Willkommen Gast! Um alle Funktionen zu aktivieren musst Du Dich Anmelden oder Registrieren.
Skifahren
-
andy drechsle
Rang: Gastam 12.11.2007 18:58:29
Hallo zusammen
ich weiss, es gibt schlimmere Probleme als meines. Dennoch möchte ich eine Frage in den Raum stellen, die mich momentan beschäftigt:
Vor drei Wochen wurde bei mir Typ 1 diagnostiziert. Nun bin ich am Einstellen meines Diabetes und allem Anschein nach kommt das bald einigermassen hin. Nun beschäftig mich folgendes: Ich habe über Weihnachten Skiferien gebucht. Auf was muss ich achten? Kälte? Wärme? Höhe? (das Skigebiet geht bis auf 3 800 müM), Kohlehydrate nachführen/essen?
Ich wäre dankbar für den einen oder anderen Erfahrungsbericht, Tipp oder Hinweis.
Herzlichen Dank
Andy von andy drechsle -
WUn
Rang: Gastam 12.11.2007 19:09:03
Hallo Andy,
ich bin seit über 9 Jahren Typ 1 und fahre sehr gerne Schi. Ist kein Problem, wenn Du beachtest:
.) Durch die körperliche Aktivität brauchst Du weniger Insulin, ich spritze etwa ein Drittel weniger Bolus morgens und mittags.
.) IMMER GENUG Traubenzucker mithaben!!!! Schau auch drauf, dass Du mit etwa 200 mg/dl BZ mit dem Schifahren beginnst.
.) Den Insulinpen solltest Du am Körper tragen, ich verwende meine Anorak-Innentasche dafür. Damit hatte ich keine Probleme bei tiefen Temperaturen, bis -18° C. Und auch bei Stürzen hatte ich kein Problem mit dem Pen - bisher.
.) Wenn Du ein Meßgerät mitnimmst, dann ebenfalls am Körper tragen.
Viel Spaß von WUn -
Erwin Weindl
Rang: Gastam 12.11.2007 22:08:13
Hallo Andy,
WUn hat tedenziel recht aber !!!
Reduziere bereits am Vorabend des ersten Schitages dein Basalinsulin um ca. 30%
Auch dein Bolusinsulin sollte am ersten Tag um 30% verringert werden.
d.h. Wenn du normalereise x IE pro BE sprizt dann versuche es erst einmal mit x-30% IE pro BE.
Solltest du in einen Hypo rutschen 1 - 2 BE essen und anschließend messen.
Das mit dem Messen ist am Anfang ganz wichtig. Bei jedem Besuch einer Hütte ist das das erste wenn du einmal sitzt!
Bist du kein Hüttengeher bitte so oft wie möglich messen. Du must dich unter Belastung erst einmal kennenlernen.
Solltest du öffter am Tag in Hypos rutschen
die Bolus und Basalrate um 50% reduzieren.
Das ist einmal beim ersten Schiurlaub ein gewisses Austesten.
Beim BZ-Messen schau dass deine Finger gut durchblutet sind (durch reiben der Hände oder in der Hütte die Hände mit warmem Wasser waschen)
Mit dem 200 BZ zum Schlafengehen bin ich nicht so ganz einverstanden. Ich denke 120 reichen auch als Polster.
Solltest du am Morgen zu hoch sein Teste auf Ketoazetose und korregiere entsprechend (abkängig davon ob KETO vorhanden oder nicht ) sonst ist der kommende Tage versaut.
Insulin im Kühlschrank vom Zimmer aufbewahren - nicht am Balkon des Zimmers - nachts kann es tiefen Minus haben und dann ist das Insulin kaputt!!!
Trachte dass du im Zimmer Cola oder Traubenzucker hast. Für den Fall der Fälle und suche dir am Anfang Pisten aus wo es leicht ist eine Hütte zu erreichen. Keine riskanten Touren am Anfang und nicht alleine!!! Keine Querfeldein Abkürzer am Nachmittag wo unsicher ist ob du zum Lift oder in absehbarer Zeit ins Tal kommst.
Mit zuwenig Traubenzucker kann so eine Abkürzung die vielleicht in einem Fußmarsch endet fatal werden. Vorallem wenn der Zucker sinkt, es bereits dunkel wird, die Lifte den Betrieb einstellen und sich eine gewisse Panik breit macht.
Sollten all diese Dinge doch eintreffen - suche die einen sicheren Platz wo dir nichts passieren kann - bewahre Ruhe - auch durch eine Ohnmacht infolge eines Hypos - du wirst durch die Gegengegulation wieder munter. Ich hoffe dass deine Schulung dich auf solche Notsiuationen ausreichend informiert hat.
Teste ob dein Handy in der Gegend (Piste)Netztempfang hat, man kann nie wissen ob man es nicht doch braucht!
Ich fahre schon seit 30-Diabetikerjahren Schi und brauche immer ein bis zwei Tage bis alles wieder normal läuft. Vorallem passieren beim Wintersport immer wieder Dinge die nicht leicht vorhersehbar sind. Die Gondel bleibt wegen eines techn. Gebrechens 30 Minuten stehen und du bist in ihr. Plötzlich stürmt es und du verlierts die Orientieung. Eines deiner Kinder har sich verfahren und du musst es suchen und, und, und...
Diese Dinge passieren immer dann, wenn wir mit dem Zucker bereits tief sind und dachten es wird sich schon ausgehen.
Wir alle haben durch Erfahrung mit unserem eigenen Körper lernen müssen. Tipps können nur als Anhaltspunkte dienen.
Aber schiefahren ist mit und ohne Diabetes einfach super.
LG Erwin
von Erwin Weindl -
thomas2002
Rang: Gastam 13.11.2007 05:17:04
dier werden konkrete zahlen genannt, was bedenklich ist, die mußt du selbst herausfinden. richtig ist, das der insulinbedarf bei sport niedriger ist. das insulin ist hitzeempfindlich, darf auch nicht einfrieren, also das nur nötige mitführen und bz während der ganzen zeit testen, testen, testen. nicht vergessen, hinreichend streifen und insulin mitzunehmen. von thomas2002 -
diesel
Rang: Gastam 13.11.2007 06:37:25
Hallo Andy,
und sollte beim Messen nicht genügend Blut kommen, nicht quetschen! Dann lieber erst die Hand und die Finger massieren und dann noch einmal neu stechen. Sonst kann es passieren, dass du durch das Gewebewasser tiefere Werte angezeigt bekommst als du hast, und eventuell eine Unterzuckerung vermutest obwohl die Werte ok sind.
MfG
Gerd von diesel -
Erwin Weindl
Rang: Gastam 13.11.2007 10:05:06
@thomas2002,
lieber Thomas ich habe mit der Bezeichnung "bedenklich" so mein Problem. Würde man keinerlei Dimension was die Insulinreduktion bei Sprort und einem Neuling betrifft vorschlagen dann traut sich der Neuling maximal sein Insulin um 10% zu reduzieren. Folge: Er fährt den ganzen Schiurlaub von Hütte zu Hütte und schüttet sich Cola rein. Da mir klar ist dass diese Dinge jeder Diabetiker für sich herausfinden muss wurde von meiner Seite nicht auf die Anmarkung "Das ist einmal beim ersten Schiurlaub ein gewisses Austesten." vergessen.
Mir ist bewußt das ein Forum wie dieses auch für uns, die schon jahrelange Erfahrung haben immer ein Balanceakt ist.
Was rät man und was nicht. In diesem Falle habe ich die Tatsache einbezogen dass Andy an einer Schulung teilnimmt und ein aktiver Sportler ist und soweit es für ihn möglich ist seine aktuelle Lebenssituation offensichtlich im Griff hat.
Die Alternative wäre halt ein bißchen blabla und der Hinweis besprich das mit deinem Arzt.
Ich selbst würde, wenn ich ihn nicht kenne, niemals Dinge hier raten die eine Gefahr in sich bergen.
LG Erwin von Erwin Weindl -
thomas2002
Rang: Gastam 13.11.2007 21:08:43
wir und der arzt können nur prinzipielles klähren, erfahrung muß er selbst sammeln. ihm muß nur klargemacht werden, daß er gerade am anfang mit und ohne ausnahmesituation austesten muß und was nicht.
ich sehe die gefahr, daß anfänger sich zusehr an konkrete werte klammern. und stelle dir mal einen pumpi beim skifahren vor: den halben tag nichts gegessen, und die kanüle ist umbemerkt abgeknickt. der kerl hat ein prolem, bevor die gegenregulation einsetzt.
richtig ist, daß sport nie verkehrt ist, und gerade frischlinge nicht alleine fahren sollten.
so kurzfristig helfen m.m nach eigenlich nur fallbeispiele ausdiskutiert.
gruß von thomas2002 -
Fuchs
Rang: Gastam 19.11.2007 10:50:28
Hallo,
ich habe bei meinem ersten Skiurlaub als Typ 1er und Pumpenträger die körperliche Anstrengung total unterschätzt. Seitdem habe ich immer einen Rucksack dabei mit ein oder zwei Flaschen Cola. Und bitte nicht mit einem 100er Wert morgens auf die Piste. Das ist viel zu niedrig und Du sackst u.U. schon nach einer halbe Stunde auf 50 ab. Fange ruhig mit 200 an.
Ich habe mir für alle Fälle noch einen Diabetikerausweis umgehängt. Und die Glucosespritze mitnehmen..
Fuchs