Willkommen Gast! Um alle Funktionen zu aktivieren musst Du Dich Anmelden oder Registrieren.

Urplötzlich "hohe" BZ-Werte...

  • Chris

    Rang: Gast
    am 17.08.2007 13:52:55
    Hallo zusammen...
    im März 2007 ist bei mir DM Typ 1 dignostiziert worden, nachdem ich ins Zuckerkoma gefallen bin.

    Nach Behandlung im Krankenhaus und einer Schulung, hatte ich meinen BZ eigentlich immer gut im Griff. Ich treibe sehr viel Sport (5-6 Tage in der Woche Fussball, Fitness-Studio und Jogging) und hab meinen HBA1-Wert von März 2007 (14,7) bis Juni 2007 auf 6,5 "gedrückt". Meine Werte dabei lagen in der Regel immer zwischen 70 und 140...

    Nun ist es so, dass ich seit ein paar Tagen urplötzlich "erhöhte Werte" (150 - 190) habe und meine Insulindosis erheblich steigern muss... Wo ich vorher 5 IE gespritzt habe, muss ich nun 8 oder 9 IE's (NovoRapid) spritzen.

    Ich bin auch immer mit 13 IE Levemir gut ausgekommen, aber bin mittlerweile morgens auch bei einem BZ von ca. 150.

    Ich weiß, dass diese Werte nicht wirklich hoch sind, aber vielleicht hat irgendwer eine Ahnung, woher das so urplötzlich kommt??!!! Ich habe ansonsten nichts an meinen Tagesablauf geändert, sprich ich treibe auch weiterhin viel Sport.

    Würd mich über 'ne Resonanz freuen... von Chris
  • Haschi

    Rang: Gast
    am 17.08.2007 14:02:02
    Hallo Chris,

    es könnte sein, dass sich zwischendurch
    deine Betazellen wieder erholt hatten - Remissionsphase, Honeymoon)- und diese nun beendet ist. von Haschi
  • Chris

    Rang: Gast
    am 17.08.2007 14:14:25
    Danke für die Antwort...

    Daran hab ich auch zuerst gedacht, aber ist es da nicht so, dass besagte "Honeymoon-Phase" erst nach 'nem halben Jahr erst eintritt?? Ich bin ja "erst" seit knappen fünf Monaten dabei und meine Werte waren durchweg gut, seit ich Mitte April aus dem Krankenhaus entlassen wurde....

    von Chris
  • Sabine

    Rang: Gast
    am 17.08.2007 14:43:14
    Hallo Chris,
    deine Insulin-/BZ-Einstellung läuft mit Schulung nun ges. erst 6 Monate an und es braucht gerade als Diabetiker-Neuling eine gewisse Zeit, die optimale BZ-Einstellung alltagsgerecht hinzubekommen. Diese Phase schließt nun erst ab.
    Die höhere Insulindosis nach einigen Monaten kann eine Folge des bisher noch aktiven Zerstörungsprozesses deiner restlichen, insulinproduzierenden Beta-Zellen sein.
    Es sind auch keine Unmengen, die du nun spritzen musst, sondern sie liegen trotz Dosis-Erhöhung mit 8 oder 9 IE völlig im Normalbereich. Man erschreckt sich, wenn man plötzlich Mehrbedarf an Insulin hat, weil man sich fragt: oh Gott, wo führt das mengenmäßig noch hin? Wird es immer mehr, im Laufe der Jahre? Nein, auch hier kannst du beruhigt sein, es wird sich auf eine über viele Jahre hinweg gleichbleibende Insulin-Dosis (bzw. Insulin-BE-Faktor) einpegeln, vorausgesetzt, du hälst deine Essgewohnheiten (Lebensstandard), Sport und Körper-Gewicht einigermaßen konstant.
    von Sabine
  • Chris

    Rang: Gast
    am 17.08.2007 15:55:46
    Hallo Sabine...
    herzlichen Dank für deine nette Antwort. Du sprichst mir da aus der Seele. Diese Gedanken wie "wo soll das noch hinführen" hatte ich in den letzten zwei Tagen.

    Aber nun bin ich ein wenig beruhigter. Du sagtest was von gleich bleibendem Körpergewicht... Ich hab vor dem Bekanntwerden der Diabetes immer um die 77 Kilo gwogen, hab dann im Zuge der Krankheit in 4 Wochen knappe 20 Kilo verloren und bin mittlerweile durch Sport und gesundem Appetit (grins) bei 80 Kilo (Körpergrösse von 1,83 m). Wenn ich nun noch etwas zunehme (Muskeln), kann es dann sein, dass ich noch "mehr" Insulin brauche??

    Lieben Gruß
    Chris


  • www.diabetes-in-frage-und-antwort.de

    Rang: Gast
    am 17.08.2007 22:59:56
    Hallo Chris :-))

    Es tut mir leid, dass das Jahr 2007 bereits den Diabetes als Überraschung bereit gehalten hat ... aber toll, wie du es bisher schaffst! Weiter so ...

    Wenn Diab.Typ.1 diagnostiziert wird, funktionieren zu dem Zeitpunkt noch etwa 20% der insulinproduzierenden Zellen. Das ist nicht merh ausreichend, um ohne Spritzen auszukommen, aber man hat in der Zeit einen so niedrigen Insulinbedarf, wie du es bei dir beschrieben hast. Während dessen nimmt auch die Produktion der restlichen 20% weiterhin ab, so dass man den Bedarf irgendwann vollständig durch Spritzen abdecken muss. Die Zeitspanne variiert von Mensch zu Mensch, je jünger die Patienten, desto länger meist noch die Eigenproduktion.

    Was du erlebst, scheint sehr typisch für ein Ende dieser "Honeymoon-Phase".
    Das heisst, du musst dich (am besten mit dem behandelnden Arzt) nun noch einmal auf die Socken machen, um den neuen Bedarf heraus zu finden - wie viel du als Basalbedarf benötigst, wie hoch der neue BE-Faktor ist, wie hoch der Korrekturfaktor. Sobald das herausgefunden ist, geht´s weiter wie bisher, nur dass nun neue Mengen nötig sind.

    Dass man bei mehr Muskelmasse mehr Insulin benötigt, muss nicht unbedingt sein.
    Zwar ist dann mehr "Masse" mit Energie zu versorgen, aber da trainierte Menschen eher weniger Insulin benötigen als untrainierte, dürfte das nicht unbedingt als "mehr" ins Gewicht schlagen. Möglicherweise wird der Bedarf sogar noch einmal sinken, das bleibt abzuwarten. Auch hier gilt natürlich wie beim Diabetes immer: ausprobieren und die Werte anpassen, sobald das alte Muster nicht mehr stimmt.

    viel Erfolg, alles Gute! Anke von www.diabetes-in-frage-und-antwort.de