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Gebrannte Mandeln ohne Zucker lassen BZ steigen?
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am 11.12.2025 23:08:47 | IP (Hash): 1168434197
Ich habe eben gebrannte Mandeln selbst gemacht. Mit Tagatesse (Tagatose)
Sowohl Tagatesse als auch Mandeln sollen den BZ eigentlich nicht bzw nur vernachlässigbar ansteigen lassen.
Der Verzehr der Mandeln ist jetzt gut 2 Stunden her und mein BZ sagt 124?!
Meine Werte liegen normal um die 100, Abendessen ist deutlich länger her und bestand nur aus weißem Fisch und Gemüse, da kannst nicht herkommen.
124 ist ja nicht schlimm, aber mein Peak ist meist deutlich früher und ist nach 2 Stunden längst wieder runter (außer es war ein größerer Peak) dh vermutlich war der Wert irgendwann deutlich höher😔
Aber wovon kommt der Peak wenn doch weder Tagatose noch Mandeln den BZ beeinflussen?!😥
Bearbeitet von User am 11.12.2025 23:18:47. Grund: Rechtschreibung -
am 16.12.2025 09:04:23 | IP (Hash): 1474125070
Guten Morgen!
Also, natürlich kommt es auf deine Verzehrmenge der gebrannten Mandeln an. Da Mandeln neben Kohlenhydraten, auch wenn relativ wenig Kohlenhydrate, einen hohen Wert an Fett haben, plus zusätzlich auch eine gute Menge an Eiweiß (Proteinbolus einberechnen ab 30g Eiweiß in der Mahlzeit), kann das gut möglich sein. Fett verzögert bzw. verlangsamt ja auch den Anstieg des Blutzuckers und Eiweißmengen über 30g pro Mahlzeit können Teils zu Glucose verstoffwechselt werden, was auch verzögert stattfindet.
Nichts ungewöhnliches, nur da halt etwas die anderen Faktoren immer ein wenig mit einberechnen!
Beste Grüße!
Bearbeitet von User am 16.12.2025 09:10:41. Grund: Satzumstellung -
am 16.12.2025 18:41:28 | IP (Hash): 1714258754
Gebrannte Mandeln sind relativ kohlenhydratreich, typischerweise enthalten sie zwischen 35 und 60 Gramm Kohlenhydrate pro 100 Gramm, wobei der Großteil davon Zucker ist (oft 40-60 g/100g).
Die genauen Werte variieren je nach Zuckergehalt, der sich durch die Zubereitung unterscheidet.
Entscheidend für Diabetiker ist immer die Menge der Kohlenhydrate pro 100 g, in der der Zucker enthalten ist!
Tagatesse enthält etwa 79,8 g Kohlenhydrate pro 100 Gramm.
Bearbeitet von User am 16.12.2025 23:00:23. Grund: Ergänzung .... -
am 17.12.2025 09:24:12 | IP (Hash): 1927868121
Spannend – und total nachvollziehbar, dass Dich das irritiert.
"BZ-neutral" heißt nicht automatisch "ohne Effekt", sondern oft nur geringer oder indirekter Effekt.
Ein paar mögliche Erklärungen:
Mandeln haben zwar kaum verwertbare KH, können aber durch Protein + Fett eine verzögerte Glukosefreisetzung aus der Leber triggern. Das kann Peaks später verursachen, nicht wie gewohnt nach 30–60 Minuten.
Tagatose wird zwar größtenteils anders verstoffwechselt, kann aber bei manchen Menschen trotzdem teilweise zu Glukose umgewandelt werden oder über hormonelle Effekte (Insulin/Glukagon) den BZ beeinflussen.
Stress / Erwartung / Messzeitpunkt spielen auch rein – gerade wenn man bewusst misst, sieht man Dinge, die sonst untergehen würden.
Zudem reagiert jeder Stoffwechsel individuell. "Soll den BZ nicht beeinflussen" ist leider ein statistischer Mittelwert.
124 nach 2 Stunden ist, wie Du selbst sagst, kein Drama – aber es spricht sehr für einen verzögerten Peak, nicht für "aus dem Nichts".
Kurz gesagt: Wahrscheinlich kein "mysteriöser Ausreißer", sondern eine Kombination aus verzögerter Wirkung + individueller Reaktion.
-- Typ DM 2 - aktuell keine und bisher noch nie Medikamente - HbA1c 5,7 -- Stand: 11/2025 -
am 17.12.2025 14:53:50 | IP (Hash): 1412811508
Bevor sich hier doch noch jemand wegen der Kohlenhydrate von Zuckeraustauschstoffen in eine heftige Hypo spritzt...
Zuckeralkohole wie Xylit, Erithrit, ... bestehen zu 100% aus Kohlenhydraten, werden aber nicht/kaum verstoffwechselt. Also bitte immer genau kucken, wie hoch der Anteil der Zuckeralkohole (wird leider nicht immer ausgewiesen) an den Kohlenhydraten ist, und diesen NICHT bei der Insulindosis berücksichtigen.
Dass sie als Kohlenhydrate ausgewiesen werden - was sie chemisch auch sind - hat lebensmittelrechtliche Gründe.
Maltit gehört auch zu den Zuckeralkoholen, scheint aber bei einigen Einfluss auf den Blutzucker zu haben, bei mir definitiv nicht. Da hilft nur testen.
Fructose wird von den meisten Menschen nur zu 20-30% insulinabhängig verstoffwechselt - der Rest verfettet die Leber. Heute gibt es keine Süßigkeiten und Kekse mehr, bei denen die Sacharose durch Fructose ersetzt wurde, aber bis ich Mitte der 90er in einer Schulung davon erfahren habe, dass ich dafür nur etwas 25% Insulin brauche, hat mir das so manche unerklärliche Hypo beschert...
Tagatose scheint ähnlich wie Fructose hauptsächlich insulinunabhängig verstoffwechselt zu werden - den Rest futtern die Darmbakterien.
Kohlenhydrate für die Insulinberechnung heranzuziehen, ist für die "normalen" Kohlenhydrate natürlich richtig. Fett und Proteinen sind bei den meisten in "normalen" Mengen in den Kohlenhydratfaktoren versteckt. Bei einem hohen Anteil sollten diese aber als FPEs (Fett-Protein-Einheiten) bei der Insulinberechnung berücksichtig werden.
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juveniler Typ 1 seit 1979; xdrip+ und AAPS im FCL mit Dana-i und Dexcom G6
Bearbeitet von User am 17.12.2025 16:07:44. Grund: Ergänzung Maltit -
am 17.12.2025 17:06:09 | IP (Hash): 924389815
Nachtvogel spritzt doch gar kein Insulin und muss es folgedessen garnicht berechnen.
Oder hab ich da was überlesen?
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DM2 in Remission ohne Medikamente 😎 -
am 17.12.2025 17:42:30 | IP (Hash): 1412811508
Ist mir schon klar...
Aber hier lesen ja auch andere mit. Und wenn die lesen (und glauben), dass die Kohlenhydrate aus Zuckeraustauschstoffen zu 100% zu berücksichtigen sind, muss ich widersprechen ;)
Und alles was bei der Insulinberechnung zu berücksichtigen ist, oder auch nicht, beeinflusst ja den Blutzucker auch ohne externen Insulin.
Beim Typ 2 mit noch ausreichender Insulinproduktion gehe ich davon aus, dass die Blutzuckerwirkung von Zuckeraustauschstoffen eh im Grundrauschen untergeht.
Und ein Wert von 124mg/dl statt 100mg/dl liegt eher in der natürlichen Varianz bzw. Messungenauigkeit oder auch beidem.
@Nachtvogel: Sorry für`s kapern...
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juveniler Typ 1 seit 1979; xdrip+ und AAPS im FCL mit Dana-i und Dexcom G6
Bearbeitet von User am 17.12.2025 17:51:38. Grund: Ergänzung -
am 20.12.2025 22:19:12 | IP (Hash): 1168434197
Danke euch allen für die Erklärung und Anhaltspunkte.
Effektiv hatte ich relativ viele gegessen (die waren aber auch wirklich VERDAMMT lecker 🙄😅)
Grundsätzlich reagiere ich nicht oder quasi nicht auf Tagatose und das ist mir mit Abstand das liebste Zuckerersatzmittel. Zum einen liest man nur sehr Positives darüber, zum anderen schmecken Erithrit, Stevia und Co mir leider absolut nicht, dieser Nachgeschmack ist echt eklig (es gibt wohl Menschen die das wahrnehmen und andere nicht, ich tu's leider)
Ich vermute tatsächlich dass es wohl einfach viel zu viele waren und evtl eine schlechte Tagesform, es ist nämlich absolut extrem verschieden wie ich auf ein und dasselbe Lebensmittel reagiere. Konnte ich mit dem Libre jetzt gut testen. Leider hilft auch keiner der Gluckosehacks auch nur im geringsten bei mir.
Das Einzige was bei mir ganz klar funktioniert: Bewegung und zwar unmittelbar nach dem Essen. Das bricht den Peak zuverlässig (allerdings reichen 10-20 Minuten nicht aus um die Werte im gesunden Bereich zu halten wenn ich Kohlenhydrate gegessen habe, da muss ich schon in den 2 darauffolgenden Stunden aktiv sein) -
am 21.12.2025 10:21:29 | IP (Hash): 854300854
Nachtvogel schrieb:
Der Verzehr der Mandeln ist jetzt gut 2 Stunden her und mein BZ sagt 124?!
124 ist ja nicht schlimm, aber mein Peak ist meist deutlich früher und ist nach 2 Stunden längst wieder runter (außer es war ein größerer Peak) dh vermutlich war der Wert irgendwann deutlich höher😔
Hallo Nachtvogel,
warum wiederholst du das Experiment nicht noch mal, wenn du jetzt den Libre-Sensor am Arm hast.
Ich vermute nämlich, dass es die von dir befürchtete frühere Spitze gar nicht gegeben hat. Die Mandeln mit dem vielen Fett und den vielen Ballaststoffen haben vermutlich den BZ-Anstieg stark verlangsamt, so dass es innerhalb der 2 Stunden gar keinen deutlichen Peak gegeben hat. die Verdauung der Mandeln bis zur Übergabe der Glukose ins Blut hat einfach so lange gedauert - probiere es einfach mal aus.
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Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
Bearbeitet von User am 21.12.2025 10:24:43. Grund: BBCodes -
am 23.12.2025 22:54:29 | IP (Hash): 1168434197
Ich habe eigentlich immer relativ unmittelbar Peaks egal was ich esse, auch ohne Zucker und ohne KH. Die gehen dann natürlich nicht so hoch aber sie kommen immer sehr schnell.
Heute war zB der Peak vom Kaffee so hoch wie der von den Reibekuchen auf dem Weihnachtsmarkt gestern und der reine Gemüseteller mit Putenfleisch heute Abend lag auch nur grad Mal 10mg darunter. Nur mit dem Unterschied dass Gemüse und Kaffee dann sehr schnell wieder sinken, bei Pommes oder Reibekuchen bleibt er laaaange erhöht (ca 3 Stunden während es bei Kaffee oder Gemüse oder so nur ein paar Minuten sind).
Es gibt auch Tage da löst exakt dasselbe Essen kaum einen Peak aus und manchmal fliegt der BZ steil in die Luft. Alle Gluckosehacks funktionieren absolut nicht und es gibt so gar nix, worauf ich mich verlassen kann. Ich bin echt frustriert
Jegliche Nahrung löst bei mir auch spitze Spitzen aus. Diese Wellenformen und Kurven die man auf Bildern anderer BZ Verläufe so sieht, die gibt es bei mir gar nicht.
Der Sensor misst übrigens total schlecht, daher verlasse ich mich auf den nicht. Meine gestochenen Vergleiche liegen immer 10-40mg darüber (vielleicht liegt die Wahrheit auch in der Mitte, ich habe keine Ahnung. Nervt.)