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Muskelaufbau + Creatin
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Verbotener Pumpenträger
Rang: Gastam 01.03.2007 01:59:16
Schönen guten Tag zusammen...
habe schon ein wenig im Forum rumgeforstet, doch nichts passendes zu meiner Frage gefundenn die wie folgt lautet:
Darf ein Diabetiker (Typ 1) "Creatin" als Muskelaufbaubeschleuniger zu sich nehmen???
Habe schon viel im Netz nach dieser Frage gesucht, doch leider auch nichts gefunden...
Ich trainiere schon seit geraumer Zeit in einem Fitness-Studio und bin dort auf den körpereigenen Stoff aufmerksam geworden.
Viele Produkte sind mit der Aufschrift versehen:
"Für Diabetiker NICHT geeignet!"
Aber auf genau so vielen Produkten ist dieser Vermerk NICHT angebracht, deswegen die frage...
"Darf ich nun oder nicht???"
und wenn NEIN....kann mir das bitte jemand erklären, wieso genau nicht??
Vielen Dank schon mal im Vorraus...ich hoffeihr könnt mir da helfen!
Freundliche Lichthupe aus dem Raum Aachen
von Verbotener Pumpenträger -
Philipp
Rang: Gastam 05.05.2007 22:04:16
Hi,
auch wenn es etwas spät kommt. Ich kann Dir zwar nicht sagen, ob es nun für Diabetiker schädlich ist oder nicht (im Sinne einer klinischen Studie). Aber ich bin auch Typ 1 Diabetiker und berichte Mal aus meiner Erfahrung:
1.) Ich bemerke (zum Glück) alle meine Unterzuckerungen indem ich mich eben "unterzuckert" fühle (ich denke, ich muss das hier nicht erklären....). Bei der Einnahme von Creatin in den empfohlenen Dosen, habe ich mich durch die Einnahme die Unterzuckerungen nicht mehr gespürt oder nur sehr spät. Hat vorallem nachts zu einigen heiklen Situationen geführt, weshalb ich die Kur sofort abgebrochen habe. Andere Diabetiker, die ich kenne und Creatin nehmen, hatten dieses "Phänomän" nicht.
2.) Damit Creatin überhaupt richtig wirkt, muss/sollte es mit (auch nicht gerade wenig) Traubenzucker eingenommen werden (gibt es auch als Fertigmischung, nennt sich dann oft "Creatin-Matrix") => für Diabetiker bei den Dosen und der Häufigkeit der Creatin/Traubenzucker Aufnahme unmöglich, selbst durch Zuspritzen von schnellem Insulin für den Traubenzucker.
3.) Creatin ist eh Schwachsinn. Meiner Meinung nach. Meine Empfehlung: Gute Ernährung (lange Kohlehydrate, wenig Fette, viel Vitamine, viel Trinken, viel Protein), dazu ein gutes (!) Proteinpulver (1-3x Tag), ein gutes (!), angepasstes (!), wechselndes (!), intensives (!) Trainingsprogramm, eventuell noch Aminosäuretabletten nach dem Training. Damit kannst Du ECHT viel erreichen.
4.) Wenn Dir das nicht genug ist, dann musst Du Dir überlegen, was Dir Deine Gesundheit wert ist. Sprich Bodybuilder oder nicht. Und dann machs richtig oder gar nicht. Und da kommt kein Creatin vor. Ich würde es Dir nicht empgehlen.
Hope it helps !
Philipp -
verbotener Pumpenträger
Rang: Gastam 07.05.2007 21:10:49
Danke danke Philipp....
das war doch mal eine Aussage, mit der ich was anfangen kann!
Habe sogar meinen Diabetologen gefragt, der mir darauf nicht mal eine Antwort geben konnte!
Das was du da gesagt hast ist echt interessant und zeigt mir, dass du anscheinend ECHT AHNUNG von der Materie hast!!!
Jetzt würde ich gerne mehr über diese Arminosäuretabletten wissen, was genau bewirken diese...etc.!
Hast mich total überzeugt Creatin vollkommen beiseite zulassen und es ERST GAR NICHT ZU VERSUCHEN!
DANKE VIELMALS PHILIPP....
würde mich sehr über weitere Informationen und Kontakt freuen!
MfG
Daniel von verbotener Pumpenträger -
Markus
Rang: Gastam 22.07.2007 12:48:38
Weil du schreibst viel Eiweiß, Proteinpulver, man liest ja auch oft mehr als 1g / kg Körpergewicht ist nicht emfehlenswert. Bezieht sich das auf den Normalmenschen und gelten bei Aufbausportlern andere Werte, weil das Eiweiß ja benötigt wird zum Muskelaufbau und in diesem Fall nicht umgewandelt wird? von Markus -
am 12.04.2015 17:39:51
Hey Philipp, als ich deine Antwort gelesen habe, fühlte ich mich gezwungen, darauf zu antworten.
1.) Bei der Kreatin-Einnahme habe ich kaum Veränderungen gespürt. Das oben beschriebene Phänomen hatte ich nicht beobachten können. Zudem möchte ich folgenden Text zitieren, welchen ich im TEAM-ANDRO-Forum verfasst habe:
"Ich möchte eigentlich gar nicht auf die Schädigung der Nieren hinaus. Ich nehme nämlich selbst Kreatin als Monohydrat, habe aber gute Werte. Deswegen ist Folgendes an Diabetiker gerichtet: Ganz spezifisch, ohne auf die anderen Gesichtspunkte von Kreatin einzugehen, fördert dieses die Einlagerung von Kohlenhydraten in die Muskelzelle. Bei 5 Gramm am Tag musste ich anfangs meine basale Insulindosis halbieren! Ich injiziere mir 2 Insulinpräparate, zweimal am Tag ein Basalinsulin (Levemir) und ein Bolusinsulin (NovoRapid) für jede Mahlzeit. Beim Basalinsulin musste ich die Dosis halbieren, beim Bolusinsulin musste ich teils den Faktor reduzieren, teils blieb er gleich. Ich habe mich also dazu entschlossen, Kreatin immer zu einer bestimmten Zeit zu nehmen, so bleibt die Wirkung auf die Glykämie gleich und variiert nicht.
Also nochmal zusammengefasst als Appell: Diabetiker müssen bei der Kreatin-Einnahme stark auf Hypoglykämien achten!
2.) Das ist ein Irrtum! Die Glucose soll lediglich dazu dienen, dass bei "normalen" Personen Insulin in hohen Mengen ausgeschüttet wird, da dieses erst als anaboles Hormon ermöglicht, die KH in die Muskelzellen zu transportieren. Man kann genauso gut pures Kreatin einnehmen und dazu Insulin spritzen, was keinen Sinn macht. Deswegen empfehle ich die Einnahme vor einer Mahlzeit!
3.) Das eine widerspricht dem anderen. Eine ausgewogene Ernährung heißt, dass man keine zusätzlichen Aminosäuren supplementieren muss. Zudem sollte man nicht auf Fett verzichten. Es gibt viele gute Fette, die nicht nur anabol wirken, sondern auch für gute Blutwerte sorgen. Kreatin hat dagegen mehrere Vorteile:
- erhöhte Wassereinlagerungen in den Muskelzellen (mehr Muskelmasse)
- mehr Kreatinspeicher führt zu vielen Kreatinphosphaten, die der anaeroben Energiegewinnung dienen (Leistungsschub)
- Verbesserung der Konzentrationsfähigkeit
- uvm., Kreatin muss noch gründlich erforscht werden.
4.) Kreatin sollte man vielleicht nicht direkt als Supplement empfehlen, besonders weil Laien sehr viel "falsch" machen können. Beispielsweise eine Überdosierung. Möchte man Kreatin nehmen, so sollte man als Fundament erstmal gut mit seinem Diabetes klarkommen und absolut jedes Problem selbstständig lösen können. Da wir aber immer weniger Fleisch konsumieren (im Gegensatz zu Ureinwohnern), ist eine Kreatin-Ergänzung nur profitabel.