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Pflege nach Fußamputation

  • Dirk

    Rang: Gast
    am 07.09.2007 11:25:31
    Hallo Leute,

    meiner Mutter hat sämtliche Gebrechen:

    z.B.

    1.) Diabetes (Insulin 3-4 x täglich)
    2.) Dialyse (3 x die Woche)
    3.) Fußamputation
    4.) 100% Schwerbehindert
    5.) Grauer Star
    6.) etc.

    Meine Frage:

    Ist eine Pflege in der eigenen Wohnung später möglich?

    In welcher Pflegestufe wird sie eingestuft werden?

    Auf Eure Hilfe/Tipps wäre ich dankbar!
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 07.09.2007 12:00:05
    Moin Anonym,

    keine Angst! Das is noch lange nicht alles, was frau kriegen kann :-(

    Welche Pflegestufe, entscheidet der Medizinische Dienst nach Besichtigung und Befragung. Da die alten Leutchen nicht gerne nix und sehr gerne noch praktisch alles (Körperpflege & Essen, nicht zubereiten, kann man ja fertig kommen lassen, sondern mit Löffel und Messer und Gabel einverleiben) können, werden sie sehr lange praktisch gesund und generell niedriger eingestuft, als ihren Behinderungen wirklich entspricht.

    Weil die Sicherheit des vertrauten Menschen das Bild für den MD schöner färbt, war ich bei den Einstufungen meiner Mutter nie dabei, sondern dabei hat sie jeweils der amtierende Pflegedienst begleitet, dessen Mitarbeiterin im Gegensatz zu mir ja auch genau wusste und aus ihren Aufzeichnungen belegen konnte, wo die alte Dame die für die Einstufung relevanten Defizite hatte.

    Bisdann, Jürgen
  • Pia

    Rang: Gast
    am 07.09.2007 12:19:38
    Hallo Anonym,

    darf ich mal nachfragen? Du schreibst "später". Heißt das, dass sie im Moment in der Klinik ist?
    Ich vermute zwischen den Zeilen (Sorry, wenn ich mich vertue.), dass deine eigentliche Fragesstellung die ist, ob Deine Mutter nach Hause zurück kann und ihre Mobilität dann ausreichend sein wird, sich selbst zu versorgen oder ob eine Heimentscheidung ansteht?

    Du schreibst FUßamputation. Ist nur der Fuß amputiert oder der Unterschenkel bis etwas unter dem Kniegelenk?

    Die Mobilität wird abhängen auch von der prothetischen Versorgung nach der Amputation, vom Alter Deiner Mutter und ihrer Fähigkeit, mit einer Beinprothese zu laufen. Ich kenne ältere Herrschaften, die in der Wohnung mit Rollstuhl fahren nach Amputation. Hier spielt die Barrierefreiheit der Wohnumgebung und der Wohnung eine Rolle. Spritzt sie selbst ihr Insulin? Wie ist die Sehfähigkeit?
    Bei der Einstufung in die Pflegestufe ist das Paradoxum, dass der Stolz der Patienten auf ihre Selbstständigkeit sich ehere negativ auf die Pflegestufe auswirkt. Also ist es gut, wenn man vorher konkret auflistet, wo die Defizite liegen und was für organisatorische Dinge anstehen werden wie Fahrt zur Dialyse usw. wie Jürgen schon sagt, es sollte eine kompetetente Person anwesend sein, die Angehörigen sind da meist allein überfordert. von Pia
  • Dirk

    Rang: Gast
    am 07.09.2007 12:59:00
    Vorab Danke für die Antworten bisher!

    Beantwortung der Fragen:

    Meine Mutter befindet sich noch in der Klinik.
    Heimentscheidung könnte anstehen.
    Fußamputation unter dem Kniegelenk.
    Aufgrund der Sehschwäche wird das Insulin von einem Pflegedienst (Verordung KK) gespritzt.
    Meine Mutter ist 72 und geistig fit
    Meine Mutter hat keine Kraft in der rechten Hand (Rollstuhlnutzung möglich?)

    Eine kompetente Person (Pflegedienst?) wird bei der Prüfung durch den MDK anwesend sein (Danke für den Tipp)
  • klausdn

    Rang: Gast
    am 07.09.2007 18:15:41
    hallo anonym,
    wenn deine mutter geistg fit ist,
    kann sie selbst spritzen.
    1. gibt es sprechende bz geräte, GlucoTalk, auch accuchek hat eins, diese werden von der kk bezahlt.
    2. gibt es bei den meisten pens, -kenne am besten die novos- rasten so daß die einheiten beim einstellen, hör und fühlbar sind.
    3. kann man ohne probs mit links spritzen,
    4. für den kanülenwechsel hat novo ein kleines plastikteil damit man sich nicht sticht.(schicken die zu)
    ---
    5. auch mit gut 70 kann man eine neue linse gegen grauen star bekommen, das geht ambulant.
    und gbt viel lebensqualität zurück.
    ---
    6. so schnell wie möglich einen "kompetenten"
    orthopädische werkstatt bestellen, der liefert den rollstuhl. der zeigt dem pflegedienst wie der stumpf gewickelt wird(bandagistenmeister und orthopädietechnikerneister) ,
    der passt den ersten liner an, und bereitet die protese vor.
    ---
    7. achtet auf excellente blutzucker werte , das ist das a und o des guten heilporzess,,
    8. maraton wird deine mutter nicht mehr laufen, aber laufen so schnell wie möglich.
    wichtig- achtet beim rollstuhl auf das gewicht, da gibt es riesenunterschiede, da ja dialyse ansteht,
    die besten sind bei ca 16kg die schlechten weit über 20kg. und die müssen ins auto gehievt werden.
    9. falls noch nicht geschehen soll der soziale dienst des kh, -ag- im behindertenausweis veranlassen, das klappt besser als wenn ihr das macht, nutzt euch bei der autosteuer, und wenn taxi gebraucht wird für den transportschein..
    mfg klaus
    von klausdn
  • Pia

    Rang: Gast
    am 10.09.2007 09:47:14
    Hallo anonym,
    noch ein kleiner Nachtrag. Ich bin auch unterschenkelamputiert und habe viel Zeit in Kliniken verbracht und kann dir versichern, dass das Alter keine Rolle spielt für eine gute Beinprothese, und solange sie das Knie noch hat, wird sie auch in der Wohnung laufen können.
    Und was das fehlende Gefühl in der rechten Hand angeht, ich glaube, da könnte es sogar spezielle Gehhilfen geben.
    Was ich noch sagen wollte. Falls deine mum Phantomschmerzen haben sollte (muss nicht unbedingt sein), bitte ernst nehmen. Heute hat man ein Recht auf Schmerzfreiheit und falls das ein guter Hausarzt nicht hinbekommt, melde dich bitte nochmal. Ich schreibe mal oben meine mailadresse hin. Dann hätte ich noch ein paar gute Hinweise für dich. Ich bin Schmerzpatientin und habe (soll bitte nicht arrogant klingen) in Sachen Schmerztherapie umfangreiche Erfahrungen mittlerweile.
    ich wünsche dir für deine mum alles erdenklich Gute und Liebe.
    Eine Heimentscheidung sollte wirklich erst getroffen werden, wenn eine ambulante Krankenpflege nicht mehr möglich ist.
    Pia
  • Dirk

    Rang: Gast
    am 10.09.2007 10:58:54
    Danke Euch Allen für Eure Hilfe/Tipps!

  • Jule

    Rang: Gast
    am 07.10.2007 17:35:20
    Hallo Pia,

    ich lese gerade, Du bist auch amputiert.
    Mein Vater hat eine ewig lange Krankengeschichte hinter sich (diabetisches Fußsyndrom, Charcot, Fuß, Sepsis, Herzschwäche...). Die Erhaltung seines Fußes ist im Moment ungewiß. Alle Ärzte schreien "Amputation" und ich suche nach Möglichkeiten das zu verhindern.

    Falls das nicht klappt... Wie lebst Du mit der Amputation? Kann man mit Prothese wirklich noch gut laufen? Heilt der Stumpf bei Diabetikern überhaupt ab?

    Über ein Rückmeldung würde ich mich sehr freuen.

    Danke & Grüße,
    Jule
  • Dirk

    Rang: Gast
    am 29.10.2007 15:05:56
    Meiner Mutter wurde jetzt auch noch der zweite Fuß (bzw. jetzt beide Unterschenkel unter den Knien) abgenommen.

    Eine Pflege im Pflegeheim ist wohl nun unumgänglich, oder?

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie das laufen mit zwei Prothesen erlernen könnte, oder doch?

    Eine gewisse Kraftlosigkeit in den Händen ist auch vorhanden.

    Was ist zu tun?
    Danke für Tipps!



  • Gast

    Rang: Gast
    am 02.09.2012 21:17:14
    Gast schrieb:
    Hallo Pia,

    ich lese gerade, Du bist auch amputiert.
    Mein Vater hat eine ewig lange Krankengeschichte hinter sich (diabetisches Fußsyndrom, Charcot, Fuß, Sepsis, Herzschwäche...). Die Erhaltung seines Fußes ist im Moment ungewiß. Alle Ärzte schreien "Amputation" und ich suche nach Möglichkeiten das zu verhindern.

    Falls das nicht klappt... Wie lebst Du mit der Amputation? Kann man mit Prothese wirklich noch gut laufen? Heilt der Stumpf bei Diabetikern überhaupt ab?

    Über ein Rückmeldung würde ich mich sehr freuen.

    Danke & Grüße,
    Jule