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Spritzschema
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Tanja Sch.
Rang: Gastam 13.06.2007 12:19:18
Hallo,
habe zwar schon einiges über dieses Thema hier mitgelesen, aber ich muss wohl mein Spritzschema überdenken.
Habe eine Tortur hinter mir, was Diabetologen angeht. Musste 3x wechseln. Nun bin ich bei einer Schwerpunktpraxis für Diabetes gelandet und habe von dort aus auch eine einwöchige Schulung gemacht - für Typ II.
Was soll ich sagen, selbst dort wurde mir so ein Spritzschema aufs Auge gedrückt und für ICT verkauft. Auch die BE´s, die ich pro Tag essen soll, sollen mindestens 12 BE´s sein. Der Diabetologe davor, auch Spritzschema, meinte ich dürfe allerhöchstens 12.
Leider bin ich auch übergewichtig und habe in dem Jahr, bei dem letzten Arzt, 21 kg zugenommen. Kein Wunder oder? Habe es aber geschafft wieder 15kg runter zu bekommen. Kl. Beispiel für mein Schema:
unter 80 16 14 20
81-110 17 15 21
111-140 18 16 22
....
201-230 21 19 25
231-260 22 20 26
261-290 23 21 27
......
über 320 25 23 29
Beim letzten Arzt waren die Einheiten doppelt so hoch!!
Die BE´s sollen morgens 2 sein (schlechter Esser am Morgen- aber was wenn man doch mal Appetit hat?), mittags 5-7, abends 4-5.
Was meint ihr?
Vielen Dank für Eure Antworten schon mal im Voraus.
Tanja von Tanja Sch. -
Pia
Rang: Gastam 13.06.2007 13:14:46
Liebe Tanja,
ich glaube, wenn die Jungs hier im Betreff deines postings das Wort: "Spritzschema " lesen, platzen sie ;-)))))
Ich habe auch so ein Teil bekommen, das war für mich das oberste Heiligtum....
Die Frage, die sich mir stellt, ist, ob das "alte Praxis" ist oder wieder neu eingeführte.
Ich bin mir sicher, dass diese Spritztabellen die "bequehme Variante" Der Diabetologen sind. Denn würden sie Dinge erklären, könnten Fragen nachkommen und das macht dann Arbeit. Meine Termine sahen bisher so aus, dass ich die Klinke des Sprechzimmers in der Hand hatte, sagte. Guten Tag, Frau Dr. soundso. Bei dem Wort Dr. hatte ich die neue Spritztabelle in der Hand und war wieder draußen...und jedes Mal nach dem Labortermin wurde die angepasst. Die Werte, die ich mir brav in einer Tabelle notierte, sind eh wurscht, weil nur die Laborwerte zählen. Das kann ich mir also sparen, nein, ich schreibe sie jetzt für mich auf, früher für den Arzt.
Die Diadocs sollten nach 14 Tagen direkt einen Zettel verteilen mit der linkadresse dieses Forums, damit die man was lernt;-)
von Pia -
Molly
Rang: Gastam 13.06.2007 13:42:24
Ha, geht mir auch so schon 6 Jahre.
Aber eben ich versuche es jtzt zu ändern!!!
von Molly -
Nora
Rang: Gastam 13.06.2007 14:20:28
Hallo,
habe jetzt das erste Mal überhaupt was von "Soritzschema" gehört bzw. gelsen... das ist doch dann CT, oder? Da würde ich mal sagen, ihr wollt ICT machen (oder ist das ne spzielle Form mit dem Spritzschema?) Ich habe meine Einheiten fürs Basal vorgegeben, wobei ich die im Moment auch dauernd ändern muss :( und dann halt die BE-Faktoren (bei mir morgens 2, mittags 1 und abends 1, 5) und dann kann ich immer das essen, was ich gerade will, muss mit den Faktoren multiplizieren und halt korrigieren, wenn der gemessene Wert zu hoch war.. komisch, ich dachte, das macht man immer so.. warum bei euch nicht? Würde mich mal interessieren... und ich würde schauen, dass ich da mal zu nem anderen Diabetologen gehe, mit der ICT ist es meiner Meinung nach doch viel einfacher und man ist halt viel flexibler...
Naja, viele Grüße, Nora! -
Jürgen
Rang: Gastam 13.06.2007 16:28:31
Moin Nora,
jetzt kommt auch für Dich die Verschärfung:
Die Faktoren sind erstmal Grundlage, und wenn Du zum Frühstück mit Hausnummer 100 startest und zum Mittag mit Hausnummer 100 ankommst, sieht das ja schon mal ganz gut aus. Nur, was passiert dazwischen? Noch vor 10 Jahren war allgemeine offizielle Meinung der Fachmedizin, dass das völlig irrelevant sei und ausreiche, wenn man dazwischen nicht in ne schwere Hypo oder in ne Keto gerät. Heute mehren sich die Fachstimmen, die 140 nach 2 Stunden als Obergrenze angeben. Und unter denen, die eine Besserung z.B. mit einer schon eingetretenen PNP erfahren, bleiben die meisten schon eine Stunde nach dem Essen meistens deutlich unter 140. Und wer sich das anknobelt, wird feststellen, dass vielleicht 2 BE zum Frühstück schon mehr sind, als bei ihm in diesen Rahmen passen, zum Mittag und Abend vielleicht eher und sogar mehr.
Apropos CT und ICT:
CT war das Ding mit Human- und Verzögerungsinsulin in einer Spritze, zuerst nur in einer pro Tag und der genauen Ansage, wann am Tag genau wie wenig KHs. Das einzige, wovon immer reichlich gegessen werden durfte, war Quark. Und gespritzt wurde damals mit den Nadeln, die man noch immer wieder auskochen und selbst anschleifen musste. Damit würde mir heute wahrscheinlich auch ein Loch pro Tag immer noch reichen. Dann gab's die dünneren Einmalnadeln, mit denen man sich das Insulin aber immer noch jedes mal aus dem Pülleken aufziehen musste. Befor die ins eigene Fell ging, hatte sie ihre erste Schärfe schon in dem Gummideckel gelassen. Trotzdem wurde ab etwa Anfang 80 zunehmend morgens und abends für die CT gespritzt.
Und dann startete 83 die DCCT (Diabetes Compiance and Complications Trial, Typ1, USA) mit dem direkten Vergleich von CT und der immer häufiger erprobten und noch mehr diskutierten Aufteilung von Basal- und Bolus-Insulin per ICT. Dabei wurde dann nach Faktorenvorgabe und KH-Menge gespritzt. Aber gemessen wurde genau so, wie bei der CT, nämlich gar nicht. Messgeräte zum Selbertesten gibt's einigermaßen verfügbar auf dem Markt erst etwa seit Mitte 80, und noch Anfang 90 war absolutes Streitthema in höchsten Diabetologenkreisen, ob denn Typ1 selber messen dürfen sollten. Ok, nun haben sich unsere Diabetologen dran gewöhnt, dass Messen möglich ist, und schreiben jetzt danach ihre Schemata - weil die ja dann mit Basis Messwert besser passen, oder?
Ich meine, die erste, die das Spiel mit dem Messen vor dem Spritzen und Essen publiziert hat, war Dr. Kinga Howorka, die das ganze dann FIT genannt hat, Funktionelle Insulin Therapie.
Bisdann, Jürgen -
Nora
Rang: Gastam 13.06.2007 20:09:27
Hey,
danke Jürgen für die ausführliche Antwort!! Das wusste ich auch nciht, dass es erst so spät BZ-Messgeräte für das tägliche Messen gab.. da wurde ich ja gerade erst geboren ;)
Und das mit den Werten nach dem Essen hab ich auch schon rausgefunden.. ich spritze Humalog und mit wurde gesagt, dass man das auch nach dem Essen spritzen kann.. hab ich sicher ein Jahr lang immer so gemacht, vor dem nächsten Essen waren die Werte super. Dann hab ich mal einfach so nach dem Essen gemessen und hatte nen 200er-Wert.. naja, deshalb hab ich mri jetzt auch angwöhnt, doch immer ne viertel Stunde vor dem Essen zu spritzen.. das kommt auch schon besser hin...
Also gut, danke nochmal, war interessant zu lesen!!
Schönen Abend noch, Nora! -
thomas2002
Rang: Gastam 15.06.2007 12:55:02
ich hatte auch dieses spritzschema. dank meines vorlaufes mit tabletten hatte ich da den mut, das teil direkt in die ablage p zu befördern von thomas2002