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Rechtsbeistand für Klage gegen CSII-Ablehnung

  • Sue

    Rang: Gast
    am 25.05.2007 13:29:23
    Hallo,

    ich suche ganz dringend einen Anwalt, der sich mit dem sozialmedizinischem Recht auskennt und der mir bei einer Klage gegen meine KK helfen könnte.

    Ich bin seit gut einem Jahr Pumpenträgerin und mein Antrag wird demnächst wohl zum zweiten Mal abgelehnt. Mein Doc und ich haben uns nicht nur in den Erstantrag, sondern auch in den Widerspruch ziemliche stark reingehängt und dennoch wird die Pumpe bei mir abgelehnt. Problem an der Sache ist, dass der MDK die Pumpentherapie generell in Frage stellt. In deren Gutachten sind viele Studien genannt, die keinen Vorteil der CSII gegenüber der ICT erkennen lassen. Gesagt wird zudem, dass rechtlich gesehen die Therapie eingesetzt werden muss, die wirtschaftlich und ausreichend ist. Wenn ich das jetzt mal überspitzt interpretiere hieße das, es würde ne CT ausreichen, die einem gerade so eben vor dem Koma schützt. Dennoch gibt es Studien, die deutlich für die Pumpentherapie sprechen, aber da muss man wissen wo die zu finden sind und da hab ich keine Ahnung.

    Leider befürchte ich, dass ich nen Präzedenzfall aufstellen könnte, weshalb ich wirklich nen Anwalt brauche, der Ahnung hat, falls es tatsächlich wie es derzeit meinem Arzt und mir erscheint in Richtung komplette Einstellung der Pumpentherapie läuft. Nennt es Schwarzmalerei was ich hier betreibe, aber wenn Spätkomplikationen und eine wesentlich verbesserte Einstellung in den empfohlenen Normbereich (vom HbA1c aus gesehen) nicht aureicht um für eine CSII zu sprechen, dann weiß ich auch nicht weiter.

    Also wenn Ihr ne Idee habt wo ich an nen guten und kundigen Anwalt dran komme oder vor dem gleichen Problem steht, dann meldet Euch einfach.

    Vielen Dank schon mal,
    Sue
  • Fuchs

    Rang: Gast
    am 25.05.2007 16:25:43
    Zunächst einmal ist wichtig, ob die KK die Pumpe vielleicht deswegen ablehnt, weil Du z.B. jetzt schon top eingestellt bis (...nicht notwendig...) oder weil Du vielleicht schon jetzt keine Disziplin hat (...voraussichtlich erfolglos...). Diese Fälle gibt es wirklich - und die KK behandeln das Thema sehr sehr unterschiedlich. Meine Barmer hat immer alles übernommen - ohne Murren.

    Eine ganz generelle Ablehnung?? Das wird schwierig für die KK, wenn der Doc. eine Empfehlung ausspricht. Schließlich ist es eine anerkannte Behandlungsform.

    Mir wäre eine Pumpentherapie sogar ein KK-Wechsel wert - aber vielleicht ist genau das auch beabsichtigt...

    Am Rande: Es stimmt i.ü. wirklich: Pumpenträger haben im Schnitt wohl keine bessere BZ-Einstellung.

    Fuchs
  • sera

    Rang: Gast
    am 25.05.2007 17:33:06
    Hallo zusammen,

    ich muss heftig widersprechen, dass PumpenträgerInnen keine bessere Einstellung erzielen als mit ICT.

    Eine gute Einstellung meint nicht nur den Hba!c, sondern genauso möglichst eine Reduzierung von Schwankungen, schweren Hypos ect.

    Gründe für eine Pumpe sind genauso Schichtdienst, evtl. zusätzliche Erkrankungen, schwere Hypoglykämien und so weiter.

    Einen fähigen Anwalt, der sich hier auskennt, weiß ich leider auch nicht. Allerdings würde ich mich von Ablehnungen nicht abschrecken lassen und vor dem Sozialgericht klagen. Dazu braucht man keinen Anwalt. Das Argument CSII wäre nicht anerkannt, ist Schwachsinn. Allein das kann schon vor Gericht, wenn ein Sachverständiger also ein Gutachter vom Gericht bestellt wird nicht standhalten. Konzentriert euch darauf, was für eine Pumpe spricht und warum dein Arzt diese genau in deinem Fall für notwendig hält.

    Hat die Kasse denn das Jahr über Katheter und Pumpenzubehör gezahlt? von sera
  • Fuchs

    Rang: Gast
    am 25.05.2007 17:49:39
    @sera

    Deine Ansicht teile ich nicht, auch wenn ich ein großer Fan meiner Insulinpumpe bin.

    Richtig ist, dass Pumpen in besonderen Situationen und besonderen Patienten enorm helfen können: Babys und Kinder, Schwangere...

    Aber der "stinknormale" Typ 1er ist als Pumpenträger durchschnittlich nicht besser eingestellt.

    Die Pumpe MACHT aber die Einstellung bequemer und einfacher, das ist wohl war. Sie ist auch aus meiner Sicht die BESSERE Methode. Aber ob die konventionellen intensivierten Diabetiker im Schnitt schlechter davonkommen, das bezweifele ich...

    Alle Pumpen-Jubel-Studien stammen von den Herstellern - allerdings kenne ich auch keine anderen seriösen Studien..

    Fuchs
  • Lisa

    Rang: Gast
    am 25.05.2007 21:09:48
    Liebe Sue, Anwalt für diesen Fall könnte Herr Oliver Ebert sein, schreibt im Diabetes-Journal die Juristischen Artikel, ist selbst Diabetiker und Pumpenträger. Hoffentlich bist Du in einer Rechtsschutzversicherung. Ich selbst bin im VdK und habe damit sehr gute Erfahrung gemacht, wo ich mein Recht erreicht habe (beim Versorgungsamt) und keine Kosten für mich entstanden sind. Herr Ebert kann dich auf jeden Fall beraten und Dir vielleicht weiterhelfen. Adresse findest Du im Internet oder beim Diabetes-Journal. Ich glaube, erhat seine Kanzlei in Stuttgart.
    Tatsächlich ist es so, dass beim erwachsenen Typ 1 mit ICT ebensogute Ergebnisse erziehlt werden könnten wie mit CSII, nur der Aufwand ist grösser, dafür die wirtschaftlichen Kosten kleiner. Ich bin bei der Dak, seit 40 Jahren und habe bisher alles bekommen, was ich gebraucht habe, Pumpe und Zubehör, Teststreifen, und Schulungen, Reha und Kur. Aber ich weiss von anderen Pumpenträgern, die schon erhebliche Problem mit der Kostenübernahme hatten. Ich wünsche Dir Durchhaltevermögen, Ausdauer und eine gute kompetente Beratung und Erfolg. Lisa
  • sera

    Rang: Gast
    am 25.05.2007 22:12:54
    Das ist für mich enttäuschend zu lesen, wenn selbst unter Diabetikern so wenig Solidarität besteht.
    Auch frage ich mich welche Ärzte Pumpen verschreiben, damit Diabetiker bequemer ihren Diabetes managen können.
    Ich für meinen Teil habe 12 Jahre ICT zum Vergleich zur Einstellung mit CSII. Gleiche Resultate konnte ich nicht erzielen, obgleich ich immer ehrgeizig war.
    Man sollte genauso LADA nicht mit dem juvenilen Diabetes, der bereit im Kindes-, Jugend- oder im jungen Erwachsenenalter auftritt vergleichen.
    Verschreibt ein Arzt jemandem eine Pumpe, so gehe ich davon aus, dass diese notwendig ist für eine stabile Blutzuckereinstellung.
    von sera
  • Sue

    Rang: Gast
    am 27.05.2007 02:38:46
    Aus Bequemlichkeit wollte ich die Pumpe nicht und optimal war ich zuvor auch nicht eingestellt. Ich habe es durch die Pumpe geschafft von nem dauerhaften HbA1c um die 8 auf einen von 6,8 zu kommen. Mein großes Sorgenkind die Nacht habe ich in den Griff bekommen dank der Pumpe. Ich wache vielleicht alle zwei bis drei Monate mal mit einem BZ von über 200 auf und UZ's habe ich nachts gar nicht mehr. Früher hatte ich Glück, wenn ich morgens mal nen Wert unter 200 hatte. Unterzuckert habe ich nachts mindestens 2 mal die Woche. Und da konnte ich machen was ich wollte. Wenn ich heute unter Pumpe mit über 200 aufwache habe ich meist vergessen das mein Abendessen eiweißreich war und ich da nicht gegen gesteuert habe, denn ich reagiere nachts höchst empfindlich darauf.

    Die Studien, die im Gutachten genannt wurden, sagen angeblich sogar, dass die CSII keinerlei Verbesserung der Lebensqualität gegenüber der ICT zeigt. Es wird also nicht nur die Stoffwechseleinstellung in Frage gestellt. Und da kann ich deutlich widersprechen.

    Solange das Verfahren bei mir noch läuft zahlt die Kasse die Kosten für Katheter und sonstiges Zubehör. Erst wenn das abgeschlossen ist kriege ich nix mehr. Wobei die sich nach der ersten Ablehnung auch undeutlich ausgedrückt haben. Ich hatte angenommen ich dürfe mir nix mehr verschreiben lassen, bis ich nix mehr hatte und auf meine Nachfrage dann berichtigt wurde, dass ich doch was bestellen durfte.

    Ein Kassenwechsel würde wohl auch keinen Erfolg haben, weil erstens ja der MDK die negative Empfehlung ausgesprochen hat und die sollten eigentlich KK unabhängig entscheiden. Zudem hat mein Doc nach mir keinen einzigen Antrag mehr durchbekommen und das betraf nicht nur meine Kasse, sondern verschiedene. Ich war also nur die erste von vielen.

    Was mich am Meisten ärgert sind die Leute, durch die es zweifelhafte Studien gibt. Ich habe letztens eine Pumpenträgerin getroffen, die einen HbA1c Wert von 11 (!!!) hat. Mit nem Umrechner habe ich mal ausgerechnet, dass die nen durchschnittlichen Wert von 300 hat. Ich bin bemüht und motiviert und mir wird die Pumpe verweigert, aber jemand, der damit wahrscheinlich schlechter eingestellt ist als unter ICT darf die behalten, da sträuben sich bei mir die Nackenhaare.

    @Lisa
    Danke für den Tipp, ich werde mich mal an Herrn Ebert wenden, vielleicht kann er mir irgendwie weiterhelfen.

    Gruß,
    Sue
  • diesel

    Rang: Gast
    am 27.05.2007 12:56:25
    Hallo Fuchs,
    auch ich kann deine Meinung mit Pumpe keine besseren Werte zu erziehlen nicht teilen! Allein durch die alle drei Minuten abegegebene Basalrate habe ich deutlich bessere Werte erziehlt.

    MfG

    Gerd von diesel
  • Fuchs

    Rang: Gast
    am 29.05.2007 11:26:17
    ....fehlende Solidarität....?

    Das ist doch Quatsch. Darum geht es doch gar nicht.

    Wenn die KK nachweist, dass der Patient schon jetzt top eingestellt ist oder schon jetzt total verantwortungslos handelt, wird sie die Pumpe verweigern. Basta. Und wahrscheinlich ist das sogar rechtens.

    Und wenn die KK behauptet, eine Pumpentherapie sei im Schnitt nicht zielführender, so muss man sich mit diesem Argument erst einmal auseinandersetzen.

    Wir Pumpenträger haben doch in der Mehrzahl die Pumpe erst deswegen bekommen, wei wir vorher schlechter eingestellt waren. Natürlich hat das dann was gebracht.

    Aber a drauusen lufen in Menge sehr gut und gut eingestellter Nicht-Pumpenträger herum. Glaut ihr wirklich, dass diese Menge im Schnitt schlechtere Werte hat?

    Fuchs
  • Sue

    Rang: Gast
    am 29.05.2007 12:54:09
    Lieber Fuchs,

    natürlich gibt es viele Diabetiker, die auch mit ICT gut oder sehr gut klarkommen. Nicht jeder braucht ne Pumpe und auch nicht jeder kann damit umgehen.

    Ich verstehe nur nicht ganz was Du mit Deinen Beiträgen bezweckst? Soll ich das ganze jetzt aufgeben nur weil ich auch ohne komafrei durchs Leben komme? Die Pumpe hat bei mir viel gebracht und ich habe definitiv nicht aus Lust und Laune gehandelt. Ich haben schon vor Jahren über ne Pumpentherapie nachgedacht, nur nach dem Gespräch mit meinem Arzt noch zuviel Respekt und Schiss davor gehabt. Hätte ich damals gewusst was ich heute weiß wäre ich seit mehreren Jahren glücklicher Pumpi. Nun aber ist die Situation, dass ich sie nicht bekomme, nicht weil ich bereits optimal eingestellt bin oder total katastrophale Werte unter Pumpe habe, Nein, ich kriege sie nicht, weil die Kassen immer weiter sparen wollen und ich mit meinem Antrag in diese Sparwut nicht mehr reinpasse. Ich kenne Pumpenträger, die ihre Pumpe mit weniger Gründen als bei mir durchbekommen haben, und Warum? Sie waren schneller und haben vor mir den Antrag gestellt.

    Wenn Du so der Meinung bist, das man mit ICT genausogut lebt wie unter Pumpe, dann gib doch Deine ab und gib sie mir, denn ich lebe mit Pumpe wesentlich besser als unter ICT. Und damit beziehe ich mich hauptsächlich auf die Einstellung, die Lebensqualität kommt danach.

    Ich suche nen Anwalt, keine Gründe warum der Antrag abgelehnt wurde, denn die stehen in dem 11 seitigen Gutachten des MDK.

    Gruß, Sue
  • Markus Konermann

    Rang: Gast
    am 29.05.2007 14:50:58
    schau mal hier im Impressum, wer da als RA angegeben ist !!!
  • Ulrich

    Rang: Gast
    am 31.05.2007 16:49:35
    Besser als jeder Rechtsstreit ist vermutlich einfach ein Wechsel der Krankenkasse.

    Gruße
    u von Ulrich