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Mein Mann hat Diabetes und ich komme damit nicht zurecht
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Maria N
Rang: Gastam 18.02.2008 10:02:01
Hallo Anonym!
Bei uns in Kärnten hat letzte Woche Folgendes Schlagzeilen gemacht:
Eine Frau hat ihren Mann 10 Jahre lang aufopfernd gepflegt. Er
litt an Parkinson und seit einigen Jahren an den Folgen eines Schlaganfalls. Außerdem hat sie sich um ihre pflegebedürftige Mutter, die im Nebenhaus bei ihrem Sohn lebt, gekümmert und auf 4 Enkelkinder geschaut.
Letzte Woche hat sie ihren Mann mit einem Kabel erwürgt und versucht, sich das Leben zu nehmen, indem sie sich schwerste Schnittverletzungen zugefügt hat.
Warum ich dir das erzähle? Weil alle immer der Meinung waren,sie schaffe alles ganz toll und sie bewundert haben.
Hilfe hat sie wohl kaum bekommen.
Von ihren Problemen sprechen und mal Zeit für sich selber haben war sicher auch nicht drin.
Wenn ich deine Geschichte lesen, von deinen Belastungen erfahre, kann ich dir nachfühlen, dass ein Tropfen das Fass zum Überlaufen bringen kann.
(Wobei Diabetes sich mehr als ein Tropfen ist).
Ich hoffe sehr, du findest jemanden, der dir helfen kann,
wenn auch nur durch zuhören.
Alles Liebe
MariaN von Maria N -
lol
Rang: Gastam 18.02.2008 11:17:24
der arme mann! ist krank und muss sich nu mit sonner tusse rumschlagen. tu deinem mann den gefall und verlass ihn! so hat er wenigsten die chance eine partnerin zu finden die ihn so nimmt wie er ist!!! bei sonne tussen stehn mir echt alle haare zu berge von lol -
Pia
Rang: Gastam 27.02.2008 11:47:27
Schade, dass Ihr das posting in so ein Klima begleiten lasst. Es solten sich die schämen, die hier den Mann mal aus der Ferne einfach so bedauern.
Wenn man in einer akuten Stressituation ist, verliert man auch ab und zu den Blick für die Richtung.
Für mich klingt hier etwas Anderes als das Diabetesproblem heraus. Ich vermute hier eine Frau mit 3 Kindern, eins davon mit einem 100%igen Pflegebedarf, dazu ein Lebenspartner mit Asthma und Bandscheibenproblemen und neuer Diagnose: Diabetes.
Für mich klingt dein posting nach einer Situation, in der von Deinem Mann KEINERLEI Unterstützung kommti n der familiären Situation , sondern er belastet dich zusätzlich, indem er von dir die Aufmerksamkeit einfordert, die Du für Eure Kinder aufbringen musst. Ist das so? Oder anders gefragt: Wer entlastet Dich wie? Wie entlastet Divch dein Lebenespartner? Eine Idee wäre, IHN kochen zu lassen für die Familie. Dann lernt er zugleich den Routinegebrauch für seinen Diabetes.
Für mich klingt dein Bericht, als müsstest du die Kräfte auch für deinen Mann mit aufbringen. Ist er eher ein lebensbejahender Mensch oder eher der Pessimist, der auf hohem Level leidet?
Bitte nicht böse sein, aber ich habe dein posting so empfunden.
Sollte es so sein, dass du allein die Kraft für euch beide trägst, dann kann ich dir nur raten, dich schnell zu trennen.
von Pia -
sunstorm
Rang: Gastam 05.03.2008 17:30:46
Hallo
Ich hab vor ein paar Monaten eine ganz wunderbare Frau kennen gelernt, die ebenfalls kurz vor unserem Kennenlernen die Diagnose Diabetes bekommen hat.
So stand ich nun, zwar nicht vorbereitet aber auch nicht unwissend was die Krankheit anbelangt, vor der Entscheidung, ob und wie das geht und ob und wie ich da helfen kann und mich einlassen will.
Die Antwort war schnell gefunden: Diabetes ist kein Todesurteil, keine Behinderung oder sonstwas, sondern nur eine kleine "Abweichung von der Norm".
Wir haben bisher viel zusammen über die Krankheit gelernt. Sind im Umgang damit lockerer geworden und lernen beide immerzu mehr darüber.
Lebensmittel werden jetzt, 5 Monate nach der Diagnose, schon nicht mehr abgewogen, sondern geschätzt. Und wir liegen eigentlich beide immer richtig mit den geschätzten Einheiten pro Mahlzeit.
So schnell ging das, weil sie alleine lebt und niemand sich darum gekümmert hat, welches Essen auf den Tisch kommt. Sie hat das selber machen müssen.
Darum empfehle ich dir ebenfalls, deinem Mann die Verantwortung für die Essenszubereitung zu übernehmen, soweit es, wegen der Bandscheiben, für ihn möglich ist.
(Übrigens bin ich die mit den Schlimmen Rückenschmerzen in der Beziehung. Bei uns kommt also auch beides zusammen.)
Ich verstehe dennoch deine Gedanken an Trennung.
Nur, eine Trennung macht man nicht der Krankheit wegen. Genauso, wie man sich nicht der Krankheit wegen auf jemanden nicht einlässt.
Trennen tut man sich, wenn Gefühle nicht mehr stimmen, nicht mehr da sind.
Falls das so ist, dann würde ich mich trennen. Falls das aber nicht so ist, dann würde ich kämpfen wie eine Löwin. Um all das, was dir wichtig ist. Deine Familie, eure Zukunft, dein Glück.
Du musst nicht immer stark sein.
Ich weiss nicht, ob du das kannst und die Möglichkeit dafür hast, aber ich wünsche dir, dass du ein bisschen Verantwortung abgeben kannst. Das Kochen und Insulinsprizen und Essenwägen an deinen Mann, die Kinder vielleicht mal an die Grosseltern, Freunde, Bekannte.
Schau mal ganz für dich. Für ein paar Tage wegfahren, andere machen lassen.
Kann Wunder wirken und den Blick auf die eigene Situation weiten, ändern, verbessern.
So oder so wünsche ich dir und deiner Familie viel Glück.
Und das mit dem Diabetes, das kommt wirklich. Ich weiss es. Ich war schon mal dabei. ;-)
von sunstorm -
Pia
Rang: Gastam 06.03.2008 09:14:34
Hi sunstorm,
es ist Klasse, was du schreibst, aber ein Wegfahren mit 3 Kindern, davon 2 Kleinkinder und ein autistisches Kind, bringt keinen Erholungseffekt, im Gegenteil, denn eine nichthäusliche Umgebung macht Vieles noch komplizierter. Eine Mutter-Kind-Kur wäre vielleicht auch ne Variante, in der man sie entlastet. Ich hoffe, sie meldet sich irgendwann noch mal hier... von Pia -
Gina
Rang: Gast -
Ahmad
Rang: Gastam 11.03.2008 03:15:34
Hallo,
ich selbst bin 27 Jahre alt, habe Diabetes Typ I seit 4 Jahren. Bevor du über eine Trennung nachdenkst, erzähle ich dir ein paar Fakten.
Dank der heutigen Medizin ist man in der Lage Diabetes sehr gut zu behandeln. Mein Langzeitzuckerwert (HBA1-C) beträgt 5,9 also wie bei den normalen Menschen. Wenn man auf diese Krankheit nicht aufpasst, kann sie einen leicht fertigmachen. Ihr Mann soll sein Leben anders gestalten, sich gesund und ausgewogen ernähren, Sport regelmäßig treiben, weniger Stress und dabei sind Sie eine große Hilfe. Geben Sie nicht auf deswegen, Ihrer Kinder zuliebe! Haben Sie nicht bei der Hochzeit gesagt: Auf Gedeih und Verderb? Oder in guten und schlechten Zeiten?
Denken Sie mal daürber nach, es liegt in Ihrer Hand. Sie können viel bewirken...
Liebe Grüße
Ahmad -
pat
Rang: Gastam 11.03.2008 13:50:41
Alles gut und schön, aber wenn der Mann selbst möglicherweise nicht mitzieht, ist die Kraft der Frau irgenwann am Ende. Du hast schon von der Kraftanstrengung gelesen, die 2 Kleinkinder und ein ganztags zu betreuendes autistisches Kind erfordern, oder? Der Mann müsste sie entlasten. Kinder hat sie genug. -
Lulu
Rang: Gastam 24.03.2008 13:43:32
Ja, meine Liebe,
das ist nun wirklich ziemlich heftig, was Du durchmachst!!!
Selbstverständlich kann niemand Dich verurteilen, wenn Du angesichts deiner miesen Gesamtlage das Handtuch wirfst und
hoffst, Dich aus Deinem jetzigen Leben durch Flucht entfernen zu können in ein besseres Dasein.
Spiel das Ganze mal gedanklich durch: Wie sähe denn ein Leben ohne Deinen kranken Mann für Dich aus? Würdest Du ihn vermissen? Du musst jetzt niemandem darauf antworten.
Wie sähe Dein Leben ohne Deinen Mann und Deine Kinder aus?
Würdest Du die Rasselbande vermissen?Wer könnte sich liebevoll um sie kümmern? Wem könntest Du die Verantwortung übertragen, die Du dadurch, eine Mama zu sein auf Dich genommen hast.
In guten und in schlechten Tagen -----
Ist Deine Liebe groß genug das alles, was Du momentan erträgst weiterhin zu tragen?
Oder ist da nichts mehr? Nur Frust und Verzweiflung? Wenn dem so ist:
Handle nach D e i n e r inneren Wahrheit. Nur das bist Du Dir schuldig.
Was Dir zu schwer, oder unmöglich ist zu tragen, darfst Du abwählen. Da gibt es keine Instanz, die Dir was vorschreiben kann! Du bist nur Dir selbst verantwortlich. Und das ist kein Egoismus! Es nützt bestimmt keinem, wenn Du allein weiterwurstelst und dabei keinen Sinn in all Deiner Mühe mehr siehst, denn dann wirst Du über kurz oder lang ausflippen.
Damit ist keinem gedient!
Versuche Hilfen zu kriegen für die Bewältigung Deines Alltags, wenn Du Dich für die Familie entscheiden solltest.
Ansonsten plane Deinen Abgang mit Augenmaß!
Eines zum Trost, aller Anfang ist schwer, auch für Deinen Mann!
Wie schon einige hier so richtig sagten: Er ist groß genug mit seinen Krankheiten selbst fertig zu werden. Das müssen wir ja alle!
Rede mit ihm ehrlich! Mag sein, das hilft ihm, für sich selbst ein wenig mehr zu sorgen. Du musst nicht die ganze Welt auf Deinen Schultern tragen!
Ich wünsche Dir viel Kraft und Mut, die richtigen Entscheidungen in Deinem Leben zu fällen, und auch mit all den Konsequenzen die sich aus Deinem Handeln ergeben zu leben, so oder so.
Willkommen im Club!
von Lulu -
anonym
Rang: Gastam 29.03.2008 17:14:37
Hallo an Alle!
Es ist einige Zeit vergangen und möchte mich bei euch noch mal melden.
Es ist wie es jemand hier geschrieben hat: Ich habe 3 Kinder um die ich mich kümmern muß, ein schwerkranker 8 jähriger Junge mit Autismus & AHDS 100% Schwerbehindert und 2 Kleinkinder.
Hinzu kommt jetzt noch mein Mann, der mir mit seiner Krankheit eine zusätzliche Hürde aufbaut.
Ich war und bin mit meinem Sohn schon beschäftigt genug nun habe ich noch meinen Mann den ich mit "pflegen" kann/darf.
Seine Werte sind wirklich toll, er hat nie zu hoch und hat auch noch nie unterzuckert. Alles schön und gut, aber:
Ich kann nicht eine einzigste Mahlzeit seitdem mehr genießen. Ich zähle nur noch BE´s, weiß was ich und die Kinder gegessen haben, wieviel mein Mann spritzen muß usw.. das ist wie ein Zwang diese Kontrolle. Aber das kommt daher, daß ich meinen Sohn auch permanent kontrollieren muß und das seit Jahren. Kontrolle ob die Haustür zu ist, ob der Wasserhahn zugedreht wurde, ob er das Messer weggeräumt hat, ect..
Dazu jetzt noch ob mein Mann sein Insulin gespritzt hat oder nicht (vergisst er nämlich teilweise auch :-().
Mich macht das wahnsinnig, ich würde gerne gelassener damit umgehen, kann es aber nicht.Nun werden sicher viele sagen, ist doch sein Problem, muß er mit klar kommen. Falsch, ich sehe das anders, wenn er sich nicht richtig um sich kümmertund ihm was passiert, stehe ich alleine da, nicht er.
In unserer Ehe hat es vor der Diagnose sehr stark gekriselt. Als ich dann einige Zeit nach der Diagnose nervlich nicht mehr konnte, hatten wir die große Aussprache.
Seitdem schleicht er nur noch um mich herum, erfüllt mir alle Wünsche ect. ect..
Aber irgendwie habe ich die Angst daß er das nur tut, weil er jetzt "krank" ist und Angst hat daß er verlassen wird.
Ach, es ist total verfahren, ich habe immer noch seeehr viele Tage, bei jedem Essen und jedem Spritzen an dem meine Laune echt in den Keller geht.
Wird das besser werden?
Wie lange hat es bei euch gedauert. Ich habe nur langsam wirklich die Bedenken, daß ich mich damit nie abfinden kann, und was dann?
LG
anonym