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Übertreibung?
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Detlef
Rang: Gastam 24.10.2007 19:55:35
Hallo,
ich habe einen Arbeitskollegen der seit ca. 4 Monaten Typ1 hat. Davor war er einige Zeit auf Typ2. Zu seiner Person. Er hat Übergewicht und raucht sehr viel, macht kein Sport und fährt nur mit dem Auto (auch kleinste Strecken). Er isst sehr gerne und das viel und schnell. Ich weiß nicht wie ich es sagen soll, aber ich glaube er übertreibt es mit seiner KRANKHEIT. Alle 2-3 Stunden kommt er bei der Arbeit an und sagt:" das er Unterzuckert ist und sofort was essen muss." Ab in der Kantine rein 2 Mars und eine Cola rein schlingen. Danach sein Frühstück oder Mittagessen. Mittagessen aber keine Schonkost , sondern Fleisch muss es sein. 2-3 mal in der Woche geht er Abends noch zum Griechen, Gyros platte. Einmal am WE geht es ins Restaurant. Dann ist er immer am jaulen, das er nicht mehr in Schicht arbeiten darf und auch keine halbe Stunde alleine arbeiten darf. Er ist Junggeselle und ist mehrere Stunden alleine zu Hause. Jedes mal wenn was ist, heißt es, " ich kann nicht, ich bin Diabetiker." Mich nervt das ganz schön. Mit seiner Lebensweise, gebe ich ihn nicht mehr lange. Er wird jetzt 40 Jahre alt.
Das wollte ich nur mal los werden.
Ich wünsche euch allen ein langes und gesundes Leben. von Detlef -
Pia
Rang: Gastam 25.10.2007 10:52:05
Lieber Detlef,
dass dich das ärgert, kann ich nachvollziehen, dennoch ist es leider ganz allein "sein Ding" und seine Entscheidung, wie er mit dem Diabetes und seinem Leben umgeht.
Du schreibst, er jammert, dass er nicht mehr in Schicht arbeiten darf. Wenn das sein Arzt attestiert, ist auch das unanfechtbar. Trotzdem steht dir das recht frei, dass Du ihm Deine Ansicht deutlich mitteilst (auch, wenn es sicher/villeicht nichts bewegen wird.)
Hast du das schon mal getan oder traust du dir das dann doch nicht?
Die meisten Probleme mit unseren Mitmenschen haben wir deshalb, weil sie eben NICHT so reagieren und entscheiden, wie wir selbst das tun würden.
Manchmal muss man den Anderen einfach so akzeptieren, wie er ist. von Pia -
klag
Rang: Gastam 25.10.2007 22:21:01
Hallo Detlef,
ich weiß nicht, wie gut dein Verhältnis zu deinem Kollegen ist. Ich würde ihm sagen, das er selber entscheiden muss, wie er weiter- leben - leiden - sterben will.
Viele Grüße
Klaus von klag -
Cora
Rang: Gastam 28.10.2007 03:33:34
Hallo Detlef,
was macht Dich so wütend?
Beobachtest Du Deinen Kollegen nur oder sagst Du ihm auch was Du denkst?
Und vor allem: liegt Dir was an ihm ?
Oder ist es Wut, dass er sich sein "Diabetes Dasein" so zum Vorteil macht?
Hast Du mal mit ihm gesprochen?
Ihm mal Deine Hilfe angeboten?
Vielleicht ist er einfach nur einsam.
Du schreibst ja, dass er allein wohnt.
Vielleicht verhält er sich so weil er eben einsam ist.
Vielleicht aber auch, weil ihm das Leben irgendwie egal ist. Oder der Tod.
Was weißt Du sonst von ihm (nur dass er Diabetiker ist)?
Wie ist er sonst?
Was macht ihn aus?
Hat er Freunde?
Wer weiß warum er so viel isst...
Frust?
Einsamkeit?
Depressionen?
Ängste?
Sehnsüchte?
Schutz?
Es gibt so vieles und es kann ein einfacher kleiner Grund sein. Klein in Deinen Augen aber ein riesiges unüberwindbares Problem für ihn.
Vielleicht ist das Glück für ihn gar nicht mal so weit weg ... wer weiß das schon ... von Cora -
Detlef
Rang: Gastam 02.11.2007 11:52:24
Hallo Cora,
ich habe garnicht damit gerechnet, das sich welche auf meinen Artikel melden. Also, ich bin nicht wütend auf ihn. Es ist nur, weil alles was er macht dreht sich jetzt um die Diabetes. Er muss öfter aufs WC, wegen der Diabetes. Er muss Blähen, wegen der Diabetes. Das sind nur Beispiele, aber so geht das den ganzen Tag. Ich sage ihn, das war doch vorher auch schon so, nein, nein das ist erst jetzt so seit dem ich krank bin. Er ist kein schlechter Kerl. Privat bin ich auch öfters bei ihn zu Hause. Man kann mit ihn gut reden, aber dann fängt er immer wieder mit seiner Krankheit an. Ich habe ihn schon meine Meinung gesagt. Dann winkt er nur ab. Ich habe das ja schon mal geschrieben, das er bald 40 Jahre alt wird. Wenn er so weiter macht, wird er nicht mehr lange leben. Davon bin ich fest überzeugt. Er muss seine Ernährung umstellen, er muss Sport betreiben, er muss weniger oder garnicht mehr rauchen und er muss ruhiger werden. Er regt sich über alles dermaßen auf. Alles was ich hier geschrieben habe, habe ich ihn auch gesagt. Er winkt dann nur ab und sagt, so schlimm ist das doch nicht. Er ist ein lieber , netter Kerl und ich hoffe das er uralt wird. Aber nicht so. von Detlef -
Cora
Rang: Gastam 04.11.2007 13:25:31
Hallo Detlef,
wenn das alles "nicht so schlimm" ist, wie er sagt, dann braucht er ja darüber nicht jammern. Oder? ;-)
Treibst Du Sport? Könntest Du ihn dann nicht mal mitnehmen?
Ihn animieren:
- wenigstens ein paar Bahnen schwimmen.
- wenigstens einmal um den Sportplatz laufen.
- wenigstens mal spazierengehen
- in die Disco, auf Ü-30-Party oder woanders zum tanzen
- einmal in eine Selbsthilfegruppe gehen, einfach nur mal "schnuppern" wie es da ist.
"Wenigstens einmal" vielleicht hilft das?
Es ist oft schwierig mit Menschen, die so "verbohrt" sind.
Zigarettenrauchen aufhören ist eine Kopfsache - Klick
Übergewicht - abnehmen auch - Klick
Das alles ist nicht leicht aufzuhören.
Ebenso ist es nicht leicht, sein Leben in etwas andere Bahnen zu lenken.
Plötzlich auf Leute zugehen, mit denen man nie was zu tun hatte.
Leute, die genau das Problem haben "wie ich". Vielleicht ist das auch irgendwie Angst, denn da wird Dein Kollege ja mit dem Thema konfrontiert.
War er mal in einer Klinik?
Vielleicht klickt es bei ihm erst, wenn es zu spät ist und er eine Folgeerkrankung hat.
Hat er Internet? Wenn ja, dann lass ihn doch hier mal schreiben. Aber nicht zu lang, denn er soll mal bischen an die Luft.
Das Wetter ist zwar nicht besonders, aber die Luft tut gut.
Vor allem die Farben, die der Herbst malt, sind unbeschreiblich schön und tun nicht nur der Seele gut.
Liebe Grüße,
Cora