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Neuling braucht Aufklärung

  • Florian

    Rang: Gast
    am 26.01.2008 01:59:24
    Hallo allerseits.

    Ich bin Mukoviscidose Patient und bei einem stationären Aufenthalt zur i.v. Antibiotika Therapie wurde bei mir mittels eines Glucosetolleranztests eine Mukoviscidose bedingte Diabetes festgestellt.

    Das war letzte Woche Freitags. Freitags musste ich mir das erste mal Langzeitinsulin spritzen.

    Daraufhin sagte man mir, ich solle vor jeder Hauptmahlzeit Blutzucker messen. Der Blutzuckerwert lag ständig bei >200 vor den Messungen. Ich muss dazu erwähnen, dass ich eine hochkalorische Zusatznahrung bekomme, bei der ein Beutel dieser Nahrung laut meines Arztes mit 6 Broteinheiten zu vergleichen ist. Diese Zusatznahrung kann ich allerdings durch meinen sehr niedrigen Body Mas Index (BMI ist zwischen 14 und 15) auf keinen Fall absetzen, da ich ein gewisses Gewicht benötige und ohne dieser Zusatznahrung schaffe ich es nicht, mein Gewicht zu halten.

    Jedenfalls messte ich vor jeder Hauptmahlzeit und der Blutzucker war immer zwischen 200 und 300.

    Am Montag sagte man mir, ich solle ab sofort 12 Einheiten von dem Langzeitinsulin spritzen. Merkliche Veränderungen gab es nicht, der Blutzuckerwert lag weiterhin bei 200-300.

    Ich benutze zur Blutzuckerüberprüfung den Wellion Linus.

    Gestern wurde mir bei der Visite gesagt, dass ich ab sofort 15 Einheiten des Langzeitinsulins spritzen solle. Veränderung gabs keine, außer, dass ich jetzt jeden Tag sieben Mal den Blutzucker messen muss, um ein möglichst genaues Profil zu bekommen.

    Nun kam heute Nachmittag für mich die Schreckensmeldung, dass ich vor jedem Becher Zusatznahrung (3-6 Becher sind es / Tag) ein Kurzzeitinsulin spritzen muss, 18 Einheiten solle ich bei normalem Blutzuckerwert (meines Wissens nach ein Wert von 80-120) spritzen, bei Unterzuckerung soll ich 12 Einheiten spritzen.

    Nun habe ich heute um 23:30 den vorerst letzten Scandyshake zu mir genommen, die Blutzuckermessung ergab vor dem Shake einen Wert von 86. Etwa zwei Minuten vor dem Trinken injizierte ich mir das Kurzzeitinsulin, 12 Einheiten.

    Etwa eine Stunde darauf, so um 24:00, messte ich den Blutzucker, diesmal, aufgrund von meiner Neugier, gleich viermal.

    Das Schreckensergebnis war folgendes:
    Erste Blutzuckermessung (23:50): 228 mg/dl
    Zweite Blutzuckermessung (23:51): 271 mg/dl
    Dritte Blutzuckermessung (23:55): 218 mg/dl
    Vierte Blutzuckermessung (23:58): 256 mg/dl

    Die zweite und vierte Messung fanden jeweils am gleichen Finger an der gleichen Stelle, jedoch durch 2 Stiche mit der Lanzette statt. Messung eins und drei wurden jeweils an komplett unterschiedlichen Stellen gemessen.

    Nun meine großen Sorgen:
    1. Kann es sein, dass das Kurzzeitinsulin nicht wirkt?
    2. Kann es sein, dass das Gerät defekt ist und nicht für eine genaue MEssung hergenommen werden darf?
    3. Da ich bei meinem sehr netten Arzt immer das Gefühl habe, er beschönigt meine Krankheit, bitte ich um eure fachliche und praktische Erfahrung: Wie stark ist meine Pankreas nach eurer Meinung schon zerstört, wenn ich von vor Freitag (nie Insulin gespritzt) bis heute (täglich 15 Einheiten Langzeitinsulin, je 12-18 Einheiten Kurzzeitinsulin vor Shake) soviel Insulin benötige, und es trotzdem keine Reaktion bzw. Verbesserung zeigt?
    4. Ist es natürlich, dass Blutzuckermessungen so extrem schwanken (+-53 mg/dl)?
    5. Wie schnell verschlechtert sich der Bedarf an Insulin? Wann kommt in etwa der Zeitpunkt, ab dem man pro Mahlzeit sehr viel Insulin spritzen muss? Muss ich Angst haben, dass der Zeitpunkt schon in den nächsten 10 Jahren eintreffen kann, trotzdem ich momentan das Langzeitinsulin spritze?
    5. Wie messt man richtig mit Blutzuckermessgeräten wie dem Wellion Linus?

    Und eine ganz persönliche Frage:
    7: Wie stark sind die täglichen Lebenseinschränkungen durch das Insulinspritzen wirklich?
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 26.01.2008 12:06:30
    Moinmoin,

    Mucoviscidose behindert garantiert um Welten mehr. Die Behinderung allein durch Diabetes hat ein guter Bekannter von mir, der mit seinem schon an die 40 Jahre zusammen ist, wie das Fehlen von maximal der Kuppe vom kleinen Finger beschrieben. Das Herausfinden, wie viel Insulin man braucht, ist ein bisschen langwierig, weil Insulin wie auch BEs bei allen Menschen mit Diabetes nur im Prinzip gleich wirken.

    Bei uns allen erhöht eine BE den Blutzucker, aber bei jedem von uns um einen anderen Betrag und in einer anderen Zeit, häufig zusätzlich noch morgens anders als mittags oder abends. UND eine BE aus Vollkornbrot kann anders wirken als eine aus Weißbrot, und wahrscheinlich treibt auch Dein Kraftfutter Deinen Blutzucker ziemlich schnell hoch.

    Bei uns allen senkt eine Einheit Insulin den Blutzucker, aber bei jedem von uns um einen anderen Betrag und in einer anderen Zeit, häufig morgens weniger als mittags oder abends. Die ganze *Wissenschaft* mit den BEs und den IEs (InsulinEinheiten) besteht nun darin, dass man die mit ihren persönlichen Wirkkurven so auf einander legt, dass sie sich in ihren Wirkungen ausgleichen und den BZ dabei möglichst flach & niedrig laufen lassen. Am schönsten wären dafür natürlich exakt auf einander passende Wirkkurven. Aber die kommen so häufig vor, wie 6 Richtige mit Zusatzzahl im Lotto. Wir Rest der Diabetikerwelt müssen halt damit leben, dass die BEs meistens schon innerhalb einer Stunde im Blut sind und den BZ erhöhen, wie aufeinander gestapelte Kisten, und dass die IEs eher nicht so hoch übereinander, sondern mehr nacheinander liegen und selbst dann 3-5 Stunden zum Wegpacken der BEs brauchen können, wenn die Mengen zu einander passen.

    Wie Du unschwer erraten kannst, besteht der Trick also zuerst einmal nicht im strikten Befolgen irgendwelcher Regeln, sondern im Herausfinden, was wie bei Dir wirkt. Erst aus dem, was Du herausfindest, kannst Du nach und nach so ne Art Regeln ableiten. Und was Du auf die Dauer an Insulin brauchen wirst, lässt sich aus Deinem gegenwärtigen Bedarf genau so wenig ableiten, wie das Alter des Kapitäns aus der Länge seines Schiffes ;-)

    Den Rausfindejob, was bei Dir wie funktioniert, machst Du dir und Deinen Ärzten umso leichter, je sorgfältiger Du ALLES aufschreibst, wann Du was misst, spritzt, isst und körperlich tust. Weil die Zeit und der zeitliche Abstand da oft ne große Rolle spielen, empfehle ich für den Anfang immer ne A4-Seite mit etwa 5cm vom linken Rand senkrecht runter die Stunden von 1-24 mit Strichen als Zwischenschritten, so dass man wenigstens auf ne viertel Stunde genau eintragen kann. Noch genauer müsste man halt in Minuten dazu schreiben.

    Dann werden auf den breiten linken Rand nur die Messwerte eingetragen, so daß man auf den ersten Blick sieht, wie der BZ über den Tag verlaufen ist, und der große rechte Teil des Blattes bietet mehr als genug Platz, jeweils in der Zeit einzutragen, wann man wie viel wo von spritzt und isst und wie lange was körperlich tut. Auch alle Deine übrigen Medis gehören da rein usw.usw.
    Manchmal kommt man erst mit 2 Wochen ausführlichem Aufschrieb dahinter, dass eine eigentlich völlig unverdächtige Kleinigkeit einen zeitweise unerklärlich hohen oder niedrigen BZ verursacht.

    Klar musst Du für Deine Doks die Formulare nehmen, die die haben wollen, aber sehr viel aussagekräftiger für Dich wird ganz bestimmt der große Zettel sein, auf dem Du ja parallel eintragen kannst, was Du auf das Dok-Formular schreibst.

    Gutes Gelingen! Jürgen
  • klausdn

    Rang: Gast
    am 26.01.2008 12:52:41
    hallo,
    sind nach mm zuviele fragen auf einmal, so daß die übersicht verloren gehtt.
    1. dm zu steuern braucht täglich ca 20 min.(wenn mans raushat)
    2. bei werten über 200 wirkt insulin nicht mehr gut,
    bei normalwerten wieder gut.
    3. langzeitinsulin hat nichts mit dem essen zu tun.
    4. wenn es dir gelingt deine bz werte auf den zielbereich zu bekommen.
    hast du fast alle probleme und fragen erledigt.
    denn--> das insulin wirkt besser dadurch braucht man weniger (bei gleich guten werten) - wenn du unter die 160 kommst "mit" imsulin wirst du unter die nierenschwelle kmmen, und damit wird erstmals deine aufbaunahrung auch "dir" nützen, über 160 pinkelst du den größten teil aus.
    jier auf der linken seite mal bei suchen eingeben,,
    -basalratentest-, und -faktorenbestimmung-. ist von autor lovely,
    kurz und verständlich geschrieben
    mfg klaus von klausdn