Willkommen Gast! Um alle Funktionen zu aktivieren musst Du Dich Anmelden oder Registrieren.
Diabetes und Depressionen
-
Martina
Rang: Gastam 12.10.2007 07:29:55
Hallo Leute!
Seitdem ich an DIabetes erkrankt bin vor etwa einem Jahr bin ich total depressiv geworden, dass ist manchmal so schlimm, dass ich wirklich auf garnichts Lust habe. Ich bin launisch geworden, stimmungslos und bin ständig müde, da ich meinen Diabetes in meinen Depri Phasen total vernachlässige...ich verfalle manchmal sogar in eine Esssucht, ich esse zum Teil jetzt mehr als vor meiner Erkrankung. Bin jetzt übriens 20 Jahre alt.
Liegt das wirklich am Diabetes? Was habt ihr für Erfahrungen gesammelt? Manchmal denke ich mir, dass mein Leben nicht mehr lebenswert wäre, die ganzen Spätfolgen, die Einschränkungen, der Gewichtsverlust, die ständige Müdigkeit...
Trotzdem versuche ich vor meiner Umgebung (Familie, Freunde, etc.) immer den alten, normalen Menschen zu spielen, keiner weiß wie ich im innern ganz anderst ticke als früher. Das führt zu Missverständnissen, weil ich eben wie gesagt launisch geworden bin und durch meine Müdigkeit, Trägheit und während der depressiven Phase ziehe ich mich zurück und will nur alleine sein, das nehmen mir manche Freunde auch übel.
Selbst in der Schule habe ich Probleme, weil ich selten da bin, ich sage natürlich nicht den wahren Grund, sondern immer dass ich krank bin, das glauben die mir gar nicht mehr. Bin dieses Schuljahr durchgefallen und habe keine Lust nocheinmal zu wiederholen, weil ich sicherlich nicht öfters dasein werde als letztes Jahr.
Alles in Allem eine total beschissene Situation, scheiß Diabetes!!!!!!!
Die Phase habe ich jetzt bereits seit einigen Monaten, geht sie irgendwannmal vorüber? von Martina -
diesel
Rang: Gastam 12.10.2007 07:41:51
Hallo Martina,
bei soviel Selbstmitleid würde ich bestimmt auch depressiv werden. Kneif die A...-backen zusammen und fange an dein Leben wieder selbst zu gestalten. Als ich meinen Diabetes bekam, war ich bereits 47 (Typ I) und mitten im Berufsleben. Meinen Job als Busfahrer mußte ich an den Nagel hängen. Ich will aber trotzdem noch etwas vom Leben haben! Und deine Angst vor den Spätfolgen sind ja berechtigt, aber nur DU (!!!) kannst und mußt etwas dagegen tun! Was bitte schön, hat der Diabetes mit Schuleschwänzen zu tun? NICHTS!
MfG
Gerd von diesel1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
Pia
Rang: Gastam 12.10.2007 09:43:47
Hi Martina,
lass deine Blutwerte untersuchen, auch auf Eisenstatus. (Wegen der Müdigkeit).
Du musst nicht zur Schule gehen, aber du wirst dir mal später in den Ar...beißen dafür.
Du musst auch für deinen Diabetes nichts tun. Es wird niemand gezwungen. Ich wollte auch am liebsten die Insulinpens samt Messgerät weit aus dem Fenster schmeißen. Aber weißt, ich habe eine Sch...-Angst, dass ich blind werden könnte, oder meine Nieren versagen. Und da ich nach einem Unfall nun schon seit meinem 26. Lebensjahr beinamputiert bin, habe ich natürlich auch Angst, das 2. Bein durch Amputation zu verlieren. Deshalb spritze ich lieber das bissel Insulin, bewege mich und habe die Ernährung umgestellt.
Gib mal in dem Suchfenster auf der linken Seite ein: Depressionen. Dann erscheinen alle Beiträge zu dem Thema. Aber bitte nicht erschrecken, denn es geht auch um Todessehnsucht.
Als erstes musst du die Frage für dich klären:
Bleibe ich in der depressiven Verstimmung oder kümmere ich mich um den Diabetes.
Wenn du dich FÜR das Leben entscheidest, rede offen mit deinem Diabetologen über all das, was du hier geschrieben hast, genauso und bitte um psycholgische Hilfe.
Manchmal schafft man es eben nicht alleine.
Und wenn du dich bissel durch das Archiv liest, findest du ausreichend Beitrage von Leuten, denen es ebenso ging wie dir.
Also, tu was.
von Pia -
Elsbeth
Rang: Gastam 12.10.2007 10:23:00
Es gibt Psychotherapeuten, die sich auf solche Diabetiker-Probleme spezialisiert haben. von Elsbeth -
rudi
Rang: Gastam 12.10.2007 15:17:55
hallo martina,
du schreibst nicht, welchen typ diabetes du
hast (I oder II) und wie du ihn behandelst.
insulin oder tabletten.
die ursache deiner depression kann darin
gesehen werden, daß du deine stoffwechsel-
störung nicht annimmst.
es geht vielen so wie dir.
du fühlst dich krank, doch mit einer schulung,
therapie, wäre die sache gut zu behandeln.
aus der phase, wo du dich gerade befindest,
kommst du nur mit professionaler hilfe
heraus.
besprich das mit deiner diabetologin oder
diabtologen und laß hilfe zu.
allein eine gute blutzuckereinstellung wirkt
wunder.
du wirst sehen es geht dir dann wieder
wesentlich besser.
lebensgefühl kehrt zurück.
gruss rudi -
Martina
Rang: Gastam 12.10.2007 15:39:03
Es handelt sich um DIabetes Typ 1. Ich war davor normalgewichtig habe seitdem einige Kilos verloren und komme mir voll mager vor.
Eigentlich bin ich ein glücklicher Mensch, habe eine tolle Familie und tolle Freunde, aber der Diabetes und seine bisherigen Folgen haben mich total verändert. Und je mehr ich mir denke, es geht vorbei, um so schlimmer wird es eigentlich.
Ich habe auch oft gelesen, dass bessere Werte das ändern könnten, deswegen bin ich am überlegen für paar Wochen auf Kur zu gehen (Bad Mergentheim!?), wohin mich die Ärzte nach meinem Krankenhausaufenthalt auch erst hinschicken wollten, aber ich abgelehnt hatte, weil damals alles noch OK war.
War jemand von euch schon dort? Bringt das was?
Wobei ich denke, dass ich das auch alleine zuhause hinkriegen würde, müsste jedoch den Alltagstress aus dem Weg gehen, daher die Überlegung auf Kur zu gehen.
P.S.: Ich hatte heute morgen wieder mal so eine besch... Depri Phase, sonst hätte ich diesen Thread nie aufgemacht. von Martina -
Gina
Rang: Gastam 12.10.2007 16:08:49
Hallo!
ich bin 18.
Ich habe seit 6 jahren diabetes und seit 3 jahren depressionen. vor einem jahr habe ich ein therapie begonnen und jetzt geht es mir wieder besser, aber immer noch nicht richtig gut. ich kann mir gut vorstellen, wie es dir geht.rede mit jemandem über deine gefühle oder gedanken! ich weiß ,das das schwer ist , aber wenn du es einmal schaffst, dann geht es ganz leicht und es hlift! oder hol dir professionelle hilfe, wenn du das gefühl hast, du kommst da nicht merh alleine raus!glaubst du du schaffst es mit jemandem darüber zu reden?
LG und alles Gute!
-
Bea
Rang: Gastam 13.10.2007 22:54:23
Bad Mergentheim soll gut sein, die haben auch Psychotherapeuten, soweit ich mal gelesen habe. von Bea -
Franziska
Rang: Gastam 14.10.2007 12:44:44
Hi Marina,
Typ1-Diabetiker haben ein zu 20% großes Risiko, auch eine Hashimoto Thyreoiditis zu bekommen, auch eine Autoimmunerkrankung, die die Schilddrüse zerstört. Wenn Du dadurch in eine Unterfunktion rutschst, kannst Du neben Antriebsarm auch hochgradig depressiv werden. Lass Dir mal beim nächsten Endobesuch das TSH, freies T3 und T4 bestimmen. Die Erkrankung ist im Vormarsch, besonders bei uns Frauen. Ich weiß von meiner HT erst ein paar Jahre, habe viele Jahre an Depris und Schlappheit gelitten und heute sind diese Symptome mit der richtigen Behandlung wie weggeblasen.
LG
Franziska
P.S. Gute Infos unter www.hashimotothyreoiditis.de -
Pia
Rang: Gastam 15.10.2007 10:51:11
Liebe Martina,
hast du denn deine Blutwerte mal auf den Eisen- und Selenstatus checken lassen?
Und darf ich dich fragen, welche Gedanken dich plagen, wenn du in einer deprimierten Phase bist? Ist dein Hormonstatus in Ordnung, denn auch der kann solche deprimierten Stimmungen mahen. ich würde dir empfehlen, ehe du dich in psychologische Behandlung begibst, die organischen Optionen erst mal auszuschließen.
Welche bisherigen Folgen hatte denn der Diabetes für dich? von Pia