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Könnte ich einen LADA entwickeln?
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Mirza
Rang: Gastam 29.06.2007 16:20:13
Hallo, bin ganz frisch hier, 45 Jahre alt und weiblich,
154 cm groß und 47 kg schwer.
Seit ein paar Tagen habe ich den dringenden Verdacht, dass ich einen LADA entwickeln könnte.
Vorgeschichte:
- Seit 2002 Hashimoto Thyreoiditis bekannt, ganz gut behandelt mit Armour Thyroid
- Seit wenigen Wochen ausgeprägter Wachstumshormonmangel, vermutlich schon von Kind an.
Jetzt Substitution mit STH (zunächst erst 0,2mg/d).
- milde sek. Nebenniereninsuffizienz (ACTH-Mangel). Noch nicht behandelt, Hydrocortison für Notfälle da.
Das reicht mir eigentlich schon, nun beobachte ich seit ein paar Tagen, dass ich schon leicht erhöhte Nüchtern-BZ habe (so 95-105 mg/dl) und hi und da auch mal einen Ausreißer >140 mg/dl 2h nach einem KH-reichen Essen. Das kann zwar auch vorübergehend durch die HGH-Therapie kommen aber:
Bei der Diagnostik für den WH-Mangel kam raus:
Insulin basal 1,1 (3,21-16,32)
C-Peptid 0,54 (0,8-4,2)
Das ist schon verdächtig....
Nun habe ich kommenden Freitag einen Termin für den OGTT und C-Peptid- und Insulinbestimmung nach Glucagon sowie Nachweis von GADA, ICA und 1a2 (?)
Nun habe ich noch ein paar Fragen, die mich schon seit einiger Zeit bewegen:
Ich dachte immer, dass ich öfter mal so 'Unterzuckerungen' habe, merke aber jetzt durch das 'rund um die Uhr messen', dass ich in diesen 'Unterzuckerungsmomenten' durchaus schon BZ von 90-100 habe, das kann man ja nicht als Unterzuckerung bezeichnen. Also nur eingebildet? Ich fühle mich auch oft müde und kraftlos.
Dann habe ich morgens einen Nüchtern-BZ von 95-105, heute sogar etwas mehr, und habe stundenlang überhaupt keinen Hunger, nach einem Milchkaffee esse ich oft erst gegen 11 Uhr was, weil ich es vorher nicht runterkriege. Auch generell bin ich in der letzten Zeit nicht so der Vielesser, da mir nach z.B. nach einer Portion Nudeln schnell schlecht wird, bzw. ich die oft nicht mehr schaffe. Halte mich lieber an Fleisch und Salat. Ich esse bei 154 cm und 47 kg zurzeit nur so 1000 kcal, bewege mich täglich 20-30 min (laufen, Stepper) und nehme bei wenig mehr gleich zu. Geht nur, wenn ich abends nichts esse.
Was anderes betrifft Schokolade: Ich habe diesen 'Japp' auf Süßes, wenn ich dem nachkomme, habe ich viel schneller wieder Hunger, als wenn ich dem widerstehe. Hört sich an, als ob dann doch ordentlich Insulin ausgeschüttet würde.
Dann fällt mir auf, dass ich in diesen 'Unterzuckerungsmomenten' schlapp und fahrig bin. Wenn ich mich dann ordentlich bewege, ohne Nahrungsaufnahme, geht es mir spontan besser. Könnte es sein, dass die Schlappheit davon kommt, dass die Glucose nicht in den Zellen ankommt, die Bewegung das aber wieder fördert und es mir deshalb besser geht? Insulin krieg ich ja noch nicht.
Und ein drittes: Vertrage seit einiger Zeit kaum noch Alkohol. Selbst eine Menge von 0,1 l Wein (=10 g Alkohol) vertrage ich am Abend noch ganz gut, bin aber am nächsten Tag so verkatert, als ob ich eine Flasche getrunken hätte. Also lass' ich es. Hat das was mit einer Hyperglykämie zu tun?
Das sind jetzt ein Haufen blöder Fragen und Beobachtungen, doch bin ich momentan stark mit mir selbst beschäftigt, da es mir einfach nicht so gut geht...
Danke
Mirza -
Jürgen
Rang: Gastam 29.06.2007 20:31:15
Moin Mirza,
ja, ich denke, Du kannst ganz zuversichtlich sein, das mit dem Diabetes könnte schon klappen.
Nur für die Erscheinungen, die Du mit Unterzuckerungen bezeichnest, wirst Du dir bis zu einer den Blutzucker senkenden medikamentösen Therapie eine andere Bezeichnung und einen anderen Verdächtigen suchen müssen. Denn Kennzeichen für Diabetes ist die Überzuckerung, und spontane Unterzuckerungen (ab 50 mg/dl abwärts) ohne Medikamente gibt es nur im Vorlauf zum und in den Anfängen des Typ2, und zwar als Blutzucker-Talfahrten unmittelbar nach sehr hohen Anstiegen. Aber von Anstiegen über 200 schreibst Du nichts.
Das gewissermaßene Aktivieren der Zuckeraufnahme der Zellen, wenn Du auf den Stepper steigst, halte ich für ne interessante Konstruktion, aber ein Zuckermangel, wie Du ihn dir vorstellst, kommt erstens nicht im Verlaufe weniger Stunden mit dieser Wirkung von Schlappheit zustande und ließe sich zweitens, wenn denn so intensiv eingetreten, nicht so einfach und kurz beheben.
Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass Du gerne von Krankheiten berichtest ;-)
Bisdann, Jürgen -
Mirza
Rang: Gastam 29.06.2007 21:51:59
Hallo Jürgen,
grundsätzlich erst mal danke für Deine Antwort aber Deine Bemerkung:
"Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass Du gerne von Krankheiten berichtest ;-)"
finde ich schlichtweg unverschämt.
Es ist richtig, dass ich mich Krankheiten beschäftige, aber im Augenblick in eigener Sache und deshalb schon gar nicht gerne darüber schreibe.
Hättest Du genauer gelesen, hättest Du auch verstanden, dass ich etwas anderes meine: Das, was ich bisher als Unterzuckerungen interpretiert habe, sind keine, da der BZ dafür zu hoch ist. Also habe ich gar keine Werte zurzeit <60 oder 80. Ich habe aber Symptome der Unterzuckerung und außerdem diese permanente Schlappheit, insbesondere am Abend. Da mich schon eine Autoimmunkrankheit und ein HVL-Ausfall beuteln und jetzt auch noch ein DM naht, möchte ich hier versuchen, die Zusammenhänge zu ergründen, die Ursachen erkenne und verstehen und und bestimmt keine lakonischen Antworten bekommen.
Schönen Abend.
Mirza
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Jürgen
Rang: Gastam 30.06.2007 15:26:20
Moin Mirza,
genau das funktioniert bei Diabetes nicht. Ursachen sind bislang weitgehend unbekannt und werden mit allerlei Spekulation ersetzt. Nach aller bisherigen Erkenntnis ist der zu hoch ansteigende Blutzucker das krankmachende Element. Streitig ist nur nach wie vor und zur Zeit unter dem kurzfristigen Kostengesichtspunkt wieder besonders, ab welcher Höhe.
Während die Medizin aktuell dazu neigt, alle BZ-Bewegungen als ausreichend gesund zu betrachten, die keine akuten Beschwerden wie Unterzuckerung, auffälligen Durst oder Schlappheit machen, zeigt der große praktische Feldversuch des Lebens, dass in den ersten INSULINER-Jahren Betroffene mit nahe gesund flachen & niedrigen Blutzuckerverläufen eine verschwindende Minderheit darstellen - die aber nach 30 oder 40 Jahren mit Diabetes noch erstaunlich mehrheitlich und erstaunlich vollständig lebt, während die Mehrheit von damals längst begraben ist und den wenigen noch Überlebenden funktionierende Augen und Füße und ganze Beine fehlen.
Das sagt mir, dass der gesund flache & niedrige Blutzuckerverlauf mein bestes Mittel dafür ist, dass ich nur mit meinem Diabetes und ohne dessen lauernden Rattenschwanz dieser miesen Folgekrankheiten noch lange gesund leben und älter werden kann. - Soviel generell zum Umgang mit dem Diabetes, der sich da bei Dir zu entwickeln scheint und der ganz einfach ausgedrückt die Blutzuckerautomatik schädigt. Und je zuverlässiger wir deren nachlassende Funktion gewissermaßen manuell ersetzen, desto länger geht es uns gut :-)
Für Deine unterzuckerungsähnlichen Beschwerden könnte, so Hinweise aus anderen Foren, auch die nicht ausreichend ausgeglichene Fehlfunktion Deiner Schilddrüse verantwortlich sein.
Bisdann, Jürgen -
Nora
Rang: Gastam 05.07.2007 11:36:33
Hallo Mirza!!
Also, speziell mit LADA kenne ich mich zwar nicht aus (ich hab nen "normalen" Typ 1), aber so insgesamt würd ich schn sagen, dass das wohl auf Diabetes rauslaufen wird... Nüchternwerte sind schon leicht erhöht, C-Peptid und Insulin eigentlich auch eindeutig.. kannst ja mal berichten, was beim OGTT rauskam.
Die Frage ist jetzt halt nur, wielange deine Werte noch ohne Insulin einigermaßen in Ordnung sind.. bzw. wann du anfangen musst zu spritzen. Ist das mit dem LADA eigentlich schon klar oder nur ein Verdacht? Dann wirst du vielleicht auch noch auf Antikörper getestet.
Das mit den Unterzuckerungssymptomen ist wohl eher Einbildung oder kommt von was anderem... bei ca. 90 spüre ich Unterzuckerungssymptome erst, wenn meine Werte deutlich über 200 liegen... Ist bei dir wohl eher nicht so.
Komisch finde ich, dass du eher zu als abnimmst.. normalerweise bei Typ 1 nimmt man ab (aber auch erst, wenn die Werte viel höher sind)... das mit dem Alkohol kann ich mir auch nicht erklären.. naja ich würde jetzt einfach mal abwarten, was beim OGTT rauskommt. Und wenn es tatsächlich Diabetes ist, dann kann ich dir nur sagen: man kann damit wirklich gut leben, am Anfang musst du dich natürlich sehr umstellen, ziemlich diszipliniert sein usw.. aber es gibt wirklich schlimmeres.. trotzdem drücke ich dir die Daumen, dass es doch kein Diabetes ist..
Viele Grüße, Nora
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Mirza
Rang: Gastam 06.07.2007 23:04:57
Hi Nora,
danke für Deine nette Antwort!
War heute morgen beim OGTT. Die Laborwerte sind natürlich noch nicht fertig, habe aber parallel mit meinem Handmessgerät mitgemessen:
0' nüchtern 101, dann 75g Glucose in 300ml Wasser schlürfen
30' 186
45' 191
60' 164
75' 151
90' 147
120' 150/176/185 (hier sieht man wieder die Ungenauigkeit des Handmessgerätes).
Klarer Fall: Noch kein manifester DM, aber deutliche Glucoseintoleranz
Da ich eher schlank bin, das C-Peptid und basales Insulin so niedrig waren, geht mein DiaDoc auch eher von LADA aus und nicht von DM 2 und lässt die AKs bestimmen.
Evtl., falls da nichst rauskommt, macht er auch noch eine Test auf die eine oder andere MODY-Form.
Jetzt muss ich es erst mal verarbeiten. Auch wenn ich es geahnt habe.
Wie es dann genau weitergeht, ob OAD und/oder Insulin haben wir noch nicht im Detail besprochen.
Montag abend erfahre ich erst mal die genauen Werte.
Dann werden wir sehen, wie es weitergeht....
Wie lange hast Du schon DM?
Gruß Mirza -
Nora
Rang: Gastam 08.07.2007 10:49:17
Hallo Mirza!!
ja, die Werte sind schon eindeutig zu hoch.. aber keine Panik, bis sie so hoch sind, dass du evtl. spritzen musst, wirst du dich zumindest mit dem Gedanken schon abgefunden haben..
Kannst ja mal weiter erzählen, was bei dir jetzt so unternommen wird..
Ich hab seit 8 Jahren Typ 1, bin jetzt 22. Habs also mitten in der Pubertät bekommen, was natürlich nicht immer ganz einfach war ;) Aber jetzt komme ich wirklich gut damit klar, wenn du erst mal gut eingestellt ist, lebst sichs wirklich (fast) ganz normal.
Und wenn du Fragen hast, kannst du sie hier ntürlich immer stellen..:)
So, jetzt wünsche ich dir erstmal alles alles Gute, das wird schon!! Schönen Sonntag noch!
Viele Grüße, Nora! -
Franziska
Rang: Gastam 10.07.2007 23:46:41
Hi Nora und auch die anderen!
Habe gestern die Werte vom OGTT gekriegt:
0': 80 mg 60': 141 120:' 136 mg/dl.
Also noch nicht so extrem schlimm, aber eben schon eine gestörte GT.
Komisch ist aber dass das basale Insulin mit wieder 2,6 mIU (vorher nur 1,1) deutlich unter der Norm von 3,2-1,5 liegt. Aber beim 60' und 120' Wert liegt Insulin bei 22,5 und 25,5 mIU und da meint mein DiaDoc, es könnte doch eine Insulinresistenz sein.
Er tippt auch noch auf MODY, evtl. MODY 2. Wir warten noch die Antikörper GAD und IA2 ab, dann wird evtl. auf MODY untersucht. Ich habe aber schon mal Metformin gekriegt und fange damit vorsichtig an.
Hat jemand eine Idee? Passt irgendwie nicht so zusammen...
Danke Franziska -
Nora
Rang: Gastam 11.07.2007 10:48:19
Hallo Franziska!
Hmm ich kann dir da jetzt leider auch nicht weiterhelfen..ist zwar eindeutig, dass da was nicht stimmt, weil die Werte schon auf jeden Fall zu hoch sind.. was genau (ob MODY oder LADA oder was anderes) kann ich dir nicht sagen, da kenn ich mich nicht wirklich aus. Ich würde aber an deiner Stelle das Thema nochmal neu aufmachen.. hier schaut sicher so gut wie niemand mehr rein, das ist ja schon auf der zweiten Seite. Und vielleicht können dir die anderen noch was dazu sagen.
Okay, dann schonmal alles Gute! Wie kommst du denn mit den Tabletten klar?
Viele Grüße, Nora!