bis zu 445 % der aktuellen Herstellungskosten von Metformin betragen. Da die Preise für Generika in Deutschland gesetzlich gedeckelt sind, können Hersteller diese Mehrkosten nicht an Patienten oder Krankenkassen weitergeben. Infolgedessen erwägen mehrere Generikahersteller, darunter Zentiva und Sandoz, die Produktion von Metformin-haltigen Präparaten einzustellen .

    ⚠️ Mögliche Konsequenzen für Patienten und das Gesundheitssystem
    Versorgungslücke: Metformin ist das am häufigsten verschriebene orale AntiDiabetikum in Deutschland. Ein Rückzug vom Markt würde Millionen von Patienten betreffen.

    Teurere Alternativen: Patienten müssten auf kostspieligere Medikamente wie SGLT2-Inhibitoren oder Insulin ausweichen, was zu erheblichen Mehrkosten für das Gesundheitssystem führen könnte.

    Erhöhtes Risiko von Nebenwirkungen: Einige Alternativmedikamente haben ein ungünstigeres Nebenwirkungsprofil, was die Lebensqualität der Patienten beeinträchtigen könnte.

    🧠 Fazit
    Obwohl Metformin nicht aufgrund von Sicherheitsbedenken verboten wird, steht seine Verfügbarkeit durch wirtschaftliche und regulatorische Herausforderungen auf dem Spiel. Die geplanten Umweltauflagen könnten dazu führen, dass Hersteller die Produktion einstellen, was weitreichende Folgen für die Diabetesversorgung in Deutschland hätte.
    Bearbeitet von User am 28.05.2025 22:57:52. Grund: korrektur
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    am 29.05.2025 09:50:08 | IP (Hash): 1724040754
    In der Meldung fehlt, dass die weitaus meisten Betroffenen, denen Metformin verschrieben wird, mit der ärztlichen Anleitung zur Remission überhaupt kein Medikament für ihren gesunden Blutzucker brauchen würden. Und nicht nur das, sondern sie würden auch keine der üblichen Folgekrankheiten entwickeln und so auch dafür keine Behandlungen brauchen würden. Also keine Kosten für die Umwelt und keine Kosten für die kranken Kassen und meistens mehr Geld in den Kassen der Betroffenen selbst auch, die weniger überflüssige Pfunde zu füttern haben ;)

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    Seit der Banting Lecture von Prof. Roy Taylor 2012 weiß die gesamte diabetische Fachmedizin, dass Prädiabetes und Typ 2 Diabetes in den ersten Jahren nach der Diagnosereife vollständig gesund umkehrbar sind. Die gesunde Umkehr muss daher alternativ zu Metformin mit jeder neuen Diagnose angeboten werden!
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    am 29.05.2025 10:42:19 | IP (Hash): 1299230089
    hjt_Jürgen schrieb:
    In der Meldung fehlt, dass die weitaus meisten Betroffenen, denen Metformin verschrieben wird, mit der ärztlichen Anleitung zur Remission überhaupt kein Medikament für ihren gesunden Blutzucker brauchen würden. Und nicht nur das, sondern sie würden auch keine der üblichen Folgekrankheiten entwickeln und so auch dafür keine Behandlungen brauchen würden. Also keine Kosten für die Umwelt und keine Kosten für die kranken Kassen und meistens mehr Geld in den Kassen der Betroffenen selbst auch, die weniger überflüssige Pfunde zu füttern haben ;)

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    Metformin macht schöne Blutzuckerwerte und maskiert den Blutzucker so das es so aussieht als wäre alles in Ordnung. Es geht nicht ohne Lebensumstellung, wie du es so oft hier beschrieben hat.
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    am 30.05.2025 12:46:22 | IP (Hash): 701908594
    Bernado schrieb:

    Metformin macht schöne Blutzuckerwerte und maskiert den Blutzucker so das es so aussieht als wäre alles in Ordnung..



    Die These, dass Metformin nur "Laborkometik" sei, und die mit Metformin niedrigeren BZ-Langzeitwerte nichts an den Folgeschäden änderten, ist ziemlich steil.
    M. E. ist sie auch inhaltlich falsch und hält einem Faktencheck nicht stand.
    Stand der Dinge (Leitlinien) ist (m. E. ), dass Metformin schon ein sehr sinnvolles, fast segensreiches Medikament ist.

    Nichstdestotrotz sollte man natürlich auch Metformin nicht bedenkenlos einnehmen, wenn man zufriedenstellende Langzeitwerte hat oder die Möglichkeiten der Lebensführung (Ernährung, Bewegung, Gewicht) noch auschöpfen könnte.
    Bearbeitet von User am 30.05.2025 13:24:00. Grund: Tippfehler
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    am 30.05.2025 21:21:44 | IP (Hash): 1270603655
    Metformin bildet praktisch seit Jahrzehnten die Behandlungsgrundlage für den chronisch progredienten T2D. Da wird nichts maskiert oder verschönert, sondern damit beginnt die aufsteigende Kaskade der Medis, mit denen der zunehmend immer höher aufstrebende Blutzucker in dem Rahmen gehalten wird, der als behandlungsmäßig optimal gilt.

    Dass “optimal” tatsächlich praktisch völlig gesund sein kann, hat es immer schon mal in einzelnen Glücksfällen gegeben, aber die wissenschaftlich belegt systematische Möglichkeit dazu gibt es erst seit gut 10 Jahren. Die hat also noch keinen umfassenden Einzug in die ärztliche und fachärztlichen Ausbildung gehalten und auch nicht in die Ernährungsberatung. Da funktioniert mithin bislang praktisch nur sich selbst schlau machen und dann alltäglich umsetzen, was für den so gesunden BZ-Verlauf passt, wie man den haben will. - Meine persönliche Richtschnur liegt unterhalb der Progredienz.


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    am 04.06.2025 21:09:34 | IP (Hash): 244304189
    Hier ein interessantes Fundstück zur Metformin-Diskussion, das mir gerade über den Moni gelaufen ist:
    https://youtu.be/VDcMY2Yl_EM?si=Vlrei39dCIf0VZxU

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    am 22.06.2025 22:13:04 | IP (Hash): 1549917968
    Hallo in die Runde,
    bei der erstmaligen Feststellung meines Diabetes vor über 17 Jahren hat eine Behandlung mit Metformin schwerwiegende Nebenwirkungen verursacht. Diese äußerten sich unter anderem in einem erheblichen Kraftverlust in den Beinen sowie einem sogenannten "auf Watte gehen Gefühl", das das sichere Führen eines Fahrzeugs unmöglich machte.
    Aus diesem Grund verzichte ich seitdem auf eine medikamentöse Behandlung und habe den Blutzucker erfolgreich über 17 Jahre durch eine angepasste Ernährung, regelmäßigen Sport im Fitnessstudio sowie durch die tägliche Kontrolle meines nüchternen Blutzuckerwertes stabil im Prädiabetes-Bereich (seit zwei Jahren konstant bei 6,1%) halten können.
    Bis heute sind bei mir keinerlei diabetesbedingte Spätschäden festgestellt worden.

    Viele Grüße