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Heute beim Diadoc.....
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Mette
Rang: Gastam 26.07.2007 22:09:55
Hallo ihr Lieben,
muss mal meinen Frust ablassen. Ich lese hier nun schon länger mit und bin von daher durch euch mit dem Diabetes schon etwas vertraut.
Heute war ich nun bei meinem Diadoc. Hab ihn dezent darauf angesprochen ob das gut sein kann, dass mein Blutzucker immer Fahrstuhl fährt. Rauf auf über 200 und runter auf 60 und dann wieder hoch. Mein Langzeitwert liegt bei 6,1 (07.2007) was, wenn ich das von euch richtig verstanden habe aussagt, dass meine Bauchspeicheldrüse es innerhalb von 2 Stunden bis auf ein fast normales Blutzuckermaß schafft. Mein Doc meinte zu mir, die Fahrstuhlfahrerei wäre gar nicht schlimm. Das würde der Bauchspeicheldrüse keinen Schaden zufügen. Selbst Nichtdiabetiker würden erwiesener Maßen bis 180 gehen. Insofern ist kein Handeln erforderlich.
Zwischenzeitlich esse ich schon nur noch kleine Portionen, da ich eine Fructoseintoleranz habe muss ich sowieso auf meine Ernährung achten. Trotzdem habe ich solche Werte und daher bei jedem Essen schon ein schlechtes Gewissen. Das kann es doch nicht sein???
Was sagt ihr dazu?
Grüße Mette
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rudi
Rang: Gastam 27.07.2007 00:48:44
hallo mette,
deine achterbahnfahrt kommt daher, dass die erstanwort total fehlt. der bz steigt auf 200.
dann läuft die insulinproduktion erst richtig an und du bist wieder unten.
dass ein gesunder auf 180 kommt, lässt mich zweifeln, ob der dia-doc wirklich einer ist.
denn diese schwankungen schädigen die gefässe. folgekrankheiten sind vorprogrammiert.
gruss rudi
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Jürgen
Rang: Gastam 27.07.2007 10:40:07
Moinmoin,
wenn man erst DM hat, wenn der BZ beim Test nach 2 Stunden über 200 bleibt, wären aus der Sicht nach 1 Stunde halt auch 280 noch gesund, besonders wenn eben nach 2 Stunden wieder um 100 erreicht werden. Denn fachoffiziell ist der BZ-Spielraum zwischen den Mahlzeiten nur durch diese 2-Stunden-200 begrenzt. Und wenn dann erst krank ist, muss logisch alles darunter gesund sein. Und dazu zählt praktisch auch darüber, so lange eben nach 2 Stunden wieder darunter erreicht wird.
Ich würde gerne schreiben, dass in den USA alles schon viel besser ist, weil man einen weiten Bereich unterhalb der alten DM-Diagnose-Schwellen dort seit 2002 als behandlungsbedürftigen Prädiabetes definiert hat. Nur ist die tatsächliche Behandlung dort von der individuellen Krankenversicherung abhängig und auch im besten Falle subobtimal. Denn was dort unter dem Titel Diabetesprävention läuft, ist ein bisschen Gemeinschaftsbewegung und Anleitung zu kalorien- und fettreduzierter Kost. Der alltägliche BZ-Verlauf wird wie üblich auf den Nüchtern-BZ einmal im Monat oder so morgens reduziert. Immerhin wird allein damit der BZ-Anstieg vom Prä- zum Diabetes bei ausreichend vielen TeilnehmerInnen um mehrere Jahre hinausgeschoben. - Um wie viele 100% sich dieses Ergebnis noch verbessern ließe, wenn man die Betroffenen dazu anleiten würde, sich so zu verhalten, dass sie nach dem Essen zu allen Zeiten unter 140 bleiben?
Bisdann, Jürgen -
Mette
Rang: Gastam 28.07.2007 12:20:05
Hallo Rudi,
hallo Jürgen,
vielen Dank für eure Antworten. Das bestätigt mich darin, dass ich hier doch schon einiges gelernt habe :-)
Ob mein Diadoc wirklich einer ist, habe ich mich nach der Information von ihm anschließend auch gefragt. Es ist eine Schwerpunktpraxis. Ein Wechsel nicht so einfach möglich.
Grüße Mette -
klausdn
Rang: Gastam 28.07.2007 14:04:57
hallo mette,
bitte lies mal barbaras beitrag- es ist sehr schwierig einen wirklich guten diadoc zu finden-
und das ist voll richtig!
diadocs haben eine gespaltene persönlichkeit,
beisp. der forendoc bei onmeda, bei allen ist es nicht schlimm wenn mal 180 auf dem tacho stehen,
"aber" kaum ist der verdacht einer ss im raum--->plötzlich sind ganz enge bz-werte 60-90 "ganz" wichtig. und "gesund" für kind und mutter.
hat die mutter entbunden sind erhöhte werte plötzlich nicht so schlimm..
das andere muß mal klar gesagt werden!
wieso ist es schwer den doc zu wechseln?
du bist absolut nicht gebunden.
auf der überweisung steht "diabetologie" und zu wem du dann gehst ist "absolut" deine eigene entscheidung. das kannst du einfach zum neuen quartal machen, oder der kasse sagen ich vertraue dem doc nicht und möcht aus sicherheit zu einem anderen arzt das ist innerhaln eines quartals möglich.
vernünftige docs kann man in shg finden, auf foreb mit pn funktion, also durch mund zu mund propaganda.
mfg klaus von klausdn -
Haschi
Rang: Gastam 28.07.2007 16:26:26
Hallo Mette,
zunächst mal ist es einfach so, dass in manchen Regionen niedergelassene
Diabetologen für alle Kassen nicht sehr zahlreich sind. Bisweilen gibt es gerade mal eine Schwerpunktpraxis in einem ganzen Regierungsbezirk mit einer halben Million Einwohnern.
Es stimmt auch sicher, dass es gute sowie mehr oder weniger gute Ärzte gibt.
Schwarze Schafe gibt es in jeder Branche.
Die Leiter einer Diabetologischen Schwerpunktpraxen leiden jedoch schwerlich an unzureichendem Fachwissen oder sind eher selten „gespaltene Persönlichkeiten“,
was auch immer der Schreiber damit meint.
Es ist in der Medizin eine Binsenweisheit, dass bestimmte Grenzwerte nicht für
alle menschlichen Lebensphasen und Umstände gleiche pathologische Bedeutung haben. Dazu gehört auch die Blutglukose in der Schwangerschaft zum Schutz des Föten.
Natürlich ist ein gleichmäßiger Blutglukoseverlauf optimal und erstrebenswert.
Ob überhaupt oder in welchem Maße jedoch kurzzeitige Ausflüge der Blutglukose in einen Bereich jenseits der Norm
( nüchtern unter 100 mg/dl, postprandial unter 140 mg/dl ) unabhängig von anderen Dispositionen ( z.B. Blutdruck, Blutfette, Übergewicht, verschiedene Organleiden, Genetik usw.) bereits zu diabetischen Folgekrankheiten oder besser chronischen diabetischen Komplikationen führen, ist nicht belegt und wird somit von vielen Ärzten ignoriert.
Ich persönlich würde Werte regelmäßig über der Nierenschwelle ( 160 -180 mg/dl) jedoch keineswegs tolerieren, sondern auch bei gegenteiliger Meinung des Arztes, Wege suchen, diese halt mit Hilfe der Ernährung, der Bewegung oder der Medikation zu vermeiden.
von Haschi -
Jürgen
Rang: Gastam 28.07.2007 17:56:14
Moin Haschi,
dass auch kurzzeitige BZ-Ausflüge unterhalb der DM-Diagnoseschwellen folgekrank machen können, belegen die vielen voll ausgebildeten Folgekrankheiten, die auch mit der zeitnahen DM-Diagnose angetroffen werden. Deswegen hat man sich ja in den USA 2002 dazu durchgerungen, schon im deutlich niedrigeren und dort als Prädiabetes definierten BZ-Rahmen BZ-senkend zwar vom Einsatz her eher viertelherzig aber zu behandeln.
Die Einführung der neuen Krankheitsdefinition sagt, dass ein einfaches Absenken der Diagnoseschwellen für den DM mit der WHO nicht zu machen ist - aus rein wirtschaftlichen Gründen. Denn damit würde z.B. den nachesslichen BZ-Spitzenausflügen genau die negative Bedeutung offiziell attestiert, die unser Institut für Wirtschaftlichkeit und Qualitätssicherung im Gesundheitswesen ihnen einstweilen zu unserem allgemeinen Nachteil abspricht - und zum kurzfristigen Vorteil der Behandlungskostenbudgets.
Bisdann, Jürgen -
Haschi
Rang: Gastam 28.07.2007 20:15:35
Wer sagt denn,
dass in Deutschland
abnormale Nüchternglukose und pathologische Glukoseintoleranz nicht behandelt werden können?
dass abnormale Nüchternblutglukose oder Glukoseintoleranz nur kurzzeitig auftritt ?
dass die WHO und die DDG primär kommerzielle Aspekte in Betracht ziehen bei ihren Definitionen?
dass belegte Morbiditäten und Mortalitäten
z.B. KHK und Prädiabetes ausschließlich auf die Hyperglykämie zurückgeführt werden können?
dass Blindheit, Beinamputation und Nierenversagen bei guter Stoffwechselführung (HbA1c < 6,5 %) aber gelegentlich kurzzeitiger Blutglukosepeaks
die Regel sind?
Da gegenteilige Positionen hinreichend bekannt, meinerseits keine weiteren Kommentare.
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von Haschi -
Jürgen
Rang: Gastam 28.07.2007 20:57:12
Moin Haschi,
warum die aufgeregte Reaktion?
Ich hab nur geschrieben, dass bei uns in D höhere BZ-Behandlungsschwellen gelten als in USA. Das ist halt Fakt, zusammen mit deren Begründungen.
Und ich hab Spekulationen wieder gegeben, warum wir in D einstweilen noch an den höheren Behandlungsgrößen festhalten. Wieso reagierst Du so persönlich betroffen?
Vielleicht überlegst Du ja schon mal, wie Du auf's Verargumentieren der niedrigeren Größen umsteigst, und vor allem darauf, warum das dann mit so vielen Jahren Verzögerung geschieht, wenn die hier schließlich auch eingeführt werden?
Bisdann, Jürgen