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Polyneuropathie bei 90 % der Diabetiker ?
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Tobias
Rang: Gastam 04.11.2007 22:21:21
Hallo,
ich las vor kurzem in einer Diabeteszeitschrift, daß bis zu 90 % der Diabetiker Polyneuropathie bekommen.
Das ist zwar allgemein geschrieben.
Ist dann eine normnahe/gute bis sehr gute Diabeteseinstellung für den Mülleimer ?
Tobias -
klausdn
Rang: Gastam 04.11.2007 22:41:25
hallo,
weshalb denn ?
dazu muß man wissen daß mehr als 80% der dmler, ihren bz überhaupt nicht normnah fahren.
sonst wäre die aktion besser unter 7 sinnlos.
viele ärzte fordern unter 6,5%.
wer das unterschreitet ist nicht absolut gefeit, aber wer aus dem haus tritt , dem kann auch eine ganze menge anderes ungemach passieren.
mfg. klaus von klausdn -
LisaO
Rang: Gastam 05.11.2007 07:46:38
Auf diese Frage kann ich mit einem Artikel der in heutigen Ausgabe der Tageszeitung „Die Presse“ (Autor Claudia Riegler ) erschienen ist, antworten.
Man ist versucht, so zu tun, als ob neue Medikament ein Allheilmittel bei Diabetes sein, aber damit wird man das Problem nicht lösen“, meint der steirische Internist und Diabetes-Experte Dr. Manfred Großschädl, der beim Kongress für Allgemeinmedizin in Graz (22.bis 24 Nov) ein Symposium über Diabetes halten wird. Die Zuckerkrankheit sei nur durch m e h r B e w e g u n g und w e n i g e r E s s e n in den Griff zu bekommen. Auch darauf soll am Welt-Diabetes-Tag (14.Nov.) aufmerksam gemacht werden.
Bewegungsmangel und starkes Übergewicht haben in den USA schon so weit geführt, dass bei den unter 20-Jährigen der sogenannte Alters-Diabetes (Typ 2) häufiger vorkommt als der juvenile Diabetes (Typ 1). Und Österreich ist auf dem besten Weg zu diesem Schreckens-Szenario.
Raubt Lebensjahre
Schrecken deshalb, weil die Zuckerkrankheit Lebensqualität und Lebensjahre raubt – wegen der vielen Folgekrankheiten, die von Herzinfarkt über Nierenversagen und De-Facto-Erblindung bis zur Amputation reichen. „“In Österreich gibt es jährlich 3000 Diabetes-bedingte Fußamputationen“ weiß Großschädl. „ Diese Zahl könnte man reduzieren, wenn Betroffene und Ärzte regelmäßig die Füße kontrollieren und auf Warnzeichen achten würden“
Auf Warnzeichen achten
Warnzeichen sind. Gefühlsstörungen in den Füßen (Ameisenlaufen, Kribbeln, bamstiges Gefühl, man geht wie auf Wolken), Schmerzen, Gangunsicherheit. Hervorgerufen werden diese Symptome nicht nur durch schlechte Durchlutung, sondern auch und vor allem durch fortschreitendende Funktionsstörungen und Schädigungen der peripheren Nerven, im Fachjargon diabetische Neuropathie. Die kann im fortgeschrittenen Stadium eine Amputation zwingend machen. Besserung bringt in erster Linie eine adäquate BLUTZUCKER-EINSTELLUNG. Großschädl: „Auch gutes Schuhwerk und eventuell Einlagen können Linderung bringen“.
Eine ganz andere MÖGLICHKEIT bietet die SYMPATHIKOLYSE, bei der Regional-Anästhetika mittels Katheter und implantierter Dauerinfusionspumpe, in den Epiduralraum getröpfelt werden (Das Rückenmark ist von einer Haut umgeben, der Dura. Zwischen Dura und den Knochen und Bändern der Wirbelsäule liegt der Epiduralraum. Er enthält neben Fettgewebe und Blutgefäßen auch die Wurzeln der aus dem Rückenmark austretenden Nerven – die sind auch für die Leitung der Schmerzempfindung verantwortlich).
Stimuliert Nerven positiv
„Dieses Medikament erweitert die Gefäße und stimuliert die Nerven positiv“, schildert Dr. Renate Barker, Schmerzexpertin im Wiener Privatspital Rudolfinerhaus. So werden unter anderem Gefäßverengungen gemildert. Erwünschte Folgen: bessere Durchblutung und Nervenversorgung, Schmerzlinderung. „Im fortgeschrittenen Stdium einer Neuropathie ist aber das alleinige Eintröpfeln des Medikaments zu wenig, da implantieren wir dann auch einen Nervenschrittmacher, der die Nerven ständig stimuliert.“ Auf diese Weise, so Barker könne man ach Amputationen vermeiden oder zum indes hinauszögern.
Ob Medikament oder Schrittmacher, „wir setzen im Rudolfinerhaus stets auch die Wirbelsäulen-Kamera ein.“ Es handelt sich dabei um eine flexible Minisonde, die in den Wirbelkanal eingeführt wird. An der Sonde befindet sich eine winzige Kamer, die an einen Farbmonitor gekoppelt ist, auf den die Bilder aus dem Wirbelsäulen-Inneren übertragen werden. „Damit ist präzises Arbeiten möglich, wir wissen immer punktgenau, wo wir uns befinden.“
Wieder einen anderen Weg beschreitet Univ.Prof. Dr. Edvin Turkof, Facharzt für plastisch-ästhetische Chirurgie am Wiener AKH: „ Bei der sogenannten chirurgischen Dekompression diabetischer Nerven werden die Areale, an denen sich geschwollene Nerven nicht ausdehnen können, erweitert. Dadurch lässt der Druck nach und die Schmzeren schwinden in vielen Fällen. In weiterer Folge kann sich auch das Gefühl in den Extremitäten wieder verbessern. Das ist aber nur im Anfangsstadium möglich, „ist der Nerv schon irreparabel geschägt, kann man die Gefühlsstörungen inden Fußsohlen und Zehen kaum mehr verbessern“.
Fördert Insulin-Freisetzung
Viel Hoffnung legen Experten in ein neues Medikament (Substanzklasse INKRETIN-MIMETIKA) das die körpereigene Insulin-Freisetzung nach der Nahrungsaufnahme fördert. Vor allem übergewichtige Patienten, die ihren Blutzuckerspiegel mit Tabletten alleine nicht mehr in den Griff bekommen, sollen davon profitieren. „ Das Medikament EXANATIDE senkt den Blutzucker sowie den Langzeitwert HbA1c, der eine langfristige Aussage über die Blutzuckerlage geben kann“, sagt der bekannte Diabetes-Experte Univ.Prof. Dr. Guntram Schernthaner von der Wiener Krankenanstalt Rudolfstiftung.
Die Vorteile des neuen Medikaments: Die Gefahr der Unterzuckerung ist viel geringer und „unter dieser Therapie haben Patienten im Vergleich zu einer Insulingruppe sogar signifikant Gewicht abgenommen, ca. fünf Kilogramm“, erwähnt Schernthaner.
„Wenn der Blutzucker normal ist, hört dieses Medikament zu wirken auf, im Gegensatz zum injizierten Insulin oder zur Insulinausschüttung durch Sulfonylharnstoffe..“
Diesen Artikel habe ich für sehr interessant empfunden und wollte euch diesen nicht vorenthalten.
Allzeit gute Werte und liebe Grüße
LisaO
P.S.: Mein HbA1c liegt derzeit bei 5,7, meine morgendlichen Werte haben sich von ursprünglich über 140 auf unter 110 eingependelt. Erreicht habe ich dies alles mit einer Gewichtsreduktion von 18 kg und fast täglichem nordic-walken. Bleibt die tägliche Bewegung aus, merke ich, dass die NÜ-Werte am Morgen sofort darauf reagieren und in die Höhe gehen.
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thomas2002
Rang: Gastam 05.11.2007 21:36:27
wir arbeiten hier mit warscheinlichkeiten. die warscheilichkeit, mit besseren werten und/oder besserem lebenswandel diabetische komplikationen zu bekommen sinkt. es garantiert aber niemand. daß mensch ohne dm von den folgekrankheiten verschont wird. über die masse ist es jedoch ein unterschied, ob die eintrittswarscheinlichkeit um den faktor 4 oder 2,5 erhöht ist. der eine fällt halt beim anschauen um, während der andere einer iltis problemlos standhält.
randbemerkung zu den 90%.
die ict ist noch nicht so neu, als daß dazu schon wesentliche daten da sind. tendenzen schon eher. von thomas2002 -
Barbara
Rang: Gastam 07.11.2007 17:19:15
Wenn man mindestens 15 jahre Diabetes hat ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß,daß man Spätschäden
bekommt. Das las ich mal im Diabetiker Journal.
Ich kann mir das auch denken,denn am Anfang der Erkranung ist man noch nicht geschult und weiß sehr wenig damit anzufangen. von Barbara -
Pia
Rang: Gastam 08.11.2007 12:29:06
Liebe Barbara,
ja. und man muss ja auch bedenken, dass man selten weiß, wie lange der unbehandelte Diabetes schon vorherrschte, als er festgestellt wurde. von Pia -
Barbara
Rang: Gast