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Alleine bei Unterzucker, was passiert da?
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Dagmar
Rang: Gastam 19.12.2007 22:24:18
Hallo,
mein Mann hat Diabetes Typ 1 seit ca. 5 Jahren. Er ist eigentlich auch super eingestellt, aber ab und zu l( ca. alle 2 Monate) läuft dann doch mal was schief und er hat einen ordentlichen Unterzucker und ist nicht mehr ansprechbar und einiges mehr. Mit Cola oder Apfelsaft kriege ich das auch wieder hin. Jetzt meine Frage:
Was passiert, wenn er auf geschäftsreise ist, und ihm so etwas passiert, z.B. im Hotelzimmer?
Kommt er dann irgend wann wieder zu sich?
Wie gefährlich ist das?
Mein Mann ist viel unterwegs.
vielen Dank für Antworten
von Dagmar -
Mad
Rang: Gastam 19.12.2007 22:38:56
Hi!
Ich würde sagen, je nach dem wie stark er in einen Unterzucker rauscht, kann das schwierig werden. Hat er ein Gluko-Kit für den Notfall? Kippt er einfach um oder spürt er seinen Zustand kommen?
In leichten Fällen wird er bewußtlos, wacht aber nach einiger Zeit wieder auf. Bei Bewußtlosigkeit ist immer die Frage der sicheren Lagerung.
Mein ehemaliger Diabetologe hat mir mal gesagt, eine Unterzuckerung im Rahmen bringt einen nicht um, aber so ganz traue ich der Sache auch nicht.
Zur Beruhigung würde ich alle Notfallsachen dabei haben.
Eventuell mal einen Kurs besuchen, um mich für Unterzuckerungen zu senibilisieren.
von Mad -
Dagmar
Rang: Gastam 20.12.2007 08:53:35
Mein Mann wird nocht ohnmächtig sondern fängt ganz fürchterlich zu zittern und zu krampfen an und ist nicht mehr ansprechbar, hat aber die Augen offen. Wenn er so einen zustand bekommt dann sehr plötzlich. Er hat eigentlich immer ein paar Gummibärchen in der Tasche, aber an die schafft er es dann auch nicht mehr ran.
von Dagmar -
diesel
Rang: Gastam 20.12.2007 09:19:55
Hallo Dagmar,
deinen Mann sollte unbedingt mit seinem Doc darüber reden. Normalerweise bemerkt man die Symtome für eine Unterzuckerung. Wenn es bei deinem Mann nicht mehr der Fall ist, so gibt es Schulungskurse, wo man das wieder lernt.
Solange die Unterzuckerung mit Bewußtseinsverlust nicht durch Alkoholmißbrauch entsteht, brauchst du dir nicht allzu große Sorgen machen. Die Bewußtlosigkeit ist eine Streßsituation für den Körper. Die Leber wird darauf mit einer Ausschüttung von Adrinalin und Glucose antworten. Somit kommt er wieder von selbst zu sich. Sollte dann aber unbedingt Kohlenhydrate zu sich nehmen, um nicht wieder bewußtlos zu werden.
MfG
Gerd von diesel -
diesel.
Rang: Gastam 20.12.2007 09:22:08
Hallo Mad,
das Notfallset nützt wenig, wenn man allein im Hotelzimmer bewußtlos wird. Wie sollte man es dann anwenden?
MfG
Gerd von diesel. -
Mad
Rang: Gastam 25.12.2007 14:26:35
Hey dieselchen,
immer schön im Zusammenhang lesen. von Mad -
diesel
Rang: Gastam 26.12.2007 09:38:47
Hallo Mad,
ich habe das schon im Zusammenhang gelsen. Aber meinen Einwand kann ich nur wiederholen. Was nüttzt mir das Notfallset, wenn ich allein im Hotelzimmer bin und bewußtlos werde? Welchen Zusammenhang soll ich da nicht gelesen haben?
MfG
Gerd von diesel -
Erwin Weindl
Rang: Gastam 27.12.2007 04:56:15
Hallo Dagmar,
im Grunde wurde hier schon das Wichtigste - den Doc zu besuchen erwähnt. Ich möchte nur einen Appell an deinen Mann richten - MESSEN. MESSEN und nochmals MESSEN. Vorallem vor einer AUTOFAHRT. Und wenn es 15x am Tag ist bist die Hypowahrnehmung passt.
LG Erwin von Erwin Weindl -
Mad
Rang: Gastam 27.12.2007 21:45:39
das man sich z.B. auf solche Frühwarn-empfindungen sensibilisieren könnte, um halt rechtzeitig eingreifen zu können.
Ich habe mein Notfallset auch schon mal selber benutzt, weil ich nix anderes gerade hatte. (ES GEHT!)
Man ist doch nicht komplett hilflos! Es gibt immer Möglichkeiten!
(Man kann sich in sein schweres Schicksal natürlich auch ergeben...wems gefällt. Aber dafür bin ich nicht im Forum, oder?) von Mad -
klausdn
Rang: Gastam 28.12.2007 00:11:49
eigentlich gings ja ums hotelzimmer,
wenn er da nicht mehr in der lage ist, was selbst zu essen oder zu trinken,und krampft, glaube ich nicht an die hilfe des glucagon kits.
hypowahrnehmungstraining ja - aber das ist prospektiv.
aber wach wird er ohne alkohol im blut wieder von selbst.
da haben pumpis durch die weiterlaufende pumpe mehr probleme.
an sich ist eine hypo in zwei monaten nicht die welt,
früher war man mit zwei pro woche gut eingestellt..
daher ist die hypowahrnehmung eigentlich das einzige problem.
mfg klaus von klausdn -
Mad
Rang: Gastam 28.12.2007 20:05:05
Ich mein doch halt, das wenn man die Situation kennt, sich vorbereiten kann.
Und nicht blöd auf den nächsten Koller warten soll.
Mehr testen, sensibilisieren und seinen Tagesablauf besser kontrollieren, wenn es auf Reisen geht.
Müßte zu schaffen sein.
Die Zeit sollte er sich dann doch nehmen.
Ist schließlich sein DM. von Mad -
diesel
Rang: Gastam 31.12.2007 09:53:31
Hallo Mad,
du magst ja Recht haben. Aber das war doch nicht die "Ursprungsfrage". Wenn ich dich da mal zitieren darf: "immer schön im Zusammenhang lesen".
Einen guten Rutsch wünscht allen
Gerd von diesel -
Mad
Rang: Gastam 01.01.2008 17:20:22
dieselchen,
den ersten Teil hatte ich schon beantwortet, ich war schon ein Stückchen weiter. ;0)
Frohes Neues an Alle!
von Mad -
Hans
Rang: Gastam 02.01.2008 15:56:49
Hallo Dagmar,
bei einer Unterzuckerung kommt es zuerst zu einer Gegenregulatorischen Reaktion. Es wird also in der Leber gespeicherter Zucker in den Blutkreislauf abgegeben.
Zeitlich etwas versetzt wird aus vorhandenem Körperfett Glukose produziert.
Das menschliche Gehirn reagiert auf einen Mangel an Glukose sehr sensibel. Hierbei kann es zu neurologischen Ausfällen bis hin zur tiefen Bewusstlosigkeit kommen, danach/ dabei zu struktuellen Veränderungen (Entmarkungsprozessen) der Zellen des Gehirns.
Normalerweise wacht ein Betroffener nach einer gewissen Zeit von selbst wieder auf.
In extremen Fällen z.B. suizidale Absicht kann das Gehirn so geschädigt sein, das ein Aufwachen nicht mehr möglich ist.
Grüße von Hans -
Nina
Rang: Gastam 02.01.2008 21:40:38
Keine Panik!
Ich habe selbst seit 16 Jahren Diabetes und einiges an Erfahrungen hinter mir. Zuerst einmal: Nichts belastet einen Diabetiker mehr, als die Sorge der Angehörigen.
Unterzuckerungen gehören für uns Diabetiker zum Leben, und nicht immer ist jemand da, der zur Stelle ist, wenn es brenzlig wird. Vereinfacht kann man sagen,dass der Körper in der Lage ist, einer Hypo entgegenzuwirken. Die ist z.B. häufig nachts der Fall. Die Leber wird angeregt, Glucose auszuschütten, und der BZ steigt von allein. Am Morgen erwarten einen dann katerähnliche Symptome wie z.B. Kopfschmerzen, Schwindel und weiche Knie.
Auf diesen "Mechanismus" kann der Körper auch bei einer heftigen Hypo am Tage zurückgreifen, die mit Bewusstlosigkeit einhergeht.
Sollte die Hyposymptome nicht mehr stark genug ausgeprägt sein, um rechtzeitig wahrgenommen zu werden, bieten viele Kliniken entsprechende Trainings an.
Ich selbst habe mir schon oft selbst ein sogenanntes HypoKit selbst gesetzt, wenn der Traubenzucker zu lange gebraucht hätte.
Ansonsten: Notfallnummer ins Handy einspeichern!
Deine Angst kann ich gut verstehen, aber unser Körper ist ziemlich gut gerüstet, und ich lebe seit Jahren allein ohne schlimme Zwischenfälle.
Alles Gute und liebe Grüße an den Mitstreiter! von Nina -
Dagmar
Rang: Gastam 05.01.2008 23:47:59
Vielen lieben Dank für die vielen Tipps!
Ich bin jetzt einigermaßen beruhigt und werde mal nach so einem Notfallkit schauen. -
Lisa
Rang: Gastam 28.09.2010 15:01:01
Hallo Nina,
mein freund ist seit 21 jahren diabetiker. wir sind seit 8 jahren zusammen und ich habe schon schlimme Hypos miterlebt. der satz "nichts belastet einen diabetiker mehr, als die sorgen der angehörigen" hat mich sehr nachdenklich gemacht. ich weiß dass es ihm sehr leid tut wenn wieder mal ein schlimmer anfall passiert ist (nachts) und ich weiß auch, dass er der leidtragende ist. nur hab ich manchmal das gefühl, dass ich an meine grenzen stoße (und aber wierrum nicht ausskomm denn eine trennung käme für mich nie in frage). seit einigen jahren häufen sich die nächtlichen hypos. ich denke das er zu wenig sensibel auf seinen sinkenden blutzuckerspiegel reagiert. du sagst manche krankehäuser bieten diesbezüglich ein training an? ich bin aus österreich / steyr. kannst du mir weiterhelfen?
mein freund ist ein sehr intelligenter, liebenswerter mensch, der sehr verantwortungsvoll mit seinem zucker umgeht. nur muss bei einer unterzuckerung ich die verantwortung übernehmen. geschieht dies zu häufig, fühl ich mich ohnmächtig und bin auch richtig wütend auf ihn. zumal wir seit 5 monaten eine kl. tochter haben. ich weiß, unterzucker gehört bei diabetes dazu, aber schlimm ist es trotzdem. also sorgen hat man. ich kann sie vor ihm schwer verheimlichen, auch wenn es ihn sehr belastet.
er ist so groß und ich so klein und zierlich. ich fühl mich bei einem nächtlichen hypo oft so hilflos. ich hab nicht nur angst um ihn sondern auch um mich. kann ihn körperlich so wenig stützen. und meistens läuft er verrückt und unkontrolliert durch die wohnung. wir werden im kommenden jahr in ein haus ziehen. dort sind stufen. Gefahr! du siehst, die sorgen lassen sich nicht ausschalten. läuft wochenlang nachts alles gut, kann ichs super verdrängen. aber ein nächtlicher hypo und die nächsten nächte reagier ich sehr sensibel auf jede regung. das macht auch mich sehr fertig. meistens folgen auf einem hypo in den nächten nächten weitere.
hmmmm. alles nicht so einfach.
lisa von Lisa